Reiner Brinkmann - Opa, wann ist Corona vorbei?

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Opa, wann ist Corona vorbei?: краткое содержание, описание и аннотация

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Weg von bundesweiten Inzidenzwerten und Infektionszahlen geht es auf eine Reise in verschiedene Alltagssituationen im Corona Jahr 2020. Wir erleben Franz, der im Altenheim von der Pflegerin Marianne versorgt wird, Helmut, der seine Gastronomie schließen muss und die Schüler, Marten und Keno, die wieder eine ganz andere Sicht auf die Dinge haben. Sie alle sind nur einige der Protagnisten, die uns in ihr Leben schauen lassen und uns so auffordern wollen, über all das nachzudenken, was auch in Krisenzeiten zählt, was wir uns bewahren und worauf wir achten müssen. Denn es geht um so viel mehr, als um ein Virus. Es geht um uns.

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„Aber was machst du denn?" Manfred versucht sich Margret in den Weg zu stellen, die mit Möbelteilen beladen an ihm vorbeiläuft. „So geht das nicht. Er kann nicht zu uns. Wer soll sich kümmern. Wir arbeiten beide. Was ist denn in Dich gefahren? Er hat es doch gut." Jetzt bleibt sie stehen. „Er hat es gut?" Sie starrt ihn ungläubig an und lässt den Bücherstapel vor ihn auf den Boden krachen. „Deine beschissene Yuccapalme trägst du in der Wohnung umher. Suchst täglich einen neuen besseren Platz für sie aus und stehst nachts nochmal auf, wenn du vergessen hast, sie zu gießen. Vater ist eingesperrt in diesem Heim. Sie lassen uns nicht zu ihm. Uns, die engste Familie. Ich lasse ihn dort nicht verkümmern. Ich werde mich um ihn kümmern und keine Macht der Welt kann das

verhindern. Kümmere Du Dich um Deine Palme oder hilf mir." Sie steht jetzt ganz dicht vor ihm. Mit offenem Mund steht Manfred vor ihr, sieht die Tränen und die Verzweiflung in ihren Augen. Er macht einen kleinen Schritt auf sie zu, nimmt sie in den Arm, drückt sie an sich, fühlt ihre Wärme. „Was ist nur passiert mit unserer Welt. Ich verstehe nicht, was geschieht. Aber ob ich es verstehe oder nicht, ich helfe Dir."

Ihre Hand liegt schon eine Weile auf der Türklinke. Sie fühlt sich jetzt schon nicht mehr so kalt an, erwärmt durch Mariannes Hand. Sie blickt den Flur hinab. Der hintere Teil verdunkelt sich automatisch. Bewegungsmelder, auch wieder so ein neuer Spartick der Heimleitung. Und dann weiß sie es. Mit sicherer Hand entfernt sie ihre Gesichtsmaske, die in ihrer Kitteltasche verschwindet. Sie öffnet die Tür und tritt in das Zimmer.

Franz sitzt immer noch am Fenster. Inzwischen ist es draußen dunkel geworden. Er selbst und das erleuchtete Zimmer spiegeln sich in der Scheibe. Er hört, wie Marianne hereinkommt. „Abendessen, Franz, aber diesmal müssen Sie etwas mehr essen." Franz kennt den immer fröhlichen Ton ihrer Stimme. Er ist für ihn zu einer kleinen Sinfonie geworden, die ihn jedes Mal innerlich aufmuntert, wie das Vogelgezwitscher auf einem Waldspaziergang. Aber irgendwas ist anders. Es hört sich anders an. Irgendwie heller, lebendiger. Franz dreht sich ihr zu. Sie beugt sich zu ihm herunter und dann sieht er in ihr Gesicht. Die kleinen Fältchen in den Schläfen, lächelnde Augen, die Mundwinkel, die sich die Wangen hinaufziehen und ein warmes Lächeln freigeben. Ein Lächeln, das Franz seit Monaten nicht mehr gesehen hat und ihm einen Stich ins Herz gibt. Jetzt spürt er, wie sehr er es vermisst hat. Er spürt, wie seine Melancholie verfliegt, ergreift ihre Hand und sie lächeln einander zu wie zwei Verliebte.

