Jutta Gorschlüter - Wenn Lernen schwierig ist

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Kinder kommen als faszinierende Lernwesen auf die Welt mit einem erstaunlichen Lernwachstum in den ersten Lebensjahren. Viele Kinder verlieren dann in der Schule ihre Lernbegeisterung und ihr Zutrauen in das eigene Gelingen, verheddern sich in Lernschwierigkeiten. Das Buch will Erwachsene für die Wahrnehmung von Lernprozessen bei Kindern sensibilisieren. Sie sollen (über viele Aha-Effekte) das eigene Verhalten in alltäglichen Lernprozessen reflektieren, mehr Verständnis aufbringen und Kinder beim Lernen effektiver begleiten. Das Erlernen der Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen steht dabei im Mittelpunkt. Das Buch enthält viele praktische Tipps dazu, wie besonders an den Grundkompetenzen anzuknüpfen ist, um die Kinder zu unterstützen und ihnen mehr Sicherheit zu geben.

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Sofern dem nicht bereits viele Misserfolgsmomente vorangegangen sind, beginnen die Kinder sich nun anzustrengen, doch es will ihnen oft nicht gelingen. Wenn ihnen dies wiederholt passiert, bleiben sie in der Erfahrung stecken »Ich schaffe es nicht!« – »Ich bin zu dumm, um Lesen oder Schreiben zu lernen!« Dieser Gedanke setzt sich im Kopf der Kinder fest. Sie verlieren den Glauben daran, dass sie etwas bewirken und erfolgreich sein können. Je nach Charakter fangen sie an, innerlich und äußerlich zu rebellieren oder sich zurückzuziehen.

Manchmal erkennen wir diese Kinder in anderen Situationen kaum wieder und staunen, wenn wir sie in einem anderen Zusammenhang erleben: Beim Einrad fahren, in einer Zirkus AG, beim Klavier spielen, beim Malen, auf dem Fußballfeld oder beim Eislaufen. Zumindest hier erleben sie dann hoffentlich, dass Lernen und Begeisterung zusammengehören. Zum Glück gibt es aber auch Kinder mit einem gesunden Selbstbewusstsein, die Misserfolgen in der Schule eine nicht so große Bedeutung beimessen, gerade weil sie ihr Potenzial in Freizeitaktivitäten oder bei anderen Aktivitäten erleben und ausschöpfen.

Kinder, denen das schulische Lernen nicht so leichtfällt, machen bezogen auf schulische Lerninhalte meist wenig positive Erfahrungen. Sie wiederholen und wiederholen, doch der erwartete Erfolg bleibt aus. Sie werden angehalten, weiter zu üben, doch sie treten auf der Stelle – tage-, wochen- und monatelang.

Lassen Sie uns im Alter der Kinder einen Schritt zurückgehen: Wie würde ein 2-jähriges entspanntes Kind beim Spiel reagieren, wenn ihm etwas wiederholt noch nicht gelingt? Es würde es noch ein paar Mal versuchen und dann vielleicht das Spielzeug zur Seite legen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Versuch starten. Es würde vermutlich intuitiv spüren, dass der Zeitpunkt noch nicht der richtige war, um sich mit dieser Sache zu beschäftigen. Oder es würde das Spielzeug einer anderen Person geben und diese bitten, es zu tun. Das Empfinden »Ich kann das noch nicht« als Wertung existiert dabei überhaupt nicht in ihren Köpfen.

Mein Enkel ist gerade 2 Jahre alt geworden und liebt das Polizeiauto aus Lego. Sein Spiel sieht seit Wochen immer gleich aus. Akribisch baut er das Dach ab, dann die Vorder- und Heckscheibe, nimmt das Männchen hinaus und entfernt noch die Seitenwände. Dann schaut er sich das Auto interessiert an und versucht, die Teile wieder zusammenzufügen. Das will ihm aber mit seinen kleinen Fingern noch nicht gelingen. Also hält er es mir hin, und ich baue es vor seinen Augen langsam wieder zusammen. Dabei beobachtet er den Vorgang immer wieder. Ich bin überzeugt, eines Tages, wie aus heiterem Himmel, wird es ihm gelingen und sein kleines Gesicht wird strahlen.

Natürlich hätte ich auch anders reagieren und das Spielzeug zur Seite legen können, denn die Altersangabe sagt doch, es sei erst ab 4 Jahren geeignet. Oder ich hätte ihm sagen können: »Dafür bist du noch zu klein.« Mit beiden Reaktionen hätte ich ihn in seinem Entdeckergeist gebremst. Spannend zu beobachten ist, dass mein Enkel dieses Vorgehen mit dem Lego Auto, das wir gemeinsam durchlaufen, als Spiel erlebt und deswegen auch überhaupt nicht angespannt wirkt.

Wie aber sieht das bei einem Schulkind aus?

David ist 7 Jahre, er besucht die erste Klasse, und als ich ihn kennen lerne, neigt sich das Schuljahr gerade dem Ende zu. David hat in diesem Schuljahr nur 2 Buchstaben abspeichern können, er hinkt laut Aussage des Lehrers schon jetzt deutlich hinterher. Aber es hat ja noch Zeit. Die Schuleingangsphase ist ja noch lange nicht beendet. David darf angeblich in seinem eigenen Tempo lernen, d.h. er bekommt immer wieder Arbeitsblätter mit Lauten oder Bildern, denen er Laute zuordnen soll. Dabei muss David natürlich auf dem Stuhl sitzen und seinen Bewegungsdrang unterdrücken. Er fällt mehr und mehr durch störendes Verhalten auf und muss nach Aussage des Lehrers ständig ermahnt werden.

