Bei dieser Arbeit sammeln sich viele Spielkonzepte zu diesem anspruchsvollen Spiel an, vor allem, wenn man No Limit Holdem Poker spielt. Aber dem immerwährend neugierigen und energiereichen Ivo reichte dies nicht, er war mit der riesigen Büchersammlung nicht so ganz zufrieden und hatte die Idee, schöpfend aus seinen angesammelten Erfahrungen dieses Buch zusammen mit einem Co-Autor Hans-Jürgen Gasser zu verfassen.
Dieses lückenlose Buch, entstanden in jahrelanger Arbeit, liegt nun vor Ihnen, Sie haben seine ausgiebigen Erfahrungen erworben, damit Ihre Zukunft im Pokerspiel erfolgs-versprechend aussehen wird. Packen Sie diese Gelegenheit und fangen Sie an! Möge den Lesern dieses Buches dessen Ideen und Konzepte zahlreiche Turniersiege bescheren! Dies und viel Spaß beim Lesen wünschen
Vorarlberg im Juli 2020
Ivo Donev & Hans-Jürgen Gasser
Einleitung und Abkürzungen
Zur optimalen Lesbarkeit dieses Buches ist es wichtig, dass klar definiert ist wie bestimmte Elemente im Verlauf eines Pokerspiels bezeichnet werden.
Positionen am Tisch: Es werden die international gebräuchlichen, englischen Bezeichnungen verwendet.
Ein Tisch mit zehn Spielern:
Position 1: Under The Gun – UTG
Position 2: UTG+1
Position 3: UTG+2
Position 4: Mittlere Position 1 – MP1 = Lojack – LJ *
Position 5: Mittlere Position 2 – MP2 = Hijack – HJ *
Position 6: Mittlere Position 3 – MP3 (fällt bei einem Tisch mit neun Spielern weg)
Position 7: Cutoff – CO
Position 8: The Button – BTN
Position 9: Small Blind – SB
Position 10: Big Blind – BB
* Die mittleren Positionen werden bei 9 Spielern immer mit Hijack und Lojack bezeichnet.
Abkürzungen:
In diesem Buch werden folgende Abkürzungen verwendet:
BB Big Blind - Höhe des vorgeschriebenen Einsatzes und Position am Tisch
FT Final Table
LAG Loose Aggressiver Spieler
oop Out Of Position
os offsuited (verschiedenfarbig)
RFI Raise First In
s suited (gleichfarbig)
SB Small Blind - Höhe des vorgeschriebenen Einsatzes und Position am Tisch
TAG Tight Aggressive Spieler
T Ten - 10
WSOP World Series Of Poker
Farben:
Deutsch: ♥ Herz ♠ Pik ♦ Karo ♣ Kreuz/Treff
Englisch: ♥ Hearts ♠ Spades ♦ Diamonds ♣ Clubs
Im Internet: ♥ ♠ ♦ ♣
Es gibt drei Gruppen von Starthänden:
13 Pocketpaare
78 nichtgepaarte, gleichfarbige Hände (mit dem Kürzel s für suited versehen). In den Tabellen in Kapitel 1 sind diese Hände rot markiert.
78 nichtgepaarte, verschiedenfarbige Hände (mit dem Kürzel os für offsuited versehen)
1. Wahrscheinlichkeiten, Mathematik und Handranking
1.1. Wahrscheinlichkeit (Odds) bei Texas Hold‘em
Sie beschreibt die wahrscheinliche Verteilung der Gewinnchanceeiner gegebenen Starthand(Hole Cards) in der Pokerspielvariante Texas Hold’em. Um die Wahrscheinlichkeiten für eine Starthand zu ermitteln, gibt es prinzipiell zwei Wege
Die Ergebnismengeberechnet die Anzahl der Möglichkeiten, dass man eine bestimmte Handtrifft. Um beispielsweise AAzu erhalten, gibt es, vorausgesetzt man ignoriert die Reihenfolge, sechs Möglichkeiten, nämlich A♠ A♥, A♠ A♦, A♠ A♣, A♥ A♦, A♥ A♣, A♦ A♣.
Die Formel hierzu lautet

Bedingte Wahrscheinlichkeit
Bei zweiundfünfzig Karten gibt es vier Asse im Deck.
Die Wahrscheinlichkeit ein Ass zu erhalten, liegt also bei

Analyse der Starthände
Insgesamt sind bei Texas Hold’em 1.326 verschiedene Starthände möglich. Die Farben wurden in die Rechnung miteinbezogen. Durch die vorherigen Rechnungen erfahren wir, dass man im Durchschnitt bei jeder 221. Hand zwei Asse erhält.
Da im Poker alle Farben denselben Wert haben, sind viele der 1.326 möglichen Starthände zumindest vor dem Flopgleichwertig. Daher werden Hände vor dem Flop prinzipiell in drei Gruppen unterteilt.
Im Folgenden die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Hände:

Starthände im Heads-Up
Im Heads-Upkann der gegnerische Spieler

Also rund 3,68 MilliardenMöglichkeiten für die Verteilung der Gemeinschafts- und Hole Cardsgibt.1
Diese Zahlen sind nicht ganz genau anzugeben, schließlich können auch die Farben der Karten Einfluss auf das Ergebnis haben.
Beispiel: A♠ A♣ gewinnt gegen K♠ Q♣ zu 87,65 % (0,49 % zum Split Pot), gegen 6♦ 7♦ aber nur zu 76,81 % (0,32 % für Split Pot).
1.2. Handranking und Gewinnwahrscheinlichkeit
Die folgenden Tabellen wurden mit Hilfe einer Computersimulation erstellt. Dabei wurde ausgewertet, wie hoch die Gewinnwahrscheinlichkeit einer Hand gegen eine, zwei, drei usw. zufälligen anderen Händen in jeweils 140 Millionen Handverläufen ist. Dadurch ergaben sich unterschiedliche Handrankings, je nachdem wieviel Hände in einer Situation involviert sind.
Die Tabellen zeigen, wie sich das Handranking und die Gewinnerwartung je nach Anzahl der in der Hand beteiligten Spieler verändern. Die Top 3 Hände bleiben immer gleich. Danach kommt es zu deutlichen Gewinnerwartungsveränderungen. Bei zwei Spielern sind die Pocketpaare noch bis zu den Achtern auf den ersten sieben Plätzen, erst auf Platz 8 kommt die erste und beste Hand, die kein Paar ist: A-Ks (man erkennt die suited Cards daran, dass sie in diesen Grafiken rot eingefärbt sind).
Bei diesen Tabellen erkennt man sehr gut, welche unterschiedliche Erwartung die Hände bei Heads Up und bei Multiway haben.
Platz 1 – 50
Platz 51 –100
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