Wir im Kontrollgremium brachten sehr viel Zeit auf, um den Entscheidern „Unternehmerisches Rodeo-Reiten“ beizubringen.
Zum Unternehmertum gehört nun mal Mut dazu! Mut und Risikobereitschaft - und auch das Wagnis einen Fehler zu machen.
In bestimmten Situationen wird man nicht einmal mehr zwischen richtig und falsch entscheiden können. Gerade, wenn eine Notlage herrscht und die Zeit drängt. Dann gibt es nur noch Entscheidungen, die gut oder nicht so gut sind. Aber kein „Falsch“.
Trauen Sie sich! Das ist Ihr Job!
Dafür sind Sie da! Dafür sind Sie Unternehmer.
Mitarbeiter und Dienstleister bewundern Macher, die etwas auf die Straße bringen, also in die Realität umsetzen. Ein Aphrodisiakum der Autorität.
Eine besondere Strahlkraft, die alle anderen dazu ermutigt, in ihrem eigenen Wirkungsbereich zielgerichtet und ergebnisorientiert zu arbeiten. Mit Verantwortung für das Geschehen und dessen Erfolg.
Wie ich das machen würde:
Oftmals sehe ich Ideen und Visionen schon bildhaft vor mir, wie sie sein werden, wenn sie zur Realität geworden sind. Das treibt mich oft an und macht mich gerne etwas ungeduldig. Ungeduldig gegenüber anderen, die die Bilder nicht haben oder sich das alles nicht vorstellen können.
Mir helfen diese Bilder aus der Zukunft aber, um zu wissen, dass es machbar und möglich ist.
Und dazu entdeckte ich eines Tages in Belgien meinen Leitspruch:
Es war an einem nasskalten Oktobertag. Ich saß bei der Sieges- und Abschlussfeier der EuroSkills-Wettbewerbe im belgischen Spa und wartete auf den Start der Veranstaltung. Auf der Leinwand zeigten uns die Veranstalter einzelne Bilder und Szenen der vergangenen Wettkampftage. Plötzlich tauchte jener Spruch auf, der Marc Twain zugeschrieben wird und der mich regelrecht elektrisierte.
Ich saugte ihn auf und nahm ihn fortan als Leitmotiv meines Tuns auf. Vieles hatte ich in dieser Weise bisher schon getan.
„Sie wussten nicht, dass es unmöglich war, deshalb taten sie es.“
Mir war klar: Das ist mein Leitmotiv. Das ist die Grundlage um Fakten zu schaffen.
Und, bisher klappte es richtig gut!
Im Alltag bedeutet dies, dass ich mit meinen Gedanken und Ideen ins Gespräch mit meinen Partnern gehe. Dort stelle ich Ihnen das Projekt so vor, indem ich versuche, so realitätsnah wie möglich die Bilder zu beschreiben, die ich sehe. Ich gebe ihnen einen möglichst realen Eindruck meiner Visionen, als ob sie schon Realität wären. Dabei hilft einem natürlich eine gute Rhetorik und eine gute Bildersprache.
Wenn ich dann merke, dass die Partner Interesse haben und ihnen die Richtung gefällt – und wenn diese erfassen, dass ich mir schon Gedanken zu Kosten, Prozessen, Zeitleisten etc. gemacht habe, dann sind sie meinen Gedanken gegenüber recht offen.
Für mich ein Signal, dass ich ein paar Schritte weitergehen sollte.
Somit beginne ich dann damit, Fakten zu schaffen.
Zunächst bei grundsätzlichen Dingen, wie Machbarkeitsstudien, Finanzierungskonzepten und vor allem bei Milestone Planungen.
Dabei stückle ich das ganze Projekt in Teilbereiche auf. Nach dem Motto „lasst uns doch ein erstes Etappenziel erreichen und erste Ergebnisse in dieser Phase generieren, dann sehen wir weiter.“
Oft folgen mir alle Partner in diesen ersten Etappenzielen. Denn man vergibt sich ja nichts.
Ich aber kann mit diesen Projektetappen die oftmals verhindernden Starthürden und Blockaden überwinden, die einen Großteil aller guten Ideen zum Scheitern bringen: die Bedenken, die Angst vor Verantwortung und die Sorge vor möglichen Konsequenzen im Falle eines Scheiterns.
Ich übernehme dabei die Rolle des Führenden in einem Projekt, das von Etappe zu Etappe geht, ohne große Risiken für das Gesamtprojekt aufzurufen.
Bildlich gesprochen sitze ich auf dem Kutscherbock und lade alle anderen ein, es sich hinten in der Kutsche gemütlich zu machen.
Das macht es so vielen Menschen einfacher, einzusteigen und die erste Strecke mit zu kommen.
