Urs Scheidegger - Agadir
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Es ist selbstredend, dass man nicht allen reklamierten Vorkommnissen Glauben schenken konnte. Gherardo wurde auf alle Fälle geraten, sehr subtil vorzugehen vis-à-vis den Leistungsträgern – Incoming-Agentur, Hotels, Mietwagenfirmen, Busunternehmen usw. –, mit denen Quoni vertraglich zusammenarbeitete. Quoni-Gäste sollte er nach ihren Empfinden befragen und sich gegebenenfalls an die Reiseleitung wenden, damit diese bei berechtigten Beanstandungen für Abhilfe sorgen konnte. In einem schriftlichen Rapport an seinen Arbeitgeber musste er alle gemachten Ermittlungen unter Angabe von Datum, Uhrzeit, Namen usw. auflisten. In dringenden Fällen, die nicht vor Ort gelöst werden konnten, sollte er telefonisch Kontakt mit dem Kundenservice in Zürich aufnehmen.
Er sagte sich, ganz für sich, er werde tun, was er könne, aber nicht zu viel, denn er wolle in erster Linie Ferien machen und sich amüsieren.
Gherardo hiess gemäss Geburtsurkunde Gerhard und seine Eltern nannten ihn kurz Gerd. Seine Familie stammte ursprünglich aus Bozen im Südtirol, wo er auch geboren wurde. Sie wanderten aus beruflichen Gründen aus in die Schweiz nach Winterthur, wo sein Vater, Ingenieur von Beruf, bei Sulzer arbeitete. Schon bei seiner Geburt lagen sein Gewicht und seine Körperlänge weit über dem Durchschnitt. Als Erwachsener dann mass er stattliche 195 cm, war schlank, hatte krauses, luftiges Haar, das flüchtig betrachtet einen ungekämmten Eindruck hinterliess. Leicht verwegen sah er aus, wenn er sich an seinen arbeitsfreien Tagen nicht rasierte, was eigentlich immer vorkam. Er glich weder einem Adonis noch einem hässlichen Mannsbild, halt so etwas zwischendurch. Seine Gesichtszüge waren markant und seine Augen stets wachsam, was ihm einen Hauch von Abenteurer verlieh. Gegenüber seinen Mitmenschen, Freunden und Arbeitskollegen war er ein bisschen zurückhaltend, überlegte, bevor er sprach oder zu handeln begann. Er war in fast allem, was er tat, gewissenhaft und demzufolge äusserst gründlich. Und wenn er sprach, dann tat er dies auch mit seinen Armen und Händen, mit denen er zur Betonung seiner Worte in der Gegend herumfuchtelte. Da fiel schon mal ein Glas vom Tisch, wenn er mit Freunden am Stammtisch sass und diskutierte. Gherardo konnte auch dickköpfig sein, vor allem dann, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dem aber nicht entsprochen wurde. Er verfiel jedenfalls nicht in den Fehler, bei jedem Andersdenkenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln. Er besass die Begabung und Bereitschaft, Gedanken und Emotionen einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. In allen Lebenslagen zeichnete er sich aus durch Kreativität und fantasievolles Denken. Und genau diese Eigenschaften förderten auch seine beruflichen Fähigkeiten, die Wünsche der Kunden präzise herauszufinden und diese von einem passenden und überraschenden Angebot zu überzeugen, egal ob persönlich im Reisebüro oder am Telefon, egal ob es um eine Pauschalreise oder eine nach Kundenwunsch individuell zusammengestellte Reise oder auch nur um eine einzelne Reiseleistung ging. Er argumentierte derart wohlgezielt, dass seine Klientel leicht für ein teureres Angebot zu gewinnen war. Etwas teurer zwar, dafür besserer, persönlicherer Service, exklusiveres Hotel und traumhaftes Zimmer, renommierte Fluggesellschaft und optimaler Sitzplatz, mehr Ferienvergnügen – so seine überzeugenden Argumente. Diese besondere Begabung wiederum bescherte seinem Arbeitgeber höhere Umsätze und entsprechend mehr Verdienst. Seine Erfolgsquote lag über dem Durchschnitt der anderen Reiseberater.
Kapitel 2
Am 31. Juli 1976 hob die McDonnell Douglas DC 9 der Balair mit der Flugnummer BB132 exakt um 22.50 Uhr in Kloten ab. Gherardo sass genüsslich in seinem Sitz am Fenster und blätterte im Ferienkatalog. Er las nochmals die Beschreibung des Dreisternehotels Al Salam, das er für sich ausgewählt hatte. Es lag zwar ein paar hundert Meter vom Strand entfernt, war jedoch kein unpersönlicher Riesenkasten, günstig im Preis und verfügte über einen grossen Swimmingpool und einen hübschen Garten. Er hätte natürlich ein teures Erstklasshotel direkt am Strand buchen können, nur hätte er in dem Fall den Aufpreis aus dem eigenen Sack bezahlen müssen, was überhaupt nicht in sein Budget passte. Er freute sich ungemein, auch wenn er insgeheim bereute, nicht mit seiner Freundin reisen zu können. Sie hatte nicht frei nehmen dürfen. Andererseits sagte er sich, so bin ich frei, kann tun und lassen, was ich will, und wer weiss, vielleicht lerne ich sogar eine hübsche Badenixe kennen.
