„ Tue die ersten Werke“, sagt der Herr (Vers 5). Wenn ihre Werke nicht der Liebe entsprangen, dann hatten all ihre Aktivitäten vor ihm keinen Wert. Ihre Werke waren Holz, Heu und Stroh und taugten bloß dazu, verbrannt zu werden.
Das Motiv hinter jeder Tat ist das, was einer Tat Wert verleiht. Das Motiv hinter deiner Geduld und Mühe und deiner Reinheit ist das, was sie für den Herrn annehmbar oder unannehmbar macht. Am Tage, wenn wir vor dem Herrn stehen, werden wir feststellen, dass die Frage „WARUM?“ viel wichtiger als die Frage „WAS?“ sein wird. Warum wir taten, was wir taten wird der Test sein, anhand dessen der Herr all unsere Taten prüft. Das dürfen wir nie vergessen.
Alles, was nicht aus Liebe zum Herrn entspringt, ist ein totes Werk. Erinnere dich daran, dass uns befohlen ist, für tote Werke Buße zu tun. Hebräer 6,1 sagt uns, dass dies ein Teil des Fundaments ist, uns nach Vollkommenheit in unserem Leben auszustrecken.
Wenn der Bote und die Gemeinde nicht Buße tun, dann, so sagt der Herr, wird er ihren Leuchter von seiner Stätte wegstoßen. Das bedeutet, dass er sie nicht mehr als eine seiner Gemeinden auf Erden ansehen wird. Sie mögen immer noch ihre Versammlungen und ihre Konferenzen abhalten, und ihre Anwesenheitszahlen mögen zunehmen. Aber in den Augen des Herrn würden sie tot sein und nicht mehr existieren, ohne Salbung seines Heiligen Geistes und ohne seine Gnade.
Das zeigt uns, wie ernst der Verlust der ersten Liebe sein kann.
Der Herr lobt den Boten dann dafür, dass er die Werke der Nikolaiten hasst, die er auch hasste (Vers 6).
Es gibt nirgendwo in der Heiligen Schrift einen Hinweis, der uns sagt, wer die Nikolaiten waren und was sie taten. Daher können wir nicht sicher sein, auf welche Taten sich der Herr bezog. Das Wort „Nikolaiten“ bedeutet (im Griechischen) „Bezwinger des Volkes“.
Wenn es das war, was der Herr meinte, dann würde es ein Hinweis auf jene sein, die „über die Herde herrschen“ (1. Petrus 5,3) – Älteste, die sich wie Könige und nicht wie Diener verhielten. Solche Älteste etablierten sich selbst als eine separate priesterliche Klasse (wie die Leviten im alten Bund) und herrschten über andere Gläubige. Der Herr sagte, dass er die Werke der Nikolaiten hasste.
Heute haben wir christliche Prediger, die solche Titel wie „Hochwürden“ (ein Titel, der in der Heiligen Schrift nur für Gott verwendet wird – Psalm 111,9) und „Pastor“ (was eine Gabe und kein Titel oder Amt ist – Epheser 4,11) usw. benutzen, um sich über andere in der Gemeinde zu erhöhen.
Es sind jedoch nicht nur Titel, durch die Prediger danach trachten, über andere zu herrschen. Es gibt viele, die sich nur „Brüder“ nennen, die ihre Glaubensgeschwister durch ihre Seelenkraft (durch ihre dominante Persönlichkeit), ihre finanzielle Kraft und durch ihre geistlichen Gaben beherrschen.
All dies ist Nikolaitentum und etwas, was Gott anwidert.
In Indien sehen wir das traurige Schauspiel, dass eine Menge von christlichen Kirchen und Organisationen von ihren westlichen Herren durch die Macht des Geldes beherrscht werden. Durch finanzielle Verschuldung und durch die Verpflichtungen, die durch Besuchseinladungen in westliche Länder entstanden, endeten viele indische Christen als Sklaven des „weißen Mannes“. Eine solche sklavische Unterwürfigkeit eines Gläubigen unter einen anderen ist „Nikolaitentum“ und ist in Gottes Augen ein Gräuel.
