Eske Bockelmann - Im Takt des Geldes

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Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert durchlebt die europäische Welt einen gewaltigen Wandel. Die Geburt der Marktwirtschaft führt zu einem neuen Denken – bis tief ins Unbewusste. Es bedingt sogar den Taktrhythmus, eine rhythmische Wahrnehmung, die es bis dahin überhaupt nicht gegeben hatte. Und es entsteht durch etwas, was die Gesellschaft ganz und gar durchdringt: das Geld. Wie die Allgegenwärtigkeit des Geldes das Denken in der Neuzeit prägt, zeigt Eske Bockelmann anhand seiner überraschenden und fundierten These auf.

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Genausowenig haben die »Füße« des antiken Rhythmus etwas mit Canettis im Taktrhythmus dahingehenden Füßen zu tun – so wenig wie zum Beispiel der Versfuß des Daktylus mit dem Schnipsen von Fingern. »Daktylus« heißt zwar »Finger« und ist ein »Fuß«, aber er bezeichnet den Fuß aus einer Länge und zwei Kürzen nicht wegen irgendwelcher Geräusche, die sich mit den Fingern oder Füßen erzeugen lassen, sondern weil die drei Glieder eines Fingers, vom Handteller aus gesehen, gerade diese Proportion aufweisen: lang-kurz-kurz; man betrachte einmal den eigenen Zeigefinger, sofern er klassisch genug gewachsen ist. Griechisch ist also durchaus zu sagen, diese Abfolge der Fingerglieder sei der »Rhythmus« eines Fingers.

In der Aufteilung nach Arsis und Thesis waren verschiedene Proportionen möglich. Zunächst einmal das gleiche Verhältnis; das konnte der Daktylus ergeben, da er zusammengesetzt war aus einem langen Element, der Arsis, und zwei kurzen, der Thesis, und da eine Länge etwa als doppelt so lang empfunden wurde wie eine Kürze, ihr Zeitwert also dem von zwei Kürzen entsprach. Das Verhältnis also ist hier »gleich«, ein Verhältnis von 2:2; nicht gleich allerdings waren die Teile , die in diesem gleichen Verhältnis aufgefasst wurden: eine Länge als Hebung, zwei Kürzen als Senkung. Zweifaches Verhältnis ergibt sich, wenn sich die Zeitwerte der unter Arsis und Thesis verbundenen Klangteile wie 2:1 oder wie 1:2 verhalten, anderthalbfaches Verhältnis bei 3:2 oder 2:3; Verhältnisse wie 3:1 oder 4:3 sind unter bestimmten Bedingungen möglich. Außerdem gibt es »alogoi« genannte, nicht ganzzahlig zu fassende Verhältnisse, in denen die Arsis zwar länger als die Thesis, aber nicht ganz doppelt so lang ist wie sie. Gerade von einem der häufigsten Verse der Antike, dem epischen Hexameter, heißt es, in seinen Daktylen sei die Länge jeweils nur etwa anderthalbmal so lang wie eine Kürze, so dass der Versfuß hier also statt des »gleichen« Verhältnisses ein Verhältnis von ungefähr 1½:2 ergibt. Ein Fuß im antiken Rhythmus ist die Einheit einer solchen rein zeitlich bestimmten Proportion.

Der antike Rhythmus ist mit diesem kurzen Abriss keineswegs erschöpfend bestimmt, aber bestimmt genug, um die Frage zu beantworten: Was hat diese Art Rhythmus mit dem Taktrhythmus gemein? Die Antwort lautet: Nichts. Und was haben Griechen empfunden, wenn sie vor sich hingegangen sind und das Geräusch ihrer Sandalen hörten? Keinen Rhythmus. Der Unterschied zwischen dem, was Rhythmus für uns , und dem, was er für die Antike ist, lässt sich knapp – noch nicht vollständig – in drei Punkten fassen.

Erstens: Das Abwechseln der Elemente nach betont und unbetont , entscheidende Bestimmung des Taktrhythmus, ist dem griechischen Rhythmus fremd; der hat weder überhaupt etwas mit der Unterscheidung von betont gegen unbetont zu tun, noch würde er sich mit der grundsätzlichen Festlegung auf das Abwechseln vertragen – auch nicht auf das Abwechseln von lang und kurz.

Zweitens: Der Taktrhythmus setzt gleiche Zeiteinheiten, auf die sich zwar Töne von mancherlei unterschiedlicher Dauer verteilen können, die diesen Tönen aber wie ein Raster vorgegeben sind oder unterlegt werden; damit sie nach Takten gehen, müssen sich die Töne in ein Raster gleicher Zeiteinheiten einfügen. Der griechische Rhythmus dagegen geht mit Klang- oder Bewegungselementen ungleicher Dauer um, ihrer Unterscheidung nach lang und kurz. Zwar können in ihm ohne weiteres einmal mehrere lange Elemente aufeinanderfolgen oder mehrere kurze, aber erst ihre Unterscheidung nach der Dauer, und dass sie nicht wie ein Raster aneinandergereiht, sondern zu Gruppen aus lang und kurz verbunden sind, ergibt hier überhaupt erst Rhythmus. Eine Folge nur gleichlanger Töne hatte nichts Rhythmisches.

