Franz Werfel - Der veruntreute Himmel

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Die Magd Teta gibt ihrem Neffen Geld, um ihn Priester werden zu lassen. Sie will dafür in den Himmel kommen. Der Neffe betrügt sie und bringt sie damit um ihr Seelenheil. Sie fährt nach Rom, empfängt den Segen des Papstes und stirbt dabei im Bewusstsein der Gnade. Werfels Roman von 1939 trug zunächst den Titel 'Der gestohlene Himmel'.

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»Ein Ewig-Fremder, der im Haus herumläuft«, lachte ich, »da könnt' auch ich mich getroffen fühlen.«

»Überschätz dich nicht, lieber Theo«, sagte Livia ernst. »Du hast nur kurzfristige Arbeitspläne für ein oder zwei Jahre. Teta aber hat einen Lebensplan, der über ihren Tod hinausreicht. Es ist ein Lebensplan bis in alle Ewigkeit, und das ist wirklich keine Phrase. – Teta ist in ihrer Art grandios, und ich fühl' mich ihr nicht immer gewachsen.«

Bei diesen Worten trat mir die Fotografie des jungen Geistlichen, die über dem Bett der Köchin hing, deutlich vor Augen:

»Vor ein paar Tagen«, sagte ich, »hab' ich ihr Zimmer gesehen.«

»Wie? Das ist dir gelungen?« verwunderte sich Livia. »Teta sperrt ja die Tür ab, wenn sie ihre Bude nur für zwei Minuten verläßt. Alle im Haus lachen darüber. – Ich selbst, die Hausfrau, bin nur zweimal in all diesen Jahren in die holde Kemenate vorgedrungen, einmal, als Teta krank war, und das andere Mal, als ich mit unerschrockenem Mute darauf bestand, daß auch bei ihr die Wände frisch gestrichen würden.«

Ich vergegenwärtigte mir den starken Eindruck von Festigkeit und Geschlossenheit, den ich nicht nur durch das Wesen, sondern auch durch die Kammer der alten Magd empfangen hatte:

»Sie muß äußerst religiös sein, diese Teta«, meinte ich. »Das Heiligenbild an der Wand ... Und dann hab' ich ein interessantes Gespräch belauscht zwischen ihr und dem Herrn Bichler, diesem patenten Freidenker, der sich soeben mit bestem Erfolg aus einem Kommunisten zum Nazi entwickelt hat. – Teta hat übrigens in diesem Gespräch hoch gesiegt, zehn zu null mindestens.«

Livia blickte noch ernster und versonnener drein als vorhin:

»Ja! Teta ist religiös«, sagte sie, »in einem ganz unvorstellbaren Sinn religiös. – Nicht nur wir könnten sie darum beneiden, sondern sogar jeder wirklich Gläubige. Bei ihr gibt's darin keine Sentimentalitäten, keine halben Gefühle, keine Unbestimmtheiten, ja, selbst das Wort Glauben genügt nicht. Für sie sind all diese Dinge, die unsereins solche Schwierigkeiten machen – wie soll ich's dir nur sagen? –, bombensicher sind sie für Teta und fest ausgemacht und unabänderlich und körperlich real wie dieser Tisch hier oder wie der Fahrplan der Eisenbahn.«

»Einen Augenblick, Livia«, unterbrach ich sie. »Teta hat einen Sohn, einen unehelichen Sohn natürlich. Für den lebt und stirbt sie. Er ist der hübsche Geistliche auf dieser Fotografie überm Bett. Und mit ihm hängt das zusammen, was du ihren Lebensplan nennst.« Livia lachte spöttisch auf:

»Wie doch die Literatur immer hinter dem Leben zurückbleibt, armer Theo. – Teta ist eine unberührte Jungfrau, garantiert ... Aber daß ihr Lebensplan mit dieser Fotografie zusammenhängt, das hast du schon prophetisch erraten. – Ich werd' jetzt ihr Vertrauen mißbrauchen, denn ich glaub', außer mir hat sie keinen Menschen in ihren Lebensplan eingeweiht. – Das aber ist auch nur wegen gewisser Briefe geschehen, in denen sie sich nicht gut ausgekannt hat.«

Livia blickte sich zweimal um, ziemlich scheu. Dann fing sie mit gedämpfter Stimme zu erzählen an.

Hier folgt nun ein Abriß von Teta Lineks Lebensplan. Ich entnehme ihn nicht nur Livias Bericht, wie er mir von jener schönen Sommerstunde her in Erinnerung geblieben ist, sondern kann ihn durch die Mitteilungen des Kaplans Johannes Seydel ergänzen, mit dem ich vor einiger Zeit in Paris Freundschaft geschlossen habe. In solchen Fällen sagt man mit Recht: »Die Welt ist klein.« Seydel ist der nämliche Geistliche, welcher der alten Magd in den letzten Tagen ihres Lebens und Sterbens Beistand geleistet hat. Die Argwöhnische und Verschlossene hat ihm ihr Herz geöffnet und sämtliche Dokumente ihres Erdenwallens hinterlassen. Er bewahrt als ein merkwürdiges Andenken an einen merkwürdigen Menschen die bewußten Briefe auf, von denen sogleich die Rede sein wird. Johannes Seydel, achtundzwanzig Jahre alt, das Idealbild eines katholischen Seelsorgers und Menschenfreundes, lebt nun – wie könnt' es bei ihm auch anders sein – in der Verfolgung und in der Verbannung.

