Werner Heinemann - Spuren von Gestern

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Diese ausgewählten 30 Kurzgeschichten erzählen vom Alltag, der durch vielfältige Begebenheiten zum besonderen Alltag wird. Da taucht der Juden Max auf, wir treffen eine bügelnde Nazi Schlampe, erleben eine verliebte Zweisamkeit auf dem Balkon, erfahren von teuflischen Morden, hören den ewigen Gesang der Nachtigall, spüren den Lebenshunger vor schwerer Operation, werden zu Janik in ein Problemviertel versetzt, beobachten alte Männer im Park, besuchen Erik am Sonntagvormittag, vernehmen ein Wort zu Elisabeth Ritter und noch vieles mehr. Alles Geschichten, die für Frauen und Männer gleichermaßen interessant sein dürften.

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Plötzlich erschien eine Frau dort oben und ich war sehr überrascht, weil sie mich sofort an jemand erinnerte. Doch es war wie fast immer: Ich konnte sie nirgends unterbringen, konnte sie nicht zuordnen. Aber ich kannte sie irgendwo her, das sagte mir mein Gedächtnis in verlässlicher Zusammenarbeit mit dem prickelnden Gefühl in der Magengegend.

Anfang oder höchstens Mitte dreißig, schlank, mittelgroß, aufrecht und ein wenig nachdenklich stieg sie in vollendeter Perfektion die Beine abwechselnd voreinander setzend ziemlich genau in der Mitte der breiten Treppe Stufe um Stufe herunter. Sie machte nicht nur eine ausgezeichnete Figur, nein, sie war eine Augenweide.

Ihren marineblauen, kurzgeschnittenen Blazer trug sie offen und die beiden Ärmel reichten nur unter die Ellenbogen, sodass zwei glänzend braungebrannte Unterarme zum Vorschein kamen. Entgegen der tiefdekolletierenden Frauen, die an ihren Blusen auch noch zusätzlich gerne ein tiefes Knöpfchen unbenutzt lassen, waren an ihrer Bluse alle, bis auf die oberen zwei, mit ihren Knopflöchern verknüpft. Ihr volles, luftiges, brünettes Haar fiel locker auf ihre Schultern, das Gesicht wirkte vollendet schön und makellos wie ein ideales Kunstwerk. Später, aus der Nähe betrachtet, musste ich allerdings einschränkend feststellen, dass ihre Nase insgesamt etwas weniger fleischig hätte ausfallen müssen, um absolut von einem makellosen Gesicht reden zu können.

Und, man halte sich fest, sie trug einen Rock! Außerhalb von Glamour und Glitzerwelt wirken Frauen in Kleidern und Röcken in Zeiten des gepflegten Denglisch very shocking auf moderne Geschlechtsgenossinnen und emanzipierte Männer. Die Hosen sind die Trikolore der femininen Revolution, die die traditionellen Sansculotten als reaktionär verleumden.

Der Rock reichte bis zu den Knien und schmiegte sich an ihre Glieder. Der kurze Blazer und der enge Rock brachten das sehenswerte Rund ihres harmonisch schönen Körpers voll zur Geltung. Ihre kleinen Füße steckten in zierlichen Schuhen mit halbhohen Absätzen. Begeisterung pur! Ich hoffte, dass meine Verabredung mit der Kundenberaterin sich mit dieser Frau erfüllte.

Sie verständigte sich mit Blicken und Kopfwendungen ohne jeglichen Wortwechsel mit dem jungen, hochgewachsenen Mann am Eingang. Sie kam auf die Sitzgruppe zu. Zwecks ausweichender Überbrückung sahen der vierschrötige Weltverächter im schäbigen Nadelstreifen und ich uns gegenseitig in die überraschten Gesichter. Vor dem Couchtisch kam sie zum Stehen und wandte sich mir zu.

„Herr Pregel?“, fragte sie in freundlicher Stimmlage, die sehr überzeugend zu ihr passte.

Ich bejahte und erhob mich. Sie machte eine einladende Handbewegung und stellte sich lächelnd vor: „Strör. Ihre Beraterin.“ Das kleine edle Namensschild auf der linken Brustseite des Blazers bestätigte: „Fr. Strör“, war zu lesen. - Übrigens, sie war auf die Minute genau pünktlich.

Frau Strör wiederholte die einladende Handbewegung und sie dirigierte mich überraschenderweise nicht die leicht geschwungene Treppe hinauf, sondern genau gegenüber auf einen Büroraum zu. Wie selbstverständlich hielt sie mir die Tür auf. Das irritierte mich. Sie bemerkte das und kommentierte unter charmanter Begleitung ihrer funkelnden großen Augen: „Sie dürfen sich ruhig ein wenig von mir hoffieren lassen.“

Natürlich habe ich auch mal etwas gesagt oder ihr geantwortet, aber ich kann mich beim besten Willen an keinen einzigen vollständigen Satz erinnern, den ich an Frau Strör richtete. Im Nachhinein eine schlaue Rede erfinden, möchte ich der Wahrheit zu liebe aber auch nicht. Wir müssen es daher bei Bedarf der Fantasie des geneigten Lesers überlassen, meine Konversation mit ihr vor seinem geistigen Auge zu vervollständigen.

