Günther Kernhoff - Das letzte Opfer

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Der Roman schildert sehr eindringlich den Fall eines unbescholtenen DDR Bürgers. Als Findelkind bei einer Familie aufgenommen, kommt Jahrzehnte später heraus, dass er der Sohn ehemaliger jüdischer Nachbarn ist. Seine Frau wendet sich von ihm ab. Ihr Vater war im Nazireich Blockleiter und wurde nach Kriegsende in russische Lager gesteckt. Die Schuld an seinem Tod schob Helga immer den Juden zu. Jetzt sähe sie ihren Gatten lieber tot, als an ihrer Seite. Auch die gemeinsame Tochter hat schwer unter ihr zu leiden.

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Es gab eine Reihe von Gesetzen, welche mit dem Ziel erlassen wurden, die jüdische Bevölkerung immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben auszuschließen.

So gab es Ausgehverbote in den Nachtstunden und vieles andere mehr. Bei Übertretung der Anordnungen kam es zu Verhaftungen und nicht nur dann. Die jüdischen Menschen waren vogelfrei. Das alles gipfelte in der sogenannten Kristallnacht am neunten November des Jahres 1938. Die Synagoge der Kreisstadt brannte lichterloh. SA-Leute drangen unter dem Jubel zahlreicher Gaffer in die jüdischen Häuser ein, zerschlugen die Möbel und Einrichtungsgegenstände und zwangen die Bewohner auf die Straße. Viele Menschen wurden verhaftet oder an Ort und Stelle getötet.

Joseph Althöver ging es nicht anders als seinen Leidensgenossen. Auch er wurde mit seinen Angehörigen aus dem Haus gejagt, und das Geschäft und die darüber liegende Wohnung glichen einem Trümmerhaufen. Die Zerstörungswut der SA-Männer kannte keine Grenzen. Die Bewohner fanden sich auf der Straße wieder, wo sie von den dort befindlichen Menschen ebenfalls verhöhnt und belästigt wurden. Joseph gelang es trotz des allgemeinen Tumults oder gerade deshalb, sich und seine Angehörigen unbemerkt in Sicherheit zu bringen. Sie versteckten sich in einer naheliegenden Häusernische und warteten ab, bis die SA-Schergen weiter gezogen waren. Als die Lage sich dann etwas beruhigt hatte, überzeugte sich Joseph erst einmal, ob sie vollzählig waren. Es waren neun Personen, Joseph, seine Frau, sowie seine zwei Söhne und zwei Töchter, alle schon erwachsen, weiterhin sein Angestellter mit Frau und einer zwölfjährigen Tochter. Sie standen alle dicht gedrängt in der Häusernische und zitterten vor Angst und Entsetzen über das Vorgefallene. Joseph jedoch befühlte den Schlüsselbund in seiner Hosentasche und ergriff die Initiative.

„Sobald es etwas ruhiger geworden ist, werden wir uns trennen und uns zu Nathanels Hof begeben.” Er beschrieb ihnen den Weg dorthin.

“Auch im Zug verteilen wir uns auf verschiedene Abteile”, sagte er abschließend. So machten sie sich auf den Weg und fielen auch nicht weiter auf, denn einen Judenstern zu tragen war zu damaliger Zeit noch nicht Pflicht. Als die heimatlosen Flüchtlinge nacheinander in Windhusen angekommen waren, meldete sich Joseph zunächst beim Bauern Fritz Weinert, der, wie er wusste, ein Helfer war. Auch sonst war hier alles ruhig, und von den turbulenten Ereignissen des Tages nichts zu spüren. So fanden sie erst einmal Unterkunft auf Nathanels Bauernhof.