Drittens: Im Taktrhythmus müssen die Töne, die erklingen, nicht jeweils die gesamte Zeiteinheit ausfüllen, die man als Taktteil empfindet. Beim Geräusch des Gehens genügt es, dass der Absatz nur einen kurzen Schlag tut und dass die Zeit, bis der andere Fuß auftritt, jeweils geräuschlos verstreicht. Was im Taktrhythmus als Element empfunden wird, ist diese gleichsam leere Zeiteinheit: Die Pause zwischen dem einen tok und dem nächsten hören wir als Bestandteil des rhythmischen Elements so gut, als würde über die gesamte Zeiteinheit hinweg ein Ton erklingen. Für die Griechen der Antike gab es das nicht. Rhythmus ist dort nur, was wirklich erklingt, der erfüllte Klang, er ist die Bestimmung eines Klangkontinuums oder einer kontinuierlichen Bewegung; daher auch das vom Fließen abgeleitete Wort. Eine Pause ließ ihn abbrechen, eine Folge von bloßem Klopfen, womit wir es uns so schön rhythmisch machen können, hatte für ein griechisches Ohr nichts von Rhythmus. Nur der erfüllte Klang oder die verlaufende Bewegung wurde zu rhythmischen Gestalten aufgebaut.

Wie also hätten die Griechen gehen müssen, um Canettis Ursprungsmythos zu erfüllen und mit den Füßen ein Geräusch zu machen, das ihnen unwillkürlich rhythmisch gewesen wäre? Sie hätten darauf achten müssen, die Füße nicht wohlgesittet jeweils vom Boden zu heben, sondern konsequent mit ihnen über den Boden zu schlurfen, damit jeder Schritt einen anhaltenden Schleifton ergäbe und nicht bloß ein tok ; außerdem darauf, ihre Schritte, gleichgültig ob stärker oder schwächer, unterschiedlich lang zu machen, und zwar nicht einfach abwechselnd einen langen Schleifschritt mit links und einen kurzen Schleifschritt mit rechts, sondern lang und kurz nach durchaus komplizierteren Mustern, zum Beispiel dem eines Galliambus: kurz kurz lang kurz lang kurz lang lang kurz kurz lang kurz kurz kurz kurz kurz. Ein solcher Gang würde im Ministerium für silly walks sicher freundliche Anerkennung finden; doch dass die Griechen in dieser Weise vor sich hin gegangen wären, sollte man deshalb nicht ernsthaft annehmen.

Eine Schranke

Trotzdem haben sie natürlich Rhythmus empfunden und, wie überliefert ist, durchaus auch sehr heftig – nur eben eine grundsätzlich andere Art von Rhythmus als wir. Daraus ist zweierlei zu schließen: nicht nur, dass sie nicht dasselbe als rhythmisch empfunden haben, was uns rhythmisch ist, sondern umgekehrt auch, dass wir nicht mehr als rhythmisch empfinden, was ihnen rhythmisch war. Und das lässt sich ja unschwer überprüfen. Auch wenn wir den antiken Hörern nichts mehr von unserer Musik vorspielen können, um sie nach ihrer Rhythmusempfindung zu fragen, so können wir doch umgekehrt uns selbst etwas vom antiken Rhythmus zu Gehör bringen.

Wie er geklungen hat, das vorzuführen, mögen ein paar Verse dienen. Die folgenden zählen zu einer der geläufigsten Versart bei den Griechen, dem iambischen Trimeter, und nur der einfacheren Lesbarkeit halber zitiere ich nicht griechische, sondern solche auf Latein. Versbau und Rhythmus waren für die römische Antike – jedenfalls zu der Zeit, aus der diese Verse stammen – grundsätzlich die gleichen wie für die griechische, und was also an den folgenden Versen, aus der siebzehnten Epode des Horaz, rhythmisch war, war es für Römer ebenso wie für die Griechen. Die Frage ist nur, ob es für uns noch immer rhythmisch ist.

Unxere matres Iliae addictum feris

Alitibus atque canibus homicidam Hectorem,

Postquam relictis moenibus rex procidit

Heu pervicacis ad pedes Achillei. 6

Vier makellose iambische Trimeter, gedichtet nicht nach Akzenten, wie wir es von unseren Versen gewohnt sind, sondern allein nach der Abfolge von lang und kurz. Um sie richtig zu lesen, muss man also wissen, welche Silbe lang und welche kurz ist, und dafür setze ich sie noch einmal her, durch Punkte in Silben getrennt und alle lang zu sprechenden Silben unterstrichen; jede nicht unterstrichene Silbe ist kurz, etwa halb so lang zu sprechen wie die langen. Verschliffene Silben deute ich etwas grob nur durch einen Apostroph an.

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