Thomas Müller - Der Vorleser der Alten Dame

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Der Vorleser der Alten Dame: краткое содержание, описание и аннотация

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Der alleinerziehende Vater Thomas Müller schlägt sich nach gescheitertem Germanistikstudium mit seinen zwei Töchtern durch Leben, bis er eines Tages einen Job als Vorleser der Alten Dame ergattert, und sich für ihn eine unbekannte, nie vorstellbare Welt der Supermächtigen und Sagenhaftreichen erschließt.

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„Da muss ich meine Meinung bezüglich der Situation zwischen Kassen- und Privatpatienten nochmals überdenken. Früher dachte ich, es wäre nach dem Grundgesetz konform, dass Privatpatienten besser gestellt sind als Kassenabhängige. Aber nach Ihren Ausführungen stimmt das überhaupt nicht. Durch das Bildungsangebot in den Wartezimmern der Ärzte sind Privatpatienten mit ihren kürzeren Wartezeiten deutlich im Nachteil, dabei ist die Gleichheit der Menschen im Grundgesetz verankert oder?“, polemisierte sie.

„Alles eine Sache des Standpunkts“, sagte ich nur und war von ihrer intellektuellen Frische begeistert.

„Riiichtiiig, und der Argumentation.“

„Sie sind bestimmt…“

„Nein“

„Ja sicher, Sie haben keinen Pass.“

„Riiichtiiig!“

„Aber…“

„Barzahlung… und wenn, mögen die Herren in Weiß am liebsten Koffergeld. Ist meistens aber nicht nötig.“

„Ach…wieso? Wenn ich…“

„Mir gehören auch Krankenhäuser“, fuhr sie dazwischen.

„Wie dämlich von mir.“

Und dann kamen wir in einen Bereich, der sehr großzügig gestaltet war. Die Bilder, zwei Meter im Quadrat, hingen jeweils an Zwischenwänden, die sich gegenüberstanden, in der Mitte eine rückenlose, weiße Lackbank.

„Setzen Sie sich doch, Herr Müller, das sind meine Lieblingsstücke.“

„Ach was?“ sagte ich erstaunt.

„Gefallen sie Ihnen nicht?“

„Das kann ich nicht sagen. Zu diesem modernen Zeug finde ich keinen Zugang“, versuchte ich neutral zu bleiben und hoffte, es würde sich fachmännisch anhören.

„Ich auch nicht. Die Bilder heißen Horizonte. Der Künstler hat die Erdkugel im Abstand von jeweils zehn Grad unterteilt, und den dortigen Horizont, also sechsunddreißig Bilder gemalt…“

>Schon wieder rechnen, Leute ich bin zum Lesen hier…<

„und diese jeweils zu vier Stück zusammengefasst und ich hab die vier Himmelsrichtungen…“

„Zu einem Quadrichon zusammengefasst. Die Himmelsrichtungen sind bestimmt am wertvollsten!“

„Woher wissen Sie?“, war sie sehr erstaunt.

„Was?“

„Na, beides! Ihnen hätte ihnen zugestanden zu wissen was ein Triptychon ist aber ein…“

„Ich sagte bereits, reines Wartezimmerwissen. Und mit dem Wert, das war nicht schwer zu erraten, Sie kaufen keine B-Ware, aber Horizonte stelle ich mir irgendwie anders vor.“

„Es handelt sich auch nur um einen Ausschnitt von einem Zentimeter Breite.“

„Ach so, ja dann, das wusste ich nicht, dann wird es verständlicher.“

Sie lachte.

„Und was sind die wert, wenn ich fragen darf?“

„Vielleicht eine Million.“

„Mal vier“, wollte ich mit meinen Mathematikkenntnissen glänzen, „vier Millionen.“

„Nein, alle vier zusammen.“

„Das ist ja geradezu günstig, und so etwas hängen Sie sich an die Wand, Discounter-Kunst. Bei der nächsten Lohnerhöhung könnte ich auch in Versuchung kommen“, gingen mir die Pferde durch.

„Na, na, Herr Müller, wenn der Künstler vor Ihnen stünde, wären Sie bestimmt respektvoller.“

„Der lebt noch?“, wurde ich unsicher.

„Und wie. Nachwuchskünstler, einer der erfolgreichsten, wenn nicht der erfolgreichste. Leidet zurzeit an einer furchtbaren Schaffenskrise“, sagte sie sehr sorgenvoll.

