Rosemarie Stucki-Maurer - Marie Luise

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Diese Erzählung bringt das Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf eindrückliche Weise zurück.
Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht Marie Luise, meine Grossmutter, die mir an den langen, dunkeln Winterabenden während des Zweiten Weltkrieges die schicksalshafte Geschichte ihrer Jugend erzählt. Bilder von grosser Intensität und Farbigkeit sind da entstanden.
Marie Luise wächst in einfachen Verhältnissen in einem Försterhaus auf. Sie muss zur Schule und lernt Benedikt, den jüngsten Sohn des benachbarten Bauern kennen. Diese Freundschaft trägt sie durch ihre Kindheit und Jugend, bis Benedikt auf Grund fehlender Perspektiven in der Schweiz im fernen Amerika eine Existenz für beide aufzubauen versucht.

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Unter dem Baum lagen die Pakete in braunes Packpapier eingeschlagen. Nur ein winziges Päckchen hatte eine farbige Hülle und war mit einem feinen Bändchen umschnürt. Nach diesem griff der Vater nun zuerst, und überreichte es seiner Verena. Mit geschickten Fingern löste sie den Knoten. Sorgfältig legte sie Papier und Schnürchen beiseite. Ein winziges Kästchen kam zum Vorschein. Sie klappte den Deckel hoch. Auf schwarzem Samt lag eine kleine silberne Uhr. Sie hing an einer Kette, die so feingliederig war, wie Verena noch keine zuvor gesehen hatte. Das Zifferblatt hatte römische Zahlen. Verena sagte, sie hätte sich nicht denken können, dass es etwas so Schönes geben könnte.

Joseph Schmid liess keinen Blick von seiner Frau. Er liebte ihre schlanke, hohe Gestalt, die Form des Kopfes mit dem vollen, dichten Haar, das die Farbe reifer Kastanien hatte. Sie umrahmten die schmalen Wangen und waren im Nacken zu einem schweren Knoten zusammengedreht. Ihre Augen hatten es ihm ganz besonders angetan. Sie waren sternenklar, von einem ganz intensiven Braun. Am anrührendsten erschien ihm aber immer ihr Lächeln. Es wärmte sein Herz. Er musste sie berühren. Sanft strich er ihr über den Nacken und legte dann den Arm um sie. Verena nahm das Kleinod aus dem Schächtelchen und legte es auf die flache Hand, um es Luischen zu zeigen: „Hast Du schon einmal etwas so Wunderbares gesehen?“ Luises Bewunderung für das Geschenk war rückhaltlos. Sie freute sich herzlich für ihre Mutter als der Vater nach der Kette griff, um sie liebevoll um den Hals seiner Frau zu legen; stolz und zufrieden, dass seine Gabe die Augen seiner Verena so zum Leuchten bringen konnte. Nun wollten die Eltern ihr kleines Mädchen nicht länger warten lassen.

Die Mutter langte ein sorgfältig verschnürtes und mit einem kleinen Tannenzweig geschmücktes Paket, unter dem Baum hervor und legte es in Luises Hände. Mit vor Aufregung steifen Fingern löste sie ungeduldig die Schnur, nahm sich aber dann doch die Zeit um diese sorgfältig aufzuwickeln, bevor sie das Papier von ihrem Geschenk streifte. Ein Schulsack kam zum Vorschein! Einer der modernen Art, die man auf dem Rücken tragen konnte. Und er war aus Leder! Die Kleine war sprachlos. Vorsichtig strich sie mit der Hand über die feine Oberfläche. Solche Schultaschen hatten sonst nur Stadtkinder, aus wohlhabenden Familien.

Benedikt, der Nachbarjunge, der bereits in die dritte Klasse ging, hatte wie seine Brüder vor ihm, nur eine Stofftasche, genäht aus einem noch gut erhaltenen Stück Matratzendrillich. Und sie, Försters Luise bekam nun etwas so Schönes. „Mach auf!“ ermunterte sie der Vater. Die feinen Finger zitterten einwenig, als sie das Riemchen aus der Lasche löste. Aus dem verheissungsvollen Innern holte sie zwei Sachen hervor: Eine „doppelstöckiges“ Griffeldruckli aus Holz, deren oberer Teil sich ausschwenken liess, und ein rundes Büchslein aus weissem Blech, auf dessen Deckel ein Bild eingeprägt war: Ein Mädchen, das unter einem Baum mit überhängenden Zweigen sass. Im Döschen lag ein winziger Schwamm. Das Kind war so in stummes Entzücken versunken, dass sich die Eltern glücklich in die Augen sahen. Sie hatten ihrem Kind eine grosse Freude gemacht. „Weisst Du Luischen, Mutter und ich dachten, dass es für Dich gesünder wäre, wenn Du die Schultasche auf dem Rücken tragen könntest, bei dem weiten Schulweg, den du haben wirst.“ Nun kam wieder Leben in die Kleine. Sie bedankte sich bei den Eltern, umarmte erst ihre Mutter und hängte sich dann an den Hals ihres Vaters.

