Wir sind nie daran interessiert gewesen, eine große Anzahl von Menschen zu sammeln, um sich unseren Gemeinden anzuschließen, weil unser Herr gesagt hat, dass der Weg zum Leben schmal ist und dass nur sehr wenige ihn finden würden (Matthäus 7,14). Unser Ziel ist es daher gewesen, nur diese wenigen zu finden. Wir haben nicht nach Menschen Ausschau gehalten, die in den Himmel kommen wollen, wenn sie sterben, weil jeder auf Erden in den Himmel kommen möchte. Wir haben nur jene gesucht, die Jesus als voll ergebene Jünger hier auf Erden nachfolgen möchten, bevor sie sterben. Daher sind unsere Gemeinden keine Mega-Gemeinden und werden es nie sein.
Inspiriert vom Heiligen Geist sagte Paulus, dass wir (symbolisch gesprochen) Gemeinden entweder mit Gold, Silber und kostenbaren Steinen oder mit Holz, Heu und Stroh bauen können (1. Korinther 3,12-15). Man kann ein massives Gebilde (eine Mega-Gemeinde) bauen, wenn wir nicht die Bedingungen von Jüngerschaft und einem heiligen Leben predigen. Aber das wäre wie mit Holz, Heu und Stroh zu bauen. Das Feuer wird ein solches Werk an dem Tag, wenn Gott alle Gläubigen richtet, vollständig zerstören – so wie es die obigen Verse besagen. Aber ein kleines Werk, das auf der Verkündigung von Jüngerschaft und totalem Gehorsam gegenüber allen Geboten Christi – mit Gold, Silber und kostbaren Steinen – gegründet ist, wird unbeschadet durch das Feuer gehen und in Ewigkeit bestehen. Der weise Christ wird daher in seinem Werk nach Qualität und nicht nach Zahlen trachten.
Wir hätten (in einer falschen Demut) über all das, was Gott in unserer Mitte getan hat, stillhalten können. Aber dann:
1 Würden wir Gott der Ehre berauben, die ihm gebührt; und
2 Würden wir andere Gläubige der Herausforderung berauben, in unserer Zeit nach neutestamentlichen Prinzipien und Standards zu leben.
Wir müssen auch aus einem weiteren Grund betonen, was der Herr in unserer Mitte getan hat: Die nächste Generation von Gottes Volk muss diese Prinzipien verstehen und danach leben – damit auch sie zu ihren Lebzeiten wie Salz sein können, das seinen Geschmack nicht verloren hat.
Paulus hat nicht darüber geschwiegen, was die Gnade Gottes in ihm und durch seinen Dienst bewirkt hatte. Und auch wir werden das nicht tun. Und so sage ich auch wie Paulus es tat: „Niemand wird uns diesen Ruhm nehmen können“ (2. Korinther 11,10).
Wir werden weiterhin tun, was wir tun, um zu beweisen, dass das Werk des Herrn auch heute noch nach denselben Prinzipien getan werden kann, welche die ersten Apostel praktizierten.
* Diese Liste findet ihr auf unserer Webseite: https://deutsch.cfcindia.com/de/our-financial-policy
Kapitel 3
Das Prinzip der Inkarnation
Das fundamentale Prinzip von jedem wirkungsvollen Dienst ist das Prinzip der Inkarnation (Menschwerdung). Damit meine ich das Beispiel, das uns von unserem Herrn selbst gegeben wurde, als er die Herrlichkeit des Himmels aufgab und als ein Mensch auf der Erde lebte.
Paulus betete für die Christen in Kolossä wie folgt: „Wir bitten Gott, dass ihr sozusagen die Dinge aus seiner Sicht sehen mögt“ (Kolosser 1,9; J.B. Phillips).
Gott möchte unseren Sinn erneuern (unsere Denkweise verändern), damit wir anfangen, immer mehr so zu denken wie er denkt und allmählich jede Person, jede Sache und jeden Umstand aus seiner Sicht zu sehen. Das bedeutet es, in das Ebenbild Christi verwandelt zu werden und so zu wandeln wie Jesus gewandelt ist (1. Johannes 2,6). Unsere Verwandlung in das Ebenbild Christi beginnt in unserem Sinn (Römer 12,2).
