So manch eine Gemeinde wurde von einer Isebel ruiniert, die oft die Frau eines schwachen, weibischen Ältesten ist. Eine solche Frau kann sich in den Versammlungen der Gemeinde durch häufiges Reden in Zungen oder durch Auslegungen ihrer eigenen „Zungen“ oder durch lange Gebete oder auf andere grobe, unbiblische Weise selbst hervortun. Sie mag auch bestrebt sein, die Entscheidungen der Ältesten zu ändern, indem sie ihren Ehemann zuhause beeinflusst.
Es gibt auch törichte Älteste, die, nachdem sie beim Ältestentreffen Gemeindeangelegenheiten besprochen haben, dann nach Hause gehen und diese Angelegenheiten mit ihren Frauen besprechen. Nachdem sie zuhause von ihren Frauen eine Gehirnwäsche erhalten haben, äußern diese weibischen Ältesten ihre geänderten Ansichten beim nächsten Ältestentreffen! Und die Entscheidungen, die beim vorherigen Treffen gefällt wurden, werden dann geändert! Derart ist die Macht einer verborgenen Isebel, um eine Gemeinde zu beeinflussen!
In anderen Fällen könnte die Isebel eine Frau sein, die über einen der Ältesten auf eine seelische Weise Einfluss erlangt hat. Es gibt einige Frauen von Ältesten, die solche starke Persönlichkeiten sind und eine solche Seelenkraft haben, dass die anderen Männer in der Gemeinde (einschließlich der Ältesten) Angst haben, ihr auf irgendeine Weise zu missfallen. In einigen Fällen hat sogar der Ehemann Angst vor ihr.
Es wird unmöglich sein, den Leib Christi an irgendeinem Ort zu bauen, wenn die Ältesten in der dortigen Gemeinde erlauben, dass eine Frau auf irgendeine Weise Macht über sie hat.
Die Frau eines Ältesten muss ein Vorbild sein, als eine Frau mit „einem sanften und stillen Geist“ (1. Petrus 3,4) , die sich besondere Mühe gibt, sich allezeit zu verbergen. Sie darf kein „Assistent des Pastors“ oder „Lobpreisleiter“ oder „Verwaltungsassistent“ sein (wie es viele Frauen sind), sondern eine verborgene Gehilfin für ihren Ehemann und nicht eine, die versucht, die Gemeinde hinter den Kulissen zu steuern. Gelobt sei Gott, dass es auch solche Frauen gibt, die für ihre Ältesten-Ehemänner echte Gehilfinnen sind, weil sie ihre Grenzen als Frauen anerkennen. Gesegnet ist der Älteste, der eine solche Frau hat.
Alle Ältesten müssen ein besonderes Augenmerk auf jede Frau richten, die danach trachtet, in der Gemeinde in irgendeiner Weise prominent zu sein. Sie wird mit hoher Gewissheit den Geist Isebels haben. Wenn man sie gewähren lässt, wird sie sicherlich Satans Agentin werden, um die Gemeinde langsam aber sicher zu zerstören.
Der „Ehebruch“, der hier erwähnt wird (Vers 20) ist offensichtlich geistlicher Art – weil ein gerechter Gott unmöglich unschuldige Kinder bestrafen kann, die durch physischen Ehebruch geboren wurden. Geistlicher Ehebruch ist gefährlicher als physischer Ehebruch, weil er schwerer zu erkennen ist. Religiöse Hurerei resultiert aus der Lehre der falschen Gnade, die Christen dazu bringt, Sünde leicht zu nehmen. Ungehorsam gegenüber Gott in kleinen Dingen und kleine Taten der Untreue werden vertuscht. Eine solche Lehre baut Babylon, die Hurenkirche. Genau das prangert der Herr hier an.
Zeit, Buße zu tun
Der Herr gab Isebel Zeit, Buße zu tun (Vers 21). Sogar Isebels erhalten Zeit, Buße zu tun. So groß ist Gottes Barmherzigkeit.
Aber Gott hat ihr auch eine zeitliche Grenze gesetzt, um Buße zu tun. Wenn sie in dieser Zeit nicht Buße tat, würde sie gerichtet werden. Nicht nur Isebel, sondern all diejenigen, die mit ihr die Ehe gebrochen haben und auch ihre Kinder würden getötet werden (Verse 22-23). Gottes Geduld mit Sündern und Heuchlern ist nicht endlos.
Isebels Partner beim geistlichen Ehebruch waren diejenigen, die diese falsche Lehre mit ihr zusammen verbreiteten. Ihre „Kinder“ waren jene halb-bekehrten Mischlinge, die das Produkt dieser Lehre der falschen Gnade waren, die sich einbildeten, dass sie bekehrt waren, ohne vorher Sünde bereut zu haben oder sich einbildeten, dass sie nun, da sie „bekehrt“ waren, Frönen im Fleisch leicht nehmen könnten.