„Ach so, diese Holzbalken hier, die hat aber Michel von Lönneberga geschnitzt, als Jugendlicher.“

„Nein, die sind auch von ihm, „Geister der Ewigkeit“, Fünfundzwanzigtausend Euro das Stück, nur das Holz, sechstausend Jahre alt.“

„Deswegen Ewigkeit“, wurde ich nachdenklich. Aber ich konnte es mir nicht verkneifen: „Dann lohnt es sich nicht mehr, es zu verbrennen, der Brennwert lässt mit den Jahren nämlich nach, habe ich irgendwo gelesen.“

„Sie waren schon wieder beim Arzt. Ich werde es mir merken. Sollten wir in die missliche Lage kommen, unsere bescheidene Hütte hier mit Holz zu heizen, werde ich zuerst meinen Sekretär aus dem sechzehnten Jahrhundert zersägen lassen.“

„Ach was, der ist…“

„Weit über vierhundert Jahre alt.“

„Ach, und ich stelle so einfach meine Cola drauf ab“, dabei fiel mir die Deckungssumme meiner Haftpflichtversicherung ein.

„Ja.“

„Da sollte ich vielleicht vorsichtiger sein?“ wurde mir mulmig.

„Das sollten Sie. Gehen wir ins nächste Zimmer.“

Dort hingen auch großformatige Bilder und die Alte Dame erklärte mir, diese Bilder würden mit riesigen Spachteln hergestellt, die Farben würden dann je nach Viskosität miteinander reagieren und diese Farbenwelt zum Vorschein bringen. Ich fragte die Alte Dame, wie diese Preise auf dem Kunstmarkt zu begründen seien, und sie erklärte das relativ simpel und einleuchtend.

„Nach dem zweiten Weltkrieg schossen die Metropolen aus dem Boden und sie wollten sich immer übertreffen, wer hat das höchste Gebäude, das beste kulturelle Angebot, wozu Theater, Opern und auch Museen gehören. Nur die Künstler sind tot. Schauspieler wachsen nach und dürfen die Stücke der großen verstorbenen Literaten wiederaufführen. Bilder sind Einzelstücke. Kommt ein Künstler im Still eines van Gogh daher, ist er nur ein billiger Kopierer, Blender, auch wenn er vielleicht besser malt. Es muss immer was Neues erfunden werden, immer eine neue Stilrichtung. Das ist aber auch nur begrenzt möglich. Selbst das Anschrauben einer Badewanne unter der Decke ist schon ausgereizt. Die neuen Museen, die arabischen Länder bauen zurzeit viele, brauchen aber Kunstwerke und jeder möchte als einen seiner Höhepunkte einen Picasso, Miro, Bacon, de Kooning oder wie sie halt heißen, haben, was zu einer Verknappung auf dem Markt sorgt. Die Museen sind aber schon längst abgehängt und können mit Konzernen und Superreichen nicht mehr mithalten. Die teuersten Bilder haben über einhundert Millionen gebracht. Was meinen Sie was meine Krickelkrackel Bilder heute Wert sind, damals wurde ich ausgelacht. Beide würden heute dreistellige Millionen Beträge ersteigern. Diese Bilder werden von einem Klientel gekauft, welches die Bilder in Tresoren verschwinden lässt, ähnlich wir hier. Das beschleunigt die Verknappung der Werke auf dem Kunstmarkt und lässt die Preise, für die auf dem Markt verbleibenden, in exorbitante Höhen schnellen, die jeden Rationalismus sprengen. Und der Wert wird nur durch die Hoffnung gestützt, dass sich morgen noch Leute für diese Schinken interessieren oder zumindest so tun als ob, aber was viel wichtiger ist, die weiterhin versuchen sie zu erwerben. Wenn diese Nachfrage wegfällt, können sie in ihren Picasso Fisch einwickeln, obwohl, den werden sie dann nicht mehr essen können. Aber was reg ich mich auf, ich habe Milliarden damit verdient, mit dem Geltungswahn, der Habgier, der Eitelkeit der Menschen.“

„Aus Geltungsdrang oder schlichtweg gesagt aus Angeberei steigen die Preise?“

„Nicht nur, aber auch, je teurer, desto besser, umso mehr können sie damit angeben.“

„Also wenn ein Picasso 10€ kosten würde…?“

„Würde ihn sich keiner aufhängen oder in Tresoren verschwinden lassen.“

„Kunst ist also ein Statussymbol und eine Ersatzwährung gleichzeitig, mit der man angeben kann.“

„So ist es. Sehr gut“, lobte sie mich. „Stellen Sie sich vor, Sie bekommen hochgestellten Besuch, den Sie beeindrucken wollen, wie würde das denn aussehen, wenn sie über Ihrem Kaminsims, natürlich hinter Glas, 20 Millionen Dollar in bar ausstellen würden. Jeder würde Sie für einen angeberischen Idioten halten. Bei einem Gemälde sieht das schon ganz anders aus. Keinem gefällt es aber sie werden als Intellektueller mit Kunstverstand geschätzt. Jeder respektiert, bewundert, beneidet Sie, und ist unter den Gästen jemand, der noch ein wenig Restverstand hat, wird er Ihnen Respekt zollen, für die Investition mit Zukunftsperspektive, bei gleichzeitigem Absichern Ihres Vermögens durch Sachgüter,“ dozierte sie wieder mal.

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