Platz 101 – 150
Platz 151 – 169
Diese Tabellen wurden vom Computer generiert und zeigen die mathematische Gewinnerwartung (GE) von verschiedenen Kartenkombinationen in Prozent. Rot markierte Hände sind suited Cards. Am wichtigsten ist die erste Spalte (zwei Spieler), weil sie in der Praxis am häufigsten vorkommt: Ein Spieler Namens X ist mit A-A Preflop All In gegangen. Er wird von einem anderen Spieler Namens Y gecallt. Alle anderen Spieler folden. Nun kann man die Gewinnwahrscheinlichkeit von A-A in dieser Situation ablesen: 85,37%. Callen zwei Spieler (Y und Z), verringert sich die Gewinnwahrscheinlichkeit der Asse von X auf 73,70%. Je mehr Spieler in einer Hand All In sind, desto niedriger wird die Gewinnwahrscheinlichkeit, wobei die Asse trotzdem natürlich immer die höchste Gewinnwahrscheinlichkeit haben.
Bei anderen Händen verändert sich auch die Platzierung im Handranking, je nachdem, wie viele Spieler in einer Hand sind, um dies zu demonstrieren, sehen sie in den folgenden drei Grafiken, wie sich bei einer bestimmten Hand das Ranking ändert, je mehr Spieler in der Hand sind, wobei es in der Praxis wohl so gut wie nie vorkommen wird, dass 8 oder sogar 10 Spieler All In sind.
1. A-Ks
Diese Hand verbessert sich, je mehr Spieler in einer Hand All In sind. Gegen einen Spieler liegt sie auf Platz 8, gegen zwei Spieler auf Platz 7, gegen drei Spieler auf Platz 6 und ab 8 Spielern liegt sie auf dem besten Platz, den eine nichtgepaarte Hand im Ranking einnehmen kann: Auf Platz 4. Die ersten drei Hände im Ranking bleiben stets unverändert.
Fazit:Hohe nichtgepaarte suited Karten schneiden besser ab, wenn sie gegen mehrere Spieler in einen Showdown gehen.
2. Paare – 9-9
Diese Hand verschlechtert sich, je mehr Spieler in einer Hand All In sind. Gegen einen und zwei Spieler liegt sie auf Platz 6, gegen drei Spieler auf Platz 7.
Bis hierher also fast ein identisches Ranking. Im absurden Bereich von 5 Spielern All In liegt sie nur noch auf Platz 11, bei sechs Spielern auf Platz 16 und bei 10 Spielern sogar nur noch auf Platz 24.
Fazit:Paare (außer den höchsten drei Paaren) verschlechtern sich im Ranking, je mehr Spieler in einen Showdown gegen sie gehen.
3. Suited Connectors – 10-9s
Es ist geradezu unglaublich, welche Bocksprünge diese Hand im Ranking vollzieht. Sie startet relativ weit hinten auf Platz 64 bei 2 Spielern, bei drei Spielern springt sie auf Platz 50 vor. Bei vier Spielern bereits auf Platz 38, bei fünf Spielern auf Platz 33, bei sechs Spielern auf Platz 31 und bei acht Spielern sogar auf Platz 25.
Fazit:Aufgrund der Flush und Straightchancen steigen suited Connectors im Ranking, je mehr Spieler in einer Hand All In sind.
1.3. Gewinnwahrscheinlichkeit, Odds und Simplified Odds
1.4. Handmatrix
In der folgenden Grafik sind alle 169 Starthände ersichtlich und man sieht:
1. Drei Gruppen von Starthänden (Paare – violett, Suited Cards – hellgrün, Offsuited Cards – hellviolett).
2. Die Zahl unterhalb der Starthand gibt an, wie viele Kombinationen es von dieser Hand gibt.
2. Der Glücksfaktor im Poker und die Turnierstrukturen
Beim Poker spielen die Spieler gegeneinander und nicht gegen ein vom Casino ausgeklügeltes System, welches die Spieler langfristig in jedem Fall verlieren lässt. Beim Poker verlieren die schwachen gegen die starken Spieler. Zwar kann ein Anfänger jederzeit eine Hand gegen einen echten Champion gewinnen – auf lange Sicht wird aber der bessere Spieler mehr gewinnen.
Die Glückskomponente ist bei diesem Spiel zweifelsohne vorhanden – ein anschaulicher Vergleich: Poker ist eine Mischung aus Schach und Roulette – Schach ist fast zu 100% Können, Roulette ist fast zu 100% Glück – Poker liegt da irgendwo dazwischen. Der Glücksfaktor im Poker ist eine Variable. Je größer der Chipstack im Vergleich zu den Blinds ist, desto kleiner wird der Glücksfaktor, weil man mit einem großen Stack genügend Spielraum hat, zu raisen, zu reraisen etc. ohne All In gehen zu müssen. In späteren Turnierphasen steigen die Blinds und im Verhältnis zu den Blinds werden die Stacks der Spieler kleiner. Je größer der Blind im Verhältnis zum Chipstack ist, desto größer wird der Glücksfaktor. Wenn man zum Beispiel am Anfang des Turniers 100.000 Chips hat und der BB ist bei 200, hat man 500 BB, der Glücksfaktor liegt hier bei zirka 20%. Hat man gegen Ende des Turniers immer noch 100.000 Chips und der BB ist nun 20.000, so hat man nur noch 5 BB und somit keinerlei Spielraum. Der Glücksfaktor ist nun also enorm hoch.
Poker ist ein Spiel unvollständiger Informationen, in dem der Spieler ständig Entscheidungen treffen muss. Ob diese Entscheidungen richtig oder falsch waren, weiß man immer erst im Nachhinein. Es kann auch vorkommen, dass die richtige Entscheidung zum Verlust eines Pots führt und umgekehrt kann auch die falsche Entscheidung zum Gewinn eines Pots führen.
Dazu ein Beispiel: Sie sitzen im BB. Vor ihnen war jede Menge Action (ein UTG Raise auf 3 BB, ein Call aus mittlerer Position und eine 3-Bet vom Button auf 9 BB). Sie blicken auf ihre Karten und freuen sich sehr: A♥A♦ - die roten Asse lachen sie an. Die Action bis zu ihnen deutet darauf hin, dass sehr starke Hände unterwegs sind. Trotz dieser vermeintlichen Traumsituation gilt es hier genau abzuwägen, ob sie
a) Callen
b) 4-betten
c) All In pushen
Was würden sie tun?
Mal angenommen, sie entscheiden sich für c) All In. Die beiden ersten Spieler folden, doch der Button callt sofort mit deutlich mehr Chips als sie haben. Er zeigt A♣K♣. Zu exakt 87,25% werden sie diesen Showdown gewinnen, aber immerhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 11,39% gewinnt ihr Gegner diese Hand und sie haben bei einem Cashgame ihren Einsatz verloren bzw. sie sind bei einem Turnier ausgeschieden. Sie haben in so einem Fall also die richtige Entscheidung getroffen, aber das falsche Ergebnis erzielt.
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