Rosemarie Stucki-Maurer - Marie Luise

Здесь есть возможность читать онлайн «Rosemarie Stucki-Maurer - Marie Luise» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Marie Luise: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Marie Luise»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Diese Erzählung bringt das Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf eindrückliche Weise zurück.
Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht Marie Luise, meine Grossmutter, die mir an den langen, dunkeln Winterabenden während des Zweiten Weltkrieges die schicksalshafte Geschichte ihrer Jugend erzählt. Bilder von grosser Intensität und Farbigkeit sind da entstanden.
Marie Luise wächst in einfachen Verhältnissen in einem Försterhaus auf. Sie muss zur Schule und lernt Benedikt, den jüngsten Sohn des benachbarten Bauern kennen. Diese Freundschaft trägt sie durch ihre Kindheit und Jugend, bis Benedikt auf Grund fehlender Perspektiven in der Schweiz im fernen Amerika eine Existenz für beide aufzubauen versucht.

Marie Luise — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Marie Luise», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Sie war ein so anmutiges, feines Wesen. Ganz anders als die Bauernkinder in der Umgebung, dachte er mit heimlichem Stolz. Sie war zartgliederig. Ihr schön geformter Kopf sass auf einem schlanken Hals. Ihre Bewegungen hatten nichts Ungelenkes, waren eher die eines scheuen Waldtieres. Sie hatte ein schmales Gesicht mit einem kecken Näschen und das kleine Kinn verriet bereits Stärke. Der Blick ihrer leuchtend dunkelbraunen Augen richtete sich geradewegs auf die Menschen und es war gar nicht immer leicht, ihm stand zu halten. Um ihre Lippen spielte meistens ein kleines Lächeln.

Sie war ein glückliches Kind.

Der Vater strich seinem Liebling die dunklen Locken aus dem erhitzten Gesicht. Zusammen traten sie in die warme, vom Feuer erhellte Küche, überholt von Hubertus, der an ihnen vorbeidrängte, um sich mit unanständigem Eifer über den Fressnapf herzumachen. Vater Joseph schnürte seine schweren Stiefel auf. Luise trug sie auf die Matte neben dem Herd und brachte die warmen Endefinken. Der Vater sollte es warm und trocken haben. Der Mann im grünen Lodenkleid griff nach der Laterne, schraubte den Docht hoch und entzündete mit einem glühenden Span das Licht. Aus einem grauen Krug schenkte er sich ein Glas Apfelmost ein und setzte sich damit an den Tisch. „Was meinst du, Elfchen, ob deine Mutter bald soweit ist?“ Luise rutschte ganz nah zu ihrem Vater. Der verstand den Wink und hob sie auf seine Knie. Beide genossen es, die lebendige Wärme des anderen zu spüren. Das orangefarbene Licht der Laterne, die weichen Schatten die es auf die Wände warf, das schwere Schnaufen des Hundes - alles schien sich zu einem warmen Mantel aus Ruhe und Geborgenheit zu verweben. In diesen eingehüllt sassen sie still und liessen sich von dem tiefen Frieden ergreifen, in dem ihrer beider Wesen wurzelte. Manchmal fühlten sie es wie jetzt, als vertieftes Echo äusserer Stille, manchmal war es wie eine Antwort auf etwas, das ihrem eigenen Sein entstieg.

Die Tür ging auf und die Mutter kam herein mit einem zufriedenen Lächeln: „Da sind ja meine beiden Träumer! Es hat zwar erst Betzeit geläutet, aber ich denke wir essen heute ein bisschen früher. Oder wollt ihr noch warten?“ Sie nahm Seife und Handtuch um sich am Brunnen vor dem Haus die Hände zu waschen. Luise ging an der warmen Hand ihres Vaters hinterher, denn ohne saubere Hände gab es kein Essen. Die Mutter stellte die schönen Teller, die sie zur Hochzeit von ihrer Gotte geschenkt bekommen hatte auf den weissgescheuerten Tisch und legte die silbernen Löffel dazu. Weil Heiligabend war, schmückte Luise die Tischmitte mit einem Tannenzweig und der Vater stellte eine dicke Kerze dazu, die nicht nur die Farbe von Honig hatte, sondern auch fein danach duftete. Auf einem dicken Holzbrett stellte die Mutter einen frischen Laib Brot vor den Platz ihres Mannes. Während sie aus dem grossen Kupfertopf, der schon seit Mittag auf der Herdplatte stand, währschafte Gerstensuppe schöpfte, nahm Vater Joseph den Brotlaib auf, ritzte mit dem Messer das Kreuzeszeichen in dessen Boden und schnitt dicke Scheiben davon auf.

Von welchem Vorfahr der Brauch des Kreuzeszeichens zu Joseph Schmid gekommen war, wusste niemand mehr. Er war Protestant, und das war eindeutig eine katholische Sitte. Aber die „Glaubensgrenze“ verlief seit dem Villmerger Krieg nur ein paar Kilometer weiter südlich und so war es nur wahrscheinlich, dass unter seinen Ahnen auch einer „von der anderen Seite“ war. Für ihn wäre es fast einer Gotteslästerung gleichgekommen, ein Brot anzuschneiden, ohne vorher durch das Kreuzeszeichen dafür zu danken und um Segen zu bitten. Fast andächtig löffelte die kleine Familie die Suppe und brach ab und zu ein Stück von dem feinen, frischen Brot dazu. Als die Teller leer waren, stellte sie Mutter Verena zusammen ins Spülbecken und langte die Kaffeemühle vom Wandbord. Sorgfältig füllte sie die kostbaren Bohnen ein. Luise durfte die kleine Kurbel drehen. Sie konnte es jeweils kaum erwarten, bis sie die winzige Schublade aufmachen durfte, und die Mutter den Kaffee herausnahm um ihn mit heissem Wasser zu überbrühen.

