Rainer Bucher - Hitlers Theologie

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"Hitlers Theologie ist intellektuell krude, ihr Rassismus ist erbärmlich und ihr Gott ein numinoses Monster. Es gibt keine Gnade und keine Barmherzigkeit in ihr und daher auch keinen Frieden. Aber sie wurde, worauf alle Theologie zielt: praktisch. Das ist nicht der einzige", so Rainer Bucher, «aber es ist der unabweisbare Grund, sich mit ihr zu beschäftigen.» Gewiss: Adolf Hitler war kein Theologe. Doch vom Beginn seines öffentlichen Redens bis zu seinen letzten dokumentierten Äußerungen verkündigte er sein Politikprojekt im Namen eines Gottes, konzipierte und legitimierte er es über theologische Begriffe. Diese spielten dabei keine nur rhetorische, sondern eine zentrale und tragende Rolle. – Eine klarsichtige wie fulminante Untersuchung von Hitlers politischer Projektbeschreibung und ihrer theologischen Begründungsstrukturen.

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2. Hitler und die Kirchen

Die Kirchen haben Hitler nicht gewollt, aber auch nicht verhindert. 16Die katholische Kirche konnte zwar weitgehend die Nazifizierung ihrer eigenen Strukturen abwehren, und sie schaffte es, sich, allerdings sehr eingeschränkte, Freiräume zu sichern, die der Herrschaft der Partei mehr oder weniger entzogen waren. Grundlage hierfür war die im Bereich der katholischen Kirche und vor allem im politischen Katholizismus bis 1933 weit verbreitete Ablehnung der Gesinnung, der Ziele und der Methoden der NSDAP. Ausnahmen, wie der Rektor der Anima in Rom, Bischof Alois Hudal 17, der berüchtigte Abt Schachleitner 18sowie die so genannten „braunen Priester“ 19, blieben tatsächlich Ausnahmen.

Ebenso dürfte aber unbestreitbar sein, dass die katholische Kirche weder in Deutschland noch in Österreich die Nazifizierung der gesellschaftlichen Strukturen irgendwann ernsthaft verhindern wollte, als Hitler erst einmal an die Macht gekommen war. Die katholische Kirche unternahm als gesamte und unter der Führung ihrer Bischöfe nie den Versuch, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen oder auch nur ihre Konsolidierung in den Anfangsjahren zu verhindern.

Im Sinne eines differenzierten Widerstandsbegriffs 20kann der katholischen Kirche als Ganzer also zugesprochen werden, in vielem ein „rivalisierendes Loyalitätszentrum“ geblieben zu sein; auch gab es regional mehr oder weniger spontan kirchlich organisierte Verweigerung und in seltenen Fällen auch aktiven Protest, nie aber offene oder subversive Widerstandstätigkeit, die auf den Sturz des Nationalsozialismus hinarbeitete. Im Sinne dieser höchsten Ebene des Widerstandsbegriffs gab es wohl Widerstand von Katholiken und Katholikinnen, aber keinen Widerstand der katholischen Kirche in ihrer amtlichen Führung.

Aber auch die Katholikinnen und Katholiken waren nach der Konsolidierung des Regimes in den Jahren 1934 bis weit in den Krieg hinein nicht unbedingt partei-, aber doch in hohem Maße staatsloyal. Die unbestreitbaren „Anfangserfolge“ des Regimes (Abbau der Arbeitslosigkeit, Saarabstimmung 1936, Rheinlandbesetzung 1936, Olympische Spiele 1936; Remilitarisierung, erfolgreiche Annexionen der Vorkriegszeit knapp unter der Schwelle zum Krieg; Anschluss Österreichs 1938) verfehlten auch auf die Katholiken und Katholikinnen ihre Wirkung nicht. Ein kritisches politisches Bewusstsein gegenüber der Herrschaftsform Diktatur als solcher war zudem im katholischen Bereich nur bei sehr wenigen vorhanden.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Der Gehorsam gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit war auch im 19. Jahrhundert von der katholischen Kirche in Lehre und Verkündigung stets betont worden. 21Andere moraltheologische Traditionen, die etwa die Legitimität eines Tyrannenmordes durchaus denken konnten, kamen demgegenüber nicht zum Zug. Überhaupt hatte das kirchliche Lehramt im 19. Jahrhundert zur Abwehr der modernen Pluralität und Liberalität Gehorsam und Unterordnung als die herausragenden katholischen Tugenden gepredigt. Solch eine extreme Herausstellung des Autoritätsprinzips förderte natürlich obrigkeitsstaatliche Traditionen, ja schien sie geradezu zu rechtfertigen. Demokratie und Liberalismus wurden von weiten Teilen der katholischen Kirche als Gegner, nicht als zu verwirklichende Zielgrößen betrachtet.

Es gab zudem in den 30er Jahren eine gewisse gesamtkirchliche Anfälligkeit für autoritäre Regime. Die Kirche war in Italien und Spanien offen als Partnerin des Faschismus bzw. Francos und in Österreich als Protektorin, ja Ideengeberin des autoritären Ständestaates aufgetreten. Wenn sich auch der deutsche Nationalsozialismus deutlich vom romanischen Faschismus und noch mehr vom österreichischen Ständestaat unterschied und es daher auch nie zu einem vergleichbaren Bündnisschluss zwischen Kirche und Nationalsozialismus kam, so war die mangelnde internationale Faschismusabwehr der katholischen Kirche für die deutsche katholische Kirche und die prodemokratischen Kräfte in ihr, etwa im Laienkatholizismus, dennoch eine schwere Hypothek.

