1 ...6 7 8 10 11 12 ...15 Der Herr beschreibt sich hier selbst als der Erste und der Letzte, der Eine, der den Tod überwunden hat. Eine Gemeinde, die Opposition und Verfolgung durchmacht, muss den Herrn als den Einen sehen, der alle Ereignisse von Anfang bis ans Ende kontrolliert und als den Einen, der den größten Feind des Menschen – den Tod – überwunden hat.
Der Herr hat gegen diese Gemeinde überhaupt keine Anklage.
Es war eine Gemeinde, die Bedrängnis, Armut und Verleumdung erfuhr.
Bedrängnis [Trübsal] ist im Buch der Offenbarung ein wiederkehrendes Thema – und beachte, dass sie den Treuesten unter Gottes Kindern, und nicht denen, die Kompromisse machen, begegnet. Im ersten Kapitel der Offenbarung sahen wir, dass Johannes Bedrängnis erlitt. Hier sehen wir, wie eine treue Gemeinde dasselbe erduldet. Es ist eine Gemeinde, gegen die der Herr keine einzige Anklage hat, die verfolgt wird. Die weltlichen, kompromittierenden Gemeinden haben hingegen eine leichte Zeit.
All das soll uns daran erinnern, dass Bedrängnis ein Teil von Gottes vollkommenen Willen für seine hingegebenen Kinder ist. Wenn wir uns also eines Tages mit der großen Trübsal konfrontiert sehen, müssen wir nicht denken, dass uns etwas Seltsames widerfährt. Wir werden denselben Pfad beschreiten, den Gottes treue Kinder in all den Jahrhunderten beschritten haben.
Gott lässt zu, dass die Besten unter seinen Kindern Trübsal erleiden. So ist es während dieser 20 Jahrhunderte der Kirchengeschichte der Fall gewesen. Und auch am Ende der Zeit wird es so sein.
Die Besten von Gottes Kindern, die Treuesten unter ihnen, die Elite-Kommando-Truppen der Armee des Herrn, werden diejenigen sein, die hier auf Erden leben werden, um in den Tagen des Antichristen für ihn als Zeugen einzustehen. Jeder General sendet die besten Truppen dorthin, wo der Kampf am heftigsten tobt. Der Herr tut dasselbe. Es wird ein großes Privileg und eine Ehre sein, zu diesen Truppen des Herrn zu gehören.
Gott wird die Überwinder sicherlich nicht zu einer Zeit, wo er ihr Zeugnis auf Erden am meisten benötigt, in den Himmel entrücken. Er hat das in der Vergangenheit nie getan und wird es auch in der Zukunft nicht tun.
Die Elitetruppen des Herrn, die sich dem Antichristen zur Zeit der großen Trübsal widersetzen, werden im Buch der Offenbarun g als jene bezeichnet, „die Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu haben“ (Offenbarung 12,17). Sie werden sich weigern, sich vor dem Antichristen zu verbeugen oder sein Malzeichen an ihren Leibern zu empfangen. Viele von ihnen werden daher ihr Leben für ihren Glauben hingeben (Offenbarung 13,7-8; 15-17). Auf diese Weise werden sie zur auserwählten Schar von Märtyrern in allen Zeiten gehören, die „ihr Leben nicht bis zum Tod geliebt haben“ (Offenbarung 12,11).
Keiner von uns hat von Natur aus den Mut, für den Herrn den Tod zu erleiden. Aber wenn Gott uns berufen hat, unser Zeugnis mit unserem Blut zu besiegeln, dann können wir versichert sein, dass er uns dafür besondere Gnade geben wird, wenn die Zeit kommt. Durch eine solche besondere Versorgung mit Gnade haben alle christlichen Märtyrer in der Vergangenheit den Tod konfrontiert. Und was Gott für sie getan hat, wird er auch für uns tun – sogar für den Schwächsten und Feigsten unter uns. Alles, was wir tun müssen ist ihm zu sagen, dass wir ihm treu bleiben wollen, koste es, was es wolle. Wenn wir die Bereitwilligkeit haben, wird Gott uns den Mut geben.
