Lisa schaute Sally abschätzig an, gab ihr das Namensschild und drückte ihr dann den Stempel auf die Hand.
„Hallo, schön dich zu sehen. Viel Spaß heute Abend.“
„Na! Geht das auch freundlicher?“
Als Antwort verdreht Lisa aber nur die Augen. Nun war Trish an der Reihe.
„Deinen Namen bitte!“
„Als erstes Mal – Lisa, begrüßt man Leute, die man seit Jahren nicht gesehen hat etwas freundlicher. Auch wenn man ihnen früher die Hölle heiß gemacht hat, und sie einen dafür für immer hassen. Aber das weißt du natürlich nicht. Wahrscheinlich ist dir beim Färben der Haare ein wenig Farbe in dein Gehirn gelaufen, wenn du so was überhaupt besitzt.“
„Na hör mal. Wer bist du denn, dass du mich so fertig machen musst.“
Trish stellte sich dichter als Lisas Tisch und stützte ihre manikürten Finger auf der Platte ab.
„Ich habe noch gar nicht angefangen dich fertigzumachen, obwohl du es verdient hast. Und jetzt gib mir dieses blöde Namensschild, bevor ich anfange dich platt zu machen.“
„Name?“
„Trish Moore!“
Lisa blieb der Mund offen stehen. Sie blickte an Trish hinab und konnte nichts mehr von sich geben.
„Mach den Mund zu. Ist ja widerlich - und einen Stempel brauche ich nicht.“
Damit schnappte sich Trish das Namensschild und ging an der völlig perplexen Lisa vorbei drehte sich aber noch mal um. Mit erhobenem Haupt ging sie neben Sally den Flur entlang.
„Das tat gut.“
Sally konnte sich das Lachen nun nicht mehr verkneifen und brüllte laut los.
„Hast du gesehen, wie die geschaut hat.“
„Ich hätte am liebsten weiter gemacht, aber das war sie mir dann doch nicht wert. Es wird sicher andere Möglichkeiten geben. So dann wollen wir doch mal sehen, wo die anderen Doofnasen sind.“
Trish ging hinter Sally in den großen Saal. Er war wunderschön geschmückt. Von der Decke hingen Tausenden Ballons, an den Wänden Pergamente, und über der Bühne, auf der eine Band Live Musik machte, hing ein Transparent, auf dem in großen Buchstaben der Jahrgang des Abschlusses stand. 10 Jahre ging es Trish durch den Kopf. Trish schaute sich noch etwas unbeholfen in der Gegend um, als sie eine kreischende Stimme vernahm.
„Sally? Oh du liebe Zeit. Sally bist du es wirklich. Du hast dich überhaupt nicht verändert. Wie geht es dir?“
Sally schaute die Frau dann Trish verwundert an.
„Tut mir leid. Ich fürchte ich kann mich nicht erinnern.“
„Rosalie! Ich war früher bei Emma, Margret und Lisa in der Klasse. Kannst du dich erinnern?“
„Ja, jetzt wo du es sagst, weiß ich es wieder. Die Parallelklasse! Du gehörtest du denen die uns, mich und Trish schikanierten. Wie konnte ich das nur vergessen?“
„Tut mir leid. Aber das ist ja schon so lange her. Wie ist es dir ergangen?“
„Gut danke und dir?“
„Auch gut. Ich bin zweimal geschieden, habe drei Kinder, was will man mehr. Und du? Bist du alleine hier? Schade das Trish nicht da ist. Ich habe gehört sie soll nach Trinidad gegangen sein.“
„Es war Kanada. Und wer sagt, dass sie nicht da ist?“
Rosalie fing an zu grinsen.
„Naja, man hätte sie doch sehen müssen. Immerhin hat sie damals schon den Türrahmen ausgefüllt.“
Rosalie gab ein grunzendes Geräusch von sich und Sally dreht sich angewidert um, als Trish hinter Rosalie erschien.
„Wie ich sehe, bist du immer noch so eine Tratschkuh wie damals, Rosalie.“
Rosalie drehte sich um und starrte in Trishs Gesicht.