Das im Juli 1933 geschlossene deutsche Reichskonkordat zwischen Hitler und dem Papst schien die gefährdete Besitzstandswahrung der kirchlichen Institution zu garantieren. Diese Sicherung der institutionellen Integrität wurde als vorrangig und letztlich genügend angesehen. 22Hitler hatte immer nur eine kleine Minderheit in den beiden großen Konfessionen als Gegner. Die Mehrheit arrangierte sich mit ihm.

Die Wertung dieser Tatsache differiert bis heute erheblich. Das ist nicht weiter erstaunlich, insofern die Wertungshorizonte historischer Tatsachen und letztlich schon ihre Entdeckungszusammenhänge stark von vorgegebenen Ausgangspositionen abhängen. Bei einer selbst mit hohem moralischem Anspruch und lange auch enormer gesellschaftlicher Sanktions- und psychischer Regulierungsmacht auftretenden Institution wie der katholischen Kirche differieren diese Wertungshorizonte umso sehr, nicht zuletzt übrigens auch theologie- und kirchenintern.

Die Differenz läuft im Kern darauf hinaus, ob man zur Bewertung des Verhaltens der kirchlichen Akteure die damals dominierende, stark institutionalistische und apologetische Ekklesiologie zu Grunde legen soll, was das kirchliche Handeln zumindest moralisch in einem günstigeren Licht erscheinen lässt, oder die nachkonziliare, stärker an einer Menschenrechtsoption orientierte pastorale Aufgabenbeschreibung der Kirche als „universales Heilssakrament“, was die Entsolidarisierung der Kirche gegenüber jenen, die ihr nicht angehörten, und auch teilweise gegenüber ihren eigenen Angehörigen, etwa getauften „Nicht-Ariern“, zu einem fundamentalen Versagen vor der eigenen Botschaft macht. Historisch und individual-ethisch betrachtet liegt Ersteres nahe, theologisch Letzteres. Freilich können die kritischen Ansätze nachweisen, dass die nachkonziliare universalistische Position damals zwar nicht dominant, aber eben doch auch präsent war, etwa bei Bischof Preysing 23oder dem sog. „Ordensausschuss“ 24, und damit just bei jenen, die eine Alternative zur offiziellen Politik der Bischofskonferenz vertraten. 25

3. Der „nationalsozialistische Kult“

Dass der Nationalsozialismus den Kirchen auch auf ihrem eigenen Gebiet, der religiösen Formierung des Lebens, Konkurrenz machte, fiel ihnen bald auf. Vor allem die „neu-heidnischen“, gerade in der Frühzeit der nationalsozialistischen Bewegung starken anti-christlichen Tendenzen beunruhigten die Kirchen. Man hatte davor gewarnt, dass sich „eine neue Weltanschauung an die Stelle des christlichen Glaubens setzen“ 26wolle. Zumal diese nicht nur Theorie und „Weltanschauung“ blieb, sondern auch alternative religiöse Praktiken hervorbrachte.

Dabei erwies sich der Versuch des Nationalsozialismus, unmittelbar in christliche Domänen, etwa das Weihnachtsfest, einzudringen, als nicht sehr erfolgreich: Er blieb im Wesentlichen auf die eigene Kernanhängerschaft beschränkt. Es gelang etwa nie wirklich, christliche Weihnachtslieder flächendeckend durch sublim nationalsozialistische Neuschöpfungen ohne christlichen Bezug („Hohe Nacht der klaren Sterne“) 27zu ersetzen. 28

Erfolgreicher war da schon der umgekehrte Weg: der Import christlicher und außerchristlicher Ritualtraditionen (Weihen, Prozessionen, Wallfahrten, Gedächtnisfeiern) in die nationalsozialistische Herrschaftspraxis. Dass zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik kultische Inszenierungen auf den verschiedensten Ebenen und in den verschiedensten Varianten ganz wesentlich gehörten, das wurde früh erkannt und in den letzten Jahren auch detailliert analysiert. 29

Das Spezifische des Nationalsozialismus waren dabei nicht nur die Monumentalität und der hemmungslose Wirkungswillen, sondern auch die Radikalität, mit der neueste technische Mittel für die kultischen Inszenierungen eingesetzt wurden. Spektakuläres Beispiel dieser Inszenationskraft und technischen Innovationsphantasie sind etwa die „Lichtdome“ der Reichsparteitage. Am Abend des fünften Tages stand die nächtliche Weihestunde der „Politischen Leiter“, also der kleineren und mittleren Parteifunktionäre, auf dem Programm. Seit der Premiere des „Lichtdoms“ 1934, beim „Reichsparteitag des Willens“, galt diese von Albert Speer geschaffene imaginäre Kathedrale als Höhepunkt jedes Parteitages und als Intensiverfahrung der nationalsozialistischen Liturgie.

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