In dem kleinen Büroraum war es etwas schwül. Mir fiel auf, dass sie keinerlei Schmuck trug, weder Halskette noch Fingerring. Frau Strör wies mir den Platz an dem geräumigen Schreibtisch ihr gegenüber und nachdem sie sich selbst gesetzt hatte, schob sie beide Ärmel ihres Blazers herunter. Dann machte sie eine kurze Bewegung mit der Mouse und blickte auf den Bildschirm, wobei sie ihre Zungenspitze ein kleines bisschen zwischen ihre sinnlich reizenden Lippen schob. Und jetzt fiel auch der Groschen, ich erinnerte mich, wer sie war. Vor mir saß das Hildchen!

Das Hildchen, Mechthild Gerdes, hatte eben diese Angewohnheit, zwischen den geschlossenen Lippen ihre kleine Zungenspitze vorwitzig hervorluken zu lassen, wenn sie überlegte oder eine kleine Tätigkeit vollführte. Sei das nun bei der Lösung einer Rechenaufgabe oder dem Befestigen ihre Rollschuhe an ihren zierlichen Füßen, Hildchens kleine Zunge nahm zwischen ihren Lippen stets Anteil. Die unmerklich vereinzelten Sommersprossen auf dem etwas zu fleischig kindlichen Nasenrücken waren auch noch vorhanden.

Spontan liefen Bilder unserer gemeinsamen Kindheit vor meinen Augen ab. Wir waren zehn Jahre alt. Schuster und Wollschläger, die beiden unangefochtenen Anführer unseres Jahrgangs, saßen auf der Sandsteinmauer am Johannisplatz und ließen ihre Beine baumeln. Zwischen ihnen stand ein Eimer Kirschen, aus dem sie sich bedienten, um sich im Kirschkernweitspucken zu messen. Polter und Jeromir markierten ihre jeweiligen Bestleistungen im Kopf-an-Kopf-Rennen und waren auch des Lobes voll, wenn ein Versuch unter der persönlichen Bestweite blieb.

Vor Luigis Eisdiele lehnte ich am Waschbeton des Blumenkübels, beobachtete den Wettstreit und verachtete Polter und Jeromir noch ein wenig mehr. Dann bemerkte ich, wie das Hildchen auf dem Fahrrad aus der Louisenstraße auf den Johannisplatz einbog. Es war völlig unerklärlich, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Aus heiterem Himmel stürzte Hildchen mit ihrem Fahrrad.

Schuster schlug sich auf den Oberschenkel und lachte. Aber Wollschläger stieß sich zum Sprunge mit beiden Armen von der Mauer ab und schlenderte zum verunglückten Hildchen. Sie hatte sich bereits wieder erhoben, achtete ihr leicht blutendes Knie nicht und wischte an ihrem Lackschühchen, dass wohl einen Kratzer abbekommen haben musste. Wollschläger stellte ihr Fahrrad wieder auf die Räder. Und Hildchen trat zu ihm, reckte sich auf ihren Zehnspitzen in die Höhe und gab ihm einen Kuss auf den Mund.

Welch eine Blamage für Wollschläger, in aller Öffentlichkeit von einem Mädchen derart bloßgestellt worden zu sein. An ihren Reaktionen erkannte ich, dass Schuster, Polter und Jeromir diesbezüglich ganz meiner Meinung waren. Ob sie auch den stechenden Schmerz, der meinen Körper gleichzeitig durchzuckt hatte, gespürt hatten, bleibt ihr Geheimnis.

Gerne wäre ich vertrauter mit Hildchen gewesen, aber sie beachtete mich nicht.

Frau Strör hatte ein Papierblatt auf dem Tisch gedreht und wies erklärend mit ihrem Kugelschreiber auf die Zahlenkolonne einer Tabellenspalte. Ich vermutete, dass sie mir die monatlich fälligen Zins- und Tilgungszahlungen bei gleichem Zinssatz und veränderter Laufzeit präsentierte, wenn ich denn eins ihrer Angebote annehmen würde. Währenddessen betrachtete ich ihre braunen, feingliedrigen Hände. Die Fingernägel waren blassrosa lackiert und glänzten. Die Verlockung war groß, ganz leicht über ihren Handrücken zu streicheln.

„Einmalige Sondertilgung ist in jedem Fall möglich. Selbstverständlich werden wir uns dann bei Bedarf auch über veränderte Annuität und Restlaufzeit unterhalten“, versprach sie mit liebenswürdiger Verbindlichkeit.

„Ja, sehr schön“, sagte ich und blickte auf ihre von ihrem Busen gespannte Bluse, ähnlich wie damals, als ich sie das letzte Mal sah.

Wir waren inzwischen dreizehn Jahre alt. In einem kleinen Waldstück hinter dem Fußballstadion befand sich der ideale Platz für unsere Cowboy- und Indianerspiele, in denen ich es allerdings nur bis zum räuberischen Comanchen, bestenfalls zum gutmütigen Schwarzfußindianer gebracht hatte.

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