Nach einem kurzen Moment, der Franz wie eine Stunde vorkommt, löst sie sich, schüttelt das Bett auf, zieht die Vorhänge zu und ordnet die herumliegenden Kleidungsstücke. „Ich komme gleich wieder. Guten Appetit, Franz. Ach ja, Ihre Tochter kommt übrigens morgen. Sie hat sich auch bei der Heimleitung angemeldet." Franz blickt ihr erstaunt nach. Sie zwinkert ihm zu und verlässt den Raum. Während sie sich ihre Gesichtsmaske wieder aufsetzt, ist sie sicher, alles richtig gemacht zu haben. Franz sieht auf seinen Abendbrotteller vor sich. Heute wird er nichts übriglassen.

001.2 Helmut

Helmut löscht das Licht. Der Gastraum mit seinen großen Tischen, dem gemauerten Kamin und der erst kürzlich neu aufgebauten modernen Thekenanlage verdunkelt sich. Eigentlich wäre hier jetzt Hochbetrieb gewesen. Helmut sieht es innerlich vor sich. Die voll besetzten Tische mit üppigen Fleisch- und Gemüseplatten, gut gelaunte Gäste vor Wein und gezapftem Bier. Er hört das Gemurmel, Lachen, Gesprächsfetzen, das Klimpern von Besteck und Geschirr, eine Anweisung aus der Küche an die Kellner, das Summen des Bondruckers, alles vermischt zu einem Rauschen von Geselligkeit und Gastlichkeit. Das ist sein Leben seit 36 Jahren. Helmut hat den Betrieb damals gekauft, ist aus seinem sicheren Job bei der Stadtverwaltung ausgestiegen und hat sich selbstständig gemacht. Die ersten fünf Jahre war es ein Kampf ums Dasein.

Jeder Tag war Arbeit. Jeder Tag, nicht jeder Werktag, wirklich jeder Tag, vor allem Sonn- und Feiertage, die Hauptarbeitstage in der Gastronomie. Helmut geht durch die Flure dem Ausgang entgegen. Beim Empfangstresen neben der Garderobe fällt sein Blick auf das Reservierungsbuch. Jede Seite ist voll beschrieben. Jeder Tag ausgebucht. Zweitausend Euro hat er investiert, um das Hygienekonzept umzusetzen. Getrennte Ein- und Ausgänge waren schon vorhanden. Er hat alles erarbeitet, abgestimmt mit dem Landkreis und dem Gesundheitsamt. Was hat es genützt? Es ist aus! Sie haben ihm die Tür zugemacht. Berufsverbot.

Helmut wendet sich um, geht durch die Küche in den Personalraum. Von dort führt auch eine Tür nach draußen. Sein Blick schweift durch den Raum über die Türen der Spinde mit den Namen seiner Angestellten. Eigentlich sind sie eine Familie. Die meisten sind mehr als fünf Jahre am Stück dabei. Einige schon zehn Jahre. Die meisten hat er auf Karte das ganze Jahr beschäftigt, obwohl vier Monate im Jahr Flaute ist. Doch die Überstunden der guten Monate hat sie immer durch die schwache Zeit gebracht.

Ein gutes Konzept war das. Alle waren trotz Saisonbetrieb das ganze Jahr angestellt, bekamen ihr Geld in den Flautemonaten weiter, zahlten durchgehend Sozialversicherungsbeiträge, waren abgesichert. Erst mit diesem Konzept konnte auch so etwas wie eine Familie entstehen. Es wurde sein Motto: ‘Nimm deinen Leuten die Angst, gib ihnen Sicherheit, steh zu ihnen und sie stehen zu Dir‘.

