William Boyd - Ruhelos

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"Eines Tages kommt jemand und bringt mich um", hat Sally Gilmartin ihrer Tochter schon vor Jahrzehnten gesagt. Nun, da sie alt ist, macht Ruth sich ernsthaft Sorgen und fragt sich, ob ihre Mutter unter Wahnvorstellungen leidet. Schließlich offenbart Sally ihrer Tochter, dass sie in Wahrheit nicht Sally Gilmartin heißt, sondern Eva Delektorskaja, und dass sie als russische Emigrantin 1939 in Paris vom britischen Geheimdienst angeworben wurde. Während alles, was Ruth je meinte, über ihre Mutter gewusst zu haben, langsam in sich zusammenfällt, spürt sie schon bald, dass ihre Mutter all das nicht ohne Hintergedanken erzählt. Die ehemalige Spionin hat noch einen letzten Auftrag, den sie nicht allein erledigen kann.

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Am Tag nach ihrer Ankunft führte ein freundlicher Mann mit Tweedanzug und sandfarbenem Schnurrbart im Dachgeschoss des Haupthauses ein Gespräch mit ihr. Er nannte weder seinen Namen noch gab es irgendwelche Hinweise auf seinen Dienstrang. Sie konnte nur vermuten, dass es sich um jenen »Laird« handelte, den Law und andere Ausbilder gelegentlich erwähnten. Wir mögen keine Freundschaften hier in Lyne, erklärte der Laird, sehen Sie die anderen als Reisebekanntschaften – es gibt keinen Grund, sich näher kennenzulernen, weil Sie sich nicht wiedersehen werden. Seien Sie freundlich, plaudern Sie miteinander, aber je weniger andere über Sie wissen, desto besser. Bleiben Sie lieber für sich und machen Sie das Beste aus Ihrer Ausbildung, denn dafür sind Sie schließlich hier.

Nachdem er sie schon entlassen hatte, rief er sie zurück: »Ich möchte Sie noch warnen, Miss Dalton. Nicht alle unsere Gäste sind das, was sie scheinen. Es könnte sein, dass der eine oder andere für uns arbeitet – nur um sicherzustellen, dass die Regeln eingehalten werden.«

Also misstrauten alle Gäste von Lyne Manor einander und waren so diskret, höflich und verschlossen, wie es sich der Laird nicht besser hätte wünschen können. Mrs Terme fragte Eva einmal, ob sie Paris kenne, und Eva, die sofort Verdacht schöpfte, antwortete: »Nur sehr flüchtig.« Dann sprach Jerzy sie einmal auf Russisch an und entschuldigte sich sofort. Im Verlauf der Wochen kam sie zu der Überzeugung, dass diese beiden die »Gespenster« von Lyne waren, wie man die Doppelagenten nannte. Die Lyne-Schüler wurden dazu angehalten, das in Lyne übliche Vokabular zu verwenden. Man redete nicht von der »Firma«, sondern sagte »Zentrale«. Agenten waren »Krähen«, »Schatten« waren die, die einen verfolgten – solche Bezeichnungen galten, wie sie später erfuhr, als linguistische Erkennungszeichen oder als eine Art Freimaurer-Gruß, mit dem sich Lyne-Absolventen einander zu erkennen gaben.

Das eine oder andere Mal meinte sie bemerkt zu haben, dass Law mit einem Neuankömmling einen wissenden Blick wechselte, und ihre Vermutungen setzten von Neuem ein: Waren das die wirklichen Informanten, und hatten Mrs Terme und Jerzy einfach nur aus Neugier gefragt? Nach kurzer Zeit begriff sie, dass all das genau so beabsichtigt war – die Warnung allein reichte schon aus, um die Gäste zu Vorsicht und Wachsamkeit zu veranlassen: Ständiges Misstrauen war ein wirksames Instrument der inneren Sicherheit. Eva war überzeugt, dass sie den anderen genauso verdächtig vorkam wie ihr diejenigen, die sie glaubte, entlarvt zu haben.

Zehn Tage hatte sich ein junger Mann namens Dennis Trelawny in Lyne aufgehalten. Eine blonde Locke fiel ihm in die Stirn, und am Hals hatte er eine frische Brandnarbe. Bei ihren wenigen Begegnungen – in der Kantine, beim Morsetraining – merkte sie, dass er sie beobachtete, auf die gewisse Art. Er machte nur die unverfänglichsten Bemerkungen – »sieht ganz nach Regen aus«, »ich bin ein bisschen taub vom Schießstand« –, aber sie spürte, dass er sich von ihr angezogen fühlte. Dann eines Tages, als sie sich am Buffet Nachtisch holten, kamen sie ins Gespräch und setzten sich nebeneinander an den Mannschaftstisch. Sie fragte ihn – ohne zu wissen, warum –, ob er bei der Air Force sei, er sehe aus wie der typische RAF-Mann. Nein, sagte er spontan, bei der Navy, und in seine Augen trat ein merkwürdiger Ausdruck der Angst. Er verdächtigte sie, wurde ihr klar. Und er sprach sie nicht mehr an.

Nach einem Monat Aufenthalt wurde sie eines Abends aus ihrem Zimmer ins Hauptgebäude gerufen. Man brachte sie zu einer Tür, wieder unter dem Dach, sie klopfte an und trat ein. Romer saß am Schreibtisch, eine Zigarette in der Hand, vor sich eine Flasche Whisky und zwei Gläser.