David schaut sich bei mir alle Buchstaben interessiert an, und als ich ihm erzähle, dass es viele lustige Spiele gibt, fragt er sofort nach, welche das sind. Wir können mit den Buchstaben bauen, wir können ein Versteckspiel machen oder ein Memory Spiel oder, oder, oder … David ist interessiert und entscheidet sich für das Versteckspiel, und so beginne ich eine Lautkarte im Raum zu verstecken. Wo habe ich das »N« versteckt. David sucht und ruft den Laut, wenn er ihn gefunden hat. Auch ich benenne die Laute immer wieder im Spiel. Und David, er spielt und spielt und lernt dabei ganz nebenbei. Nach einer Weile beschließt er, dass wir jetzt lieber bauen sollen, und so wechseln wir das Spiel und bauen mit Holzklötzen, auf denen auch Buchstaben stehen. Wir bauen gemeinsam und wieder werden Laute benannt.

Sicher könnte man nun den Einwand bringen, dass Lehrer je nach Lernstand individuelle Aufgaben stellen. Ja, aber wie schon gesagt, viel zu oft in Form von Arbeitsblättern. Ein Wust von Arbeitsblättern, die zum Teil vollkommen überflüssig und kontraproduktiv sind, oft überhaupt nicht an dem Lernstand und dem Lernbedürfnis der Kinder ansetzen und tatsächlich in ihrem Aufbau häufig eher lernhemmend sind, weil sie gewisse Erkenntnisse darüber, wie unser Gehirn lernt, schlicht nicht berücksichtigen. Bei meinem Spiel mit David haben wir Laute wiederholt benannt, geraten und gerufen. Welches Arbeitsblatt bitte kann denn das? David war mit allen Sinnen beim Spiel, er war emotional beteiligt. Dadurch gelingt ihm das Einprägen leichter. Welches Arbeitsblatt aber sprüht Funken der Begeisterung aus und erlaubt eine emotionale Beteiligung?

Ich will nicht grundsätzlich alle Arbeitsblätter verteufeln, doch sie dürfen nicht das spielerische Lernen ersetzen. Zu oft werden sie als reine Beschäftigungstherapie eingesetzt.

Lena hat eine Rechenschwäche und jede Form von Arbeitsblättern mit Zahlen sind ein Graus für sie. Schon beim Anblick eines Arbeitsblattes mit Zahlen sackt sie in sich zusammen und stöhnt. Aber es nutzt nichts. In der Schule wird sie täglich mit genau solchen Arbeitsblättern konfrontiert. Als erstes verspreche ich ihr also: Bei mir gibt es erstmal keine Arbeitsblätter, und du entscheidest, wann du eins ausfüllen möchtest.

Dennoch entdecken wir die Welt der Zahlen: Wochenlang beschäftigen wir uns mit Mengen, Zählen, Bündeln, nutzen Spielkarten, Karteikarten … Dann kommt Tag X. Ich habe ein Arbeitsblatt vorbereitet, auf dem Aufgaben stehen, die Lena mit absoluter Sicherheit inzwischen beherrscht. Ich kündige Lena an, dass ich uns etwas zu trinken holen werde, lege das Arbeitsblatt auf den Tisch und sage ihr, dass sie sich in der Zwischenzeit das Arbeitsblatt gerne ansehen kann, füge aber hinzu, dass sie es nicht rechnen muss. Da passiert folgendes: Lena schaut neugierig auf das Arbeitsblatt, erkennt sofort, dass sie alle Aufgaben mit Leichtigkeit lösen kann, und als ich das Zimmer wieder betrete, ist sie schon fast fertig mit allen Aufgaben. Stolz schaut sie auf und sagt: »Hast du noch so ein Arbeitsblatt?«

In diesem Fall war das Arbeitsblatt sinnvoll, denn es diente rein der Wiederholung des Gelernten und führte darüber hinaus zur Festigung dieses Aufgabentypus. Auf diese Weise hatte Lena es schwarz auf weiß: »Ich kann diese Aufgaben rechnen«, und erlebte es jetzt als Erfolgserlebnis.

Je mehr Wiederholungen ein Kind dabei benötigt, um eben ein solches Erfolgserlebnis zu haben, also um Lerninhalte automatisiert abzuspeichern, desto kreativer müssen die Angebote sein, desto größer muss der Spielraum sein. Dieser Prozess unterliegt bestimmten Gesetzmäßigkeiten. Hier braucht es Beziehung, Spielräume, Spiele, Bewegung, gute Laune, Spaß, Humor und manchmal auch einfach lustige Quatschaktionen – und die Verknüpfung unterschiedlicher Lerninhalte. Und all diese Dinge gehören dringend in die Lehrerausbildung. D.h. angehende Lehrer sollten Meister im Spielen und Inspirieren sein. Viele Erkenntnisse, die das Lernen betreffen, sind meines Erachtens in der Schule noch gar nicht angekommen.

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