Jesus kam so wie wir auf die Erde
Wir werden nicht in der Lage sein, die Herausforderung anzunehmen, so zu wandeln wie Jesus gewandelt ist, wenn wir nicht zuerst von der Heiligen Schrift überzeugt werden, dass er genauso wie wir auf die Erde kam. †
In Hebräer 2,17 (LUT) heißt es: „Daher musste er (Jesus) in allem seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes.“
In Philipper 2,6-7 heißt es: „Der (Jesus), als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.“
In seiner Person war Jesus immer noch Gott, als er auf Erden war, was durch die Tatsache bewiesen wird, dass er Anbetung akzeptierte, was in den Evangelien siebenmal erwähnt wird (Matthäus 8,2; 9,18; 14,33; 15,25; 20,20; Markus 5,6; Johannes 9,38). Aber er gab die Macht auf, die er als Gott hatte, als er auf der Erde war und nahm die menschlichen Begrenzungen an.
In Johannes 6,38 sagte Jesus: „Denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“
Jesus, der dem Vater und dem Heiligen Geist gleichgestellt war, hat in der ganzen Ewigkeit stets mit ihnen zusammengearbeitet. Ihr gemeinsamer Wille war immer derselbe.
Aber als Jesus als ein Mensch auf die Erde kam, hatte er genauso wie alle Menschen einen eigenen Willen. Das meint das Neue Testament, wenn es heißt „Jesus kam ins Fleisch“. Es ist absolut nichts Sündhaftes, einen eigenen Willen zu haben. Adam hatte seinen eigenen Willen, als Gott ihn erschuf und er war damals ohne Sünde.
Aber Jesus hat nie seinen eigenen Willen getan. Er tat stets den Willen seines Vaters. Daher hat er nie gesündigt. Wir sehen das am deutlichsten in seinem Gebet in Gethsemane, wo er sagte: „Vater, nicht wie ich will – sondern wie du willst… dein Wille geschehe“ (Matthäus 26,39.42). Als Gott den Vorhang im Tempel zerriss (Matthäus 27,51), hat er symbolisch gezeigt, dass Jesus während seines ganzen Erdenlebens den Vorhang seines Fleisches treu zerrissen hatte (er starb seinem eigenen Willen), und dadurch für uns einen neuen und lebendigen Weg aufgetan hat, auf dem wir wandeln können (Hebräer 10,20). Der Tod gegenüber dem menschlichen Eigenwillen ist das Kreuz, das Jesus jeden Tag trug, und er fordert jetzt auch uns auf, dieses Kreuz jeden Tag zu tragen (Lukas 9,23).
Es gibt einige Gruppen im Christentum, die fälschlicherweise lehren, dass Gott nicht aus drei Personen besteht, sondern nur eine Person mit drei Titeln ist. Sie lehren, dass Jesus selbst Vater, Sohn und Heiliger Geist ist – und daher taufen sie Menschen nur im Namen Jesu – entgegen dem Gebot Jesu in Matthäus 28,19, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes zu taufen. Sie erkennen nicht, dass sie damit leugnen, dass Jesus in das Fleisch gekommen ist. Wenn Jesus und der Vater dieselbe Person wären, dann hätte Jesus in Gethsemane zu sich selbst gebetet! Das ist lächerlich! Und seine Aussage in Johannes 6,38 würde dann in etwa so lauten: „Ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht damit ich meinen eigenen Willen tue, sondern um meinen Willen zu tun“! Auch das ist lächerlich! Somit leugnen jene, die die Dreieinigkeit leugnen in Wirklichkeit, dass „Jesus in das Fleisch gekommen ist“. Und das ist, so sagte Johannes, der Geist des Antichristen (2. Johannes 7). Wir müssen uns vor einer solchen falschen Lehre hüten.
Wenn jemand zu deiner Gemeinde kommt, der nur auf den Namen Jesu getauft wurde, dann musst du ihm zeigen, dass er dadurch unwissentlich den Vater und den Heiligen Geist abgelehnt hat. Er sollte dann richtig getauft werden, so wie es Jesus in Matthäus 28,19 befohlen hat.
Jesus wurde versucht wie wir, aber er hat nicht gesündigt
Die Bibel sagt in 1. Timotheus 3,16, dass das Geheimnis des Glaubens [der Gottesfurcht] in „Christus liegt, der in das Fleisch kam und seinen Geist rein bewahrte“. Und es heißt dort, „dass die Gemeinde ein Pfeiler und eine Grundfeste dieser Wahrheit sein soll“ (1. Timotheus 3,15).
Die Living Bible gibt diesen Vers wie folgt frei wieder:
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