In 1934, Furtwängler publicly described Hitler as an "enemy of the human race" and the political situation in Germany as a "Schweinerei" ("pigsty"). (Wikipedia – The Free Encyclopedia)
“Warum willst Du nicht verstehen, dass ich dafür sterbe, dass viele nicht mehr einen frühen und gewaltsamen Tod sterben brauchen?” (Fiete Schulze aus der Hamburger Arbeiterbewegung im Abschiedsbrief an seine Schwester. Fiete wurde im Alter von 40 Jahren im Juni 1935 hingerichtet.)
“Es gibt für alle äußere Legalität eine letzte Grenze, wo sie unwahrhaftig und unsittlich wird. […] Ich fordere die Freiheit für unser deutsches Volk zurück.” (Kurt Huber [ 1893-1943 ], Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität München, im Zusammenhang mit dem Abwurf der Flugblätter der ‘Weißen Rose’ der Geschwister Scholl und weiterer Studenten) : Aus seinem Schlussplädoyer vor dem Volksgerichtshof am 19. April 1943)
“Der Mensch wird nicht kleiner, auch wenn er um einen Kopf kürzer ist. […] Jeder, der treu für die Zukunft gelebt hat und für sie gefallen ist, ist eine in Stein gehauene Gestalt. […] ein Mensch zu sein wird auch weiterhin ein heldenhaftes Herz erfordern, solange die Menschen nicht ganz Menschen sind.” (Julius Fucik [*1903 in Prag] war Sohn einer Arbeiterfamilie. Als Redakteur gehörte er zu den Führern der kommunistischen Widerstandsbewegung in der Tschechoslowakei. Er wurde am 24. April 1942 verhaftet und am 8. September 1943 in Berlin hingerichtet.)
“Wie einer stirbt, wofür einer stirbt, darauf kommt es an.” (Alfred Schmidt-Sas [*1895 in Schlegel bei Zittau in der Oberlausitz] war Lehrer und Musiker. Er hatte sich gegen die nationalsozialistische Bewegung ausgesprochen. Nach mehrfacher KZ-Haft wurde er am 9. Oktober 1942 vom Volksgericht zum Tode verurteilt und am 9. April 1943 in Plötzensee hingerichtet.)
“Gottes Geist ist Sinn und Kraft.” Schwester Teresia Benedicta [Dr. Edith Stein, *1891 in Breslau] wurde als Jüdin, Philosophin [Edmund Husserl] und freiwilliges Sühneopfer für den Frieden am 2. August 1942 mit ihrer Schwester Rosa [*1883 in Lublinitz, Oberschlesien] aus dem Karmel-Kloster zu Echt in Holland in das Lager Amersfoort, dann Westerbork verschleppt und am 7. August 1942 mit 987 Juden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo beide am 9. August 1942 den Tod fanden.
Mittwochnacht, 9. November 1938 (“Reichskristallnacht”)
Die Menschen erschraken zutiefst, als sie mitternächtlich aus dem Schlaf gerissen wurden und beim Blick aus den Fenstern das Wüten der SA-Horden mit den Braunhemden vor den Geschäften und Häusern der Juden ashen, wie sie die Türen und Fenster zerschlugen, so auch an den Synagogen, die sie dann mit ihren Kostbarkeiten in Brand steckten. Als die Menschen an und hinter den meist zugezogenen Fenstern noch das Weinen und Wimmern der jüdischen Frauen und Kinder hörten und verfolgten, wie die Horden mit Knüppeln auf wehr- und hilflose Männer bis ins hohe Alter einschlugen, die auf Lastwagen verladen und fortgefahren wurden, überkam sie mit dem arischen Blut doch die Trauer und bei einigen das Scham- und Schuldgefühl wegen des Unrechts und der Unmenschlichkeit, und bei allen die Angst, wie das noch weitergehen soll mit dem Wahn und der Grausamkeit. Wer konnte den armen Menschen in der Dunkelheit noch helfen, um sie vor dem Untergang zu retten? Wer mit dem arischen Blut hätte denn den Mut dazu gehabt? Diese Frage hatten doch manche in ihren Köpfen und wenigere in ihren Herzen, als sich die Fenster schlossen und die Räume abgedunkelt blieben.
