Unter all den Medien oder auch von gutmeinenden Bekannten überbrachten „Tatsachen“, Visionen, Ratschlägen die „Wahrheit“ zu erkennen, sie in sich selber zu finden und anzunehmen ist sehr schwer.
Dieses Buch stellt die verschiedenen seriösen Methoden einer „ganzheitlichen Krebsbehandlung“ und „Krebsbegleitung“ und deren Möglichkeiten und Chancen ungeschminkt – also sachlich ‚nüchtern‘ – vor und möchte damit beitragen, die Informationsflut und den Informationswirrwarr etwas zu entflechten.
Dieses Buch soll aber auch den Leser und hier insbesondere den ‚aktuell Betroffenen‘ wie auch den ‚ehemaligen Krebskranken‘ immer wieder ermuntern, seine ganz persönliche innere Wahrheit im Umgang mit der Krankheit zu suchen – ob im Gespräch mit Freunden und Bekannten oder vielleicht in Selbsthilfegruppen, mit therapeutischer Hilfe oder für sich allein auf einem Spaziergang, in einem Gedicht, in einem Traum … –
Die meisten Menschen fragen nach der Diagnose „KREBS“ irgendwann, mal früher, mal später, aber immer, das Schicksal:
Warum gerade ich?
Sicher, auch diese Frage mag – setzt man sie nicht nur als Vorwurf an Gott oder ein wesenloses Geschick, sondern an den Anfang einer Betrachtung über das bisherige Leben – zu einer persönlichen Wahrheit führen.
Ich meine aber, gerade eine Krankheit wie Krebs konfrontiert uns mit einer noch viel wichtigeren Frage. Jeder – gesund oder krank – muss sich im Laufe des Lebens immer wieder beantworten:
Für was, für wen lebe ich?
Es gibt viele Gründe, die man aufzählen könnte und auch kann:
… für den Partner, die Kinder, den Glauben oder die Ethik, den Beruf oder die Berufung …
Die Antwort, die ich in diesem Buch unterstützen will, lautete in erster Linie:
Für mich selbst!
Für mein eigenes menschenwürdiges Dasein, von dem der Tod ein Teil ist!
Keiner kommt um das Ende herum, doch wie es sein wird, bestimmt das Leben!
Von der Freiheit war eingangs die Rede …
Dabei denke ich hier vor allem auch an das Umfeld des Kranken:
Ich weiß aus langjähriger beruflicher wie persönlicher Erfahrung, wie schwer es ist, einen geliebten Menschen frei zu lassen – in sein eigenes Leben und erst recht in seinen eigenen Tod! –.
Und doch ist dies vielleicht eine der größten Hilfen, die wir zu geben haben und auch sollten.
Wir alle – Ärzte der unterschiedlichsten Fachrichtungen, Heilpraktiker, Psycho-Therapeuten, sonstige Therapeuten wie Familie und Freunde und auch Seelsorger – dürfen nicht aus lauter missverstandener Fürsorge den Kranken zum unmündigen, abhängigen Kind degradieren; wir sollten in vielmehr unterstützen, seine eigene Verantwortlichkeit der Krankheit und dem Leben gegenüber wahrzunehmen.
Wenn es dann wirklich soweit ist, wenn der letzte Abschied bevorsteht, dann sollte er nicht durch egoistisches Festhaltenwollen, durch Lügen aus Angst vor der Wahrheit entwürdigt werden. Wahrheit – zu ihr gehört absolute Offenheit im Miteinander ebenso wie Freiheit – verlangt, dass wir die persönlichen Wertigkeiten des Kranken, seine Ängste und Traurigkeiten, seine Selbständigkeit, seine Neuorientierung im Leben akzeptieren.
Beide Begriffe verstehe ich als Eckpfeiler eines lebenswerten und gelebten und dann letztlich auch erfüllten Lebens!
Wahrheit gibt Freiheit, und nur in Freiheit können wir die Nähe, die Liebe eines anderen Menschen wirklich begreifen. Jede Lüge – angeblich, um den Kranken zu schonen, in Wahrheit meist aus der eigenen Angst vor Krankheit und Tod – baut die Mauer der Einsamkeit ein Stück höher. Allgemein gilt:
Eine wunde Seele schwächt den Organismus auf die Dauer genauso wie ein krankes Organ!
Der Einfluß der Psyche (= Seele) auf die körpereigenen Abwehr- und Selbstheilungskräfte des Menschen ist keine philosophische Glaubenssache, sondern wissenschaftlich messbar und bewiesen!