Heute würde es für die Eltern eine Tasse Kaffee zum Apfelkuchen geben. Es duftete herrlich. Luise hatte geglaubt, dass etwas das so herrlich roch, auch gut schmecken würde. Einmal durfte sie aus Vaters Tasse probieren. Es war eine Enttäuschung. Bitter war das Zeug. Luise blieb bei ihrer Milch. Kaum hatte sie ihr Milchschnäuzchen geputzt, rutschte sie unruhig hin und her. Die Eltern lächelten sich verständnisinnig zu. Mutter Verena stand auf, griff nach der Schapfe und füllte heisses Wasser aus dem Schiff ins Abwaschbecken. Flink wusch sie Teller und Tassen. Luise trocknete ab. Derweil stopfte der Vater die Pfeife. Er brauchte heute eine halbe Ewigkeit dazu, fand Luise. Doch das behielt sie für sich.

Endlich – das kleine Mädchen platzte fast vor Ungeduld - stand der Vater vom Tisch auf. „Komm Hubertus, wir wollen draussen nachsehen, ob alles in Ordnung ist“. Er nahm die Windlaterne vom Haken. Ein viereckiges Gehäuse aus Holz mit Seitenwänden aus Glas, in deren Mitte man eine Kerze stecken konnte. Diese Lämpchen waren leichter anzuzünden als Petroleumlampen und gaben eben genug Licht um zu sehen, wohin man trat. Die Haustüre klappte, und man hörte die schweren Tritte des Försters rund ums Haus. Luise spitzte die Ohren. Sie wusste, nach Vaters Rundgang würde es endlich, endlich soweit sein. Der Vater würde hereinkommen, in die Stube tüssele, um die Kerzen anzuzünden. Dann war es soweit. Der Moment auf den die Kleine schon so viele Tage gewartet hatte. Mutter Verena hängte den Küchenschurz an den Haken, fuhr sich und ihrem Mädchen über die Haare, setzte sich und zog Luise auf den Schoss. „Freust du dich? Hörst du, Vater ist schon in der Stube.“ Luischens Herz klopfte. Der Vater machte die Türe auf. Dann sah die Kleine das Wunder. In einer Ecke der Stube stand der Baum auf einem Schemel. Die brennenden Kerzen spiegelten sich in den Fensterscheiben und verdoppelten so ihre Strahlenkränze. Auch auf den blankpolierten Äpfeln brach sich der Schein und sie leuchteten geheimnisvoll aus den Zweigen. Es duftete nach Bienenwachs. Andächtig blieb Luise stehen und schmiegte sich tief in die Falten von Mutters Kleid. Dem kleinen Mädchen kam es vor, als ob für ihns die Sterne vom Himmel gefallen wären, wie in dem Märchen vom Sterntaler, das ihm die Mutter erzählt hatte. Aus diesen Sternen würden keine Taler werden und Luise war froh darüber. Sie wusste noch nicht, was „Armut“ bedeutet. Die beiden, Mutter und Kind setzten sich auf den Trittofen. Der Vater stellte seinen Stuhl so zurecht, dass er seine kleine Familie und das Bäumchen gleichzeitig ansehen konnte. Nicht nur die Augen des Kindes glänzten.

Der Vater legte die Pfeife beiseite und holte aus der Kitteltasche eine kleine Flöte die er selber geschnitzt hatte, und spielte darauf eine einfache Melodie. Dann nahm er die Bibel vom Spind und las seinen beiden Frauen die Weihnachtsgeschichte nach Lukas vor. Seine volle, tiefe Stimme erfüllte den Raum. Bei der Stelle wo geschrieben stand, dass Maria ihren Sohn in Windeln wickelte und in eine Krippe legte, wischte Mutter Verena verstohlen eine Träne aus den Augen. Einen Sohn würde sie nie haben, aber Gott hatte ihr dieses kleine Mädchen geschenkt, als sie es nicht mehr für möglich gehalten hatte. Tiefe Dankbarkeit erfüllte sie. Sie zog das Kind ganz nah zu sich. Das Schicksal hatte es letztendlich doch gut mit ihr und ihrem Joseph gemeint, auch wenn sie zwanzig Jahre auf die Erfüllung ihrer Träume hatten warten müssen. Die Lesung war zu Ende. Vater Schmid klappte das Buch zu. Mit seinem kräftigen Bariton stimmte er das einzige Kirchenlied an, dessen Strophen er alle kannte: „Grosser Gott, wir loben dich!“. Seine Frau fiel mit ihrer hellen Stimme ein und Luise konnte, wenigstens ganz am Anfang, mithalten.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Marie Luise»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Marie Luise» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Marie Luise»

Обсуждение, отзывы о книге «Marie Luise» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x