Betty Barton - Reborn

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Als Bonnie sich auf die Beziehung mit dem Jungen ihrer Träume einlässt, ahnt sie nicht welche Folgen diese Verbindung haben würde.
Von einen Tag auf den anderen ist ihr Leben plötzlich in Gefahr und alles was sie zu wissen glaubt in Frage gestellt. Es sollte sich herausstellen, dass Bonnie und Brians Verbindung tiefer geht als die Beiden es je erwartet hätten. Und auch die Bedrohung, die die beiden Liebenden umgibt, ist älter und gefährlicher als sie verstehen können.

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„Ich kann einfach nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr dagegen wehren.“

Er nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest. Noch nie zuvor hatte ich mich so geborgen und wohl gefühlt. Es fühlte sich an als wäre es nie anders gewesen, als hätte mich nie jemand anderes als er gehalten und als würde es auch nie wieder jemand anderes tun.

Brian und ich hockten noch einige Zeit auf dem überschwemmten Boden des Basketballplatzes und lagen uns in den Armen. Ohne auch nur ein weiteres Wort zu sprechen hielten wir uns so fest wir nur konnten. Keiner von uns wollte den anderen auch nur für eine Sekunde loslassen. Die Gefahr, dass das alles nur ein schlechter Traum gewesen war, und wir gleich aufwachen würden, war einfach zu groß.

Nach einer Weile jedoch merkten wir, wie das Gefühl der unangenehmen Nässe und Kälte langsam überhandnahm. Brian half mir hoch und begleitete mich nach Hause. Es regnete noch immer wie aus Eimern und am Rand des Gehsteiges rannen Wassermassen in die Kanalausbuchtungen. Es hätte mich nicht gewundert wenn das Wasser, so schnell wie es hinunter rann, gleich wieder hinauf gesprudelt wäre. So einen starken Regen hatte Temecula schon lange nicht mehr erlebt.

Vor meiner Haustüre angekommen gab ich Brian seine Jacke zurück.

„Willst du nicht noch kurz mit rein kommen und dich ein wenig abtrocken? Ich kann meinen Dad bitten dich nach Hause zu fahren.“

Ich war mir nicht sicher ob Dad das überhaupt gemacht hätte so wütend wie ich ihn zurückgelassen hatte.

„Nein, danke. Ist schon okay. Ich hab‘s ja nicht weit nach Hause.“

„Danke.“, sagte ich in einem sanften Ton.

Eine Frage brannte mir noch unter den Nägeln. „Sag mal, woher wusstest du eigentlich, dass ich beim Basketballplatz bin?“

„Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es dir schlecht geht. Und als ich dann aus dem Fenster gesehen habe, bist du gerade wie eine Wahnsinnige vorbeigerannt. Da war ich mir sicher, dass etwas nicht stimmt. Also bin ich dir hinterher.“

Leicht kopfschüttelnd über diese Erklärung drückte ich seine Hand noch ein letztes Mal bevor wir uns verabschiedeten. Er lächelte mich noch einmal liebevoll an und wandte sich dann um und ging die Straße hinunter. Ich blieb noch kurz vor der Haustüre stehen und sah ihm nach. Nun war es also passiert. All die Gegenwehr, die ich geleistet hatte um die Gefühle zu Brian zu unterdrücken und all die Verzweiflung, die ich in dieser Zeit empfunden hatte, war wie weggespült. Ich war mir sicher, dass ich ihn wollte. Und ich war mir auch bewusst darüber, dass es ihm genauso erging.

Mit Herzen in den Augen betrat ich das Haus. Mein Vater und meine Mutter sprangen beide aus ihren Sesseln im Wohnzimmer und stürmten auf mich zu. Mom umarmte mich sofort und fragte aufgelöst „Schätzchen, ist alles in Ordnung mit dir? Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht.“

„Ja Mom, keine Sorge. Es ist alles in Ordnung. Ich …. musste nur ein wenig frische Luft schnappen.“

Ihre besorgte Miene schien sich etwas zu lösen. Sie sah mich von unten bis oben an und meinte dann

„Du bist ja klatschnass! Ich hole dir ein Handtuch und dann komm ins Wohnzimmer und wärm dich ein bisschen auf. Ich mach dir eine Tasse Tee.“

„Danke Mom.“

Und schon war sie auf dem Weg ins Badezimmer um das versprochene Handtuch zu holen.

Ich wagte es nicht meinem Vater in die Augen zu sehen. Ich wusste, dass er sehr zornig war und wollte ihn nicht noch mehr aufregen, als ich es ohnehin schon getan hatte.

„Dad, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht anbrüllen.“

Während ich die Worte sprach sah ich an die Wand. Ich wartete auf eine Reaktion, doch sie kam nicht. Ich traute mich noch immer nicht hinzusehen um aus seinem Gesicht abzulesen was gerade in ihm vorging.

