Kindheit
gelegt. Als mögliche Auslöser kommen entzündliche Veränderungen der Atemwege infrage, die dazu führen, dass die Bronchien überempfindlich werden.
Andererseits kann zum Beispiel
Tabakkonsum
bewirken, dass es zu einer Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber allergieauslösenden Substanzen kommt.
Neben den oben genannten beiden Verlaufsformen - Extrinsic Asthma bronchiale oder „allergisches Asthma“ als Sofortreaktion Typ I bzw. Intrinsic Asthma bronchiale oder „endogenes bzw. nicht-allergisches Asthma“ als Sofortreaktion Typ II - gibt es noch zwei weitere Formen:
Immunkomplex-Bildung Spät-Reaktion vom Typ III
Allergene und Antikörper bilden Immunkomplexe, die sich zusammenballen. Die allergische Reaktion vom Typ III ist geprägt durch die Bildung von
Immun-Komplexen
(Allergen + Antikörper). Unter bestimmten Bedingungen, bilden sich
mehrgliedrige Komplexe aus Allergenen und Antikörpern
. Was zu dieser „Zusammenballung" führt, ist bisher nicht geklärt. Bekannt ist aber, dass daran im Wesentlichen der
IgG-Antikörper
beteiligt ist. Die Immunkomplexe zirkulieren im Blut und lösen das
Komplement-System
der unspezifischen Immun-Abwehr aus. Das führt zwar zu einer Auflösung der Immunkomplexe, schädigt aber auch das umliegende Gewebe.
Die allergische Reaktion kann Stunden oder Tage später auftreten.
Nicht immer ist das Immunsystem in der Lage, die Immunkomplexe vollständig zu neutralisieren. Typisch für diese Form der allergischen Reaktion ist eine Ablagerung der „überzähligen" Immun-Komplexe in bestimmten Geweben. Dort führen sie dann zu allergischen Entzündungsreaktionen. Die Symptome einer Allergie treten aber nicht sofort in Erscheinung. Es braucht schon ein paar Stunden oder auch Tage, bis sich allergische Reaktionen zeigen.
Ablagerungen führen zu Entzündungen bestimmter Organe.
Typische Erkrankungen, die zum Typ III gehören sind u.a.:
Vasculitis (Gefäßentzündung)
Serumkrankheit
Alveolitis (Entzündung der Lungenbläschen), Farmerlunge
Nephritis (Entzündung der Nieren)
Arthritis (Entzündungen der Gelenke)
Zelluläre Immunreaktion Spät-Reaktion vom Typ IV = zelluläre Immunreaktion T-Zellen haben beim Typ IV die Regie!
Bei der allergischen Reaktion vom Typ IV spielen die Immunglobuline keine Rolle. Hier sind ausschließlich die T-Lymphozyten beteiligt an der Immunantwort.
T-Lymphozyten
oder
T-Zellen
[= sie spielen eine wichtige Rolle im menschl. IS * Das „T“ steht für Thymus(drüse), wo die Aus-Differenzierung der Zellen stattfindet]
sind spezialisierte weiße Blutkörperchen
(Leukozyten)
und gehören zur spezifischen zellulären Abwehr
.
Aus diesem Grund wird die allergische Reaktion vom Typ IV auch
zelluläre Immunreaktion
genannt.
Zytokine
[?]
führen bei dieser allergischen Reaktion zu Gewebsschäden.
Allergene, bzw. körperfremde Stoffe lagern sich, wie für Typ II beschrieben, an Körperzellen an. T-Lymphozyten können diese Zellen erkennen und bekämpfen. Dabei werden Substanzen (Zytokine) freigesetzt, die Makrophagen (Fresszellen) anlocken, aber auch zu einer Schädigung des umliegenden Gewebes führen können. T-Zellen behalten eine einmal durchgeführte Abwehraktion im Gedächtnis; sog.
„T-Gedächtniszellen“
[?]. Kommen sie mit dem gleichen Allergen noch einmal in Kontakt, so können sie heftige allergische Reaktionen auslösen. Die Symptome treten aber nicht sofort, sondern erst 12 bis 72 Stunden nach dem Allergen-Kontakt auf. Die Abstoßung transplantierter Organe ist auch eine Typ-IV-Allergie.
