Rainer V. Schulz - Alltagsgeschichten aus der DDR

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Alltagsgeschichten aus der DDR: краткое содержание, описание и аннотация

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Im vorliegenden Band werden Erzählungen der Autoren vorgestellt, die in «WER SCHREIBT DER BLEIBT?, DDR-Autoren nach ihrem Leben befragt» zu Wort kommen. Es handelt sich um Erzählungen, die teilweise bereits in der DDR veröffentlicht wurden, zum anderen Teil aber erst nach der Wende entstanden.
Die Auswahl ist in Bezug auf die DDR-Literatur ganz und gar zufällig. Die Mehrzahl der Autoren gehörte in der Literatur der DDR weder zur ersten Reihe, noch fiel jemand von ihnen durch ausdrückliche Dissidenz auf, daher werden Namen und Werke der hier vorgestellten Autoren im Westen nur wenigen Lesern bekannt geworden sein.

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„Zum persönlichen Schutz. Die Abteilungsleiter bekommen die Makarow . Du weißt mit ihr umzugehen? Schließ sie gut weg, Genosse. Zum Schießtraining draußen kriegst du Bescheid.“

Da steckst du nun, Mugele, Pistole, zwei Magazine, Putzlappen und ein Kännchen Öl in deine Tasche. Du bist Berufsrevolutionär . Oi, oi, oi. Er geht zurück in die Lichtzentrale und besichtigt aufmerksam seine Abteilung : Genossin Gerda sitzt hinter einer großen Adler -Schreibmaschine.

Was liegt an am ersten Arbeitstag? Wie der Teufel so spielt, sind Akten zu tilgen. Mugele geht mit einem Jutesack zurück ins Hohe Haus, begleitet von einem jungen Sicherheitsoffizier in Zivil. Muss tief in den Keller zu einer alten Kollermaschine. Der Haustechniker wartet schon, schmeißt nun Kollergang plus Wasserzufluss an, und Mugele wirft Papier, Papier, überholtes Zeug, Vorschläge vielleicht, Beurteilungen, Redeentwürfe, weiß der Kuckuck was, in einen gierigen grünen Trichter. Am Ende platscht aus einem Rohr eine dicke graue, mal mehr bläulich irisierende Pampe in eine Tonne. Denkt er, dass unter allen chinesischen Erfindungen das Papier die folgenreichste war? Ahnt er, in welchen Orkus irgendwann die eigene Lebensenergie glucksend verschwinden könnte? Durchaus! Mugele sehnt sich nach einem Blechgehäuse, das Meister Tummatsch einen Schweinebraten nennt.

Im Haus, im Freundeskreis spricht es sich herum, dass Koko, seinen Schnabel schärfend, viel Holz verschleißt. Man müsste im Wald wohnen, denkt Mugele, oder wenigstens einen Garten mit Gehölzen haben. Aber Nachbarn und Freunde springen ein. Sie schleppen Großmutters Wäscheklammern herbei, die pur hölzernen aus einem Stück. Mit Drahtklammer gefertigte nimmt Konstantin nicht. Niemand darf den Papagei gefährden. So kommt man, wenn man sonst kein Bewerbchen hat, mit dem Klammerbeutel zu Mugele. Eine lebhafte Runde ist garantiert, und Isa sehnt sich nach einem eigenen Arbeitszimmer.

Der Leiter der Kommission für Erleuchtung ist von seiner Inspektionsreise zurück. Er begrüßt seinen Assistenten und lädt ihn zum Mittagessen ins Hohe Haus , wie gesagt, 300 Schritte entfernt. Der persönliche Begleiter hätte den Professor, den Bestimmungen gemäß, lieber im SIM dorthin eskortiert, aber der rüstige Mann durchbricht gern einmal das Protokoll. An einem länglichen Tisch sitzt das halbe Zentralbüro , auch Walter Ulbricht, speisend. Bernhard Ziegler grüßt hinüber, und führt seinen Mitarbeiter an einen Einzeltisch. „Such dir was auf der Speisekarte. Doch zuvor: Was trinken wir? Ich empfehle was Gesundes, ein Glas Tomatensaft.“ Das kennt Mugele nicht, erfährt auch, dass die DDR das Getränk aus Bulgarien beziehe. Der Trank ist kühl und schmeckt würzig. Auch die Forelle ist gut, die eine Serviererin aus der Küche bringt. „Ich freue mich, dass alles überstanden ist“, sagt der Professor. „Von deinen Skrupeln habe ich gehört. Ich versteh sie gut. Alles, was wir machen, ist Neuland betreten. Der Kapitalismus hatte seine 400 Jahre Zeit, sich auszubilden und durchzusetzen. Der Sozialismus ist jung, hatte kaum 40 Jahre. Und unter was für Bedingungen! Das prägt auch die individuellen Schicksale. Fehler waren unvermeidlich. – Als Komintern-Mitarbeiter hatte ich mich 1924 in Moskau für ein tiefer gehendes Studium des Dialektischen Materialismus beworben, als mich Manuilski einbestellte und mir eröffnete: ‚Packen Sie Ihre Sachen. In zehn Tagen übernehmen Sie in Paris die Parteihochschule der KPF .‘ – ‚Aber ich wollte grade mein philosophisches Wissen …‘ – ‚Wir wissen schon, was Sie wissen‘, unterbrach mich Dmitri Sacharowitsch. Und so wurde ich für zwei Jahre Direktor der französischen Parteihochschule.“