Betrachte eine andere Form des Nikolaitentums. Es gibt einige Priester, die lehren, dass Maria eine Mittlerin zwischen Christus und den Menschen ist. Die Priester fungieren dann als weitere Mittler zwischen Christen und Maria! Aber diese unbiblische Einstellung eines Mittlers kann genauso von einem [protestantischen] Pastor, nicht nur von einem [katholischen] Priester praktiziert werden!
Wenn ein Pastor für ein Mitglied seiner Herde in Sachen Arbeit oder Ehe oder sonst etwas „Gottes Willen herausfindet“, dann agiert er als ein nikolaitischer Mittler. Durch solche Methoden erlangen Priester und Pastoren auf eine Art und Weise, die Gott verabscheut, Macht über ihre Herde.
Geistlichen Rat zu geben ist etwas Göttliches. Aber „Gottes Willen für ein anderes Mitglied des Leibes Christi herauszufinden“ bedeutet, ihn seiner Verbindung mit Christus als seinem Haupt zu berauben.
Unter dem alten Bund gab es Propheten, die für das Volk Gottes Willen herausfanden, weil damals der Heilige Geist noch nicht allen gegeben worden war. Aber unter dem neuen Bund liegen die Dinge anders. Alle können Gott persönlich kennen (Hebräer 8,8-12). In der Tat, Gott wünscht sich sehnlich, dass jedes Mitglied seiner Gemeinde (seines Leibes) eine direkte Verbindung zu ihm als dem Haupt haben sollte (Kolosser 2,18-19). Nikolaiten behindern dies jedoch.
Die Gemeinde in Ephesus hat sich dem Nikolaitentum erfolgreich widersetzt. Sie hassten es und der Herr lobte sie dafür, weil auch er es hasste. Er hasste es im ersten Jahrhundert und er hasst es auch heute noch.
Wie steht es mit dir? Hasst du dieses Übel, genauso sehr wie der Herr es hasst? Wenn nicht, dann bist du anders als Christus und du kannst kein wahrer Bote von ihm sein. Ein Nikolait kann niemals den Leib Christi bauen.
Schließlich ermahnt der Heilige Geist alle, die Ohren haben, zu hören, was er sagt, denn die Botschaft gilt ALLEN Gemeinden (Vers 7). Nicht jeder Christ ist willens, den Worten des Herrn zu gehorchen – denn die meisten von ihnen möchten entweder ihren eigenen Weg gehen oder sie möchten ihren Mitmenschen gefallen. In Anerkennung dieser Tatsache fährt der Heilige Geist fort, die Einzelnen in der Gemeinde herauszufordern, ein Leben des Überwindens zu führen.
Der Heilige Geist zollt hier einer Gruppe von hingegebenen und treuen Gläubigen Anerkennung, die er inmitten einer Gemeinde „Überwinder“ nennt. Diese sind es, die Sünde und Weltlichkeit überwinden und die inmitten des geistlichen Niedergangs um sie herum treu zum Herrn stehen.
Gott hält an jedem Ort nach denen Ausschau, die treu zu seinen Maßstäben stehen und die um jeden Preis für diese Maßstäbe kämpfen werden. In den Briefen an die sieben Gemeinden sehen wir, dass der Herr in erster Linie an den Überwindern interessiert ist. Sogar heute hält er an jedem Ort nach Überwindern Ausschau. Er mag sie nicht in jeder Gemeinde finden, aber er hält an jedem Ort nach ihnen Ausschau.
Der Herr verheißt den Überwindern eine Belohnung. In diesem Falle ist es das Privileg, vom Baum des Lebens zu essen (Vers 7) – das Privileg, das Adam verpasste. Der Baum des Lebens ist ein Symbol für das göttliche Leben, für die göttliche Natur. Die größte Belohnung, die Gott jemals einem Menschen geben kann, ist die Teilhabe an seiner Natur. Hier auf Erden halten selbst Gläubige nicht viel davon. Aber im klareren Licht der Ewigkeit werden wir feststellen, dass dies tatsächlich die größte aller Belohnungen ist, die Gott einem Menschen jemals geben kann.
Die leidende Gemeinde
Verse 8-11: Und dem Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut - du bist aber reich - und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind's nicht, sondern sind die Synagoge des Satans. Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und ihr werdet in Bedrängnis sein zehn Tage. Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.
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