»Hallo, Eva«, sagte er, ohne sich von seinem Platz zu erheben. »Ich wollte mich erkundigen, wie Sie vorankommen. Einen Drink?« Er zeigte auf einen Stuhl, und sie setzte sich. Romer redete sie immer mit Eva an, auch im Beisein von Leuten, die sie Eve nannten. Anscheinend sahen die anderen darin eine Art Kosenamen; sie vermutete jedoch, dass es für Romer eine kleine Machtdemonstration war, eine sanfte Erinnerung daran, dass er im Unterschied zu allen anderen ihren wahren Hintergrund kannte.

»Nein, danke«, sagte sie zu der Flasche, die er ihr hinhielt.

Romer schenkte ihr trotzdem ein und schob ihr das Glas hin.

»Unsinn … Ich bin beeindruckt, aber ich kann nicht allein trinken.« Er prostete ihr zu. »Ich höre, Sie kommen gut zurecht.«

»Wie geht es meinem Vater?«

»Ein bisschen besser. Die neuen Tabletten scheinen zu helfen.«

Ist das wahr, oder ist das eine Lüge?, fragte sich Eva. Ihre Ausbildung zeigte allmählich Wirkung. Dann wieder dachte sie: Nein, eine solche Lüge würde mir Romer nicht auftischen, weil ich das herausbekommen könnte. Also beruhigte sie sich ein wenig.

»Warum durfte ich nicht zum Fallschirmspringen?«

»Solange Sie für mich arbeiten, brauchen Sie das nicht, das schwöre ich Ihnen … Ihr Akzent ist wirklich gut. Hat sich sehr verbessert.«

»Und Selbstverteidigung?«

»Zeitverschwendung.« Er trank und schenkte sich nach. »Stellen Sie sich vor, Sie kämpfen um Ihr Leben: Sie haben Klauen und Zähne – Ihre Instinkte nützen Ihnen mehr als jedes Training.«

»Muss ich um mein Leben kämpfen, wenn ich für Sie arbeite?«

»Sehr, sehr unwahrscheinlich.«

»Was muss ich also für Sie tun, Mr Romer?«

»Bitte nennen Sie mich Lucas.«

»Was muss ich also für Sie tun, Lucas?«

»Was müssen wir tun, Eva. Am Ende Ihrer Ausbildung wird sich das alles zeigen.«

»Und wann wird das sein?«

»Wenn ich den Eindruck habe, dass Sie hinreichend ausgebildet sind.«

Er stellte noch ein paar allgemeine Fragen, manche hatten mit den Verhältnissen in Lyne zu tun – war jemand zu freundlich oder neugierig gewesen, hatte jemand Fragen nach ihrer Anwerbung gestellt, hatte das Personal sie auffällig behandelt und so weiter. Sie lieferte ihm wahrheitsgemäße Antworten, und er hörte zu, nachdenklich, an seinem Whisky nippend, an seiner Zigarette ziehend, fast wie ein Vater, der sich überzeugen will, ob Lyne die passende Schule für sein begabtes Kind ist. Dann drückte er die Zigarette aus, stand auf, ließ die Whiskyflasche in die Jackentasche gleiten und ging zur Tür.

»War sehr schön, Sie wiederzusehen, Eva«, sagte er. »Machen Sie weiter so.« Und damit verließ er den Raum.

Eva schlief sehr unruhig in ihrem Schlupfloch am Fluss, alle zwanzig Minuten etwa wurde sie wach. Der kleine Wald um sie war voller Geräusche – Rascheln, Knacken, melancholische Eulenschreie –, aber sie hatte keine Angst; sie war nur eines von vielen Nachtwesen, das seine Ruhe wollte. Noch vor Morgengrauen wachte sie auf, weil sie sich erleichtern musste. Sie ging zum Fluss, ließ die Hosen herunter und kackte in das schnell dahinströmende Wasser. Jetzt konnte sie das Toilettenpapier benutzen und anschließend sorgfältig verscharren. Auf dem Rückweg zu ihrem Schlafbaum blieb sie stehen und schaute sich um, durchforschte den mondbeschienenen Wald mit den krummen grauen Baumstämmen, die einen losen Kreis um sie bildeten wie ein halb verfallener, löchriger Palisadenzaun; die Blätter über ihr raschelten trocken im Nachtwind. Sie kam sich vor wie in einer anderen Welt, wie in einem Traumzustand, einsam und verloren in der schottischen Landschaft. Niemand wusste, wo sie war, nicht einmal sie selbst. Aus irgendeinem Grund dachte sie an Kolja, ihren lustigen, launischen, ernsten kleinen Bruder, und für einen Augenblick befiel sie tiefe Traurigkeit. Sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass sie all das für ihn tat, und machte eine kleine Trotzgeste, wie um zu zeigen, dass sein Tod nicht umsonst gewesen war. Auch empfand sie eine gewisse widerstrebende Dankbarkeit für Romer, dass er sie dazu gedrängt hatte. Vielleicht, dachte sie, als sie sich wieder in die Mulde legte, hatte Kolja mit Romer über sie gesprochen – vielleicht hatte Kolja ihn auf die Idee gebracht, sie eines Tages anzuwerben.

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