Weitere Kritikpunkte sind die scheinbare Beliebigkeit in Bezug auf den Aufbau von grammatischen und lexikalischen Kenntnissen, der Verzicht auf nachhaltiges Üben und Wiederholen und nicht zuletzt die hohen Voraussetzungen in Bezug auf die Lernerautonomie (vgl. Schinke / Steveker 2013, 5).
Inzwischen hat sich eine „pragmatische Rezeption des Modells“ (Schinke / Steveker 2013, 5) weitgehend durchgesetzt, „in der Lernaufgaben in die tradierte Progression der SI-Lehrwerke bzw. die Unterrichtssequenzen der SII sozusagen ‚eingepasst‘ werden“ und Zwischenschritte mit Phasen der Instruktion, vielfachem Üben und Wiederholen integriert werden (Schinke / Steveker 2013, 5).
Schinke / Steveker 2013 entwickeln auf der Basis ihrer kritischen Überlegungen einen Lernaufgabenzirkel (vgl. Abb. 5.6), der Zwischenschritte mit situativen Aufgaben und Übungen integriert, um so das Ziel der Bewältigung einer wirklichkeitsnahen, komplexen Situation zu erreichen (Schinke / Steveker 2013, 7).
Abb. 5.6
Lernaufgabenzirkel (Schinke / Steveker 2013, 7)
Zusammenfassung Durch die Kompetenzorientierung rücken kommunikative, weitgehend offene Aufgaben ins Zentrum des Fremdsprachenunterrichts. Sie verlangen vom Lernenden den Einsatz unterschiedlicher Fähigkeiten und lassen individuelle Lösungen zu. Besonders relevant sind Lernaufgaben, die zwar nicht hundertprozentig planbar sind, aber „Aushandlungsprozesse zwischen Lernenden“ anstoßen (Caspari et al. 2008, 6). Realistische Kompromisse in Bezug auf die Ausgabenorientierung sind deshalb unumgänglich.
1 Zeigen Sie den Nutzen multimedialer Unterrichtsgestaltung, indem Sie einen Hypertext zu folgendem Textauszug erstellen:
2 Vergleichen Sie die Einsetzübung in Abb. 5.4 und den Arbeitsauftrag, einen Fotoroman mit 6–10 Bildern zum Thema Stasera facciamo una cena tutti insieme! zu erstellen (Lindemann / Volk 2015, 96). Wägen Sie deren Leistungen und Grenzen im modernen Italienischunterricht ab.
3 Entwickeln Sie eine Aufgabe zum Thema „Interview von in der Stadt ansässigen Italienern für die Schülerzeitung“.
Abb. 5.7
Schmiel / Stöckle (2012, 135), © C. C. Buchner Verlag, Bamberg
Fery, Renate / Raddatz, Volker (Hrsg.) (2000): Lehrwerke und ihre Alternativen . Frankfurt am Main [u.a.]: Lang: Diskussion von Leistungen und Grenzen von Lehrwerken auf der Basis verschiedener unterrichtsrelevanter Themen.
Michler, Christine (2005): Vier neuere Lehrwerke für den Französischunterricht auf dem Gymnasium. Eine kritische Fallstudie mit Empfehlungen für zukünftige Lehrwerke . Augsburg: Wißner: detailreiche Analyse von Französischlehrwerken, deren Untersuchungsfelder auf Italienischlehrwerke übertragen werden können.
Michler, Christine (2012):„Lieder und Songs in Lehrwerken für den Italienischunterricht an deutschen Gymnasien“, in: Ankli, Ruedi et al. (Hrsg.): Text und Rhythmus im Italienischunterricht . Frankfurt: Verlag für deutsch-italienische Studien, S. 45–54: wertender Überblick über die Verwendung von Liedern in ausgewählten Lehrwerken für den Italienischunterricht.
Michler, Christine (2014):„Lehrwerke für den schulischen Italienischunterricht – Evaluierungskonzepte im Hinblick auf repräsentativ ausgewählte inhaltliche Kompetenzbereiche“, in: Knecht, Petr et al. (Hrsg.): Methodologie und Methoden der Schulbuch- und Lehrmittelforschung . Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 188– 202: Untersuchung verbreiteter Italienischlehrwerke hinsichtlich der Darbietung von grammatischen Phänomenen, von Lernstrategien und mehrsprachigkeitsdidaktischen Ansätzen.
Michler, Christine (2017): Lehrwerke für den Unterricht der romanischen Schulsprachen . Stuttgart: Ibidem: Aufsatzsammlung zu verschiedenen Schwerpunkten der Lehrwerkanalyse, z.B. zur Überprüfung des Bildes, das sog. Lehrwerksfamilien von sozialen Gegebenheiten vermitteln.
6 | Interaktion im fremdsprachlichen Klassenzimmer
Überblick Um Bedingungen für Lernerfolge im Italienischunterricht zu erläutern, werden zunächst Kernpunkte einer auf die LernatmosphäreLernatmosphäre positiv einwirkenden Lehrer-Schüler-Interaktion sowie der Unterrichtsgestaltung zusammengestellt. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Kapitel den Konsequenzen der Entwicklung vom Prinzip der absoluten hin zur aufgeklärten EinsprachigkeitEinsprachigkeit. Ergänzend nimmt ein Exkurs auf Leistungen und Probleme eines bilingualen Sachfachunterrichtsbilingualer Sachfachunterricht Bezug.
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