Katja Pelzer - Greta und das Wunder von Gent
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Drei Tage hatte sich Greta freigeschaufelt, um Tante Mias Wohnung auszuräumen und zu entscheiden, welche der zurückgelassenen Dinge sie behalten und was sie abgeben würde. Sie hatte alles geerbt, denn zu Nick hatte die Großtante nie eine Beziehung aufbauen können.
Im Kühlschrank fand Greta noch einen angebrochenen Joghurt, eine Schlangengurke und ein paar Tomaten. Doch sie hatte keinen Appetit und konnte sich ohnehin nicht vorstellen, auch nur einen Bissen davon herunterzubekommen. Sie warf alles mit schlechtem Gewissen in den Müll.
Sie hatte Umzugskartons mitgebracht und begann sogleich, die Schränke auszuräumen.
Die Kleider der Großtante knipsten bei Greta eine Bildergalerie von Erinnerungen an. Das weiße Seidenkleid mit den blauen Ankern hatte Tante Mia häufig getragen, wenn sie Greta ein feines Hühnerfrikassee mit Reis und Apfelkompott zum sonntäglichen Mittagessen aufgetischt hatte. Greta mochte diese altmodischen Gerichte. Sie schmeckten nach Kindheit. Auch ihre Großmutter hatte köstlich gekocht, wenn sie einmal Zeit dafür fand.
Das rotweißblau-gestreifte Seidenkleid erinnerte Greta dagegen eher an die Nachmittagskaffees bei der Großtante mit dem köstlichen Kirschkuchen. Die Kirschen waren in dem luftigen Rührteig versunken, wie bei einer klassisch französischen Clafoutis. Obwohl Greta das Rezept schon lange zu Hause hatte, bekam sie den Kuchen niemals so saftig und locker hin wie ihre Großtante.
Sie dachte an das hübsche Gesicht der alten Frau. Es blieb für Greta unfassbar, dass ein Mensch einfach weg war. Unerreichbar. Von jetzt auf gleich. Nur ein Häuflein Asche war übrig geblieben und ungezählte Augenblicke, die sie geteilt hatten.
Es war an der Zeit gewesen, ihre Großtante gehen zu lassen. Wie oft hatte sie fast verzweifelt gesagt: „Ich glaube, der liebe Gott hat mich vergessen!“ Doch für Greta war die Großtante der letzte Rest Familie gewesen. Da war es schwierig, loszulassen.
Das Ausräumen der Wohnung half ein wenig. Mit jedem Schrank, den Greta leerte, mit jedem Karton, den sie füllte, hatte sie das Gefühl, Mias Tod mehr zu akzeptieren.
Greta förderte tütenweise Seidenstrümpfe zutage. Schmuck, das meiste davon Modeschmuck, und jede Menge Hüte und Mützen. Das alles würde sie behalten. Eine Kiste mit alten Fotos ebenso. Viele waren bei der Hochzeit der Großtante mit dem Großonkel entstanden. Oder in den Ferien. Beim Wandern. Beim Skifahren. Beim Segeln. Bei Essenseinladungen.
Plötzlich hielt Greta ein Foto von sich selbst in der Hand. Es zeigte sie als vielleicht Siebenjährige, noch mit langem Haar und endlosen Beinen vor der Sandburg, die der Vater und Nick rund um ihren Strandkorb gebaut hatten. Zum Schutz vor Gott weiß was. Sie hatten sie aufwändig verziert mit Muscheln und anderem Strandgut. Greta hatte die Hände in die Hüften gestemmt. Ein örtlicher Fotograf hatte das Bild aufgenommen und der Vater hatte es im Fotogeschäft des Ferienorts gekauft und der Großtante als Souvenir mitgebracht. Greta erinnerte sich, dass der Fotograf gesagt hatte: „Die wird mal Mannequin. Mit solchen Beinen!“ Der Vater hatte ihr das erzählt und Greta hatte gefragt, was das denn sei – ein Mannequin – und sich gefreut, als der Vater es ihr erklärt hatte.
Greta dachte an ihre Eltern, die nie viel Zeit für sie gehabt hatten. Sie hatte manchmal den Verdacht gehabt, dass sie ihnen vielleicht einfach passiert waren. Dass Nick und sie diese große Liebesgeschichte mit ihrem Auftauchen möglicherweise sogar gestört hatten.
Wenn Greta sich auch nicht erinnern konnte, dass die Mutter ihnen jemals große Aufmerksamkeit geschenkt hätte, Nick hatte sie auf ihre Art stets vergöttert.
Das hatte es für Greta nicht einfacher gemacht.
Noch dazu war Nick im Gegensatz zu ihr gut in der Schule gewesen, obwohl er jeden Nachmittag mit seinen Freunden im Wilden Westen unterwegs gewesen war – dem Dickicht auf dem Grundstück gegenüber. Greta hatte währenddessen lesend oder Kassette hörend in ihrem Zimmer gehockt.