Mit dem mitgebrachten Merian Reiseführer wollte er sich gerade auf Marokko einstimmen, als er in seinem Vorhaben unterbrochen wurde. Neben ihm in der Dreierreihe sass nämlich ein älteres Ehepaar, in seinen Augen bereits pensioniert, das sich wunderte, dass er alleine reiste, das sei doch langweilig. Er brauchte nicht zu antworten, denn die Frau wartete seine Reaktion erst gar nicht ab und fuhr mit der Fragerei fort. Ob er vielleicht Bekannte in Agadir hätte? Sie wollte auch wissen, ob er schon mal in Marokko gewesen sei. Er verneinte. Für sie sei es ebenfalls das erste Mal. Es folgte eine Aufzählung all der Destinationen, die sie in ihrem Leben bisher schon besucht hatten: Mallorca sechs Mal, Gran Canaria zwei Mal, ein Mal Kreta, mit den Kindern mit dem Auto in Rimini, einmal mit dem Car auf der Insel Elba, aber auch das Tessin sei einige Male ihr Ferienziel gewesen. Marokko, ein muslimisches Land, sei für sie ganz speziell. Sie hätten sich anhand des Reiseführers gut darauf vorbereitet. Aber ein wenig würden sie sich schon unsicher fühlen vor dem, das da kommen werde. Ob er wisse, wie sich die Einheimischen den Touristen gegenüber benehmen würden. Gherardo überlegte sich bei dieser Frage, ob es nicht wichtiger wäre zu wissen, wie sich die Touristen den Einheimischen gegenüber zu verhalten haben. Dann interessierte es sie, in welchem Hotel er absteigen würde. Sie zeigten ihm den Hotelprospekt ihrer Unterkunft; ein Fünfsternehotel direkt am Strand. Ob er durchs Fenster hindurch Lichter unten auf der Erde sehen würde. Langsam aber sicher regte er sich über die ewige Fragerei auf. Anständig wie er war, antwortete er dennoch höflich auf ihre Fragen. Es wäre ihm wahrlich lieber gewesen, zwei hübsche, junge Frauen hätten neben ihm Platz genommen.
«Sie sind ein netter, junger Mann», sagte die Frau noch, «einen wie Sie hätte meine Tochter verdient, nicht so einen Secondo aus Italien, so nennt man sie doch, den sie sich geangelt hat. Nein, das wird mit den beiden nicht gut gehen, nicht wahr, Max?»
Ups, dachte Gherardo, ich bin doch auch ein Secondo. Nach dem von den stets lächelnden Stewardessen servierten Snack, einem Bier, einem Tee und einem Cointreau drehte er sich vom Ehepaar weg zum Fenster hin und lullte beim regelmässigen Brummen der Triebwerke ein. Endlich Ruhe vor diesen Nervensägen.
Kurz vor 2.30 Uhr Ortszeit war es dann soweit. Die Maschine landete in diesen frühen Morgenstunden relativ sanft auf der holprigen Piste des schnuckeligen Flughafens von Agadir. Auf der Ausstiegstreppe blies ihm ein heisser, trockener Wüstenwind entgegen. Ein geradezu angenehmes Ferienklima, fand er. Auf der kurzen Strecke vom Flugzeug zum Flughafengebäude, den die Fluggäste zu Fuss bewältigen mussten, gesellte sich schon wieder das Ehepaar zu ihm und bat ihn, sicherheitshalber mit ihm durch Pass- und Zollkontrolle gehen zu dürfen. Ja, natürlich, liess er sie missmutig wissen. Schliesslich war er selber ein wenig nervös vor dem, was kommen würde, und wollte deshalb allein gelassen werden. Weil er als erster der Drei die Passkontrolle passiert hatte, ging er schnellen Schrittes weiter zur Gepäckannahme und versteckte sich hinter einem breiten Pfeiler neben dem Rollband, in der Hoffnung, endlich von den beiden erlöst zu sein. Doch siehe da, sie liessen sich nicht abschütteln. Die Frau hatte ihn rund um das Rollband gesucht und gefunden. Bis die Gepäckstücke endlich erschienen, dauerte es eine geraume Zeit. Ob das hier normal sei, wollte sie von ihm wissen, so lange hätten sie noch nie warten müssen. Ja, sagte er, das sei normal, das hier sei Marokko, Nordafrika, da nehme man es nicht so streng, sie sollten sich ganz einfach beruhigen, die Koffer würden schon noch kommen. Aber wenn es zu lange dauere, könnte es doch sein, dass der Transferbus ohne sie abfahren würde, sagte die Frau verängstigt. Nein, nein, die Reiseleitung hätte eine Liste aller Gäste und deshalb würde der Bus nicht ohne sie abfahren. Richtig beruhigt war die Frau erst, als die ersten Koffer auf dem Band erschienen. Ein kurzer Juchzer entfuhr ihr dabei. Ihr Mann stand die ganze Zeit verschlafen etwas abseits und rauchte eine Zigarette nach der andern. Am Boden um ihn herum lagen einige zertrampelte Stummel. Also war auch er nervös, vielleicht noch mehr als seine Frau. Oder er regte sich über die Ängstlichkeit oder Redseligkeit seiner Frau auf. Gherardo fragte sich, wieso der Mann ihm keinen Glimmstängel anbot, das wäre nun doch wirklich nett gewesen.
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