Menschen in der Welt, die in Sünde leben, werden von Gott nicht so schnell gerichtet. Aber mit denen, die in die Gemeinde kommen und Sünde leicht nehmen, befasst sich Gott ernster und schneller.
Gottes Gericht über Hananias und Saphira und über jene, die in Korinth sündigten (1. Korinther 11,29-30) sind Beispiele für die Strenge Gottes gegenüber denen, die den Namen Christi leichtfertig gebrauchen.
Der Herr fährt mit den Worten fort, dass er jedem nach seinen Werken vergelten wird (Vers 23). Das ist eine Erwiderung auf die Lehre der falschen Gnade in Thyatira, die lehrte, dass „unsere Taten keine Rolle spielen, wenn wir nur glauben“. Unsere Taten sind von Bedeutung.
Gottes Wort sagt: „Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse“ (2. Korinther 5,10). „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben MÜSSEN“ (Römer 8,13).
Der Herr sagte, dass er die Sünder in Thyatira in „große Trübsal“ werfen würde (Vers 22).
Es gibt zwei Arten von Trübsalen, die im Neuen Testament erwähnt werden, und wir lesen im Buch der Offenbarung von beiden:
1 die Trübsal, die von Menschen in Form von Verfolgung gegen die Jünger Jesu kommt – (die meisten Bezugnahmen im Neuen Testament verweisen auf diese Art von Trübsal);
2 die Trübsal, die von Gott in Form des Gerichts „über alle Seelen der Menschen kommt, die Böses tun“ – (Römer 2,9 und Offenbarung 2,22 sind die einzigen Hinweise auf diese Art von Trübsal).
Gott drohte damit, die reuelosen Sünder von Thyatira in die große Trübsal zu werfen. Das kann sich unmöglich auf die große Trübsal beziehen, die in den Tagen des Antichristen kommt – denn diese liegt noch in der Zukunft, wohingegen die Sünder von Thyatira bereits verstorben sind. Daher muss der Herr das Gericht gemeint haben, das Gott über Sünder und Heuchler bringt.
Es gab jedoch einige in Thyatira, die nicht mit Isebel übereinstimmten oder ihren Lehren folgten. Zu denen sagt der Herr, dass er keine weitere Last auf sie werfen wird (Vers 24). Sie hatten sich von „den Tiefen des Satans“ ferngehalten, weil die innere Salbung ihnen gesagt hatte, dass mit dieser falschen Gnade, die Isebel predigte, etwas nicht stimmte; und daher hörten sie auf die Salbung (1. Johannes 2,27).
Beachte, dass der Herr diese Lehre der falschen Gnade als „die Tiefen des Satans“ bezeichnet. Falsche Gnade ist eines von Satans Meisterstücken, mit der er den Großteil des Christentums verführt hat. Daher ist es angebracht, diese Lehre als eine von „Satans tieferen Wahrheiten“ zu bezeichnen!
Doktrinen sind wie ein Same. Den Beweis, ob ein Same gut oder schlecht ist sieht man an der Frucht, die er hervorbringt. Viele Christen analysieren verschiedene Arten von Samen (Lehren) unter ihren theologischen Mikroskopen und erklären einige für schlecht und einige für gut. Aber das ist nicht die Methode, um die Qualität eines Samens herauszufinden. Es ist besser, die Saat auszusäen und zu sehen, welche Art von Frucht sie hervorbringt.
Jede Doktrin von „Gnade“, die die Furcht vor dem Sündigen wegnimmt, ist gewiss eine falsche Lehre. Wenn eine Doktrin dich befähigt, Sünde leichtzunehmen und billig um Vergebung zu bitten, ohne tiefe Sorge und vehementen Hass auf die Sünde, die echte Buße hervorbringt, dann kannst du sicher sein, dass diese Lehre eine der „tieferen Wahrheiten Satans“ ist!
Es gibt heutzutage viele Christen, die beeindruckende Phrasen wie „Endzeit-Wahrheiten“ und „Reich Gottes-Wahrheiten“ usw. benutzen. Der Test, durch den wir jede so genannte „Wahrheit“ bewerten können, ist der Test, den Jesus selbst gab: „Die Wahrheit wird euch frei machen … frei von Sünde“ (Johannes 8,32-36). Eine „Wahrheit“, die dich in deinem täglichen Leben nicht von Sünde befreit, ist nicht die Wahrheit Gottes, egal wie schriftgetreu sie dir erscheinen mag. Es ist eine falsche Lehre.
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