Betty Barton - Reborn

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Als Bonnie sich auf die Beziehung mit dem Jungen ihrer Träume einlässt, ahnt sie nicht welche Folgen diese Verbindung haben würde.
Von einen Tag auf den anderen ist ihr Leben plötzlich in Gefahr und alles was sie zu wissen glaubt in Frage gestellt. Es sollte sich herausstellen, dass Bonnie und Brians Verbindung tiefer geht als die Beiden es je erwartet hätten. Und auch die Bedrohung, die die beiden Liebenden umgibt, ist älter und gefährlicher als sie verstehen können.

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Mir zerriss es das Herz. Ich fing an zu weinen. Phil hörte sofort auf mein Shirt hochzuziehen und legte sich neben mich. Er versuchte mich zu beruhigen, streichelte meinen Arm und meinte

„Ist alles in Ordnung mit dir?“

Ich hatte Angst davor in anzusehen, ihm in die Augen zu sehen und zu wissen, dass ich nie wieder so wie noch vor ein paar Minuten für ihn empfinden würde. Es tat weh zu wissen, dass Phil nicht der Richtige für mich war. So sehr ich es mir gewünscht hatte, er war es einfach nicht.

„Bonnie, bitte sprich mit mir.“

Er war verzweifelt und fühlte sich hilflos, das konnte ich an seiner Stimme hören.

„Habe ich…. etwas falsch gemacht?“

Oh Nein, nicht auch noch das. Er dachte er hätte etwas falsch gemacht? Wie abwegig dieser Gedanke war. Phil hatte überhaupt nichts falsch gemacht. Ich war diejenige, die gerade dabei war ihn zu verletzen. Auf eine bösartige und gemeine Art und Weise. Ich weigerte mich ihn anzusehen, ich wollte ihm nicht zeigen was in mir vorging. Ich wollte ihn nicht verletzen.

Er wischte mir die Tränen mit seiner Hand aus dem Gesicht. Das brachte mich noch mehr zum Weinen, ich wusste nicht was ich tun sollte.

„Bitte.“, flüsterte er. „Bitte sag mir was in dir vorgeht.“

Er strich mir über die Wange und drehte mein Gesicht zu ihm. Ich hielt die Augen geschlossen. Er strich mir weiter über die Wange und versuchte mich durch seine Berührungen zu beruhigen.

„Bitte, Bonnie. Sieh mich an.“ Seine Stimme klang flehend und ängstlich. Fühlte er was in mir vorging? Hatte er schon eine Ahnung was ihn erwarten würde?

Ich öffnete meinen Augen, und sah ihm direkt entgegen, verheult und verzweifelt. Nach einem tiefen und endlos langen Blick in seine Augen überwältigte mich die Traurigkeit und ich weinte noch mehr als zuvor.

Phil schien wie erstarrt. Er starrte mich an, zwinkerte ein paar Mal, so als ob er sicherstellen wollte, dass mein Blick sich während der letzten paar Sekunden nicht geändert hatte. Oder dass er nie da gewesen war und ihm seine Augen einen Streich spielten.

Doch mein Blick war immer noch derselbe. Es fehlte etwas, etwas in mir war nicht mehr so wie zuvor. Es war keine Liebe mehr darin, die Zuneigung und der Glaube an eine gemeinsame Zukunft fehlten. Es war nur noch Traurigkeit und Verzweiflung zu erkennen.

Phil setzte sich auf.

„Ist es wegen ihm?“ Ich wusste natürlich wen er meinte. Es wäre nur fair gewesen Phil eine ehrliche Antwort zu geben, doch ich brachte es nicht über die Lippen. Jedoch war es auch nicht nötig die Worte auszusprechen, Phil wusste ohnehin, dass die Antwort „ja“ lautete.

Er stand auf und zog sein T-Shirt wieder an. Dann drehte er sich noch einmal zu mir um und sagte: „Warum tust du das? Du kennst ihn doch gar nicht!“ Ich hatte das Gefühl, dass er mir die Worte ins Gesicht brüllen wollte, doch seine Stimme überschlug sich vor Zorn und Unverständnis.

Sein Schmerz zerriss mich innerlich. Ich wollte ihn nie verletzten, er war so wichtig für mich. Er kannte mich besser als jeder andere. Doch wie hätte ich ihn weiter belügen können, ihm vorspielen, dass ich ihn liebte, wenn ich es nicht mehr tat?

Ich bemerkte in Phils Mimik, dass er keinen weiteren Moment mehr in meiner Nähe sein konnte, ohne weiter auseinander zu brechen. Daher verstand ich auch, dass er seine Sachen packte und das Haus verließ. Ich hörte wie er ausparkte und wegfuhr.