Die schöne Schultasche tröstete Luise ein wenig. Bisher hatte sie noch Keinem gesagt, wie sehr sie sich vor der Schule fürchtete. Was Benedikt vom Schulmeister und von den Dorfkindern erzählte, war nicht gerade dazu angetan, Vorfreude in ihr zu wecken. Luise lebte mit ihren Eltern und den wenigen Nachbarn in einer ganz eigenen Welt. Eine halbe Stunde oberhalb des Dorfes am Waldsaum. Sie begegnete nur ganz selten fremden Menschen und sie fürchtete sich immer ein wenig vor allem Unvertrauten. All dies ging dem Kind durch den Kopf, während nun auch der Vater seine Geschenke auspackte. Ein Hemd aus allerfeinstem Leinen, das die Mutter selber gesponnen und gewebt hatte. Stich für Stich hatte sie es dann von Hand genäht. Ein Prachtstück, wie es sonst nur hohe Herren trugen.

Voll tiefer Freude sass die kleine Familie in der niedrigen Stube beisammen. Die Kerzen waren schon über die Hälfte abgebrannt, aber noch geisterten die Schatten über die Einrichtung. Ausser dem mächtigen Kachelofen, der die einzige Wärmequelle des Häuschens war, gab es in dem Zimmer ein Sofa und zwei Stühle, deren hohe Lehnen gepolstert und mit dunkelrotem Plüsch überzogen waren. Dazwischen stand der ovale Tisch aus demselben dunkelpolierten Nussbaumholz wie die Kredenz. Über der Kredenz hing ein Bild hinter Glas: Christus, wie er mit seinen Jüngern durch ein reifes Kornfeld geht. An der gegenüberliegenden Wand schlug die geschnitzte Uhr mit ihren schweren Eisengewichten die Stunden. Die Ecke, in der nun der Christbaum stand, gehörte an gewöhnlichen Tagen einem schmalen hohen Blumenständer, der eine Zimmerlinde trug. Die Kredenz war für Luise verbotenes Gebiet. In der obersten Lade verwahrte Mutter Verena ihre Nähsachen: die Schere, das Nadelkissen, den winzigen Schleifstein um die Nadeln anzuspitzen und den Fingerhut. Daneben die Fäden und Garne und die Schachtel mit den Bändern, Spitzen und künstlichen Blumen. Sogar einen kleinen Vogel gab es da, mit prächtig buntem Gefieder, mit dem die Mutter, wenn sie besonders gut gelaunt war, ihren Hut herausputzte. Hinter den Türchen bewahrte der Förster die Familienpapiere und all den Schreibkram auf, den er für seinen Beruf brauchte. Nichts für Kinderhände!

Der Vater stand auf, um in der Küche Holz nachzulegen. Im Winter durfte das Feuer nie ganz ausgehen. Die Mutter ging ihm nach und als sie wieder zurückkamen, brachte sie einen Teller mit lauter Herrlichkeiten mit: Äpfel und Nüsse, Lebkuchen und Anisbrötli. „Nimm, was Du möchtest, nur nicht so viel, dass du nicht mehr gut schlafen kannst.“ Luise war selig. Immer und immer wieder griff sie in den Teller. Trotz der Warnung der Mutter wurde ihr kleiner Bauch runder und runder. Nun waren auch die letzten Kerzen am Verlöschen. Dunkelheit breitete sich aus in der Stube. Der Vater zündete ein Windlicht an und sagte: „So, mein Kleines, nun ist es Zeit für Dich.“ Er stand auf und öffnete die Luke über dem Kachelofen. So strömte warme Luft in Luises Kämmerchen hinauf. Das Kind wünschte den Eltern eine gute Nacht, hängte sich den Schulsack um die Schultern und stieg über die Ofenbank auf den Ofen und schlüpfte behände durch das Gadenloch in ihr Zimmerchen, das von allen „das Juhee“ geheissen wurde. Schnell zog sich Luise aus, denn trotz der geöffneten Klappe war es im Zimmer kalt. Sie rückte die Wärmeflasche im Bett nach unten, reichte der Mutter das Windlicht hinunter und schlüpfte ins Bett. Wie jeden Abend betete das Kind das Vaterunser. Nach dem Amen lauschte sie noch eine Weile auf die murmelnden Stimmen ihrer Eltern, die beruhigend wie ein Schlaflied zu ihr herauf drangen. Dann schlief sie ein.

Vertraute Geräusche weckten Luise auf. Unten in der Küche kratzte der Vater die Asche aus dem Ofen, scharrte die restliche Glut zusammen, entfachte das Feuer neu und legte mächtige Buchenscheite nach. Ein neuer Tag begann - der Weihnachtstag! Ein freudiger Schauer durchrieselte das schmale Körperchen unter dem voluminösen Deckbett. Luise öffnete die Augen. Durch die Eisblumen am Fenster fiel bereits genug Licht herein, um die Umrisse erkennen zu können: Die schrägen Wände mit den sichtbaren Balken, die weiss getüncht waren Die wenigen Möbel waren ebenfalls weiss gestrichen. Luise hatte beim Herrn Pfarrer einmal das Innere einer Muschel gesehen. Ihr Kämmerchen erschien ihr ebenso schön, ebenso weiss.

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