Walter Rupp - Mails aus dem Jenseits
Здесь есть возможность читать онлайн «Walter Rupp - Mails aus dem Jenseits» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Mails aus dem Jenseits
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 80
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Mails aus dem Jenseits: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Mails aus dem Jenseits»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Mails aus dem Jenseits — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Mails aus dem Jenseits», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Wenn Ihr – was das Jenseits betrifft – so lange im Ungewissen wart, ist das vor allem darauf zurückzuführen, dass die Eschatologie, die Leere von den Letzten Dingen, der Schwachpunkt aller Theologen ist. Sie wissen zwar, was wir alle tun oder unterlassen sollten und wie wir uns auf Erden zu verhalten haben, aber mit den Fragen: wie nun das Jenseits beschaffen ist, und was uns da erwartet, lassen sie uns allein. Kein Wunder, dass sich kaum einer von euch nach dem Ort, von dem man nicht weiß, wie schön er ist, sehnt, und mancher sich wünscht, er könnte für immer hier bleiben. Vor allem wegen der Drohung mit dem Jüngsten Gericht.
Das ist die große Enttäuschung aller Gläubigen, dass die Bibel wohl vom Himmel spricht, es aber unterlässt, ihn zu beschreiben. Sie haben deshalb das Gefühl, dass sie da etwas Unmögliches verlangt: den Himmel anzustreben, ohne zu wissen, was er zu bieten hat, wie die Freizeitgestaltung aussieht und wie beschaffen die himmlischen Freuden sind. Sie kommen sich vor wie Reisende, die eine Reise buchen sollen, obwohl ihnen das Reisebüro jede Auskunft über die Vorzüge und Beschaffenheit des Reiseziels verweigert. Und sie sehen sich außerstande, auf das Versprechen hin, dass es dort wunderschön sein soll, und dass man dort wirklich glücklich ist, dorthin aufzubrechen. Ich konnte mich jedenfalls - solange ich drunten war - nie ganz von der Angst befreien, dass die Ewigkeit mit der Zeit doch einmal langweilig wird. Natürlich ist das Gegenteil der Fall: Sie wird immer interessanter.
Die neue Welt
Was ist die Zeit? Was ist die Ewigkeit?
„ Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es.
Wenn ich es einem erklären will, weiß ich es nicht.“
Augustinus
Liebe Hinterbliebene
Die neue Welt ist wirklich in jeder Hinsicht neu. Große Mühe bereitet mir die Umstellung von Zeit auf Ewigkeit. Wenn es weder Tag noch Nacht noch Jahreszeiten gibt, weiß man wirklich nicht, wie man sich orientieren soll. Hier kommt jeder ohne Uhren aus. Die Urmenschen sind nicht älter als wir, die erst jetzt angekommen sind. Adam und Eva konnte ich wegen der Milliarden Seligen, die hier sind, leider noch nicht entdecken. Ich bin gespannt, was sie auf die Frage antworten: Warum sie so töricht waren, von dem einen Baum zu essen, wo es doch im Paradies so viele Apfelbäume gab. Vielleicht treffe ich auch einmal unter den Milliarden Tieren, die hier endlich angstfrei leben können, die Paradiesschlange. Ich möchte von ihr wissen, warum sie sich in den Kopf gesetzt hatte, die ersten Menschen zu Fall zu bringen.
Natürlich habe ich nach meiner Ankunft hier sofort nach allen Verwandten und Bekannten Ausschau gehalten, aber leider erfolglos. Auf meine Nachfrage beim Aufnahmebüro hat man mir gesagt, ich sollte mich deswegen nicht beunruhigen. Wenn ich sie noch nicht gefunden hätte, bedeute das nicht, dass sie nicht irgendwann einmal ankommen. Es komme öfter vor, dass die, die früher gestorben sind, später, manchmal sogar, je nach Lebensweise erst nach Jahrhunderten, ankommen.
Ihr möchtet vielleicht wissen, ob man sich mit der Verwandtschaft noch weiter verwandtschaftlich verbunden fühlen muss und ob es wirklich ausgeschlossen ist, dass sich Ehepartner noch einmal begegnen oder – sollten sie diesen Wunsch verspüren – in einem eheähnlichen Verhältnis miteinander verbunden bleiben dürfen. Werden die ermordet wurden, ihren Mördern danken, dass sie sie, früher als geplant, in Jenseits schickten? Bekommt man wirklich einen neuen Leib oder seinen alten Leib nur runderneuert, vielleicht mit Flügeln ausgestattet, zurück? Und was sind das für Speisen, die man bei den neuen Gastmählern reicht?