Eine endlos lange Minute voll Stille trat ein. Dann sagte er „Trink eine Tasse Tee und wärm dich ein wenig auf. Dann geh zu Bett. Für heute ist es genug.“

Er drehte sich um, ging die Stiegen hinauf und verschwand im Schlafzimmer. Die Tür schloss er hinter sich. Sein flotter Abgang machte mich traurig. Ich hatte nie vor meinen Dad so vor den Kopf zu stoßen. Doch meine Wut nahm einfach überhand und ich entlud sie an der ersten Person, die mir in die Quere kam.

Meine Mutter war mittlerweile mit dem Handtuch und ein paar frischen Klamotten zurückgekommen. Ich trocknete mich ab und zog mich um. Den Haufen nasser Wäsche wollte ich gleich in den Keller tragen, um ihn in die Waschmaschine zu stopfen. Doch Mom war mir bereits zuvor gekommen. Als ich auch dem Bad kam, stand auch schon eine warme Tasse Tee bereit.

Ich ging hinüber zum Tisch und nahm mir die Tasse mit zur Wohnzimmercouch. Ich schlug die Beine übereinander, legte mir die kuschelige Wolldecke, die wir immer auf der Couch deponiert hatten, darüber und stellte die Teetasse nach ein zwei Schlucken auf meinem Knie ab.

Mom setzte sich auf ihren Sessel und sah mich neugierig und fragend an.

„Also Bonnie. Willst du mir nicht erzählen was heute passiert ist?“

Ich war ehrlich gesagt nicht in der Stimmung über die Ereignisse der letzten Wochen zu reden, allerdings wusste ich auch, dass Mom keine Ruhe geben würde, bevor ich ihr nicht zumindest einen Bruchteil der Story erzählt hatte. Ich entschied mich dafür die Details über Brian, unsere Träume und unsere Zuneigung zueinander wegzulassen und beim für sie Wesentlichen zu bleiben.

„Ich habe heute mit Phil Schluss gemacht.“ Beim Aussprechen der Worte erinnerte ich mich wieder an den unendlichen Schmerz in seinen Augen, als er begriffen hatte, dass mein Herz nicht mehr ihm gehörte, falls es das überhaupt irgendwann tat.

Sie überlegte. „War er zu aufdringlich?“ Ihr war die Frage sichtlich unangenehm.

„Nein Mom, bitte.“ Ich seufzte.

„Phil trifft keine Schuld. Er hat nichts getan. Ich… ach ich weiß nicht. Es fühlte sich einfach nicht mehr richtig an mit ihm zusammen zu sein.“

Wieder überlegte sie. Es schien mir als ob sie ihre Worte sorgfältig auswählte um mich nicht noch mehr aufzuregen.

„Hat es vielleicht etwas mit diesem Jungen zu tun, der dich letztens besucht hat?“

„Mom!“, ich verlieh diesem einen Wort so viel Nachdruck, dass sie wusste ich würde nicht weiter darüber sprechen. Es war mir peinlich mit meiner Mutter über Männer zu reden. Sie war zwar wie eine Freundin für mich, da ich immer mit allen Problemen zu ihr kommen konnte, doch hierbei handelte es sich um etwas viel Persönlicheres als sonst.

„Ich verstehe.“

In Ihren Worten war keinerlei Enttäuschung über meine Zurückhaltung. Ich war mir sicher sie hatte bereits damit gerechnet, dass ich die Information bei einem Minimum halten würde.

Sie stand aus ihrem Sessel auf und wandte sich um. Bevor sie den Raum verließ sagte sie noch „Weißt du Kleines. Oft gibt es keine Erklärung warum etwas passiert. Und nicht selten scheint es zu Beginn abwegig und unverständlich. Doch ich denke, dass gerade das die Definition von Schicksal ausmacht. Und das Schicksal lässt sich nun mal nicht betrügen.“

Sie lächelte mich an und ging hinauf ins Schlafzimmer.

Ich saß noch ein paar Minuten auf der Couch und trank meine Tasse Tee zu Ende. Dann ging auch ich ins Bett. Die Erlebnisse der letzten Stunden hatten mich ausgelaugt und ich fühlte mich unendlich müde. Als ich im Bett lag dachte ich noch einmal über die Worte nach, die meine Mutter zuletzt zu mir gesagt hatte. „Das Schicksal lässt sich nun mal nicht betrügen.“ Wie recht sie hatte. Ich hatte versucht dagegen anzukämpfen und scheiterte kläglich. Scheinbar war Brian mein Schicksal und ich traute mich nur nicht es mir einzugestehen.

Brian, er war so wunderschön. Diese blauen Augen und zarten Lippen. Sein dichtes Haar und diese maskuline Ausstrahlung. So etwas sah man selten bei einem Jungen seines Alters. Ich merkte wie mein Mund sich zu einem Lächeln verformte. Das erste Mal seit zwei Wochen hatte ich das Gefühl wieder richtig glücklich zu sein. Mit diesem Gedanken schlief ich selig ein.

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