Ilka-Maria Hohe-Dorst - Die alte Fabrik
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Der Mond war noch in der Phase des Verblassens, als Ingo vom Knurren seines Magens erwachte. Er schätzte die Zeit auf halbsieben, maximal sieben Uhr, bis zum Aufgang der Februar-Sonne dauerte es also noch eine knappe Stunde. Nachdem er sich daran erinnert hatte, wie er in diesen Kellerraum gekommen war, schlug er die Plane zurück, mit der er sich zugedeckt hatte, und stand auf. Aus seiner Manteltasche klaubte er das Kleingeld, das er am Tag zuvor erbettelt hatte, trat unter das Kellerfenster und zählte im schwachen Lichtschein, der von den Straßenlampen zu ihm drang, seine Münzen. Viel war nicht zusammengekommen, aber für ein zünftiges Frühstück und einen Becher Kaffee würde es reichen.
Während er die Münzen nach ihrem Wert auf der Hand sortierte, stieß er versehentlich zwei davon über den Rand, so dass sie zu Boden fielen. Er hörte ihr Klacken, bückte sich und tastete danach, bekam sie aber nicht zu fühlen.
„Verdammt!“
Warum mussten es ausgerechnet die Zwei-Euro-Münzen sein, von denen er nicht allzu häufig welche bekam? Er ärgerte sich über seine Ungeschicklichkeit, konnte aber nichts tun, als abzuwarten, bis es heller wurde und er den Boden deutlicher sehen würde.
Um die Zeit bis zur Dämmerung totzuschlagen, begann er, seine Planen aufzunehmen, zusammenzulegen und sie in einer Ecke des Raums aufzuschichten. Er machte sich keine Gedanken darüber, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Mensch jemals wieder Gebrauch von ihnen machen würde. Aber Ordnung lag ihm nun einmal im Blut. Und Sauberkeit. Er hatte nie verstanden, dass viele der Obdachlosen, deren Bekanntschaft er umständehalber machen musste, sich in Dreck und Speck verkommen ließen.
Als er mit seinen Planen fertig war, nahm er sich den Stapel an der Wand vor und faltete Stück für Stück zu ordentlichen, mehrlagigen Vierecken, die er weiter aufschichtete. Draußen war der Tag angebrochen, und im Keller wurde es immer heller, so dass Ingo endlich eine seiner beiden Zwei-Euro-Münzen sehen konnte. Der Rand der untersten Plane musste sie vor dem Wegrollen bewahrt haben. Freudig griff er nach dem Geldstück, steckte es in die Manteltasche und tastete mit der Hand an der Stelle, wo der Rand der Plane eine Welle gebildet hatte, nach dem zweiten Geldstück, das vom Fundort des ersten nicht weit weg sein konnte.
Aber statt unter dem Rand der Plane die glatte, runde Münze zu finden, fühlte er etwas Seltsames und Kühles, so dass er instinktiv die Hand zurückzog. Einen Moment lang überlegte er, ob es nicht besser sei, die Suche aufzugeben und alles, was in dem Keller war, zu vergessen. Doch die Neugier ließ ihn nicht los, also schlug er die oberen beiden Planen zurück und lupfte die unterste ein Stück, um sehen zu können, was sich darunter befand. Er erschrak, als eine Reihe schmaler Knochen sichtbar wurde. Sie kamen ihm vor wie von einer menschlichen Hand oder einem Fuß, und am liebsten hätte er sie einfach zugedeckt und ignoriert. Doch der Drang nach Gewissheit war stärker, und wie unter Zwang hob er die Plane hoch, soweit es nötig war, um sehen zu können, ob noch mehr darunter verborgen lag. Im nächsten Moment ließ er sie entsetzt fallen und verwünschte seine Neugier. Dies alles ging ihn nichts an. Zeit, zu verschwinden!
Er nahm den Hinterausgang und ging vorsichtig die Treppe hinauf. Als er sicher sein konnte, immer noch allein auf dem Gelände zu sein, gönnte er seiner Lunge einen extra tiefen Zug der frischen Morgenluft. Vor ihm lag ein neuer Tag.
Kapitel I
Theos Adresse auf dem Umschlag war auf ein Klebeetikett gedruckt, aber an der Briefmarke erkannte er, dass der Brief aus Frankreich war, und da wusste er sofort, von wem er kam. Er schloss den Briefkasten, riss den Umschlag auf und entfaltete den Papierbogen. Bevor er zu lesen beginnen konnte, stach ihm Frau Westphals spitze Stimme in die Ohren: „Wenn sie Ihrer Tochter zurückschreiben, Herr Neumann, dann richten sie ihr Grüße von mir aus. Und dass sie bloß nicht daran denkt, wieder heimzukommen!“
Mit Handtasche und Einkaufbeutel bewaffnet humpelte die Alte an Theo vorbei. „Der Brief ist doch von ihr, oder? Melly war das süßeste Geschöpf, das es in diesem Haus je gegeben hat. Ihre Mutter war dieses Mädel nicht wert! Gott habe die Hexe trotzdem selig. Toten soll man ja nichts Schlechtes nachsagen. Schönen Tag noch.“
Theo sah der Westphal nach, bis sie auf die Straße getrottet war. Er kannte sie und ihre Meinung zu lange, um auf ihre Ausfälle noch zu reagieren. Was wusste sie schon von seinen Sorgen? Als er Schritte im Treppenhaus und das Schließen einer Tür hörte, nahm er eilig jede zweite Stufe zu seiner Wohnung im ersten Stock, um weitere Begegnungen zu vermeiden und den Brief ungestört lesen zu können.
