Jana Mikota - Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur - Eine kurze Einführung

Здесь есть возможность читать онлайн «Jana Mikota - Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur - Eine kurze Einführung» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Intention des vorliegenden Bandes ist es, für das Zertifikat «Lese- und Literaturpädagogik» eine Einführung zu geben und auch die Auswahl der vorgestellten Beispiele erfolgte mit dem Blick auf die Weiterbildung. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen zwei Kriterien:
(1) Welche Schlüsseltexte zeichnen besonders deutlich eine Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur nach?
(2) Welche der vorgestellten Texte können auch im Bereich der Arbeit als Lese- und Literaturpädagogin bzw. -pädagoge eingesetzt werden?

Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Rousseaus Gedanken werden im deutschsprachigen Raum vor allem von der philanthropischen Pädagogik rezipiert, die sich etwa in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts herausgebildet hat und mit Namen wie Johann Bernhard Basedow (1724-1790) verbunden ist. Bücher sind für die Philanthropisten wichtige Hilfsmittel bei der Erziehung und daher fordern sie auch eine Literatur, die an Kinder und Jugendliche adressiert ist. Zwischen 1770 und 1790 entsteht also das, was man als

spezifische Kinder- und Jugendliteratur

bezeichnen könnte. Christian Gotthilf Salzmann (1744-1811), Christian Felix Weiße, Eberhard von Rochow (1734-1805) und Joachim Heinrich Campe prägen in den ersten Jahrzehnten die jetzt sich neue herausgebildete Kinder- und Jugendliteratur.

([2] Hans-Heino Ewers nutzt auch den Begriff der „modernen Kinder- und Jugendliteratur“.)

Die Autoren bemühen sich, sich sprachlich und inhaltlichen einem kindlichen Publikum anzupassen. Während es also bis ins 18. Jahrhundert keine Trennung zwischen einer Kinder-, Jugend- und Allgemeinliteratur gab, kommt es jetzt zu einer solchen Trennung, die bis heute existiert und ein wichtiges Gebiet des Literatursystems darstellt.

Joachim Heinrich Campe(1746-1818) ist in Deensen bei Holzminen geboren und gehört zu den wichtigsten Pädagogen, Schriftstellern und Verlegern des 18. Jahrhunderts. Er studierte Theologie, arbeitete u.a. als Hauslehrer von Alexander und Wilhelm von Humboldt, eröffnete aber später sein eigenes Institut in Hamburg. 1786 ging er nach Braunschweig, wo er als Kinder- und Jugendbuchautor, Sprachforscher, Schulreformer und Verleger arbeitete. 1787 gründete er die „Braunschweigische Schulbuchhandlung“, aus der sich die Verlage Westermann und Vieweg herausgebildet haben. Er hat zu dem mit „Robinson der Jüngere“ einen Klassiker der (Kinder- und Jugend-)Literatur und eine der wichtigsten Robinson-Bearbeitungen geschrieben.Joachim Heinrich Campe prägt die Herausbildung eines kinder- und jugendliterarischen Handlungs- und Symbolsystems. Seine Werke sind fast ausschließlich Bearbeitungen von bereits existierenden Vorlagen oder Gattungsmustern.

Damit erhält Kinderliteratur eine Funktion, die bis dahin den Texten nicht zugeschrieben wurde: Kinderliteratur wird zu einem wichtigen Medium, mit dem Kinder Erfahrungen machen können, die sie so in der Phase der Kindheit nicht erleben. Literarische Kinderfiguren werden zu Vorbildern, um das richtige, sprich tugendhafte, Verhalten zu erlernen und nachzuahmen. Damit erfüllt die Kinder- und Jugendliteratur der Aufklärung zwei wichtige Funktionen, die bis heute gelten:

1 Die sozialisatorische Funktion

2 Kindgemäßheit, d.h. Anpassung an den Adressatenkreis

Im Laufe der nächsten Jahre kommt es im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zu einem Funktions- und Formenwandel. Gewünscht wird eine Kinder- und Jugendliteratur vor allem von Erziehern und Lehrern, also jenen, die sie auch in der Arbeit mit Kindern einsetzen konnten. Die kinderliterarischen Texte sollen der Vermittlung einer moralischen Belehrung dienen. Solche Lehren finden sich u.a. in Fabeln, Beispielgeschichten oder so genannten moralischen Erzählungen.

3.1. Moralische Erzählungen und Sittenbücher

Die philanthropische Kinder- und Jugendliteratur versucht Unterhaltung mit Belehrung zu verbinden und damit gehören Werke, die Herz und Verstand ansprechen möchten und einer sittlich-moralischen Elementarbildung dienen zu der wichtigsten Gattung dieser Zeit. Tatsächlich steht hier nicht mehr ausschließlich eine religiöse Unterweisung im Mittelpunkt der Texte, sondern es geht vor allem um eine moralische.

