Betty Barton - Reborn

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Als Bonnie sich auf die Beziehung mit dem Jungen ihrer Träume einlässt, ahnt sie nicht welche Folgen diese Verbindung haben würde.
Von einen Tag auf den anderen ist ihr Leben plötzlich in Gefahr und alles was sie zu wissen glaubt in Frage gestellt. Es sollte sich herausstellen, dass Bonnie und Brians Verbindung tiefer geht als die Beiden es je erwartet hätten. Und auch die Bedrohung, die die beiden Liebenden umgibt, ist älter und gefährlicher als sie verstehen können.

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Nach einer eher unterkühlten und etwas zurückhaltenden (wie nicht anders erwartet) Begrüßung holten wir Jenny ab und fuhren zur Schule. In der Mittagspause entschied ich mich dazu mich auf die Wiese zu setzen und bat Phil mich zu begleiten. Jenny hingegen ging zu unserem Stammplatz, wo Brian sich breit gemacht hatte. Ich sah kurz hinüber und bemerkte wie er mir nachsah. Er wirkte ein wenig enttäuscht, dass ich mich nicht zu ihnen an den Tisch gesellte, doch ich hielt es für besser so viel Abstand wie möglich zwischen uns zu halten.

Am Nachmittag erwarteten uns zwei intensive Matheübungsstunden. Als ob der Unterricht am Morgen nicht ausgereicht hätte. Übungen über Übungen für unseren kommenden Test. Unser Lehrer hielt uns ganz schön auf Trap. Ich bemerkte, dass Brian Probleme hatte mitzukommen. Scheinbar hatte man auf seiner alten Schule noch nicht so viel Stoff wie bei uns durchgenommen, oder er tat sich einfach generell schwer mit der Materie. Er hinkte also etwas hinterher.

„Bonnie.“, rief mich der kleine Troll auf.

„Du bist hier in der Klasse die Beste in Mathe. Ich möchte, dass du Brian Nachhilfe gibst. Ich werde euch einen Packen Übungen mitgeben. Bitte setzt euch nach der Schule zusammen und übt für den Test am Freitag.“

Meine Augen weiteten sich. War das wirklich sein ernst? Da versuchte ich mich so gut es ging von Brian fernzuhalten und dann passierte so etwas? Wie sollte ich die Situation nur in den Griff bekommen.

„Aber… aber ich. Ich habe noch so viel für die anderen Fächer zu tun. Ich kann niemandem Nachhilfe geben.“

Jenny zeigte energisch auf und rief. „Mr. Solece, Ich, ich habe Zeit. Ich kann mit Brian lernen.“

Brian wirkte über diese Äußerung nicht sonderlich erfreut. Scheinbar war Jenny ihm zu aufdringlich. Das konnte man ihm auch irgendwie nicht verübeln.

„Nein Jenny. Konzentriere dich lieber darauf selbst eine gute Note zu schreiben. Oder muss ich dich an das Debakel bei deinem letzten Test erinnern?“.

Mr Solece hatte Jennys wunden Punkt getroffen. Sie war wirklich nicht besonders gut in Mathe. Ich hatte auch schon des Öfteren versucht ihr zu helfen, allerdings trug es nie Früchte. Sie war einfach nicht geschaffen für Multiplikationen und Brüche.

„Bonnie, ich bin sicher du kannst dir etwas Zeit für Brian nehmen. Bitte sei so nett und kümmere dich um ihn.“

Er sagte die Worte mit solch einem Nachdruck, dass es mir unmöglich war nein zu sagen. Er hätte es schlichtweg nicht akzeptiert. Also musste ich nun wohl oder übel mit Brian lernen. Ich sah ihn nicht an, es war mir zu unangenehm. Stattdessen blickte ich zu Phil hinüber. Er schien auch nicht gerade besonders erfreut über diese Neuigkeit zu sein. Es kam ihm natürlich sehr ungelegen, dass gerade ich dem Neuen Nachhilfe geben sollte.

Nach der Schule kam Jenny aufgeregt und überraschenderweise freudestrahlend auf mich zu.

„Bonnie, Bonnie, warte.“

Ich hätte mir gut vorstellen können, dass bei der Hast, die sie an den Tag legte, jeden Moment ein Unfall passieren würde. Sie stürzte auf mich zu und legte ihren Arm um mich.

„Das ist perfekt! Mir wäre es zwar noch lieber gewesen wenn ich ihm Nachhilfe geben könnte. Aber so geht’s auch.“

Auf ihrem Gesicht machte sich ein fast schon beängstigend glücklicher Ausdruck breit.

„Am Besten du fängst damit an ihm zu erzählen wie beliebt ich bei allen bin, und dass ich zum Captain der Cheerleader ernannt wurde. Dann machst du ihn auf meine unvergleichliche Schönheit aufmerksam und spornst ihn an mich um ein Date zu bitten. Ich werde dann so tun als wäre ich total überrascht und werde zögerlich zusagen. Das wird sowas von super.“

Ich verdrehte die Augen. Als ob das Ganze nicht schon kompliziert genug war. Nicht nur, dass ich meine eigenen Gefühle unter Kontrolle halten und versuchen musste mich so distanziert wie möglich zu verhalten. Jetzt sollte ich auch noch Kupplerin für Jenny spielen.

