E.R. Greulich - Der anonyme Brief

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In diesem Roman hat E.R. Greulich das ereignisreiche Jahr 1913 im Leben Karl Liebknechts gestaltet. Durch sorgfältige Studien brachte der Autor auch wenig Bekanntes ans Licht und zeichnete einprägsame Charakterbilder.
Als er von Budapest zurückkehrt, findet er unter der eingegangenen Post einen umfangreichen Brief. Der Absender ist unleserlich, und das stimmt skeptisch. Anonyme Briefe bedeuten meist Klatsch und Tratsch. Aber dann liest er den Inhalt mit wachsender Erregung. Er ruft seine Frau: Schau dir das an, Sophie. Hier wird Krupp Spionage vorgeworfen, Bestechung von Beamten der Militärverwaltung. Wenn das stimmt, es wäre Dynamit inter den Sesseln einiger Herren!
Sophie warnt: Vorsicht, Karl! Womöglich will der Gegner dich in eine Falle locken. Du mußt sorgfältig prüfen, ob das Material echt ist.

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Ihr Blick war eindringlich, fragend. "Wären wir beide zusammen, Karl, wenn ich grundsätzlich anders dächte? Dein ganzes Leben ist ein einziges Risiko, musst du dir da noch ein zusätzliches aufladen?"

"Also schön, verbrenne ich den ganzen Ramsch."

Er wirkte beinahe komisch in seinem Zorn, und Sophie musste lächeln. "Das wirst du nicht, Karl. Ich bin wie du der Meinung, ein hochbrisantes Material - falls es kein Bluff ist. Das herauszubekommen, scheint mir zunächst wichtig."

"Und wie, meinst du, ließe sich das eruieren?"

Entwaffnend ruhig gestand Sophie ein: "Ich weiß es noch nicht."

Noch immer hatte er die Enttäuschung nicht überwunden und bemerkte ironisch: "Ich kann ja ein Inserat aufgeben: Bitte den unbekannten Einsender, sich zu melden, der an Doktor Liebknecht Material gegen die Firma Krupp gesandt hat."

Sie spürte, dass er innerlich schon einiges einsah, und schüttelte belustigt den Kopf. "Wie kann ein intelligenter Mann so starrköpfig sein."

"Du sollst die Sache ernst nehmen", begehrte er auf.

"Wärst du nicht schon in manche unangenehme Situation hineingeritten, hätte ich und deine nächsten Freunde deine temperamentvollen ersten Impulse immer ernst genommen?"

Er drehte sich um und gestand wie ein ertappter Junge: "Ich glaube, da ist etwas dran."

Sie mussten beide lachen, Sophie legte die Arme um seinen Hals und schaute ihn versöhnlich an. "Willst du nicht meine ehrliche Meinung hören, wenn du mich fragst? Und wenn ich dich nicht überzeugen kann, bleibt nicht noch die Möglichkeit, die Freunde zu befragen?"

Er gab ihr einen herzhaften Kuss, nahm seine Wanderung wieder auf und murmelte: "Wahrscheinlich der beste Weg ... Inzwischen kann man überlegen ... Der eine oder der andere hat eine Idee, wie man ... " Als habe sie es nicht gehört, fragte er: "Du meinst, das wäre vorerst das Beste?"

"Ganz sicher."

Er blieb vor Sophie stehen. "Wie sagt der Dichter? Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der Frauen weit geführt."

2 Erfolg in Paris

Der Beifall war um Nuancen anders als in Deutschland. Aus dem anschwellenden Geräusch des Trampelns und Klatschens sprangen die Zurufe einzelner, gaben dem Ganzen einen vielgestaltigen Klang. Nun erhoben sich alle und sangen die Internationale. Der Redner war zurückgetreten vom Pult, stand am Präsidiumstisch auf der Bühne und sang kräftig mit. Die französischen Worte des Liedes hatte sich Philipp Scheidemann eingepaukt. Als die nächste Strophe angestimmt wurde, stutzte er einen Augenblick und sang dann aus voller Kehle den deutschen Text. Hochfliegende Gedanken beschäftigten ihn: Weder mit solchen Massen hatte ich gerechnet noch mit dieser Begeisterung - wenn man bedenkt, dass Satz für Satz meiner Rede übersetzt werden musste.

Das Lied war verklungen, die Saaltüren öffneten sich, und hinter den Hinausströmenden blieb der feine Schleier bläulichen Tabakrauchs. Scheidemann genoss den Rausch, den er bei denen dort unten hervorgerufen hatte, obwohl er überzeugt war, der graue Alltag würde den Einzelnen schnell ernüchtern. Breitete sich der Balkankrieg über Europa aus, dann würden auch diese Pariser Arbeiter in die Poilu-Uniform steigen, die ihre Mächtigen schon für sie bereithielten. Dabei kam ihm nicht der Gedanke, wie sehr es auf die Organisation ankommt, ob der Einzelne einsam bleibt oder ob die Millionen Individuen, zusammengefasst durch die Idee der Partei, als geballte Kraft in die Waagschale der Geschichte geworfen werden.