Als Beispiel soll an dieser Stelle eine moralische Erzählung aus Bachers

Mädchenfreund

vorgestellt werden, der seine Erzählungen im kindlichen Erfahrungsbereich ansiedelte und an ein weibliches Publikum adressiert ist. Mädchen sind die handelnden Figuren und die Situationen sind im bürgerlichen Milieu verortet, also jenem Bereich, den die Leserinnen kennen. Die Titel der einzelnen Erzählungen oder Fabeln unterstreichen eine geschlechtsspezifische Erziehung, die mit der Kinder- und Jugendliteratur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert korrespondierte.

Seine Exempelgeschichten sind sowohl für Leseanfängerinnen als auch für ältere Mädchen konzipiert, behandeln Vorfälle aus dem Mädchenalltag oder kritisieren kindliche Unarten. Es handelt sich um fiktionale appellative Kurzprosa, die den Leserinnen tugendhaftes Leben als Vorbild und lasterhaftes Verhalten als Abschreckung demonstrieren soll. Einzeltugenden wie Fleiß, Ordnung, Mäßigkeit oder Sparsamkeit werden hervorgehoben. Die Überschriften verweisen bereits auf bestimmte Tugenden oder Untugenden. Der Aufbau der Geschichten ähnelt sich zudem: Nennung des Handlungsträgers – Fallbeispiel – Ergebnis und Folgen für den Protagonisten. Solche Muster können variiert werden, Gegenüberstellungen von Tugenden und Lastern oder durch direkte Anrede der Leserin. Anhand der Erzählung Das dienstfertige Mädchen soll eine solche Geschichte exemplarisch vorgestellt werden:

Marie spielte einst mit vielen Kindern auf der Straße. Da kam ein fremder Mann, und fragte sie freundlich nach dem Wege, den er nehmen müsse, um nach dem nächsten Dorfe zu kommen.

Marie trat sogleich hervor, und sagte zu dem Manne: ‚Ich will Dir den Weg bis zum Dorfe hinaus zeigen, wo Du hernach nicht mehr irre gehen kannst’. Sie gieng hierauf mit dem Fremden fort, und wies ihm von ferne die Gegend, wo das nächste Dorf lag.

Der Reisende bedankte sich höflich, und wollte dem guten Kinde für seine Mühe ein Trinkgeld geben. Aber Marie nahm nichts, und sagte: ‚Es hat mich gefreut, daß ich Dir habe einen Gefallen erzeigen können. Lebe wohl, und reise glücklich’!

Ein gutes, altes Mütterchen gieng in die Kirche. Es war Winter, und glatt gefroren: es fiel, und konnte nicht wieder allein aufstehen.

Liese, ein anderes Mädchen von zwölf Jahren, gieng vorbey, und wurde von dem alten Mütterchen um Beystand angerufen. ‚Ja’, sagte sie, ‚wenn Ihr mir eine Groschen geben wollet, so will ich Euch wohl helfen.’ Sie half ihm auch wirklich nicht eher, als bis ihr die alte Frau einen Groschen zu geben versprochen hatte.

Pfui der garstigen Habsucht! (Bacher 1977, S. 14f.)

Doch solche moralischen Lesebücher wurden nicht nur für ein weibliches Publikum konzipiert, sondern existierten auch für Jungen.

3.2. Ratgeberliteratur für die Jugend

Neben den Sittenbüchern und moralischen Erzählungen, die oftmals an ein jüngeres Publikum adressiert waren, entsteht auch eine Ratgeberliteratur, die sich an eine weibliche und eine männliche Jugend richtet. Joachim Heinrich Campe verfasst mit Theophron oder der erfahrne Rathgeber für die unerfahrne Jugend (1783) und Väterlicher Rath für meine Tochter (1789) zwei wichtige Ratgeber, die die Ratgeberliteratur bis weit ins 19. Jahrhundert prägen. In beiden Texten tritt ein weiser und lebenserfahrener Vater auf, der seine Kinder vor bestimmten Gefahren warnen will und der mit Ratschlägen ihre Tugend schützen möchte. Während dem männlichen Leser vor allem Ratschläge für seine Berufstätigkeit und seinen Umgang mit anderen Menschen gegeben werden, so bereitet der ‚weibliche’ Ratgeber das Mädchen auf ihre Rolle als Gattin, Hausfrau und Mutter vor. In Väterlicher Rath nimmt ein alternder Vater ein Gespräch mit seiner fast fünfzehnjährigen Tochter auf, um sie auf das Erwachsenendasein vorzubereiten:

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung»

Обсуждение, отзывы о книге «Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur: Eine kurze Einführung» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x