„Jenny, ich weiß nicht…“ Schon unterbrach sie mich.

„Ach was, das kriegst du schon hin. Und zwischendurch übst du ein paar Beispiele mit ihm und fertig. Sag mir nur Bescheid wann er den Köder geschluckt hat. Ich möchte an dem Tag etwas Besonderes anziehen.“

Ich wollte nicht weiter mit ihr darüber diskutieren ob ich sie nun mit Brian verkuppeln würde oder nicht. Ich musste nur irgendeine Möglichkeit finden diese Lerntreffen so kurz wie möglich zu halten. Vielleicht konnte Phil mich begleiten, dann wäre die Situation etwas entschärft gewesen.

„Phil, hast du heute Nachmittag Zeit? Ich möchte die Lernsession mit Brian hinter mich bringen. Wäre toll wenn du auch mitkommen würdest.“

Sein Blick strahlte etwas Erleichtertes aus, so als hatte er gehofft ich würde ihn bitten dabei zu sein. Ich denke es gab ihm ein Stückchen Sicherheit zurück, was meine Gefühle Brian gegenüber anbelangte. Nach kurzem Überlegen trübte sich sein Blick allerdings wieder.

„Es tut mir leid, ich kann nicht. Ich muss mit meinen Eltern zu meiner Tante fahren. Wir werden die nächsten 4 Tage in Kentucky verbringen.“

Fast so als hätten mich gerade vier Blitze hintereinander getroffen, zuckte ich unter dieser Nachricht zusammen.

„Gleich vier Tage? Kannst du denn nicht hier bleiben? Was ist mit dem Mathetest?“

„Nein, ich habe es meinen Eltern versprochen. Erinnerst du dich an letztes Jahr? Da war ich auch nicht dabei. Sie werden es bestimmt nicht noch einmal erlauben, dass ich dem Familienfest fern bleibe. Und den Test werde ich einfach nachmachen. Ich stehe auf einer soliden drei. Also kein Grund zur Panik.“

„Was ist mit dir, Jenny.“, wandte ich mich zu ihr um.

„Du kannst sowieso ein wenig Nachhilfe gebrauchen. Am Besten ich lerne gleich mit euch beiden gemeinsam. Dann kannst du auch gleich selber Werbung für dich machen.“

„Ich kann leider nicht.“, sagte sie genauso enttäuscht wie Phil, als er ablehnen musste.

„Ich hab die ganze Woche Cheer-Training. Du weißt ja, das nächste Spiel steht bald an und wir wollen unsere Choreographie überarbeiten.“

„Verdammt!“, dachte ich voller Verzweiflung. Das war ja klar. Keinem war es wirklich recht mich alleine mit Brian zu sehen, aber es nahm sich auch keiner die Zeit es zu verhindern.

Auf dem Heimweg überlegte ich, wie ich die Situation am besten abkürzen konnte. Ich wollte so wenig Zeit wie möglich alleine mit Brian verbringen. Es war einfach zu gefährlich ihm zu nahe zu kommen. Er hatte diese ganz besondere Wirkung auf mich, und nur weil ich es mir ganz fest wünschte würde sie nicht einfach verschwinden.

Nachdem Phil mich zu Hause abgesetzt und wir uns voneinander verabschiedet hatten, aß ich eine Kleinigkeit und bereitete mich anschließend auf die Nachhilfestunde vor.

Während ich alles Nötige zusammensuchte fielen mir die Bilder, die ich von Brian, oder dem Jungen aus meinem Traum, gezeichnet hatte, wieder in die Hände. Ich betrachtete sie kurz, spürte wie meine Finger zu kribbeln begannen, und legte sie schnell wieder beiseite.

„Reiß dich zusammen Bonnie.“

Ich packte alles Nötige in meinen Rucksack und machte mich auf den Weg zu meinem Nachhilfeschüler. Während ich die Straße entlang ging versuchte ich mich so gut es möglich war mental darauf vorzubereiten, dass ich jetzt für einige Zeit alleine mit ihm sein würde. Ich versuchte alle Gefühle, die ich mit diesem Jungen verband, zu isolieren und weg zu sperren.

Ich ging zu seiner Haustür und läutete an. Ein altbekanntes Fischerlied ertönte nachdem ich auf die Klingel gedrückt hatte. Eine Dame mittleren Alters öffnete die Tür. Ich erkannte sie noch von dem Nachmittag, an dem wir Brians Umzugswagen an uns vorbei fahren sahen. Im Gegensatz zu meiner Mutter hatte Brians Mom bereits graue Strähnen in den Haaren und ihr Gesicht wirkte farblos und geschwächt. Der Rest ihrer Silhouette hingegen war fest und schien für ihr Alter noch gut in Form zu sein.

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