Es waren die Pogromnächte des Novembers 1938. Diese Mittwochnacht ging in die Geschichte ein als die ‘Reichskristallnacht’ oder the ‘Night of Broken Glass’. Die Schändungen und unmenschlichen Gewalttaten wurden vom Nazi-Regime gegen die Juden in Deutschland und Österreichorganisiert und gesteuert.
Dabei wurden vom 7. bis 13. November etwa 800 Juden ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfewurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagerninhaftiert, wo mindestens weitere 400 ermordet wurden oder an Haftfolgen starben.
Die Pogromemarkieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaustmündete.
Es mangelte an mutigen Menschen, die den bedrohten Menschen in der Nacht und den folgenden Tagen und Nächten beistanden und zu Hilfe kamen. Die wenigen, die es taten, wurden von den SA-Truppen verwarnt, verprügelt und mit den Juden abtransportiert. Einige dieser Helfer landeten mit den Juden im KZ.
‘Sein’ ist der umfassende Begriff für alle Dinge des Daseins. Das trifft für den Grund als den Boden und alle sichtbaren Dinge darüber zu. Sein ist die Grundlage alles Seienden und damit die Welt der Dinge, die sich dem Seienden zuwenden, entgegenstrecken und entwickeln. Alle Denk- und gegenständlichen Prozesse finden in der Aura des Seins statt und treten aus der Welt der Ideen in die Welt des Fassbaren und damit des Begreifbaren ein.
Seiendes und Sein sind zwei unterschiedliche Dinge. Im Sein gibt es verschiedene Erkenntnisstufen oder Erkenntnishöhen. Es Ist Aufgabe der Differenzierung und Anwendung des mathematischen Differenzials, um das Sein verstandesmäßig auf der entsprechenden Höhe dem Seienden zuzusprechen mit der Richtungsformel: Ab einer bestimmten Verstehenshöhe aufwärts wird das Sein zum ‘Ist’ einer real existierenden Größe. (Heidegger, 1889-1976)
Der Mensch fragt nach seinem Sein und drückt die Sorge zu dem aus, was ihm in seinem Dasein der Alltag gibt. Die Sorge legt die Denkasymptote direkt an das Ende seiner Zeitlichkeit, was das Ende des Lebens auf der Welt betrifft durch den Tod mit den offenen Fragen, was den Menschen nach dem Tode erwartet.
Die Permanenz der Sorge mit der Angst vor dem existenziellen Totalverlust und Untergang prägt den Charakter beim Durchschreiten des Lebens in seinen Höhen und Tiefen und die Art der Direktheit in den Lösungsversuchen der prinzipiellen und alltäglichen Probleme.
Hoffnung und Gewissheit (Römer 8, 18-26): Denn ich halte dafür, dass dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbart werden.
Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet, dass Gottes Kinder offenbar werden. Es ist die Kreatur unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern um des willen, der sie unterworfen hat – auf Hoffnung; denn auch die Kreatur wird frei werden von der Knechtschaft des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlingsgabe, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung.
Denn wir sind wohl gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des hoffen, das man sieht? Wenn wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein mit Geduld. Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.
Die furchtbaren Bombenangriffe auf Köln und andere Städte
Die Angst war entsetzlich, als die Sirenen die Angriffe ankündigten, bald danach die Bomben herab heulten, die Häuser in Brand setzten und zum Einsturz brachten, wo nach dem Bombardement ganze Straßenzüge lichterloh brannten und Menschen um Hilfe schrien, als die Flammen aus zerschmetterten Türen, offenen Fenstern und eingestürzten Dächern schlugen. Kinder halfen den Erwachsenen bei den Löschversuchen von Bränden, soweit das überhaupt noch möglich war, denn die städtische Feuerwerk schaffte es nicht oder war von Bomben selbst getroffen worden.
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