Die Argans waren Teta Lineks siebenter und letzter Posten. Das beweist, daß sie in ihrer fünfundfünfzigjährigen Dienstzeit nur ganz selten ihren Arbeitsort wechseln mußte und trotz der von Livia angedeuteten Untugenden sich die dauerhafteste Zufriedenheit ihrer Brotherren von Anfang an erwarb. Sie kam, wie so viele ihresgleichen, als fünfzehnjähriges Bauernmädel aus dem mährischen Lande in die Residenz der damaligen Monarchie. Ihr Geburtsdorf hieß Hustopec. Den Aufstieg vom Abwaschmädel zur »perfekten Köchin« und dann zur Diva ihrer Kunst hatte Teta außer ihrer Begabung verschiedenen Eigenschaften zu danken, die bei den strengen Hausgebieterinnen hoch in Gunst standen. Sie schmuggelte niemals Männer ins Haus, uniformierte Männer gar, auch in ihrer blühenden Jugend nicht. Sie kam niemals wie andere Dienstmädchen von ihren Ausgängen nach Mitternacht heim, in verwahrlostem Zustand, mit zerzausten Haaren, ein unordentliches Lachen auf den betrunkenen Zügen. Sie verzichtete zumeist auf diesen ihr allwöchentlich gebührenden Ausgang und verbrachte den Sonntag in ihrem Kämmerlein, immer zu Diensten stehend. Daß sie täglich um sechs Uhr zur Morgenmesse ging, störte keineswegs die Hausordnung, sondern brachte Teta schon sehr früh in den vertrauenerweckenden Ruf frommer Würdigkeit. Auch wurde sie nur ziemlich selten von Angehörigen heimgesucht. Davon gab es in der Hauptstadt eine ansehnliche Menge, die erst durch die Macht der Jahre auf zwei Frauenspersonen herabgemindert wurde, die beiden Schwestern Tetas. Sie aber besaß nur sehr wenig Familiensinn. Auch lag der Dienerin eine seltsam strenge Auffassung ihres Berufes seit Generationen im Blute. Sie empfand Familienbesuch im Hause der gnä' Herrschaft als ungehörig und der guten Sitte widersprechend.

Damals – sie hatte bereits ihr vierzigstes Jahr erreicht – war sie bei dem Herrn Sektionsrat im Unterrichtsministerium Slabatnigg in Dienst. Eines Sonntags im Juli, die Herrschaft war glücklicherweise ausgegangen, erschien ein ländlich gekleidetes Weib bei ihr, das einen zehnjährigen Jungen an der Hand führte. Sie erkannte nicht sofort die Witwe ihres jüngst verstorbenen Bruders Mojmir Linek. Kein Wunder, hatte sie doch diese Frau nur zweimal im Leben gesehen. Dem Bruder Mojmir wahrte Teta keine sehr achtungsvolle Erinnerung. Er war niemals über Hustopec hinausgekommen, hatte dort sicherem Vernehmen nach den ererbten Hof vertrunken und sich schließlich als gemiedener Ortsalkoholiker mit irgendwelcher Flickschusterei bis zum verdienten frühen Ende fortgebracht. Ohne Wohlwollen betrachtete die Tante den kleinen Neffen, der Mojmir hieß wie sein Vater und sie aus eigentümlich verschwollenen Schlitzaugen eindringlich abschätzte.

»Es ist ein Elend«, jammerte die Witwe, »mein Alter hat immer gewollt, daß aus dem Mojmir da was wird, ein Herr Doktor oder so, denn gescheit ist dir das Bübchen und zu gut fürs Land, und es war sein letzter Wunsch, der Arme, Gott verzeih' ihm, und du bist doch die Schwester und ledig und hast gute Stellungen und Ersparnisse ...«

»Woher weißt du, daß ich Ersparnisse hab'?« fuhr Teta auf. »Ich hab' keine Ersparnisse, mit Erlaubnis ...«

Die Mutter aber schob den Knaben vor, drückte mit der Hand sein bäurisch widerstrebendes Scheitelhaar nieder und nestelte erregt an seinem Feiergewand herum:

»Schau dir doch nur das Bübchen an, Schwägerin, den Sohn deines einzigen Bruders. – Was soll ich tun, daß der letzte Wunsch vom Seligen in Erfüllung geht? – Der Herr Lehrer sagt, so einen wie den Mojmir da gibt's in der ganzen Schul' nicht zweimal – er kann dir alles auswendig. – Steh grad, Bub, und sag dem Tantchen etwas auf.«

Mojmir streckte sich, schnupfte den Rotz hoch, machte eine kurze Verbeugung und begann über Stock und Stein ein Gedicht herzuplärren mit seiner krähenden Knabenstimme, von der die erstaunte Küche des Hofrates Slabatnigg hell erschallte. Es war ein Gedicht des Dichters Neruda und hieß »Die Mittagshexe«. Er hatte noch kaum geendet, als ihn der zwinkernde Blick der Mutter mahnte, diesem Gedicht in Tetas schon halb vergessener Muttersprache ein zweites in bestem Deutsch folgen zu lassen. Darauf plärrte der Junge Schillers »Alpenjäger« in entschlossenem Geschwindschritt her:

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