Wenn sich dann im Verlaufe der ersten Etappen Erfolge auftun, wenn die Partner erste Ausblicke auf das Ganze erhalten und damit einen gefühlten Eindruck des finalen Projektergebnisses - dann hat man als Ideengeber gewonnen.
Denn dann rutscht das Konzept aus dem Reich der Ideen hinein in die Realität und will damit auch mit aller Kraft Wirklichkeit werden.
Alle wollen den Erfolg. Alle sind begierig auf den Gewinn des Konzeptes.
So habe ich schon oft in meinem beruflichen Leben meine Ideen umsetzen können und daraus wunderbare Geschäftsfelder erhalten, die allen Partnern gute Erfolge brachten.
Wenn der Zug erst einmal anrollt, springen immer mehr Helfer und Mitstreiter mit auf. Zum Wohle des Gesamtprojektes.
Wichtig ist nur, dass man seinem guten Gefühl folgt und sich nicht behindern lässt. Sie müssen Führungsstärke und Zielstrebigkeit verkörpern. Sie müssen wissen, was Sie tun und müssen davon überzeugt sein.
Die Macht des Faktischen reißt mit und überzeugt.
Willenskraft und Klarheit in der Vorstellung der Ziele
Es ist immer wichtig, dass Sie ein sehr klares Bild vor Augen haben, von dem, was Sie erreichen wollen.
Dieses Bild ist mehr als nur eine Vorstellung. Es ist wie eine Kopie aus der Zukunft, nach der ich das angestrebte Projekt „modelliere“, also so gestalte, bis es diese Visualisierung zur Realität werden lässt. Dabei gilt das allererste Bild als absolute Masterkopie. Denn es ist so gut wie immer das Beste und es darf nicht durch zwangsläufig einsetzende rationale Beschränkungen und Zweifel verfremdet werden! Trauen Sie Ihrem Gefühl, akzeptieren Sie die Intuition als wichtigen und impulsgebenden Partner.
Nehmen Sie dieses Bild als Ihre Vision. In der Folgezeit sollten Sie lediglich konstruktiv Anpassungen vornehmen. Ergänzen Sie gegebenenfalls durch hinzukommende Elemente, die am Ende helfen, ein Ganzes aus der Vision zu machen. Also ein Konzept, welches fundiert ausgearbeitet ist.
Und jetzt kommt der wichtigste Hinweis: halten Sie sich fern von denjenigen, die Ihnen sofort mit einem „Aber“ begegnen. Diese behindern Sie nur und legen einen bleischweren Schleier über das Projekt. Es verliert seine Leichtigkeit und Beschwingtheit. Und das ist das Schlimmste, was einem Projekt in dieser frühen Phase passieren kann. Das kommt später noch oft genug im Projektverlauf. Dann nämlich, wenn es hakt und nicht immer nach Plan verläuft. Deshalb kann in der Frühphase gerne darauf verzichtet werden.
Erinnern Sie sich an die Aussagen im voran gegangenen Kapitel? Früh erste Realitäten schaffen, so dass die anderen erkennen können, dass es nicht unmöglich ist und eine durchaus reizvolle Konzeption darstellt.
Kümmern Sie sich um die konstruktive Kritik und um die Anregungen derer, die in gleicher Weise ticken. Die Sie und Ihre Arbeitsweise verstehen. Gehen Sie mit diesen den Weg von der Vision bis zur Realisierung. Als Leitlinie darf Ihnen der Spruch von Marc Twain gelten. Gerne nochmals zur Erinnerung: “ Sie wussten nicht, dass es unmöglich war. Deshalb taten Sie es.“
Einfach tun, an sich glauben und einen starken Willen haben!
Hätten wir sonst vor einigen Jahren ein Großprojekt begonnen, das am Ende ca. 55 Millionen Euro gekostet hat und mehrere hundert Menschen beschäftige? Wir haben es einfach getan. Und es war ein großer Erfolg.
Und wenn Sie ein absolut unmögliches Projekt angehen, das Sie ruinieren könnte?
Na, dann gehe ich einfach davon aus, dass Sie kaufmännisch gut geschult sind, um ihre eigenen Grenzen und Möglichkeiten zu kennen.
Auch wir haben das bei unserem Mammutprojekt getan.
Dabei ist es an bestimmten Punkten des Projektes immer wieder gut, die Metaebene einzunehmen und einen Blick von „Oben“ auf das Projekt zu werfen. Wir machten dies in Form einer Risikoabwägung. Dabei betrachteten wir unser Projektvorhaben sehr sachlich, ohne es in seinen Inhalten zu verändern. Es ging uns lediglich darum, Worst-Case-Szenarien zu entwickeln und zu prüfen, wie realistisch diese sind und was das für uns im Falle ihres Eintretens bedeutet hätte. In besagtem Fall konnten wir feststellen, dass alles im Rahmen des Möglichen und Handelbaren lag.
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