Betty Barton - Reborn
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Von einen Tag auf den anderen ist ihr Leben plötzlich in Gefahr und alles was sie zu wissen glaubt in Frage gestellt. Es sollte sich herausstellen, dass Bonnie und Brians Verbindung tiefer geht als die Beiden es je erwartet hätten. Und auch die Bedrohung, die die beiden Liebenden umgibt, ist älter und gefährlicher als sie verstehen können.
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Als er dann endlich vor meiner Tür stand, triefend nass und wie immer mit einem Geschenk in der Hand, ein Mitbringsel seines Familientreffens, war meine Freude fast schon erdrückend. Meine Mutter brauchte mich nicht mal mehr zu rufen um mich zu informieren, dass Phil gekommen war. In dem Moment als ich die Türglocke hörte stürmte ich die Stufen hinunter, rannte auf die Eingangstür zu und war noch vor meiner Mutter da um sie zu öffnen.
Mir gegenüber stand ein triefend nasser, breit lächelnder Phil, der mir ein kleines Geschenk entgegenhielt. Ich nahm das Geschenk, stellte es schnell beiseite und sprang ihm in die Arme.
„Ich habe dich vermisst.“, flüsterte ich ihm ins Ohr.
Ich hatte ihn vermisst. Sehr sogar. Ich wusste er konnte mich ablenken, mich auf andere Gedanken bringen und mein Vorhaben Brian aus dem Weg zu gehen unterstützen. Er würde sich sogar darüber freuen, dass ich nichts mehr mit diesem Jungen zu tun haben wollte.
Phil schien sichtlich erleichtert über meine Freude zu sein. Vielleicht war er besorgt, weil er wusste, dass mich Mr Solece zum Lernen mit Brian verdonnert hatte. Vielleicht machte er sich Sorgen mich an ihn verloren zu haben. Nicht, dass diese Sorgen unbegründet gewesen waren. Fast wäre dieser Fall auch eingetreten.
„Komm schnell, gehen wir hinauf.“ Ich packte ihn an der Hand und zog ihn hinter mir her. Meine Mutter sah uns nur erstaunt nach.
„Teenager.“, murmelte sie und ging wieder zurück in die Küche um das Abendessen vorzubereiten.
Im Zimmer angekommen warf ich Phil aufs Bett und setzte mich auf ihn. Ich wollte ihn fixieren, damit er nicht weggehen konnte und mich wieder meinen Gedanken überließ. Als ob er das vorgehabt hätte. Nach einer Weile des Küssens, Kuschelns und Lachens bat ich ihn seine Eltern anzurufen und zu fragen ob er heute bei mir übernachten könnte. Phil zögerte sichtlich, da es doch eine sehr gewagte Frage war. Zwei Teenager, beide siebzehn, in der Blüte ihrer Entwicklung, alleine in einem Zimmer. Das würde ihnen sicher nicht recht sein. Aber mir war es egal. Ich wollte keinen Moment ohne Phil sein. Es war so schön ihn zu sehen und ich hatte seit seiner Ankunft keinen Moment über Brian nachgedacht. Zumindest redete ich mir das ein.
Also rief er an. Er sprach bestimmt fünfzehn Minuten mit seiner Mutter. Dann ging er, sein Handy in der Hand und seine Mutter noch in der Leitung, die Stiegen hinunter zu Mom, und gab ihr den Hörer.
„Was wollen sie? Tja, das habe ich schon fast erwartet. Mach dir keine Sorgen, ich werde aufpassen, dass nichts passiert. Es sind ja zwei vernünftige Kinder.“
Meine Mutter gab Phil den Hörer zurück, zwinkerte ihm zu, was ich mehr als unpassend fand, und kümmerte sich wieder um das Essen.
Phil kam langsamen Schrittes und mit erstauntem und leicht fassungslosem Blick hinauf zu mir und sagte „Sie haben ja gesagt. Ich schlafe heute bei dir.“
Meine Freude war unermesslich. Ich umarmte und küsste ihn und schloss die Tür hinter uns. Wir redeten über sein Familienfest, wer diesmal mit wem gestritten hatte und was es zu essen gab. Mein Magen knurrte schon, daher war ich froh als Mom uns zum Essen rief. Sie und Dad wechselten ein paar strenge Blicke. Scheinbar war er nicht so begeistert davon, dass Phil heute die Nacht bei uns verbringen würde. Doch gegen Mom hatte er keine Chance. Wenn sie auf meiner Seite stand konnte Dad so gut wie nichts ausrichten. Er nahm uns das Versprechen ab die Tür bevor wir schlafen gingen aufzumachen, damit wir uns keinen Unsinn einfallen ließen. Peinlich berührt bat ich Dad darum das Thema, dass er dabei war anzuschneiden, einfach zu meiden. Meine Wangen färbten sich rot und ich konnte auch in Phils Augen ein ziemliches Unbehagen erkennen.
