Robert nahm das Dinghy und fuhr im West Channel 400 Meter Richtung Central-Place. Nach geraumer Wartezeit wurde am Store ein Bootsplatz frei. Er kaufte nach einer Liste ein und fuhr über den C1 zum Finnly-Haus, zu seinem Liegeplatz, zurück.
Das Dinghy bestückte er mit einem Sixpack Mineralwasser, mit Zahnpflegeset und elektrischem Rasierer sowie mit zwei Hand- und Frottiertüchern. Das Erste-Hilfe-Set beinhaltete neben einer Bordapotheke zwei Wärmedecken und eine aufblasbare Liegefläche. So ausgerüstet konnte man ggf. auf dem Dinghy übernachten.
Den restlichen Einkauf brachte Robert in die Wohnung. Den Kühlschrank reinigte er mit Essigreiniger und bestückte ihn mit Butter, Käse, pasteurisierter Milch, Dauerwurstsorten und Luna in Halbliterflaschen. Er hatte auch einen Pad-Kaffeeautomaten gekauft. Mit dem Automaten bereitete er einen ersten Kaffee, nahm Platz an einem runden Tischchen am Westfenster und genoss das Gefühl, hier in der Stadt eine zweite Basis zu haben.
Etwas nach 17 Uhr startete Robert in Jeans, Shirt, schwarzer Weste und Cap mit seiner Bassgitarre Richtung UNI. Gegen Abend gab es an der UNI-Pier freie Bootsplätze. Im Übungsraum waren die Rollers alle versammelt. Frank erklärte, dass sie um diese Tageszeit auch andere kleine Räume benutzen durften. Er schlug vor, Kim und die Gesangstrainerin in einem Nebenraum die Vocals bearbeiten zu lassen. Im Übungsraum sollten Bass und Drums als Basisbesetzung zur Verfügung stehen für die Übungssequenzen der anderen Instrumente. Frank fragte Jenny und Robert, ob sie mit ihren Parts zurechtkommen? Beide bestätigten das. Robert bat darum, einen zweiten Bass einzusetzen, damit Pete mittrainieren konnte. Alle Instrumente waren gleichzeitig eingesetzt, wobei die Konzentration nacheinander auf jeweils einen der Instrumentalparts gerichtet war. Frank erklärte die Tempi, die Betonungen, die Soundziele. Robert hatte den Eindruck, dass alle gearbeitet hatten. Natürlich war das Ergebnis noch weit vom Ziel entfernt. Um 20 Uhr schaltete Frank den Strom von den Anlagen ab und erklärte, dass der Schlusstermin strikt einzuhalten sei, um nicht die großzügige Raumzusage zu gefährden. Mit vor Konzentration roten Köpfen beendeten die Rollers maulend die Übungssession. Sie hätten weitergearbeitet, wahrscheinlich bis in die Morgenstunden.
„Hauen wir uns noch ein, zwei Luna rein?“, fragte Cliff.
Ossy rief: „Klar, drüben im E4, im,Backstreet‘!“
Frank ermahnte: „Freunde, ich darf daran erinnern, dass wir morgen und übermorgen auch hier sind und Fortschritte erkennbar sein müssen!“
Jenny unterstützte die Argumentation: „O. k., sehe ich ein. Heute mache ich Schluss. Schlage vor, dass wir am Sonntagabend zusammen abhängen!“
Damit waren alle einverstanden. Robert fragte Frank, welche Rolle er bei den Rollers habe?
Frank erklärte: „Eigentlich nur die des Keyboarders. Aber ich bin hier in der Fakultät für Jazz und populäre Musik wissenschaftlicher Assistent. Cliff und Kim sind Studenten und ich bin praktisch ihr Trainer im Studium. Mein Vater, Eduard Colomba, ist Professor und besetzt den Lehrstuhl.
Ich habe klassische Musik am Klavier studiert und bin nach dem Studienabschluss in unsere Fachschaft gewechselt.“ Robert staunte, aber es war klar, dass Frank ehrenamtlich als musikalischer Leiter der Rollers fungierte.
Robert fragte: „Was hältst du von Pete, Frank?“
„Pete ist ein talentierter Junge, ehrgeizig und geduldig. Ich glaube, dass wir ihn so weit bringen, dass er bei den Rollers bald mitarbeiten kann!“
„Das würde mich sehr freuen für den Jungen! Aber wie kommt es, dass du dich bei den Rollers engagierst?“
„Die Mädels und Jungen sind die talentiertesten, die mein Vater und ich in Hull zurzeit sehen. Unsere Fakultät benötigt dringend einen in der Öffentlichkeit gut sichtbaren Ausbildungserfolg bei der Jugend und den sehen wir bei den Rollers.“
„O. k., verstehe! Ich habe noch eine Bitte an dich, Frank. Schreibe für Pete einfache Bassspuren, und zwar für die beiden Story-Ville-Titel. Ich möchte, dass Pete den Basspart am 30. Mai spielt. Es geht um einen Talentwettbewerb für junge Nachwuchsmusiker. Wenn Ihr mich an den Bass stellt, ist das unglaubwürdig. Der Erfolg der Rollers könnte daran scheitern!“
„An dieses Problem habe ich auch schon gedacht. Mit Pete geht das meiner Meinung nach nur, wenn sich jemand mit viel Zeit intensiv um ihn kümmert!“, sagte Frank.
„Bis zum 30. Mai könnte ich einiges an Zeit investieren. Siehst du mich denn geeignet für diese Aufgabe?“, fragte Robert.
„Ich habe bemerkt, dass du deine Bassspur ständig variierst. Das klingt immer richtig und ansprechend, wird aber von unseren Rollers nicht bewusst wahrgenommen. Also ich würde dir Pete gerne anvertrauen!“ Morgen bringe ich vereinfachte Bassspuren mit!“
Robert dankte Frank und sie verabschiedeten sich.
Pete räumte mit den anderen den Übungsraum auf.
Robert sprach ihn an: „Na, Pete, kommst du mit, hier bei unserem speziellen Training?“
„Ich mache mit, so gut ich kann, aber keiner ist da, der mich kontrolliert und korrigiert. Ich weiß also gar nicht, ob ich alles richtig mache!“
Robert erklärte: „Ich habe mit Frank gesprochen und wir machen dir einen Vorschlag! Frank schreibt für dich neue Bassspuren, die du mit meiner Hilfe einspielst. Frank und ich wissen, dass du die Bassparts bis zum 30. Mai draufhast!“
„Ehrlich? Wissen das auch die anderen?“
„Nein, wir sagen es den anderen, wenn du den Bass perfekt vorführst. Bis dahin spiele und übe ich den Basspart weiterhin mit. Also, nicht drüber reden, immer alles mitmachen! O. k.?“
Die beiden klatschten ab und Pete ging mit leuchtenden Augen nach Hause.
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