Helmut geht an den Spinden entlang. Sieht die Namensschilder. ‘Anna‘, sechs Jahre dabei, immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurde, auch spontan, wenn es mal sein musste. Sie hat noch eine andere Arbeit und konnte nur als Aushilfe angestellt werden. Der Zuverdienst plus Trinkgeld war für ihre Familie das Salz in der Suppe. Das bisschen Extra, das sie hatten, um sich mal zu gönnen, was für andere selbstverständlich ist. Jetzt hat sie nichts. Kein Ersatz, keine Kurzarbeit, keine Entschädigung, nichts. Durch das System gefallen. Es ist nicht ihre Schuld. Berufsverbot. Sie sucht gerade nach einer Putzstelle, wie alle. Helmut geht der Tür entgegen. Viele seiner Festangestellten sind auf Kurzarbeit. Helmut stockt ihre Gehälter auf 90% auf, schließlich steht der Weihnachtsmonat vor der Tür. Da brauchen alle ihr Geld besonders. Ist wahrscheinlich von der Regierung noch keinem aufgefallen. Sein Blick fällt auf die letzten beiden Spinde. ‘Carola‘ und ‘Ines‘. Helmut fühlt, wie Wut in ihm aufsteigt. Er musste ihnen zum Jahresende kündigen. In den Flautemonaten des ersten Quartals kann er nicht für alle Angestellten Arbeitsbedarf nachweisen. Sie haben sonst ja immer von ihren Überstunden gezehrt. Also keine Kurzarbeit, es blieb nur die Kündigung. Das haben die beiden nicht verdient. Aber sie haben es verstanden, hingenommen. Sie wussten, dass es Helmut unendlich schwerfiel, ihnen das Papier zu überreichen. Es ist so ungerecht. Warum trifft es immer die Falschen? Helmut ballt die Hände zur Faust. Dann tritt er raus ins Freie, atmet die kühle Luft des Novemberabends tief ein, schließt ab und macht sich auf den Heimweg. Die Straße ist leer. Nur wenige sind unterwegs. Ein einsamer Fahrradfahrer kommt ihm auf der gegenüberliegenden Straßenseite entgegen. Er hat sein Gesicht mit einer Mund-Nasen-Bedeckung verhüllt, hebt seine Hand, grüßt und ruft ihm zu: „Bleib gesund". Helmut sieht ihm schweigend hinterher. Dann setzt er seinen Gang fort, entschlossen, zügig, will nur noch nach Hause. „Hallo Helmut", die Ansprache bremst ihn aus. Erwin und Amelie, ein befreundetes Ehepaar haben ihn erkannt. Erwin und Helmut haben beide damals bei der Stadtverwaltung gelernt. Erwin ist bei der Stadt geblieben und mittlerweile im Vorruhestand. „Wie geht's denn so?" Gemütlich schlendern beide Arm in Arm auf ihn zu. „Naja, es geht", gibt Helmut zurück. „Ist ja schlimm für Euch im Moment", sagt Amelie, „die ganze Sache. Wir haben einen Gang durch die Stadt gemacht. Ist nichts los. Irgendwie blöd". „Ich bin nur froh, dass ich Rentner bin", lässt Erwin raus, „mein Geld läuft ja weiter". Das stimmt, denkt Helmut. Die Solidarität mit der Risikogruppe der Alten zahlen andere. „Ich muss weiter, wünsche Euch noch einen schönen Abend", Helmut wendet sich ab. Schließlich hat er seine Wohnung erreicht. Erleichterung überkommt ihn, als die schwere Holztür hinter ihm ins Schloss fällt. Später, im Schein der Küchenlampe bei einem Glas Rotwein, sitzt Helmut vor seinem Abendbrot. Ihm geht das Bild nicht aus dem Kopf. Der vermummte Fahrradfahrer, der ihm zuruft: „Bleib gesund", „Bleib gesund". Helmut greift zu Zettel und Papier. Er muss es loswerden. Warum nicht ein Gedicht?

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