Patricia Grotz
Irland – Unser Haus im wilden Norden
Wasserschaden, Stromausfall, Windstärke 12
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel Patricia Grotz Irland – Unser Haus im wilden Norden Wasserschaden, Stromausfall, Windstärke 12 Dieses ebook wurde erstellt bei
Widmung Widmung Für Jonas zur Erinnerung an eine Zeit, in der alles noch ganz anders war
Vorbemerkung Vorbemerkung Wer viel reist, kann viel erleben. Reisen bildet, sagt eine Volksweisheit. Reisen ist die schönste und interessanteste Art zu lernen, behaupte ich. Man begegnet aber auch Menschen, die von Reisen gänzlich unbeeindruckt zurückkehren, wenig zu berichten haben, sofort in ihren gewohnten Alltag zurückfallen und nicht den Eindruck erwecken, etwas gelernt zu haben. Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben. Alexander von Humboldt Begnügen wir uns für den Moment mit einem Kompromiss: Reisen bietet Möglichkeiten. Man kann etwas Neues sehen, wenn man die Augen aufmacht, hören, wenn man die Ohren nicht verschließt und andere Kulturen verstehen lernen, wenn man sein Herz öffnet.
Einführung
01. Die Aura von Mountshannon
02. Ardtarmon Castle
03. Hausbesichtigungen, vorwiegend feucht
04. Die Wood Lodge in Donegal
05. Hitze in Galway
06. Kohlmeyers in Mayo
07. Hausbesichtigungen, komprimiert
08. Die Entscheidung
09. Aufbruch in ein neues Leben
10. Landkarten
11. Angekommen
12. Drei Wochen mit Jonas allein im Haus
13. Unser erstes irisches Weihnachtsfest
14. Probleme und Reparaturen
15. Fish
16. Omagh
17. Einschulung, einfach irisch
18. Ein ganzes halbes Schwein
19. Autobahn nach Belfast
20. Zwei ganz "normale" Jahre
21. Zu viel unterwegs
22. Deutsche Schulpflicht
23. Nicht das Ende
Schlussbemerkung
Dank
Impressum neobooks
Für Jonas
zur Erinnerung an eine Zeit,
in der alles noch ganz anders war
Wer viel reist, kann viel erleben.
Reisen bildet, sagt eine Volksweisheit.
Reisen ist die schönste und interessanteste Art zu lernen, behaupte ich.
Man begegnet aber auch Menschen, die von Reisen gänzlich unbeeindruckt zurückkehren, wenig zu berichten haben, sofort in ihren gewohnten Alltag zurückfallen und nicht den Eindruck erwecken, etwas gelernt zu haben.
Die gefährlichste aller Weltanschauungen
ist die Weltanschauung der Leute,
welche die Welt nicht angeschaut haben.
Alexander von Humboldt
Begnügen wir uns für den Moment mit einem Kompromiss: Reisen bietet Möglichkeiten. Man kann etwas Neues sehen, wenn man die Augen aufmacht, hören, wenn man die Ohren nicht verschließt und andere Kulturen verstehen lernen, wenn man sein Herz öffnet.
Wir, mein Mann Peter und ich, sind viel in der Welt herumgekommen, erst beruflich, weil wir beide in der Filmbranche tätig waren, später privat, weil wir eher zu den Menschen mit Fernweh gehören.
Unser Interesse galt überwiegend Europa und führte uns bis auf die Azoren.
Zu unserer eigenen Überraschung mieden wir im Laufe der Jahre immer öfter den heißen Süden und wählten auffallend oft ein und dasselbe Ziel: Irland.Die grüne Insel zog uns in ihren Bann.
Über unsere ersten abenteuerlichen Streifzüge durch den Inselstaat habe ich in meinem Buch " Irland - Mein Tagebuch " berichtet, an das ich hier anknüpfen möchte.
Unsere Leidenschaft für das bezaubernde Irland wurde zunehmend stärker und bald träumten wir davon, uns dort niederzulassen. Wir begeisterten uns für das Laisser-faire der Iren, es schien uns allen weltlichen Stress zu nehmen, ließ uns freier atmen und gab uns das wunderbare Gefühl "zu leben". Uns reizte all das, was für die Iren selbstverständlich, für uns hingegen auf amüsante Weise neu und anders war.