Abends verarztete die Mutter Nicks Schrammen und Schürfwunden und strich ihm dabei auch schon mal, wie zufällig, über das wirbelige Blondhaar.
Greta hatte solcherart Wunden nie vorzuweisen gehabt. Lesend oder lauschend auf dem Bett verletzte man sich nicht. Sie hatte Nick bewundert, während sie für ihn eigentlich nicht existierte. Das war wohl auch den fünf Jahren Altersunterschied geschuldet. Greta hatte sich jemanden gewünscht, der ihr ähnlich war, mit dem sie sich auf Augenhöhe hätte austauschen können. Das gelang ihr erst auf dem Gymnasium. Bis dahin hatte sie sich in eine Parallelwelt geflüchtet aus Büchern und Filmen. Das Leben, das sie darin fand, war spannender gewesen als alles, was ihr widerfuhr. Es hatte aber auch eine gewisse Distanz geschaffen zwischen ihr und der Wirklichkeit.
Als Greta weiter in der Fotokiste grub, fand sie auch Bilder, die ihren Vater als kleinen Jungen zeigten. Er sah genauso aus wie Nick als Kind. Wirbeliges helles Haar, große braune Augen.
Auf einer Schwarz-Weiß-Fotografie hielt die Großtante ihn als Baby im Arm. Auf der Tapete hinter ihnen rankten sich Rosen, die sich mit Mias langen Haaren verbanden. Sie hatte ihre Wange gegen seine geschmiegt, mit geschlossenen Augen, versonnen lächelnd. Der Vater machte eine Schnute.
Die Großtante hatte sich oft um ihn gekümmert. Gretas Großvater war ein erfolgreicher Fotograf gewesen, er hatte überall auf der Welt gearbeitet. Die Großmutter hatte ihn die meiste Zeit begleitet und ihm assistiert. Ohne sie sei nichts gelaufen, hatte Tante Mia Greta oft erzählt. Sie war mehr als seine rechte Hand gewesen. „Lisabeth war sein rechtes Auge“, hatte ihre Großtante gesagt. Viele Motive hatte die Großmutter entdeckt. Der Großvater beharrte daher auch ein Leben lang auf ihre Begleitung. „Du bringst mir Glück“, hatte er gesagt und sie dabei angesehen, als liebte er sie noch immer so warm und innig wie in ihrer Jugend.
Von einer Reise nach Chile waren sie nicht zurückgekommen. Sie waren viel mit Bussen unterwegs gewesen, und einer dieser Busse war verunglückt und in Flammen aufgegangen. Bis auf den Fahrer, der sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, waren alle Passagiere umgekommen. Gretas Großeltern waren beide nur fünfundsechzig Jahre alt geworden. Greta erinnerte sich an die Trauer des Vaters. Auch ihre Eltern waren nicht alt geworden. Der Vater war bereits mit sechsundfünfzig Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Die Mutter zwei Jahre darauf an gebrochenem Herzen. Das war jetzt zehn Jahre her.
Nicht einmal Greta hatte sie trösten können. Nick hatte es gar nicht erst versucht, sondern wie meistens mit Abwesenheit geglänzt seit er angefangen hatte zu arbeiten.
Auch Bilder von der Hochzeit ihrer Eltern fand Greta. Ihre Mutter hatte einen knöchellangen champagnerfarbenen Rock getragen, mit einem zarten Nichts von einer Seidenbluse. Im fast schwarzen Haar Schmuck aus blaugrünen Federn und einen Hauch von einem nachtblauen Schleier, der ihr knapp über die Augen fiel und ihr die Aura eines Filmstars verlieh. Wie schön sie gewesen war! Gretas Vater trug einen dunkelblauen Samtanzug, wie Kommunionkinder sie früher anhatten. Die Hose mit breitem Schlag. Er hatte seinen blonden Kopf schräg auf die Schulter seiner Braut gelegt und ein Bein weit in die Luft gestreckt. Dabei grinste er frech in die Kamera. Die Braut, die ihre Mutter einst gewesen war, lachte den Betrachter an. Freunde und Verwandte mischten sich auf anderen Bildern mit dem strahlenden Paar. Sie hatten Luftballons mit Wunschkarten in den Himmel geschickt.
Wie glücklich sie aussahen, und wie kurz die Zeit gewesen war, die Greta mit ihnen verbringen durfte. Viel zu kurz.
Greta hielt inne. Sie beschlich das Gefühl, als wäre mit dem Tod der Großtante eine Epoche zu Ende gegangen. Wie eine Nebelwand stieg Müdigkeit in ihr hoch. Sie seufzte.
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