Deshalb stelle ich diese „Gedanken“ wiederum ganz bewusst an den Anfang meines Buches über eine ganzheitliche Krebstherapie, da bei allen – schulmedizinischen wie seriösen und kompetenten biologischen – Formen der Heilkunde die seelische Konstitution des Kranken ganz entscheidend am Erfolg der Behandlung beteiligt ist.
G anzheitlich denken und (be-)handeln zielt für mich sowohl auf die Gesamtheit des körperlichen, geistigen und seelischen Wesens MENSCH wie auf das umfassende medizinische Angebot, ganz gleich, aus welcher ‚Schule’ es kommt. Entscheidend ist, was dem Kranken helfen kann und zwar, ohne ihm noch mehr zu schaden!
Nihil nocere!
[nicht durch eine noch so ‚gut gemeinte‘ Therapie noch mehr schaden]
(Diese Weisheit hat um das Jahr 50 n.Chr. der Arzt „Scribonius Largus“ am Hof von Kaiser Tiberius Claudius aufgestellt)
Die Krebskrankheit ist auch aus rein physischer Sicht ein
ganzheitliches Problem:
Körperzellen entarten zu Krebszellen, weil das Abwehrsystem nicht (mehr) ausreichend funktioniert.
Mögliche Gründe hierfür werde ich bei der Besprechung der einzelnen Krebskrankheiten beschreiben.
Einführend nur soviel:
Krebs kann man m.M.n. nur ganzheitlich und in aufeinander aufbauenden Therapie-Schritten angehen und behandeln und, dass dabei der Schulmedizin das absolute Primat zukommt, das steht für mich außer jeder Diskussion und Frage!
Die Empfehlungen der sogen. „konventionellen Schulmedizin“ sind im Wesentlichen rein Symptom-orientiert, was ihre unersetzbare Bedeutung vor allem in der Akut-Behandlung nicht schmälert, schmälern kann und darf!
Aber als einzige Maßnahme reicht dies m.M.n. nicht aus, um eine so vielschichtige Krankheit wie Krebs in den Griff zu bekommen!
Die Bekämpfung eines akuten Symptoms ist im Grunde eine recht ‚junge’ Ausrichtung der Medizin, zu der unter anderem die Fortschritte der Medizin- und Diagnose-Technik erst die notwendigen Grundlagen erbracht haben und erbringen.
Schulmedizinisch anerkannt …
… heißt heute meist über Labor, Histologie und bildgebende Verfahren nachweisbar und reproduzierbar. Natürlich sind hierbei viele der wissenschaftlichen „Beweise“ zunächst reine „Mäuse-Erkenntnisse“ [d.s. Erkenntnisse, die aufgrund von Untersuchungen im Labor und speziell an Tieren gefunden wurden]. Für die Forschung ist dies zweifelsohne ein ganz zentraler und seriöser Schritt, doch über den tatsächlichen Wert einer Therapie kann stets nur die Anwendung am kranken Menschen beziehungsweise die Zeit verlässlich und umfassend Auskünfte geben.
Allgemein gilt:
Die nach wie vor mitunter starre und stringente Abgrenzung der Schulmedizin gegenüber der biologisch-naturheilkundlichen Medizin ist meines Erachtens daher eher ein Unkraut auf dem Boden von Dogmatismus und Konkurrenz – und sollte dem Kranken nicht zugemutet werden.
Es sollte hier uneingeschränkt gelten:
Wer heilt – hat Recht!
[Dieser Ausspruch wird mehrheitlich dem Wiederentdecker der Homöopathie, Samuel Hahnemann , zugeschrieben]
Ich stelle die Gegenfrage zur Diskussion:
Wer heilt – hat der Recht?
Allerdings mit der m.M.n. nicht unerheblichen wie unerlässlichen Ein- und Beschränkung, dass nur seriöse und ethisch vertretbare Behandlungsmethoden – arzneilich wie nicht-arzneilich – zur Anwendung gebracht werden dürfen und, dass der Patient soweit als möglich in allen Behandlungsphasen aktiv in die Planung und Umsetzung der jeweiligen Therapien eingebunden sein muss!
Über allem muß stehen, dass durch die geplante und best-gemeinte Therapie dem Kranken nicht noch mehr geschadet werden darf! „Nihil nocere“!
Gut gemeint heißt noch lange nicht: gut getan!
Einmal ganz abgesehen von der drohenden Unbezahlbarkeit hoch-technisierter Heilkunde (Heilkunst?) gibt es gerade auf den brisanten medizinischen Gebieten wenige wirkliche Fortschritte.
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