Rosemarie Stucki-Maurer - Marie Luise

Здесь есть возможность читать онлайн «Rosemarie Stucki-Maurer - Marie Luise» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Marie Luise: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Marie Luise»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Diese Erzählung bringt das Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf eindrückliche Weise zurück.
Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht Marie Luise, meine Grossmutter, die mir an den langen, dunkeln Winterabenden während des Zweiten Weltkrieges die schicksalshafte Geschichte ihrer Jugend erzählt. Bilder von grosser Intensität und Farbigkeit sind da entstanden.
Marie Luise wächst in einfachen Verhältnissen in einem Försterhaus auf. Sie muss zur Schule und lernt Benedikt, den jüngsten Sohn des benachbarten Bauern kennen. Diese Freundschaft trägt sie durch ihre Kindheit und Jugend, bis Benedikt auf Grund fehlender Perspektiven in der Schweiz im fernen Amerika eine Existenz für beide aufzubauen versucht.

Marie Luise — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Marie Luise», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Ihr Bett, in dem schon ihre Grosseltern ihr Eheleben lang geschlafen hatten und in dem sie auch gestorben waren, bevor Luise auf die Welt gekommen war, war ehedem aus rohem Tannenholz. Die Eltern hatten es zu abgenutzt befunden für ihr Töchterlein. So strich Vater Schmid das Bett und gleich auch noch eine Kommode weiss an, und verpasste auch einem kleinen Tischchen und einem alten Stuhl die gleiche Farbe. So schien es, als ob die alten Stücke schon immer zusammengehört hätten. Nachdem er aus der verrussten Dachkammer mit unzähligen Eimern heissen Wassers den gröbsten Dreck gewaschen hatte, verwandelte er den heruntergekommenen Raum mit Unmengen weisser Tünche in ein freundliches Kinderzimmer. Mutter Verena hatte Bettbezüge genäht aus weissem Stoff, der mit blauen Röschen bedruckt war. Sogar ein kleines, flaches Kissen für den Stuhl hatte sie mit dem gleichen Stoff bezogen. Den Behang für die Wand neben Luises Bett hatte die Mutter an langen Winterabenden beim dürftigen Licht der Petroleumlampe, liebevoll mit der ersten Zeile des 23. Psalms bestickt:

Der Herr ist mein Hirte

Luise konnte noch nicht lesen. Das, was die Mutter damit zum Ausdruck bringen wollte, begriff sie viel besser durch ein kleines Bild, das über dem Tischchen hing: Nahe an einem Abgrund standen zwei ahnungslose Kinder. Hinter ihnen breitete ein Schutzengel seine Flügel aus und bewahrte sie so vor dem Sturz in die Tiefe.

Auf dem kleinen Tisch stand das, was bis gestern abend Luises stolzester Besitz gewesen war: Ein Waschgeschirr aus weissem Steingut. Eine Schüssel und ein Krug, eine kürzere Schale für die Seife und eine längere für den Kamm, mit gelben Rosen und grünen Blättern bemalt, so naturgetreu, dass man fast fürchtete, sich an den Dornen zu stechen. Sie hatte die Garnitur letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt bekommen. Benedikts Mutter, die die Herrlichkeit bewundern durfte, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und rief aus: „Also wirklich, das ist eine Waschgarnitur für eine richtige Prinzessin!“. Ob Mutter Baumann das auch von ihrer Schultasche sagen würde? Aber Prinzessinnen mussten sicher nicht zur Schule. Energisch schob Luise die Decke zurück. Brrr.. war das kalt. Wie gut, dass Mutter Verena einen dicken, blau-weissen Teppich gewebt hatte! In der ganzen Bekanntschaft hatte sie nach alten Kleidern in den entsprechenden Farben gefragt. Es hatte Jahre gedauert, bis sie genug für den Teppich zusammen hatte. Jetzt aber schützte er Luises bettwarme Füsse vor der Kälte des Dielenbodens.

Schnell zog sie sich an. Mit den Knöpfen an ihrer Unterwäsche hatte die Kleine noch ihre liebe Mühe, besonders mit den verflixten Dingern im Rücken. Aber sie schaffte es. Sie zog das dunkelgrüne Hängerkleidchen an das ihr die Mutter zurechtgelegt hatte und band die Schürze um. Gegen die Morgenkühle legte sie sich noch das gestrickte Dreiecktuch – das Seelenwärmerli, um die Schultern. Sie öffnete das Fenster. Keine leichte Sache! Es war angefroren. Die kleinen Scheiben dicht mit Eisblumen bedeckt. Diese entzückten das Kind jeden Tag aufs neue. Immer wieder anders sahen die herrlichen Blumen aus, die der Frost auf die Scheiben malte. Luise sah nur einen schmalen Streifen der Landschaft. Das Laubengeländer versperrte ihr einen Teil der Sicht von unten, das tief herabgezogene Dach von oben. Das Dach hatte mit der Zeit die Farbe gewechselt. Vor dem Einzug des neuen Försters hatte die Forstverwaltung beschlossen, das Dach neu decken zu lassen. Das alte Stroh war wellig geworden und auf der Nordseite, wo Moos und Hauswurz darauf wuchs, halb verfault.

Das war nun auch schon wieder ein paar Jahre her, und das ehemals goldgelbe Stroh wurde nach und nach silbergrau. Aber es lag dicht und gesund auf den uralten Balken und schützte vor Sonne, Wind und Regen. Jetzt hatte sich das Dach zusätzlich einen dicken Mantel aus Schnee übergezogen. Kristalle funkelten in der eben aufgehenden Sonne. Eine von Nachbars Tauben landete auf dem Laubengeländer. Luise musste lachen als sie zusah, wie der Vogel, als wäre er betrunken, durch den Schnee watschelte und seine Füsschen ein filigranes Muster hinterliessen.