Anderntags fand sich Bauer Fritz in den Vormittagsstunden bei den Neuankömmlingen auf Nathanels Hof ein, und konnte erkennen, dass sich die ganze Gesellschaft etwas beruhigt hatte. Sie waren froh, aus der Schusslinie gekommen zu sein, hatten gut geschlafen und versuchten, sich häuslich einzurichten. Bauer Fritz nahm Joseph beiseite und begann, ihm die Sachlage zu erklären:

“Ich bin bereit, euch zu helfen, kann euch aber nicht verstecken, das würde nicht unbemerkt bleiben. Meine Leute arbeiten auf dem Hof, sie würden euch zwar nicht bewusst denunzieren, aber ein unbewusstes Wort reicht manchmal schon aus..”

“Aber was soll nun werden, wir sind völlig hilflos und fallen euch nur zur Last”, wandte Joseph ein.

Bauer Fritz beruhigte Joseph, der ihn bei seiner Bemerkung ängstlich angestarrt hatte.

“Ich werde euch beim Blockleiter im Dorf anmelden, als Zwangsarbeiter auf Nathanels verlassenem Hof; ich schaffe die Arbeit dort mit meinen Leuten ohnehin nicht mehr.”

Und so geschah es dann auch. Bauer Fritz konnte den Blockleiter, welchen er von früher gut kannte, überzeugen, dass auf dem Hof die notwendigen Arbeitkräfte dringend gebraucht wurden. Ein Teil seiner Leute war eingezogen worden und die zusätzliche Arbeit einfach nicht mehr zu schaffen.

Der Blockleiter schnaufte. “Das mir keine Klagen kommen, das Judenpack soll arbeiten, außerdem hast du mir wöchentlich Bericht zu erstatten!”

So lebten die neun flüchtigen Personen auf Nathanels Bauernhof und wurden auch nicht weiter behelligt.

Inzwischen war der 2. Weltkrieg ausgebrochen und in den von Deutschland eroberten und besetzten Gebieten wurden die Juden gnadenlos verfolgt, deportiert und umgebracht. Das war im sogenannten Reichsgebiet zunächst noch völlig anders, auch hier wurden die jüdischen Menschen diskriminiert und verfolgt, aber es kam vorerst nicht zu Deportationen, sondern überwiegend zu Arbeiteinsätzen in der Rüstungsindustrie, also zur Zwangsarbeit. Es gab aber auch Verhaftungen mit Einweisung in die Konzentrationslager. Das war meistens dann der Fall, wenn eine sogenannte Straftat vorlag, das heißt, es wurden die einschränkenden Vorschriften nicht eingehalten, und es gab häufig Denunziationen.

Ganz anders verhielt es sich in der Gegend um Windhusen.

Die Bauern hielten dicht, Joseph und seine Leute bewirtschafteten den Hof. Bauer Fritz erstattete einmal in der Woche seinen Rapport mit der Aussage: “Keine besonderen Vorkommnisse, Parteigenosse Blockleiter!”

Einmal musste er jedoch notgedrungen einen Zugang melden, ein Geschäftsfreund von Joseph hatte mit seinen Angehörigen den Weg zu Nathanels Hof gefunden. Der Blockleiter tobte, akzeptierte aber den Zugang, weil er meinte, dass der ganze “Spuk” ohnehin nicht mehr lange dauerte. Man würde die Leute demnächst “verschicken”. Auf dem Hof lebten jetzt achtzehn Menschen, sie hatten sich alle den seit dem Herbst 1941 obligatorischen gelben Judenstern an ihre Kleidung genäht. Sie verließen den Hof nur, um die notwendigen Arbeiten auf den Feldern zu erledigen. Auch ihre jüdischen Bräuche konnten sie in bescheidenem Maße pflegen, jedoch nur im Hause. So gab es sogar eine Hochzeit, allerdings nicht unter der Chuppa, dem Hochzeitsbaldachin im Freien. Sie waren als Zwangsarbeiter geduldet und wurden nicht weiter behelligt. Im Stillen hofften sie, dass sich die Lage für sie mit der Zeit doch wieder etwas normalisieren würde.

