Leo warnte mich vor dem Tittytainement Effekt . Die Ruhigstellung der Menschen, nimmt absurde Formen an. Die Qualität von Information und Unterhaltung wird von der digitalen Dauerberieselung erstickt.
Absurde Talkshows, mit extrovertierten Banausen, welche bewusstseinsmarode und gewissenlos, ihren Ego Trieb vor der laufenden Kamera darbieten und sich dabei auch noch für unersetzlich wichtig halten.
»Das Klicken an digitalen Geräten ist zur Sucht, nein vielmehr, zur Flucht geworden. Ein Weglaufen von dem Gefühl der Angst, in eine Überflüssigkeit und Nutzlosigkeit zu fallen. Angst ist der große Hemmschuh menschlicher Entwicklung. Wenn ihr geboren werdet, bringt ihr zwei Ängste mit - die vor Lärm und die Angst vorm Fallen - beides, erzeugt beim Geburtsvorgang.«
Wer kennt es nicht, wer hat diesen Traum noch nicht gehabt? Das Gefühl ewig zu fallen, ohne Boden. In der Stille liegt die Kraft. Im Lärm liegt die Gefahr. Ein stilles Gebet ist Meditation, ist ein Weg heraus, aus der Angst, hin zu sich selbst.
Leo erklärte mir, die Regeln der Zeit:
Zeit selbst kann sich nicht bewegen, sondern nur wir auf ihr. Die fortwährende Entstehung und Vergänglichkeit, ist der kosmische Atem, das kosmische Gesetz des Schöpfungsprinzips. Aktivität verkürzt sie, Langeweile verlängert sie.
Sie ist aber dehnbar, sie kann sich krümmen. So, wie die Menschen sich krumm machen. Jeden Tag, wenn sie zur Arbeit fahren. Kennst du die Rushour, Pit? Da fahren sie, in ihren Blechdosen , rauschen an sich selbst vorbei. Sind in ihrem Trott, in der Einförmigkeit gefangen.
Es gilt loszulassen. Lo s zugehen, um das eigene Gefängnis zu ver lassen . Sich selbst fallen lassen, hinein in die Zeit, die sich selbst nicht bewegt. Das irritiert euch so sehr, dass ihr die Uhr erfunden habt. Sozusagen als Ausrede: Ich habe keine Zeit.
Nimm sie dir, einfach! Sie wehrt sich nicht, genau wie die Liebe.
Leo erklärte mir ausführlich, die Regeln der Liebe.
Liebe schläft leicht ein. Ihr müsst sie immer wieder wecken.
1. Pflicht ohne Liebe macht verdrießlich
2. Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos
3. Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart
4. Wahrheit ohne Liebe macht kritisch
5. Erziehung ohne Liebe macht widerspenstig
6. Klugheit ohne Liebe macht gerissen
7. Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch
8. Ordnung ohne Liebe macht kleinlich
9. Sachkenntnis ohne Liebe macht hochmütig
10. Besitz ohne Liebe macht geizig
11. Glaube ohne Liebe macht fanatisch
Da hatte Leo etwas Wahrhaftiges gesagt. Ich kenne genug Beispiele aus dem Leben:
Beamte, die nur ihre Lebensarbeitszeit absitzen, werden zu Sadisten, ohne jegliches Mitgefühl, mit ihren auferlegten Regeln, weil sie ihre Arbeit nicht lieben.
Eltern, die nicht auf ihre Kinder hören, weil sie sich vor lauter Verantwortung, dazu nicht trauen.
Kinder, die Eltern zur Weißglut bringen, weil ihre Eltern sie nicht lieben, Schlaue Menschen, die ihre Klugheit missbrauchen, um andere zu betrügen.
Richter Gnadenlos, der Jeden verurteilt, um seinen eigenen Frust abzubauen, und sich dabei, hinter den Gesetzen versteckt.
Freundliche Gesichter, die hinter deinem Rücken, über dich lästern. Dein Klassenkamerad, der dich nicht abschreiben lässt, weil er der Beste sein will.
Die Ordnungshüter, die keinen Spielraum sehen, weil sie sich nicht trauen, eigene Entscheidungen zu treffen.
Raffgierige Manager, die Steueroasen missbrauchen, um ihre Gewinne zu maximieren, anstatt die Gemeinschaft - von Der und mit Der sie leben - mitzufinanzieren.
Religiöse Fanatiker, die alles töten, was nicht in ihr Glaubensschema passt. Die Liste könnte ich noch lange erweitern. Aber ich will ja das Gegenteil, Good News, keine Bad News. Einfach Liebe.