Dass das Eingewöhnen etwas dauert, hängt wohl damit zusammen, dass man eine Menge falscher Erwartungen mitbringt, von denen man sich erst einmal lösen muss, bis man für das Neue empfänglich geworden ist. Ihr wundert euch vielleicht, dass ich noch nicht nach-gefragt habe, wie es Euch geht; wie Euer Erbschaftsprozess ausging; ob Elisabeth ihr Abitur bestanden hat und Erwins Bewerbung angenommen wurde? Unsere himmlischen Zeitungen berichten über irdische Ereignisse nichts, denn dafür würde sich auch keiner interessieren. Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, auf die Erde herunterzuschauen. Dieses blöde Herum-rennen da unten interessiert mich nicht mehr und ich kann noch immer nicht verstehen, warum mich das überhaupt einmal interessierte.
Es ist ein überwältigendes Erlebnis, gleich nach der Ankunft hier zu erleben, wie viele verschiedene Menschen – von denen keiner nach Herkunft, Eigenart und Lebensgeschichte dem anderen gleicht - ohne jede Spannung einträchtig zusammen leben, wie man das ihnen nie zugetraut hätte. Die himmlische Seligkeit ist weit mehr als der Zustand eines gleichbleibenden Wohlbehagens, wie man das in Meditationskursen erfährt. Die unvorstellbare Fülle unbe-schreiblicher und beglückender Eindrücke, die man in jedem Augenblick aufnimmt, wollen verarbeitet werden. Wenn man allerdings ein Leben lang immer nur in die Glotze geguckt und sich sinnlichen Reizen ausgesetzt hat, braucht es seine Zeit, bis man fähig ist, übersinnliche Eindrücke zu genießen.
Die Umstellung von Zeit auf Ewigkeit fällt mir immer leichter. Es gelingt mir auch langsam, dieses blöde Herumstochern in der Vergangenheit, das man mir in einer irdischen Therapie beibrachte, endlich zu lassen. Erst wenn man nicht mehr auf das starrt, was war, ist man in der Lage, sich an der ewigen Gegenwart zu erfreuen. Heute ist einer bei uns angekommen, der gestern mit großem Pomp und unter Beteiligung der gesamten Prominenz des Landes feuer-bestattet wurde. Er war auf einen großen Bahnhof eingestellt und sehr enttäuscht, dass niemand sich von Nachrufen oder pathetischen Grabreden beeindrucken ließ, und dass man ihn hier nicht anders empfing als die vielen Tausend, die in jeder Minute hier eintreffen.
Entschuldigt bitte! Georg Friedrich Händel, der Euch ja als genialer Musiker bekannt sein dürfte, möchte mit uns Neuangekommenen das „Halleluja“ einstudieren. Einige Engel haben schon über unseren Gesang gelacht und die spöttische Frage gestellt, ob wir denn Sänger bei einem Kirchenchor gewesen wären. –
Ich lasse wieder von mir hören.
Der lange Abschied
Glaubt ja nicht, "das Leben sei sozusagen ein erster Entwurf,
zu dem das zweite die Reinschrift bilden wird!"
Man kann das Leben nicht noch einmal beginnen.
Liebe Hinterbliebene!
Entschuldigt, dass ich mich nicht gleich nach meinem Ableben bei Euch gemeldet habe. Wahrscheinlich hattet Ihr Euch schon Sorgen gemacht, ob ich im Jenseits überhaupt angekommen bin. Ich war einfach nach all dem, was nach dem operativen Eingriff geschehen war, wie gelähmt. Ich war in einem mir bisher unbekannten Zustand: noch nicht tot und auch nicht mehr lebendig.
Die Ärzte meinen ja, man könne keine Träume und Empfindungen mehr haben, wenn die Beatmungsgeräte abgeschaltet werden. Noch lange nachdem ich auf dem Operationstisch ge-legen hatte, gingen mir die Worte der Operateure durch den Kopf: „Das Beste wäre gewesen, wir hätten gar nicht reingeschaut. Aber man soll uns nicht nachsagen, wir hätten nicht das Menschenmögliche getan.“ Ich hörte immer nur die Sätze: „Man soll uns Ärzten nicht vorwerfen, wir hätten versagt, wenn die Natur versagt. Nähen wir wieder zu, dass er wenigstens drüben nicht entstellt herumlaufen muss.“ Ein Arzt fügte die lakonische Bemerkung hinzu: „Manchmal müssen wir eben Operationen durchführen, auch wenn ein Patient nicht zu retten ist, weil es nicht nur um Menschen geht, sondern auch um die Medizin. Auch sie will Fortschritte machen.“ – Ich wundere mich noch immer, was man so alles in einer Narkose mitbekommt.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Mails aus dem Jenseits»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Mails aus dem Jenseits» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Mails aus dem Jenseits» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.