Scheidemann wurde aus seinen Gedanken gerissen, auf der Bühne wimmelte es von freudig erregten Menschen, die dem Friedensboten aus Berlin die Hand drücken wollten, Grüße an die deutschen Genossen auftrugen, Dankesworte für die großartige Rede hervorsprudelten. Der Gefeierte strahlte, erwiderte mit Bonmots. Dieser Abschluss war ein zwar strapaziöses, aber erfreuliches Geschäft, das ihn den Erfolg nachhaltig auskosten ließ. Genosse Leger, der Dolmetscher, geborener Elsässer, übersetzte rasch und fließend.

Der nun stille, leere Saal machte frösteln, langsam leerte sich auch die Bühne. Während Scheidemann ein Päckchen Grußadressen und Briefe durchsah, besprachen sich die Genossen der Versammlungskommission, und Leger fragte, ob der Genosse Scheidemann sehr müde sei. In diesem Fall würde er ihn zu seinem Hotel bringen. Vorstellbar sei aber auch ein Bummel durch die Etablissements von Montmartre.

Sorgfältig verstaute Scheidemann die Friedensbotschaften in der Aktentasche und überlegte. Müde? Da war nicht mehr als wohliges Abgespanntsein. Die berühmten Stätten der leicht geschürzten Muse, wie etwa die Folies-Bergere oder Moulin Rouge, hätte er gern durch eigenen Augenschein kennengelernt, doch manche Genossen in der Heimat würden es nach solch einem Abend sicher bekritteln. Er schlug einen Plausch in einem gemütlichen Restaurant vor.

"Voila, gehen wir!" ermunterte Leger, und es schlossen sich noch zwei Genossen an.

Kurz darauf fanden die Vier in einem Restaurant einen Tisch, an dem man sich ungestört unterhalten konnte. Scheidemann bat, eine Flasche Champagner bestellen zu dürfen, die Andern quittierten es mit Scherzworten.

"Wir freuen uns, dass die deutschen Genossen Sie geschickt haben, denn Ihr Ruf als glänzender Redner reicht ja über Deutschland hinaus", sagte Morizet. Er war mittleren Alters wie Leger, sein schwarzes, wuschliges Haar und die großen, brennenden Augen mochten auf bedachtsame Menschen beunruhigend wirken.

Scheidemann vergaß nicht, dass er sich im Land der geschliffenen Komplimente befand, und erklärte geschmeichelt, ohne den exzellenten Dolmetscher wäre der Erfolg dieses Abends nicht denkbar gewesen.

Leger wehrte ab und sprach die Hoffnung aus, dass alle gleichartigen Massenveranstaltungen des heutigen Abends in den Hauptstädten Europas ähnlich verlaufen sein mögen.

Scheidemann nickte eifrig. Falls Jean Jaures in Berlin einen adäquaten Dolmetscher zur Seite gehabt habe wie er, dürfte die Berliner Veranstaltung der in Paris nicht nachstehen.

Um Liebknechts Erfolg in Budapest sei ihm ebenfalls nicht bange, bemerkte Morizet. Nichts im Gesicht Scheidemanns verriet, dass ihm der Name Liebknecht nicht angenehm in den Ohren klang. In diesem Zusammenhang interessiere ihn, fuhr Morizet fort, und er sei deshalb für diese Unterhaltung dankbar, ob Scheidemann sich in letzter Zeit den mehr linksstehenden Genossen angenähert habe.

Scheidemann behielt den verbindlichen Gesichtsausdruck und fragte, was Morizet unter rechts und links verstehe. In Deutschland betrachte man die ganze Sozialdemokratische Partei als links stehend, die Organisationen der Bürger als rechts stehend.

Morizet resümierte, Scheidemann habe seine Rede aufgebaut auf der antimilitaristischen Tradition der deutschen Sozialdemokratie, habe an die Verweigerung der Kriegskredite 1870 durch Bebel und Wilhelm Liebknecht erinnert, an das Eintreten der beiden für die Pariser Kommune und daran, dass sie für ihre Friedensaktivitäten mit Festungshaft büßen mussten. Die Zitierung der Worte Bebels gegen das militaristische Preußen-Deutschland - diesem System keinen Mann und keinen Groschen - habe schon brausende Zustimmung ausgelöst.

Während der Garçon die Gläser füllte, die Flasche im Eiskübel deponierte, fragte sich Scheidemann, ob es sich bei Morizet nur um naiven Wissensdurst handele. Er wusste nicht, dass der temperamentvolle Franzose ein Freund Liebknechts war und als Journalist für die Humanite schrieb. Mit aufmunternden Worten trank Scheidemann den drei Genossen zu. Als er das Glas wieder hinsetzte, war er sich klar über seine Taktik: auf keinen Fall Grundsatzfragen behandeln. Lasse ich mich hier aufs Glatteis führen, dann ist womöglich in den nächsten Tagen in irgend so einem Oppositionsblättchen etwas vom Mann mit den zwei Zungen zu lesen. Es wäre nicht der erste Angriff von jener Seite. Mit dem Zeigefinger strich er sich die Sektfeuchte vom Bart auf der Oberlippe und fragte Morizet liebenswürdig, ob er es für falsch halte, in einer Massenveranstaltung der Völkerverbrüderung auf derartige Traditionen hinzuweisen.

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