Auch meinen Eltern war das Spektakel nicht entgangen. Mein Vater stürmte in mein Zimmer, sah hektisch von links nach rechts, und fragte voller Innbrunst „Was ist los, was ist passiert? Hat er dir etwas getan?“

Wie konnte er nur annehmen, dass Phil mir etwas getan hatte? Er kannte ihn seit 9 Jahren. Er wusste, dass er mir niemals etwas antun würde, er niemals gegen meinen Willen auch nur irgendeine Körperstelle von mir berühren würde. Und trotzdem beschuldigte er ihn ohne zu wissen, was vorgefallen war. Ich war diejenige, die ihn verletzte und nicht umgekehrt. Ich hatte ihn verärgert und nicht er mich.

Ich wurde zornig. All die Trauer und Verzweiflung über den Schmerz, den ich Phil zugefügt hatte, wandelte sich unmittelbar nach dem Eintreffen meines Vaters in Wut. Wut auf ihn, weil er es wagte Phil solche Unterstellungen zu machen und Wut auf Brian, dass er mir all das antat. Mein Vater hörte einfach nicht auf damit zu fragen was Phil gemacht hatte und warum er aus dem Haus gestürmt war. Er verlangte eine Antwort von mir, die ich ihm nicht geben konnte. Ich wollte nicht mit ihm darüber sprechen. Ich wollte einfach nur für mich sein.

„Nein, er hat mir nichts getan. Ich bin es. Ich bin diejenige, die ihm etwas getan hat.“, schrie ich ihn an.

Er setzte sich in Bewegung um mir noch näher zu stehen und wollte mir erneut eine Frage stellen, doch schon hatte ich ihn unterbrochen.

„Nein, ich will nicht darüber reden. Lass mich einfach in Ruhe!“, meine Stimme überschlug sich vor Wut. Doch er wollte nicht ablassen. Immer und immer wieder bombardierte er mich mit Fragen. Meine Mutter bemerkte die angespannte Stimmung um wollte meinen Vater zurückhalten. Sie flüsterte ihm ins Ohr er solle es doch jetzt auf sich beruhen lassen und wir würden morgen noch genügend Zeit haben darüber zu sprechen. Doch er wollte sich einfach nicht beruhigen.

„Lass mich in Ruhe!“, schrie ich ihm ins Gesicht und rannte aus der Tür, die Stiegen hinunter und hinaus in den Regen. Ich rannte so schnell mich meine Füße tragen konnten. Ich verspürte keine Kälte, keine Nässe und keine Erschöpfung. Meine Wut und meine Verzweiflung füllten alle Empfindungen aus und ließen keinen Platz für andere Gefühle. Ich rannte und rannte. Bis ich am Basketballplatz angekommen war. Dort fing ich an zu schreien, ich brüllte den ganzen Platz zusammen, wohlwissend, dass um diese Uhrzeit niemand in der Nähe war, der mich hören konnte. Ich ließ mich gehen und stampfte ein paar Mal wütend auf.

Plötzlich hörte ich hinter mir eine Stimme. Ich drehte mich um und da stand Brian. Ebenso triefend nass und ein wenig vor Kälte zitternd stand er am anderen Ende des Basketballplatzes und rief mir zu.

„Bonnie, was ist passiert?“, hörte ich ihn sagen.

„Was passiert ist?“, brüllte ich ihm entgegen.

„DU bist passiert. Du hast mein ganzes Leben durcheinander gebracht. Seit du hierhergekommen bist steht alles Kopf.“

Er kam auf mich zu. Ich wollte weglaufen, doch ich war am ganzen Körper stocksteif und wie gelähmt. Nach ein paar Schritten stand er mir gegenüber und sah mir direkt in die Augen. Er legte seine Hände auf meine Schultern und versuchte die Kälte behutsam wegzustreicheln. Doch ich wollte das nicht, ich wollte nicht von ihm berührt werden. Ich stieß ihn von mir weg und versuchte mich gegen den Drang ihm nahe sein zu wollen zu wehren.

„Bonnie, bitte.“, sagte er und trat wieder einen Schritt näher.

„Nein, bleib ja wo du bist. Ich …. Ich halte deine Nähe einfach nicht aus. Du bringst mich total durcheinander, ich will dich, aber ich weiß nicht warum. Ich träume von dir noch bevor ich dich kennenlerne und ich weiß nicht warum. Das ist doch nicht normal!“

Meine steifen Glieder wurden von einer Sekunde auf die andere weich und ich sackte zusammen. Brian stürzte sich sofort auf die Knie und legte seine Jacke um meine Schultern. Er war mir so nahe, ich konnte seinen wundervollen Geruch wieder einatmen. In diesem Moment verschwand das Verlangen mich von ihm fern zu halten. Der Zweifel und die Wut ihn kennengelernt zu haben wandelten sich in unermessliche Zuneigung und Leidenschaft. Als hätte ich alle Schlösser hinuntergerissen und meinen tiefsten Gefühlen freies Geleit gegeben, erfüllten sie mich durch und durch. Ich hob meinen Kopf und sah ihm direkt in seine schönen strahlend blauen Augen.

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