Liebe ist etwas, auf das man keinen Einfluss hat, sondern etwas, das einen findet. Ohne Grund, ohne Kommentar und ohne, dass man sich dagegen wehren kann. Mit der Liebe ist es so, wie mit schöner Musik. Man kann sie nicht erklären, sie trifft einen wortlos, mitten ins Herz. Alles was man dazu braucht, ist dafür offen zu sein.
Selbst Albert Einstein löste sich dafür von seiner Physik. Er spielte seinem zweiten, jüngeren und an Schizophrenie erkrankten Sohn, Eduard Einstein, in der Nervenheilanstalt, anstatt mit ihm zu reden, lieber ein Geigenstück vor.
Leo gab mir einen einfachen Ratschlag:
»Liebe wehrt sich nicht. Nimm sie dir einfach! Lasse sie zu. Fang an, mit deiner Eigenen.«
Ich war überwältigt. Mit neuer Liebe im Herzen, mit Schmetterlingen im Bauch, wie Florence Converse es in ihrem Buch: House of Prayer, schon 1908, beschrieb. Mit diesem eigenartigen Kribbeln in der Magengegend, mit diesem Kribbeln im Bauch, entschied ich mich ganz leicht dafür, frei zu sein.
Ist ein Mensch verliebt, dann befindet sich der Körper und die Seele dieses Menschen in einem Ausnahmezustand. Die Nervenzellen, in den Urgründen des Gehirns, die für Emotionen und Gefühle zuständig sind, setzten eine Vielzahl an chemischen Botenstoffen, die Endorphine frei.
Diese Glückshormone laufen dann die Nervenbahnen am Magenraum entlang und lösen dadurch das berühmte Kribbeln im Bauch aus.
Ich hatte soviel Liebe in mir, dass machte mich besonders stark und mutig. Ich stellte meine mentalen Fühler auf Abflug, schnell weiter zuhören, bei Leo.
Rezept1: Scharfer Spargel
Spargel macht Lust. Egal ob weiß oder grün: Spargel bringt den Wasserhaushalt des Körpers in Schwung, ist kalorienarm und hat eine erotisierende Wirkung. Aphrodisierende Gewürze verstärken diesen Effekt.
Ingwer: Die gelbliche Wurzel gilt als Aphrodisiakum. Ihre scharfen Bestandteile und ätherischen Öle wirken stimulierend und bringen den Kreislauf auf Trab. Sein Genuss soll bei Männern Zärtlichkeit und Empfindsamkeit fördern, bei Frauen hingegen die sexuelle Aggressivität steigern.
Chili: Randvoll mit euphorisierenden Alkaloiden, stoffwechselförderndem Capsaicin und Vitamin C. Auf scharfe Geschmacksnuancen reagiert der Körper zunächst mit Schmerzempfinden, und dann mit der Ausschüttung von Endorphinen, körpereigenen Glücksopiaten. Chili macht heiß, in jeder Hinsicht.
Muskat: Die Tropennuss enthält ein natürliches Halluzinogen mit stark stimmungssteigernder Wirkung. Sparsam eingesetzt "öffnet er das Herz des Menschen und läutert sein Gefühl", befand Hildegard von Bingen.
Zutaten:
Für 2 Personen: 1 bis 1,5 Kg frischen Spargel, 1-1,5 Liter Wasser, 1 TL Salz, 1 Prise Zucker, 1 TL Butter oder Öl. Ingwer, Chili, Muskat.
Für die Béchamelsoße: 15-20 g Butter,15 g Mehl, 15-20 g Schinken, 1 nußgroßes Stück Zwiebel, 1/2 Tasse Milch oder Sahne, 1 EL geriebener Parmesankäse, Salz und Pfeffer, Fleischbrühe, etwas Wasser und aphrodisierende Gewürze.
1. Spargel kochen:
Spargel waschen, schälen und ggf. bündeln. Spargel in das kochende Wasser geben, dem Salz und Zucker und wenig Butter oder Öl zugegeben wurde. Spargel - je nach Wunsch - ca. 15-25 Minuten kochen lassen. Anschließend den fertigen Spargel vorsichtig mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und auf einer vorgeheizten Servierplatte anrichten.
2. Zubereitung der Béchamelsoße:
Die Zwiebel wird in Scheiben geschnitten, der Schinken in Würfel. Dann dämpft man beides in der zerlassenen Butter hellgelb, gibt das Mehl darüber und lässt es anziehen.
Anschließend mit Brühe und Milch löschen, Käse und Gewürze hinzugeben und langsam durch kochen lassen. Die Sauce nun durch ein Sieb ziehen. Den Rückstand im Sieb kann für Fleischspeisen oder Suppen verwendet werden.
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