„Kennen wir uns?“
„O ja, wir kennen uns. Nicht sehr gut, weil Leute wie du mich gemieden haben, aber wir kennen uns. Ich habe dir damals Rache geschworen, für all das was ihr drei Ziegen mir angetan habt. Und hier bin ich nun.“
Rosalies Blick wanderte von Trish zu Sally und in den Raum.
„Keine Sorge, es ist niemand da der dir helfen könnte, und wenn würde es mir auch nichts ausmachen.“
„Wer bist du?“
Sie hatte die Frage gerade gestellt, als eine aufgelöste Lisa herein gestürmt kam. Sie sah, wie Trish sich Rosalie unter den Nagel gerissen hatte und eilte auf sie zu.
„Rosalie, - Rosalie! Weißt du, - weißt du wer das ist?“
Lisa zeigte mit dem Finger auf Trish die mit verschränkten Armen, kerzengerade vor Rosalie stand. Die beiden schauten zu Trish, während diese sich in voller Größe vor Ihnen aufbaute.
„Komm schon, Barbie. Sag ihnen, wer wieder da ist.“
Lisa wollte gerade sagen, um wen es sich handelt, als die Musik verklang und die Scheinwerfer auf die Bühne gerichtet wurden. Der Schulsprecher und seine Stellvertreterin betraten die Bühne und hielten eine kleine Ansprache, wie sehr sie sich freuten und allen einen schönen Abend wünschten. Die Halle hatte sich gefüllt und anscheinend hatten alle einen Gesprächspartner gefunden, als Molly, die stellvertretende Schulsprecherin das Wort erhob.
„Es freut mich, dass ihr alle gekommen seid. Es ist so lange her und es gibt sicher vieles zu erzählen. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei. Vielleicht ist ja einer oder eine unter euch, die eventuell etwas sagen möchte zu dem heutigen Abend.“
Trish wandte sich der Bühne zu und sah dann Sally an. Dies war der perfekte Augenblick. Mit einem Lächeln stieg Trish in ihren hochhackigen Pumps die Stufen hoch. Jetzt war der Moment gekommen, in dem sie die Katze aus dem Sack ließ.
„Guten Abend zusammen“, verkündete sie, aber irgendwie hörte ihr niemand zu. Trish holte tief Luft und sah, wie Sally ihre beiden Daumen drückte.
„Nun ja, zehn Jahre sind vergangen und nun stehe ich hier und ich muss sagen, - ich hasse euch noch immer.“
Da Trish ihr Namensschild nicht angebracht hatte, wusste niemand wie sie hieß. Sie kannten sie nur unter Fetti und Dumbo. Alle Blicke ruhten auf ihr.
„Ihr fragte euch jetzt, was haben wir dieses Frau angetan, das sie uns hasst. Ich sage es euch. Ihr kennt mich nur unter meinem Namen, - nein besser - unter dem Namen den ihr mir gegeben habt.“ Trish musste lachen, bei dem Anblick den Gesichter.
„Ihr habt mich anders in Erinnerung. Ja, Leute seht mich an …“
Nun kam sie richtig in Fahrt. Ihre Stimme wirkte nicht mehr unsicher und leise, nein sie wirkte stark und kraftvoll.
„Seht her und staunt. Gut kann ich mich noch an die Namen erinnern. Sie haben mich verfolgt, sie haben mir weh getan und sich tief in meine Seele gebrannt.“
Trish hielt ihre Ansprache und jeder hörte zu, außer einer Gruppe Männer die an der hinteren Bar standen und ihr Bier tranken. Erst als Trish den Namen Klauennase und Dumbo gebrauchte, sah einer von ihnen hoch und drehte sich um. Das kann nicht sein, - ging es ihm durch den Kopf.
„Bin gleich wieder da, Jungs.“
„Alles klar, Liam. Wir werden hier warten.“
Wie in Trance steuerte er auf die Bühne zu. Und erstarrte, als er sie sah.
„Trish!“, flüsterte er kaum hörbar. Liam war der Einzige, der sich erinnerte. Er kannte all die Namen, die man ihr gegeben hatte. All die bösen Dinge, die sie verletzten und nun stand sie da und nahm Rache.
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