Jutta Gorschlüter - Wenn Lernen schwierig ist

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Kinder kommen als faszinierende Lernwesen auf die Welt mit einem erstaunlichen Lernwachstum in den ersten Lebensjahren. Viele Kinder verlieren dann in der Schule ihre Lernbegeisterung und ihr Zutrauen in das eigene Gelingen, verheddern sich in Lernschwierigkeiten. Das Buch will Erwachsene für die Wahrnehmung von Lernprozessen bei Kindern sensibilisieren. Sie sollen (über viele Aha-Effekte) das eigene Verhalten in alltäglichen Lernprozessen reflektieren, mehr Verständnis aufbringen und Kinder beim Lernen effektiver begleiten. Das Erlernen der Grundkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen steht dabei im Mittelpunkt. Das Buch enthält viele praktische Tipps dazu, wie besonders an den Grundkompetenzen anzuknüpfen ist, um die Kinder zu unterstützen und ihnen mehr Sicherheit zu geben.

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Ich habe in meiner Praxis mehrere Tausend Kinder kennen gelernt, und sie alle waren so verschieden. Da gibt es die, die entspannt vom Klassenverband Anschluss finden und sich in einer Gruppe wohlfühlen. Doch es gibt auch die Individualisten, die Anders-Denker, die Dinge viel mehr hinterfragen, die kein »Gruppentyp« sind. Es gibt die, die Dinge gerne selbst gestalten und entscheiden, wie der Weg aussehen soll, den sie gehen. Es gibt auch die, die es – unabhängig von der Erziehung – eher zu schätzen wissen, wenn man ihnen eine Richtung vorgibt und sie sich an festen Strukturen orientieren können. Kinder sind geprägt durch sehr unterschiedliche Erfahrungen, sie haben unterschiedliche Charaktere und Talente. Daneben bringt jedes Kind seine individuelle Geschichte mit, verbunden mit all den Erfahrungen, die es im bisherigen Leben gemacht hat. Manche haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen oder sehen sich ständig Herausforderungen gegenübergestellt. All diese wunderbar verschiedenen Kinder haben ihre Berechtigung und sollten die Chance haben, mit ihrer Art im Schulsystem angenommen und gesehen zu werden. Sie sollten vielfältige Impulse bekommen und inspiriert werden, ihre ganz individuelle Art zu leben. Sie sollten spielend lernen dürfen und Lernen als Chance erfahren.

Was wir wollen, sind lebensfrohe, selbstbewusste Kinder. Kinder, die sich etwas zutrauen. Kinder, die ihr Potenzial entfalten, die zu verantwortungsvollen Menschen heranreifen. Kinder, die die Welt mit allem entdecken, die die Welt mitgestalten und Verantwortung für sich und andere übernehmen. Damit dies gelingt, müssen wir die Kinder nicht nur abholen, wo sie stehen, sondern wir müssen sie auch wahrnehmen mit allen ihren Eigenschaften und persönlichen Nuancen.

Doch was bedeutet das ganz konkret?

Noah hat einen extrem hohen Bewegungsdrang. Es gelingt ihm in der Schule nicht, länger als 5–10 Minuten auf dem Stuhl zu sitzen. Seine Konzentration bei schulischen Aufgaben ist ausgesprochen schlecht. Es dauert manchmal ewig, bis er anfängt, sein Durchhaltevermögen ist gering und schnell wendet er sich immer wieder neuen und interessanteren Dingen zu, erledigt die Aufgaben flüchtig oder gar nicht.

Hinzu kommt seine mangelhafte Feinmotorik, und überhaupt scheinen all seine Bemühungen nicht zu einem zufriedenstellenden Erfolg zu führen. Er erwartet schon gar nicht mehr, dass er es lernen wird, er hält sich für zu dumm. Konzentrationsprobleme und ADHS stehen als Diagnose im Raum. Aber kann er sich wirklich nicht konzentrieren?

Steht Noah als Torwart auf dem Fußballfeld im Tor, ist er großartig. Stundenlang ist er hochkonzentriert, wenn er auf dem Fußballfeld trainiert. Jedem ankommenden Ball springt Noah mit unfassbarer Genauigkeit entgegen und fängt ihn mit großer Geschicklichkeit. Und Noah ist richtig gut. Was er hier auf dem Platz zeigt, hat schon ein sehr hohes Level.

Aber sich beim Lesen und Schreiben zu konzentrieren ist eine Qual für ihn. Rechnen und Zahlen hingegen mag er, aber bitte nicht auf einem Arbeitsblatt, auf dem er wieder einen Stift in die Hand nehmen muss. Also starten wir ohne Stift und Papier. Noah hat in dieser gemeinsamen Lerntherapiestunde wieder einmal die Fünf-Minuten-Grenze geknackt und fällt vom Stuhl. Aber die Annahme, dass dies bedeutet, dass er nicht mehr lernen will, stimmt nicht. Auf meine Frage, ob ich ihm Rechenaufgaben stellen soll, während er seinen Körper bewegt, antwortet er sofort mit ›Ja‹ und fügt hinzu: »Aber nicht so leichte wie letztes Mal.« Noah liegt also neben dem Tisch auf dem Boden und dreht seinen kleinen Körper um die eigene Achse. Und das mit hoher Geschwindigkeit. Mir wäre schon längst schwindelig geworden, ihm aber nicht. Ich nenne die erste Aufgabe, und was man jetzt beobachten kann ist, dass er manchmal, wenn die Antwort nicht ganz automatisch kommt, kurz innehält mit seinen Bewegungen, überlegt, die Antwort sagt und dann erleichtert seinen Körper wieder in Fahrt bringt.

