William Boyd - Ruhelos

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"Eines Tages kommt jemand und bringt mich um", hat Sally Gilmartin ihrer Tochter schon vor Jahrzehnten gesagt. Nun, da sie alt ist, macht Ruth sich ernsthaft Sorgen und fragt sich, ob ihre Mutter unter Wahnvorstellungen leidet. Schließlich offenbart Sally ihrer Tochter, dass sie in Wahrheit nicht Sally Gilmartin heißt, sondern Eva Delektorskaja, und dass sie als russische Emigrantin 1939 in Paris vom britischen Geheimdienst angeworben wurde. Während alles, was Ruth je meinte, über ihre Mutter gewusst zu haben, langsam in sich zusammenfällt, spürt sie schon bald, dass ihre Mutter all das nicht ohne Hintergedanken erzählt. Die ehemalige Spionin hat noch einen letzten Auftrag, den sie nicht allein erledigen kann.

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»Sehr gut«, sagte er. »Das mit dem roten Kopftuch war ein Meisterstück. Sich mit Absicht auffallend verhalten – großartig!«

Ihre Enttäuschung war wie ein bitterer Geschmack in der Kehle. »Aber wie haben Sie …«

»Ich habe gemogelt. Ich war dicht dran. Immer. Niemand hat es gemerkt.« Jetzt stand er vor ihr. »Ich zeige Ihnen, wie man eine Nah-Beschattung durchführt. Man braucht mehr Requisiten – Brillen, einen falschen Bart.« Er holte einen aus der Tasche, aus der anderen eine flache Tweedmütze. »Aber Sie sind sehr gut, Eva. Hätten mich beinahe abgeschüttelt.« Wieder sein strahlendes Lächeln. »Hat Ihnen das Zimmer im North British nicht gefallen? Aber Ihr Trick im Jenners war raffiniert. Die Damentoilette, nicht schlecht. Nur haben Sie Ärger mit ein paar Verkäuferinnen gekriegt, fürchte ich. Aber ich wusste, dass es dort einen Hinterausgang gibt, sonst wären Sie nicht hineingegangen.«

»Verstehe.«

Er schaute auf die Uhr. »Gehen wir hier rein. Ich habe Lunch bestellt. Sie mögen doch Austern, oder?«

Sie aßen Lunch in einer dekorativ gekachelten Austernbar, die zu einem Restaurant gehörte. Austern, dachte sie, das Symbol unserer Beziehung. Vielleicht hält er Austern für ein Aphrodisiakum und glaubt, mich damit ködern zu können? Beim Gespräch ertappte Eva sich dabei, dass sie ihn so objektiv wie möglich betrachtete und sich vorzustellen versuchte, wie sie ihn gefunden hätte, wären sie einander nicht unter diesen seltsamen und schrecklichen Umständen begegnet – wäre Kolja nicht ermordet worden. Er hatte durchaus etwas Attraktives an sich, stellte sie fest, diese entschiedene, knappe Art und zugleich die Aura des Geheimnisvollen – schließlich war er so etwas wie ein Spion –, dann das Lächeln, das ihn manchmal geradezu verwandelte, und diese unerschütterliche Selbstsicherheit. Sie zwang sich zum Zuhören: Er lobte sie schon wieder. Alle in Lyne seien beeindruckt von ihrem Einsatz, ihren Fähigkeiten.

»Aber wozu soll das alles gut sein?«, platzte sie heraus.

»Ich erkläre Ihnen alles, wenn Sie fertig sind«, sagte er. »Sie kommen nach London zu meiner Einheit, meinem Team.«

»Sie haben eine eigene Einheit?«

»Sagen wir, eine kleine Untergruppe einer beigeordneten Nebenstelle, die lose mit der Zentrale verbunden ist.«

»Und womit befasst sich Ihre Einheit?«

»Das wollte ich Ihnen geben«, überging er ihre Frage und zog einen Umschlag aus seiner Brusttasche, der zwei Pässe enthielt. Sie schlug die Pässe auf: in beiden ihr Foto mit den umschatteten Augen, steif und förmlich, ein wenig unscharf, aber die Namen waren andere. Jetzt hieß sie Marjory Allerdice und Lily Fitzroy.

»Wozu das? Ich dachte, ich heiße Eve Dalton.«

Er klärte sie auf. Alle, die für ihn arbeiteten, die zu seiner Einheit gehörten, erhielten drei Identitäten. Das sei ein Vorzug, eine Vergünstigung, die jeder nach Gutdünken einsetzen könne. Etwa so wie ein extra Fallschirm, sagte er, oder zwei Fluchtautos, die immer in der Nähe parken, für den Fall, dass man sie eines Tages braucht. Manchmal ist das sehr nützlich, sagte er, und wir sparen eine Menge Zeit, wenn Sie die jetzt schon bekommen.

Eva steckte die neuen Pässe in ihre Handtasche, und zum ersten Mal verspürte sie eine schleichende Angst, die ihr den Rücken hinaufkroch. Verfolgungsjagden in Edinburgh mochten ja noch angehen, aber das, womit sich Romers Einheit befasste, war eindeutig mit Gefahren verbunden. Sie ließ ihre Handtasche zuschnappen.

»Sind Sie befugt, mir mehr über Ihre Einheit zu erzählen?«

»O ja. Ein wenig. Sie heißt AAS«, sagte er. »Fast schon ein bisschen peinlich, diese Abkürzung, ich weiß. Aber sie steht für Assekuranz- und Abrechnungsservice.«

»Wie langweilig.«

»Genau.«

Und plötzlich wusste sie, dass sie Romer mochte – seine Art von Cleverness, seine Art, alles zu durchschauen. Er bestellte sich einen Brandy. Eva wollte nichts.