Drüben bei Baumanns kräuselte sich der Rauch nur zögernd in den fahlen Winterhimmel. Eben fuhr Lukas, einer der Knechte, der erstaunlicherweise genau gleich hiess wie der Mann, der die Weihnachtsgeschichte aufgeschrieben hatte, die der Vater gestern Abend vorgelesen hatte, dampfenden Mist aus dem Stall. Unverzüglich machte sich eine Schar Spatzen lärmend darüber her.

Luises Welt war in Ordnung.

Kaum hatte die kleine Familie ihr Frühstück beendet, klopfte jemand an die Tür. Ein bisschen verlegen, kam Benedikt herein. „Guten Morgen! Ich bin wohl ein bisschen zu früh dran?“. Vater Schmid lachte: „Dich sticht dänk der Gwunder!“. Benedikt war ein bisschen verlegen. Auch seine Mutter hatte gefunden, es wäre unanständig früh für einen Besuch bei Schmids. Aber er war überzeugt, dass er zu jeder Tageszeit bei seinen Nachbarn willkommen war. Er kam wegen dem Christbaum. Ein Christbaum! So etwas hatte er noch nie gesehen. Vater Schmid hatte ihm jedoch schon vor ein paar Tagen unter Männern anvertraut, dass Luischen dieses Jahr so ein neumodisches Wunderding bekommen würde. Luise rutschte eilig von der Bank: “ Komm Benedikt. Ich zeige ihn dir.“ Sie ging ihrem Freund voraus in die Stube. Im matten Licht des eben erst werdenden Tages, stand das Bäumchen im Winkel. Staunend standen die beiden Kinder davor. Benedikt seufzte: „Das isch s’Zäni.“ Leider sind die Kerzen heruntergebrannt, entschuldigte sich Luise. „ Aber heute abend kommt ihr ja herüber.“ „Ja, und Mutter wird neue Kerzen mitbringen, wenn die dann brennen, wird es ganz besonders schön werden“ freute sich Benedikt.

Auf dem Baumannhof gab es zu Weihnachten viel Gutes, aber einen Christbaum hatte es noch nie gegeben. Vielleicht konnte er seine Mutter nächstes Jahr auch dazu überreden? Nun konnte Luise ihre Neuigkeit nicht länger zurückhalten. „Warte, ich zeige dir, was ich geschenkt bekommen habe!“. Das Gadenloch war bereits wieder geschlossen und sie musste vom Hausgang her über die schmale, steile Treppe in ihr Kämmerchen hinaufsteigen, um den Schulsack zu holen. Stolz hängte sie ihn um die Schultern, und wie s’Bisiwätter war sie wieder unten bei ihrem Freund. Der enttäuschte sie nicht. Der Mund blieb ihm offen stehen vor Ueberraschung. „Du hast einen Tornister bekommen - hols der Güggel!“ Benedikts Bewunderung war aufrichtig. Gekonnt schwang Luise den Gegenstand ihres Stolzes von ihrem schmalen Rücken, öffnete ihn und zeigte Benedikt auch noch den Inhalt. An der neidlosen Mitfreude des Jungen konnte man unschwer ermessen, wie sehr er dem Mädchen zugetan war. „Jetzt freust du dich doch sicher auf die Schule? „Ja, schon“ sagte sie zögernd. „Du musst keine Angst haben. Ich bin ja da und werde auf dich aufpassen.“

Luise spürte, dass es Benedikt Ernst war mit seinem Versprechen und ihr wurde leichter ums Herz. Überhaupt! Es war noch lange hin, bis zum Frühling. Es war dumm, jetzt schon daran zu denken – wo doch Weihnachten war.

Noch bevor sich die Abenddämmerung richtig ausgebreitet hatte, wurde es im kleinen Weiler unruhig. Auf dem Baumannhof wurden Pferde aus dem Stall geholt und vor Schlitten gespannt. Alle würden sie in die Stadt zur Kirche fahren. Im Reitwägelchen würden die Eltern Baumann mit den Förstersleuten Platz nehmen. Ein robuster Schlitten, auf dem sonst Holz befördert wurde, würde die Jungmannschaft zur Kirche bringen. Dieses Vergnügen gab es nur einmal im Jahr. Und das auch nur, wenn genug Schnee lag. An gewöhnlichen Sonntagen machte man sich zu Fuss auf den Kirchweg. Ruedi, Baumanns Ältester, befestigte die blankpolierten Schlittenglocken am Zaumzeug der Pferde. Luise, eingehüllt in ihr Mäntelchen, wohlversehen mit Mütze, Handschuhen und einem meterlangen Schal, konnte es kaum erwarten. Es dauerte ihr viel zu lange, bis Ruedi endlich die Zipfelmütze aufsetzte, nach der Peitsche griff und rief „Alles aufsteigen – Platz nehmen bitte!“ Das Platznehmen war ein bisschen schwierig. Die Grösseren setzten sich auf den Boden des Schlittens, suchten Platz für ihre Beine, und nahmen die Kleineren auf den Schoss. Bequem war es nicht, aber trotzdem für alle eine Heidengaudi.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Marie Luise»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Marie Luise» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Marie Luise»

Обсуждение, отзывы о книге «Marie Luise» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x