Mugele guckt verdutzt von seiner Forelle auf. „Nur Mut“, meint Ziegler und fügt noch eine Anekdote über seinen Vater an. Der sei ein im Rheinland recht bekannter Arzt und Gelehrter gewesen. Als junger Mann habe er Etruskisch lernen wollen. Niemand war da, der es ihm beibringen konnte. So habe er eine Annonce in die Zeitung gesetzt: Junger Etrusker erteilt Unterricht. Über ein paar Tage hätten sich drei, vier Enthusiasten gefunden und seien das Problem angegangen. „Will sagen: Am besten lernt man lehrend. – Im Elternhaus verkehrten oft ausländische Gäste. Bei Tisch wurde mancherlei Sprache gesprochen. Ich lernte sie alle. Und welche Sprachen sprichst du, Konstantin?“

Konstatin murmelt: „Englisch wohl recht gut. Russisch leider nicht, noch nicht. Chinesisch für den Hausgebrauch. Hatte auch Latein.“ Der Professor sieht ihn ein wenig mitleidig an, erlaubt ihm auch, einen Sprachkurs Chinesisch an der Uni zu belegen. „Das wird schon alles. Nimm mir etwas Arbeit ab, ich hab da alte Skripte abzugleichen, verschiedene Fassungen. Geh bitte gleich morgens die Presse durch, West und Ost, streich das Wesentliche an. Vorträge, Lektionen – das mache ich selber. Halt mir ein bisschen den Rücken frei.“ Mugele sieht von der Seite einen graden, athletischen Rücken. Der Chef ist ein noch immer drahtiger Mann. Schaut dann aufmerksam in das Gesicht des Alten, der ihm zwei Generationen voraus ist und sich nun mit der Damastserviette sorgfältig den Mund wischt. Mugele dankt ihm für das Mahl. Der Professor verabschiedet seinen Sekretär für heute und begibt sich zu den Kollegen vom Zentralbüro . Wieder geht Mugele die dreihundert Schritte. Denkt an die bevorstehende Arbeit. Vielleicht geht‘s mit der Methode Junger Etrusker .

Aber was helfen Methoden, gar die besten, wenn mit dem scheidenden Winter das Streufutter alle wird. Da beginnst du dich überraschend für Ernteerträge und den Außenhandel zu interessieren. Ein Papagei ist mit Blattsalat, Eigelb, Apfel und Mohrrübe allein nicht zu ernähren, er braucht auch Sonnenblumenkerne. Im Osten gibt es – warum genau? – Mängel in der Versorgung, zeitweilige und anhaltende. Westberlin ist für Mugele tabu. Im Unterschied zum Scheuerlappengeschwader, das für 20 Pfennige pro Putzfrau vor dem Frühstück von Ost nach West aufbricht. Ebenso die Kohorte von Handwerkern jeglicher Couleur, Kellnern, Ingenieuren, Arbeitern, die gleicherweise ausschwärmt. Selbst viele Zehntausend Senatsangestellte, die in Ostberlin wohnen, wechseln so mit S- und U-Bahn im Zwölf-Minuten-Takt die Weltsysteme. Am Morgen bringen sie noch rasch die Sprösslinge in die Kindergärten des Ostens, abends, jedenfalls am Zahltag, kehren sie mit dem devisenträchtigen Geld des Westens heim, oder mit dem bereits getauschten Ostgeld (1:5). In den Taschen die raren Südfrüchte und andere Gaumenfreuden. Fröhlich kaufen sie im Osten die knusprigen Brötchen, ein Sechser das Stück, die übrigen staatlich subventionierten Lebensmittel gleicherweise, wenn’s sein soll, auch Kleidung und Schuhe, gehen kostenfrei zu jeglichem Arzt und für ein paar Märker zum Friseur, zahlen, monatliche Pflichtübung, für einen Spottpreis die Miete. In Festreden ruft Herr Adenauer den Deutschen zu, sie müssten sich entscheiden zwischen Freiheit und Barbarei – die Grenzgänger machen es partout nicht. Derweil läuft im amerikanisch-britisch-französisch besetzten Teil der Stadt eine Kampagne: Die CDU (West) bringt ein kleines gestanztes Brandenburger Tor aus Silberblech unter die Leute, Abzeichen mit der Aufschrift: Macht das Tor auf! – Die Grenzgänger, sie befürchten das genaue Gegenteil: eines Tages könnte das Tor geschlossen sein, das Langhans erbaut hat. Das kann sich niemand vorstellen.

Mugele wohnt acht Minuten von der Sektorengrenze entfernt, sie zu überschreiten ist ihm ein fremder Gedanke. Und doch läuft er, mit dem Sohn an der Hand, ein tüchtiges Stück in den Französischen Sektor hinein, wenn es gilt, einen eiligen Brief des Professors an einen Mitstreiter in München auf den Weg zu bringen. Sonnenblumensamen für den Papagei – aus der Quelle West kann er sie nicht schöpfen. Auch das abenteuerliche Anerbieten einer Moskauer Familie, die Mugele von Peking her kennt, einen Sack Sonnenblumenkerne einem Lokomotivführer der Strecke Moskau-Paris aufzudrängen – unmöglich! So ertappt er sich dabei, mal nach Potsdam oder nach Fürstenwalde fahren zu müssen, natürlich in höherem Auftrag, um für Koko, den Retter, Streufutter in den auswärtigen Zoohandlungen aufzutreiben. Oder – eben wegen der Streuung! – nach Jüterbog. Von dort bringt er seinem Professor die Nachricht, ein Dr. Falk habe ein vorzügliches Laientheater aufgezogen, in dem Schüler, Handwerker auch Arbeiter, zu eigenem Spaß und zur Freude der Stadt Theater spielen. Dienstreise mit doppeltem Erfolg: Die tiefe Überzeugung Professor Zieglers wird neu unterfüttert: In jedem, auch in den Jüterbogern, schlummern Talente, die die sozialistische Gesellschaft zu entfalten hat. Und: Der chinesische Papagei hat seine Kerne.

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