Wir hatten bereits eine Reihe lehrreicher Erfahrungen gesammelt:
Orkanböen und quer daher rasende eiskalte Regentropfen, die hart ins Gesicht schlagen, stellen hohe Anforderungen an die Kleidung und die Leidensfähigkeit des Menschen, besonders in Küstennähe.
Man ist gezwungen, über einfachste Bedürfnisse nachzudenken, da es zum Beispiel keinesfalls sicher ist, dass frisches, klares Wasser aus einem Wasserhahn kommt.
Man sollte lernen, ein anständiges Torffeuer zu entfachen. Häuser, die nicht durchgehend bewohnt werden, sind meist feucht.
In Kaminen, die länger nicht benutzt werden, bauen Vögel gerne dichte Nester. Beim Anheizen ist deshalb größte Vorsicht geboten, möchte man den Qualm des Torffeuers nicht im Hause haben. Kontakte zur örtlichen Feuerwehr sind empfehlenswert.
Das Wasser an den Innenwänden der cottages stellt weiter kein Problem dar – wenn man das Feuer nicht ausgehen lässt. (Die kunstvoll aufeinandergeschichteten Natursteine speichern die Wärme, die Anzeige des Hygrometers verlässt die Hundertprozentmarke und mit etwas Glück hat man nach drei Tagen ein perfektes Raumklima.)
Häuser in unmittelbarer Küstennähe haben ein "Verfallsdatum", das manchmal schneller abläuft als die Haltbarkeitsdauer eines konservierten Lebensmittels. Diese Häuser, sagen die Iren scherzhaft, seien einfach zu nah am Wetter gebaut.
In den meisten Fällen stellt sich das Provisorium als die perfekte Lösung heraus.
Hausbootfahrten auf dem Fluss Shannon sind sehr zu empfehlen – außerhalb der Hauptsaison.
Der Touristenflughafen in Shannon liegt zwar wunderbar zentral, wenn man den Südwesten oder die Mitte des Landes bereisen möchte, ist aber den Massen, die dorthin strömen, organisatorisch nicht gewachsen und sollte unter allen Umständen gemieden werden.
Mit diesen geringen Kenntnissen, aber der Gewissheit, überall auf der Insel atemberaubende Landschaften und äußerst freundliche Bewohner vorzufinden, begannen wir die Suche nach einem Haus.
01. Die Aura von Mountshannon
Wir hatten Nachwuchs bekommen und genossen die Zeit mit dem kleinen Jonas. Doch Peter verlor nie unseren Plan aus den Augen. In einem der Hochglanzmagazine, die überwiegend große Anwesen zum Verkauf anbieten, fand er im September 1995 die Anzeige eines deutschen Immobilienmaklers, der in Irland ansässig war. Er nahm Kontakt auf und verabredete sich, ganz nach irischer Art, irgendwann in den kommenden Monaten, irgendwo im county Sligo .
Im Dezember reisten wir erst einmal an die Südostküste Irlands. Nach einem überaus positiven ersten Eindruck im Sommer 1993 wollten wir herausfinden, ob es uns dort auch in der dunklen, stürmischen Winterzeit gefallen würde und suchten uns dafür das sehr exponiert gelegene Küstenstädtchen Kilmore Quay aus. Der zweite Grund, der für Kilmore Quay sprach, war der Fischereihafen, wir wollten Fisch essen.
Jonas, der gerade Laufen gelernt hatte, war sowieso immer zufrieden, wenn wir alle zusammen waren und das Reisen mit ihm stellte sich als relativ unproblematisch heraus.
Es gefiel uns.
Nach dem Jahreswechsel rief Peter Herrn Holger Schiller, den Immobilienmakler an, berichtete ihm, dass wir im county Wexford wären und durchaus Zeit hätten, irgendwo hinzukommen, um ein Haus zu besichtigen. Eine Fahrt in den hohen Norden wollte uns Herr Schiller nicht zumuten, die meisten seiner Objekte lagen in der Umgebung von Sligo . Allerdings, meinte er, gehörten zwei Häuser mit Seegrundstücken in der Landesmitte zu seinem Angebot, am Lough Derg . Sein Sohn Björn würde die weite Fahrt übernehmen.
Читать дальше