Den restlichen Abend redeten wir über die bevorstehenden Sommerferien und unsere Pläne. Vielleicht würden unsere Eltern uns ja diesmal erlauben einen kleinen Trip mit dem Auto zu machen. Wir überlegten ob wir Jenny mitnehmen würden, mussten uns dann aber beide eingestehen, dass wir uns einen Ausflug ohne sie gar nicht vorstellen konnten. Sie gehörte einfach zu uns. Ohne sie war unsere Truppe nicht vollständig, unabhängig davon ob Phil und ich ein Paar waren oder nicht.
Mein Liebster erinnerte mich an das Geschenk, dass er mir mitgebracht hatte. Ich hatte total darauf vergessen, und holte meine Unachtsamkeit in kürzester Zeit nach. Ich riss das Päckchen auf und holte den Inhalt so schnell es ging heraus. Anfangs konnte ich nicht genau erkennen um was es sich handelte. Phil erklärte mir, nachdem er meinen verwirrten Blick verstanden hatte, was er mir da genau mitgebracht hatte.
„Du weißt ja, ich versuche mir immer ab und zu eine kleine Familienpause zu gönnen und gehe ein wenig auf dem Grundstück meiner Tante spazieren. Einmal bin ich an ihrem Teich entlang gegangen und da habe ich diesen Stein entdeckt. Ich fand sofort, dass er wie ein Herz aussieht und dachte mir, das wäre das perfekte Mitbringsel für dich.“
Ich freute mich über diese Geste und umarmte ihn mit einem breiten Grinser auf meinem Gesicht.
Spät abends, die Sonne war schon untergegangen, lagen wir im Bett, unsere Gesichter einander zugewandt. Phil streichelte meine Wange und küsste meine Nasenspitze. Ich lächelte sanft und streichelte seinen Arm. Er küsste meine Wange, und drückte mir dann einen langen Kuss auf die Lippen. Es fühlte sich gut an, bekannt und irgendwie angenehm. Aber irgendetwas in mir sträubte sich dagegen es als richtig zu empfinden. So als würde ich mit diesem Kuss meine wahren Gefühle betrügen. Um dieses unangenehme Gefühl in meiner Magengegend zu verbannen, zog ich Phil zu mir und küsste ihn stürmisch.
Er schien überrascht zu sein, wehrte sich aber nicht dagegen. Ich hatte das Gefühl ich müsste diese Beziehung auf ein anderes Level bringen, als wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt. Als könnte ich mir selbst nur dadurch beweisen, dass Phil der richtige für mich war. Also stand ich auf und ging zur Tür. Ich öffnete sie und hörte kurz hinaus. Dads schnarchen war unüberhörbar und Mom war ebenfalls bereits ins Schlafzimmer gegangen. Ich entschied mich unser Versprechen Dad gegenüber zu brechen, und schloss die Zimmertür.
Phil hatte sich mittlerweile im Bett aufgesetzt. Direkt neben meinem Bett lag eine Matratze mit einem frisch bezogenen Bettzeug darauf. Meine Mutter hatte es auf Anraten meines Vaters vorbereitet. Es war schon schlimm genug für Dad zu wissen, dass Phil die Nacht im selben Zimmer wie ich verbrachte, aber im selben Bett, das konnte er nicht zulassen.
Ich ging auf Phil zu und setzte mich zu ihm. Ich nahm sein Gesicht zwischen meine Hände und drückte meine Lippen auf seine. Er erwiderte meinen Kuss und umarmte mich dabei. Für einen kurzen Moment nahm ich meine Lippen von seinen und legte mich flach in die Mitte des Bettes. Mit einem erwartungsvollen Blick sah ich ihn an und hoffte er würde meine Avancen verstehen. Und das tat er. Er war sichtlich überrascht, er hatte nicht damit gerechnet. Ihn schien die Situation mehr als nervös zu machen, doch er fasste seinen ganzen Mut zusammen und legte sich auf mich. Wir küssten uns und ich hatte das Gefühl als würde sich das gesamte Bett wie wild im Kreis drehen. Ich spürte wie Phils Körper wärmer wurde und wie mein eigener begann die Temperatur zu steigern. Ich streichelte ihm über die Wange und begann sein Shirt auszuziehen. Er half mir dabei indem er sich kurz aufsetzte und es über seinen Kopf zog. Dann legte er sich wieder auf mich und fuhr fort mich zu küssen. Unsere Küsse wurden immer intensiver und gewannen zunehmend an Innigkeit.
Phil setzte dazu an mein T-Shirt hochzuziehen. Er schob seine Hand unter mein Shirt und berührte meinen blanken Bauch. In diesem Moment wusste ich, dass es falsch war. Alles was wir hier gerade im Begriff waren zu tun war falsch. Es sollte einfach nicht sein. Und so sehr ich mich dagegen wehrte, ich musste mir eingestehen, dass ich diesen Schritt nicht gehen konnte. Nicht jetzt und nicht mit Phil.
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