Die Wirklichkeit sah aber ganz anders aus. Auf der Wannseekonferenz im Januar 1942 wurde die Deportation auch der deutschen Juden beschlossen, und es wurde auch sofort damit begonnen. Vorerst aber nur in den Ballungsgebieten und nicht so intensiv auf dem Lande. Im Jahre 1943 nahm der Kriegsverlauf für Nazideutschland eine negative Wende, dennoch glaubten viele Leute immer noch an den Endsieg. Der Hass auf alles Fremdländische, angeheizt durch die Propaganda, nahm dabei immer weiter zu. Den Leuten wurde eingebläut, dass die Juden an der ganzen Misere die Hauptschuld trugen.

In Windhusen war immer noch alles verhältnismäßig ruhig. Bauer Fritz musste dem Blockleiter sogar zwei Neugeborene melden, erst ein Mädchen und nach einem Jahr einen Jungen. Der Blockleiter bekam zwar jedes Mal einen Wutanfall und brüllte herum, dass das Hurenpack ohnehin bald verschwinden würde, ließ es dabei aber bewenden. Bauer Fritz erzählte den Leuten natürlich nichts davon, ermahnte sie aber zu erhöhter Wachsamkeit. So kam das Frühjahr 1944 und eines Tages erschien Bauer Fritz mit einem Schreiben auf Nathanels Hof. Darin wurde den Leuten mitgeteilt, dass sie abgeholt und in ein Arbeitslager eingewiesen würden. Bereits am nächsten Tag sollten die achtzehn Erwachsenen und zwei Kinder abgeholt werden. Persönliche Sachen könnten sie mitnehmen.

Bauer Fritz sagte bei der Übergabe des Schreibens nur noch: “Ich kann jetzt nichts mehr für euch tun.”

Dann verabschiedete er sich von Joseph und den Anderen. Es war ein denkbar trauriger Abschied, trotzdem wünschte er ihnen alles Gute.

Die kleine Gesellschaft hatte die Nachricht wie ein Schlag getroffen, sie waren wie gelähmt. Kein Mensch sagte ein Wort und so gingen sie daran, ihre Sachen zusammen zu suchen. Danach forderte Joseph sie auf, sich im großen Wohnzimmer zum Gebet zu versammeln. Dort blieben alle sitzen, an Schlaf war ohnehin nicht mehr zu denken. Es wurde später Abend und ging bereits gegen Mitternacht. Maria, die junge Mutter hatte die anderthalb jährige Elsa auf ihrem Schoß zu sitzen. Das Mädchen stellte dauernd Fragen, die seine Mutter flüsternd zu beantworten suchte. Der fünf Monate alte David lag im Kinderwagen und schlief. Maria schob den Kinderwagen trotzdem hin und her und wurde dabei immer schneller. Plötzlich sprang sie auf, setzte die kleine Elsa auf den Stuhl, nahm den schlafenden David aus dem Kinderwagen, wickelte ihn in eine Decke und verließ mit dem Kind im Arm das Zimmer. Alle sahen überrascht auf, dachten sich aber nichts weiter dabei und nahmen an, sie wolle das Kind in sein Bettchen bringen. Maria aber verließ mit ihrem Kind das Haus und begab sich zum nachbarlichen Hof. Der Vorarbeiter von Bauer Fritz bewohnte mit seiner Frau und acht Kindern ein Häuschen neben dem Hauptgebäude. Dieses Häuschen steuerte Maria an. Der Hofhund bellte, doch er kannte Maria und beruhigte sich wieder, als er ihre Stimme hörte. Maria öffnete die Tür des Häuschens, sie war nicht abgeschlossen, das war auf dem Land so üblich. Dann befand sie sich in einem kleinen Vorraum. Es war stockfinster, aber sie wusste, wo die schmale Treppe war. Sie hauchte dem schlafenden David einen Kuss auf die Stirn, dann legte sie das Bündel auf die unterste Treppenstufe. Darauf verließ sie schnell den Raum und kämpfte mit den aufsteigenden Tränen.

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