»Fällt« Noah in der Schule aufgrund seiner körperlichen Unruhe vom Stuhl, gibt es die Erlaubnis, nach draußen zu gehen und sich auf dem Schulhof zu bewegen. Im zweiten Schuljahr erhält er einen I-Helfer, der mit ihm herausgeht. Allerdings haben die vielen Unterbrechungen und seine Abwesenheit im Klassenverband schon jetzt dazu geführt, dass er vieles nicht mitbekommen hat. Die Lücken zu den Gleichaltrigen werden somit auch durch die fehlende Anwesenheit noch größer. Er hinkt also ziemlich hinterher und seine Motivation, Lesen und Schreiben zu lernen, sinkt. Obwohl … können möchte er es schon.

Noah ist ein typisches Beispiel dafür, dass die Motivation sinkt, wenn sich der Erfolg, den ich erwarte, einfach nicht spürbar einstellen will. Hinzu kommt jedoch noch ein weiteres Problem. Da Noahs Verhalten nicht angepasst erscheint, muss er sich ständig ermahnende Sätze anhören, wie: »Jetzt fang doch mal an!« oder »Noah, die Ansage gilt auch für dich!«

Das Problem in der Schule sind für Noah unter anderem auch die vielen Reize, die bei ihm zu einer permanenten Reizüberflutung führen. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, fällt ihm in der Schule schwer. Auf dem Fußballplatz und in anderen Zusammenhängen gelingt ihm dies jedoch durchaus. Eine kleinere Lerngruppe mit mehr Bewegungselementen und mehr Spielen und kürzere Lerneinheiten wären toll für ihn. Daneben Aktionen, bei denen er sich in seinem Tempo und in seinem Element erfahren darf.

Um die noch fehlenden Buchstaben abzuspeichern, habe ich gemeinsam mit Noah ein Würfelspiel entwickelt, das nicht länger als 10 Minuten dauert. Ok, der Würfel landet anfangs nie auf dem Tisch, sondern kullert 100 Male unter den Tisch, was Noah aber nichts ausmacht. Würfeln findet er auf jeden Fall spannend. Überhaupt setzt er sich gerne Anreize, wie »Vielleicht schaffe ich es, dreimal eine Sechs hintereinander zu würfeln.« Man kann zusehen, wie er versucht, sich selbst einen spürbaren Kick zu verschaffen. »Zehn Rechenaufgaben, ohne dass ich mich vertue, dann 15 Aufgaben …« Schafft er das sich gesetzte Ziel, erhöht er die Messlatte, versucht es noch mal und zwar höher, länger, weiter. So spornt er sich selbst an. Noch ein Level, dann das nächste Level. Nachdem ich das erkannt hatte, ließ ich ihn selbst das nächsthöhere Level festlegen. Durch das Einteilen in Level oder eine Anzahl von Aufgaben nimmt er seine Fortschritte besser wahr, und es braucht keine Kriterien von außen, um ihn weiter anzuspornen. Er kann seine Erfolge wahrnehmen und entsprechend feiern.

Lesen übt Noah, indem er seinem Hund vorliest, sich dazu eine Höhle baut oder es sich auf dem Sofa gemütlich macht.

Inzwischen hat Noah auch viele Wörter schreiben gelernt. Ca. 40 am Tag. Wo? Auf dem Trampolin! Ein Erwachsener hat ihm ein Wort auf einer Karte hingehalten und gezeigt, z.B. das Wort »Mond«. Sofort fängt Noah an zu springen und buchstabiert das Wort »M-o-n-d«. »Nächstes«, ruft er, hält kurz inne, und das nächste Wort ist an der Reihe. Stundenlang kann er dies tun und zeigt dabei eine enorme Ausdauer.

Und eines Tages beginnt er von alleine, die Wörter auf ein Papier zu schreiben, und fragt nach den schulischen Aufgaben. Seine Fähigkeiten sind jetzt so weit gereift, dass er beginnt, das Spiel »Ich sporne mich selbst an und setze mir ein Ziel« (z.B. in Schreiblinien zu übertragen, zwei Reihen schreiben) auf das Schreiben zu übertragen. Und siehe da, der erwartete Erfolg stellt sich ein, und Noah ist mit sich zufrieden.

Wie Kinder sich im Spiel selbst anspornen, kann man immer wieder beobachten. Sicher kennen Sie Spiele, bei denen man versucht, einen Ball zehn Mal auf dem Fuß zu kicken, ohne dass er herunterfällt. Schafft man es sicher mehrmals hintereinander, setzt man die Messlatte höher. »Ob ich es wohl auch 15 Mal schaffe?«

Sei es Fußballkicken, Jonglieren, Wurfspiele, Musizieren, Skaten, Tanzen – überall ist dieser innere Ansporn zu beobachten, wenn Kinder sich für etwas begeistern oder wenn sie durch die Wiederholung erwarten können, dass sich ein Erfolg einstellt. Dieser Erfolg, den wir erwarten, ist ein wesentlicher Aspekt des Lernens, denn er ist für die innere Motivation zuständig. Ohne Erfolgserlebnisse würden wir aufgeben, die Lust verlieren, uns verweigern, Ausreden nutzen, keine Motivation mehr haben – genauso geht es vielen Kindern, die im starren Schulsystem untergehen. Was aber, wenn niemand erkennt, wo ich gerade stehe, wenn von mir als Kind verlangt wird, Aufgaben zu lösen, für die mir die Grundvoraussetzungen fehlen? Was, wenn es mir nicht gelingt, die Aufgaben selbstständig zu lösen?

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