„Papa, es geht mir gut. Ich habe Arbeit, von der ich leben kann, und genügend Zeit für mein Studium. Mit meinen Fortschritten bin ich zufrieden. Ich hoffe, dir und Mama geht es auch gut. Deine Melly.“
Lakonisch wie immer. Theos Augen wurden nass. Melanie wusste nicht, dass ihre Mutter vor zwei Monaten gestorben war. Er hatte keine Chance gehabt, seine Tochter zu benachrichtigen, weil er ihre Adresse nicht kannte. Er besaß nichts als die Briefe, die sie ihm regelmäßig, doch ohne Absender schrieb und die er in einem Schuhkarton aufbewahrte.
Er faltete den neuen Brief zusammen, legte ihn zu den anderen und wischte sich mit dem Ärmel seines Hemdes die Tränen aus dem Gesicht. Nie hatte er sich einsamer gefühlt als jetzt. Oft wünschte er sich die Zeit zurück, in der seine Ehe mit Sylvia noch glücklich und das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter harmonisch war. Die Idylle ging verloren, als Melanie sich nach dem Abitur dafür entschieden hatte, eine Ausbildung in Malerei und Fotografie an der Offenbacher Hochschule für Kunst und Gestaltung zu machen und dort einen jungen Türken namens Timur kennenlernte, in den sie sich verliebte. Sylvias Reaktion auf diese Verbindung überraschte Theo, denn bis dahin hatte er seine Frau für einen weltoffenen und vorurteilsfreien Menschen gehalten. Doch je mehr sie über Timur und dessen Familie erfuhr, umso energischer drängte sie Melanie dazu, die Verbindung zu Timur aufzulösen, worüber sich die beiden Frauen so heftig zerstritten, dass Melanie zu den Vorwürfen ihrer Mutter schwieg, ihr nach Möglichkeit aus dem Weg ging und bei einer Freundin übernachtete, wann immer sich die Gelegenheit bot.
Theo gelang es nicht, zwischen den beiden Frauen zu vermitteln. Sylvia war zu sehr von der Angst getrieben, Melanie könne sich in eine fremde Kultur verstricken, aus der es kein Entrinnen mehr gäbe, denn Timur und seine Eltern waren bekennende Moslems. Wenn es um das Wohl ihrer Tochter ging, stieß Sylvias Toleranz, die sie ansonsten wie eine Monstranz vor sich hertrug, schnell an ihre Grenzen.
Theo fand die Einwände seiner Frau übertrieben. Er mochte Timur, verabredete sich mit dessen Eltern, um sie kennenzulernen, und verstand sich mit ihnen auf Anhieb. Sylvia hatte sich geweigert, mitzukommen. Sie war davon überzeugt, dass Melanie für Timur nur ein Abenteuer war. „Sie ist für ihn nichts als ein deutsches Flittchen fürs Vergnügen, aber nicht zum Heiraten. Für die Ehe kommt nur eine moslemische Frau in Frage, die als anständig gilt. Denk an meine Worte und bete dafür, dass Melly nicht schwanger wird. Klein-Istanbul und Westend passen nicht zusammen.“
Mit Klein-Istanbul spielte Sylvia auf die Große Marktstraße im Zentrum Offenbachs an, in der zwischen Hintergasse und Kaiserstraße viele Zuwanderer aus der Türkei und dem Mittleren Osten ihre Läden betrieben. Theo hielt diesen Vergleich für völlig überzogen.
Als Melanie dreiundzwanzig Jahre alt war, hielt sie es nicht länger mit ihrer Mutter aus und zog in eine eigene Wohnung in unmittelbarer Nähe der Kunsthochschule. Obwohl Sylvia dagegen protestierte, zahlte Theo die Miete und weiterhin die Studiengebühren. Sylvia nannte ihn naiv und warf ihm vor, Melanie sehenden Auges in ihr Unglück rennen zu lassen. Nichts konnte sie davon überzeugen, dass ein Mensch in Melanies Alter nicht mehr beliebig zu lenken war. Theo weigerte sich, die Überweisungen an Melanie einzustellen. Er wollte nichts anderes, als für seine Tochter da zu sein, egal was passierte. Gleichzeitig hatte er ein schlechtes Gewissen, weil Melanie vorzog, sich mit ihm in einem Café zu treffen, statt die Eltern zu Hause zu besuchen. Es war offensichtlich, dass sie den Vater bevorzugte und der Mutter bewusst aus dem Weg ging, und genauso offensichtlich war für Theo, dass Sylvia deswegen gekränkt war.
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