»Ich gebe Ihnen noch einen Rat«, sagte er. »Und das werde ich auch in Zukunft tun – Ihnen von Zeit zu Zeit Tipps geben. Die sollten Sie beherzigen.«

Schon fand sie ihn wieder unsympathisch: Diese Selbstgefälligkeit, diese amour propre, das ging ihr manchmal einfach zu weit. Ich bin allen haushoch überlegen und hab es nur mit armseligen Trotteln zu tun.

»Suchen Sie sich einen sicheren Unterschlupf. Wo auch immer. Überall, wo Sie sich für eine gewisse Zeit aufhalten, brauchen Sie Ihren persönlichen Zufluchtsort. Den dürfen Sie nicht mir, den dürfen Sie keinem verraten. Einfach ein Ort, zu dem Sie immer Zugang haben, wo Sie anonym bleiben, wo Sie sich, wenn nötig, verstecken können.«

»Romers Regeln«, sagte sie. »Haben Sie noch mehr davon?«

»Oh, jede Menge«, erwiderte er, ohne auf ihre Ironie einzugehen, »aber da wir schon beim Thema sind, nenne ich Ihnen die wichtigste Regel, Regel Nummer eins, die man nie vergessen darf.«

»Welche wäre?«

»Traue niemandem«, sagte er ohne jedes Pathos, eher mit einer beiläufigen Gewissheit, als würde er sagen: Heute ist Freitag. »Trauen Sie niemandem. Niemals«, wiederholte er, nahm eine Zigarette heraus und zündete sie an, nachdenklich, mit einem Gesicht, als wäre er von seinem eigenen Scharfsinn überrascht. »Vielleicht ist das die einzige Regel, die Sie brauchen. Vielleicht sind die anderen, die ich Ihnen noch nennen werde, nur Varianten dieser einen. Die Regel der Regeln. Trauen Sie keinem, nicht mal dem Menschen, dem Sie am allermeisten trauen würden. Der Verdacht, das Misstrauen muss immer bleiben.« Er lächelte, aber es war nicht sein warmes Lächeln. »Dann sind Sie immer auf der sicheren Seite.«

»Ich werd’s mir merken.«

Seinen restlichen Brandy kippte er mit einem Schluck. Er trank viel – das war ihr bei den wenigen Treffen schon aufgefallen.

»Dann sehen wir mal zu, wie wir Sie zurück nach Lyne bekommen«, sagte er und verlangte die Rechnung.

An der Tür gaben sie sich die Hand. Sie könne ganz bequem mit dem Bus fahren, sagte Eva. Sie hatte den Eindruck, dass er sie intensiver musterte als sonst, und ihr fiel ein, dass sie ihr Haar gelöst hatte – wahrscheinlich hat er mich nie mit offenem Haar gesehen, dachte sie.

»Ja … Eva Delektorskaja«, sagte er versonnen, als wäre er mit den Gedanken woanders. »Wer hätte das gedacht.« Er machte eine Handbewegung, wie um ihr auf die Schulter zu klopfen, dann entschied er sich anders. »Alle sind sehr beeindruckt von Ihnen. Wirklich.« Er blickte in den Nachmittagshimmel, wo sich bedrohliche graue Wolkentürme zusammenschoben. »Nächsten Monat gibt’s Krieg«, sagte er im gleichen beiläufigen Ton, »oder übernächsten. Der große europäische Krieg.« Er lächelte ihr zu. »Wir werden das Unsere tun. Keine Sorge.«

»Im Assekuranz- und Abrechnungsservice.«

»Ja … Waren Sie schon mal in Belgien?«, fragte er unvermittelt.

»Ja. Einmal in Brüssel. Warum?«

»Es könnte Ihnen dort gefallen. Bye, Eva.« Er hob die Hand, halb salutierend, halb winkend, und schlenderte davon. Eva hörte ihn pfeifen. Sie drehte sich um und ging gedankenverloren zum Busbahnhof.

Wenig später, als sie auf den Bus nach Galashiels wartete, ertappte sie sich dabei, dass sie alle, die in dem kleinen Warteraum saßen, Männer, Frauen, ein paar Kinder, einer Einschätzung unterzog. Sie musterte, verglich, ordnete ein. Und sie dachte: Wenn ihr nur wüsstet, wer ich bin und was ich hier mache. Mit einem Schreck kam es ihr zu Bewusstsein, und beinahe hätte sie aufgeschrien, denn plötzlich war ihr klar, dass sie sich tatsächlich geändert hatte, dass sie die Welt mit anderen Augen sah. Als hätten sich die Nervenbahnen in ihrem Gehirn neu verschaltet, und sie wusste nun, dass ihr Lunch mit Romer das Ende ihrer alten Existenz und den Beginn einer neuen markierte. Jetzt begriff sie mit fast enttäuschender Klarheit, dass die Welt und die Menschen für einen Spion nicht dasselbe waren wie für andere Menschen. Mit einem kleinen Schock – und auch, das musste sie zugeben, mit einer gewissen Erregung – stellte sie in diesem Edinburgher Warteraum fest, dass sie ihre Umgebung mit den Augen eines Spions betrachtete. Sie dachte an Romers Worte, an die Regel aller Regeln. War dies das besondere, das einzigartige Schicksal des Spions? In einer Welt ohne Vertrauen zu leben? Würde sie jemals wieder fähig sein, einem Menschen zu vertrauen?

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