Typisch für diese Form der Allergie ist u. a.:
Kontaktekzem, z. B. bei Nickelallergie
Arzneimittel-Exanthem
Nach einer Organtransplantation wird das verpflanzte Organ häufig
abgestoßen. Auch diese Abstoßungsreaktion ist eine allergische Immunreaktion des Typs IV.
H
ier will und muss ich mich kurz fassen; darf ansonsten auf die einschlägige Fachliteratur verweisen.
Asthma tritt familiär auf; bedingt wohl durch genetische Faktoren .
Asthma zählt zu den „atopischen Krankheiten“ (wie u.a. allergische Rhinitis, Neurodermitis, Nesselsucht).
Das Risiko, an Asthma zu erkranken, steigt signifikant, wenn die Eltern bereits daran erkrankt sind.
Die Asthma-Symptomatik verschlechtert sich durch Trigger (Auslöser) oder
Zumeist durch infektiöse Zweiterkrankungen .
B
eim
allergischen Asthma
kann eine allergische Reaktion auf verschiedene Allergene der Atemluft vorliegen, so beispielsweise auf:
Hausstaub bzw. die Exkremente von Hausstaubmilben
Bäume- und Gräserpollen
Kräuterpollen
Getreidepollen
Schimmelpilzsporen
Vogelfedern
Tierhaare & Tierschuppen
Parfüme
chemische Lösungsmittel
Latex
seltener Eiweißkörper in der Nahrung (insbes. tier. Eiweiß)
Fakt ist:
Das
allergische Asthma bronchiale ist eine immunologische Erkrankung
, bei der das Immunsystem des Körpers sich gegen Stoffe und Substanzen richtet, die nicht schädlich für den Körper sind.
Zurück und weiter mit dem eigentlichen Thema:
Asthma
.
-
Asthma durch Histamin-Intoleranz
Die
Histamin-Intoleranz
[?], welche bei entsprechenden Beschwerden oft einen zu hohen Wert von Histamin im Blut oder einen zu niedrigen Wert der Diaminoxidase (Enzym: DAO) im Blut zeigt, kann auch zu einem schweren Asthma bronchiale führen. Ursache ist hier keine allergische Reaktion, sondern die Aufnahme von Histamin aus der Nahrung und die mangelnde Fähigkeit des Körpers, das Histamin schnell genug abzubauen.
-
Berufsbedingtes Asthma
Im Berufsalltag kommen Kontakte zu vielen Substanzen zustande, die als
Allergene
wirksam werden und das
berufsbedingte Asthma
auslösen können. Klassische Fälle sind hier die
Mehlstauballergie
des Bäckers, die
Nickel-
oder
Pflegemittelallergie
des Friseurs, die
Holzstauballergie
des Schreiners oder auch
Allergien gegen Farb- und Lösungsmittel
bei Druckereiarbeitern. Ein berufsbedingtes Asthma ist aber nicht immer die Folge einer Allergie. Vielfach bewirken auch
chemische Reizstoffe eine Irritation des Bronchialsystems
. Besonders bei Personen mit bekannter Allergieneigung (Disposition) sollte dieser Aspekt bei der Berufswahl mit einbezogen werden.
-
Infekt-Asthma
Eine durch
Virusinfektionen der Atemwege
hervorgerufene
Entzündung
macht die Atemwege anfälliger für andere Reize und kann so ein
Infekt-Asthma auslösen.
Insgesamt ist das Infekt-Asthma aber eine Erkrankung des Erwachsenen. Bei Asthma-Erkrankungen, die jenseits des zwanzigsten Lebensjahres auftreten, kann nur in weniger als einem Fünftel der Fälle eine rein allergische Ursache nachgewiesen werden. Vielmehr entwickelt sich die Erkrankung hier häufig im Anschluss an Infektionen der Luftwege, oft auch der Nasennebenhöhlen, deren Folge ein überempfindlich reagierendes Bronchialsystem ist. Eine Veranlagung scheint, wie bei Allergien, auch hier eine Rolle für den Ausbruch der Erkrankung zu spielen.
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