Die Heiligen in der Gemeinde von Smyrna waren arm. Armut ist etwas anderes, was Gottes treue Kinder im Laufe der ganzen Kirchengeschichte durchlitten haben.
Viele alttestamentliche Heilige waren reich. Zur Zeit des Alten Testaments verhieß Gott Reichtum als eine Belohnung für Gehorsam, weil Israel berufen war, ein irdisches Reich zu besitzen.
Aber Jesus führte einen neuen Bund ein und brachte das Reich des Himmels auf diese Erde. Nun ist der uns verheißene Reichtum himmlisch, nicht irdisch. Das ist der Grund, warum Jesus selbst und auch die Apostel alle arm waren.
Heute gibt es viele, die lehren, dass reich zu werden ein Zeichen von Gottes Segen über seinen Kindern ist. Diese Lehre wurde zuerst von Predigern im Westen erfunden, die sie benutzten, um sich zu rechtfertigen, dass sie durch die Zehnten von Gottes Volk reich wurden! Christliche Geschäftsleute haben sich dann an diese zweckdienliche Lehre gehängt, um ihre eigene Anhäufung von Reichtum zu rechtfertigen. Habgierige Prediger überall auf der Welt stellten dann fest, dass es auch für sie eine zweckdienliche Doktrin ist!
Die Armut Jesu und die der Apostel sollten ausreichen, um zu zeigen, dass alle solche Prediger durch ihre eigene Habgier völlig verführt wurden.
Die Gläubigen in Smyrna waren dem Herrn inmitten großer Prüfungen treu, und sie waren arm. Die Gläubigen in Laodizea andererseits waren durch und durch tot, und sie waren materiell reich. Was beweist das? Die Antwort sollte für jedermann klar zu sehen sein.
„ Hat nicht Gott erwählt die Armen in der Welt, die im Glauben reich sind … Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt … und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt … und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist … damit sich kein Mensch vor Gott rühme“ (Jakobus 2,5; 1. Korinther 1,27-29).
Gott hat bei der Auswahl seiner Kinder keine Fehler gemacht.
Gott hat versprochen, all unsere materiellen Bedürfnisse zu befriedigen, wenn wir zuerst nach seinem Reich und nach seiner Gerechtigkeit trachten (Matthäus 6,33; Philipper 4,19).
Wir haben dafür in den Gemeinden in Indien immer wieder Beweise gesehen, wo Gläubige, die in erbärmlicher Armut lebten und die stark verschuldet waren, von ihrem himmlischen Vater finanziell gesegnet wurden, als sie ihn in ihrem Leben ehrten. Das ist in einem Land wie Indien ein Wunder, wo es kein vom Staat finanziertes Sozialversicherungssystem gibt, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist und wo es in Behörden wuchernde Korruption gibt. Aber wir haben auch gesehen, dass solche Christen nicht reich wurden. Gott hat ihre Bedürfnisse gestillt. Aber er hat sie nicht reich gemacht.
Wir haben auch gesehen, dass Gläubige, die dem Reichtum nachgejagt sind, sich selber geistlich zerstört haben (1. Timotheus 6,9-10).
Was sollte ein Christ tun, der bereits reich ist – als Ergebnis von geerbtem Familienreichtum oder aus irgendeinem anderen Grund? Er sollte Gottes Wort gehorchen:
1 Er sollte als Allererstes anerkennen, dass alles, was er hat, dem Herrn gehört (Studiere die folgenden Schriftstellen: 1. Korinther 10,26; 1. Korinther 4,7; Lukas 14,33; Johannes 17,10);
2 Er soll Gottes Gebot gehorchen, seinen Reichtum für die Verbreitung des Evangeliums zu verwenden und auf diese Weise mit seinem Geld zuerst nach dem Reich Gottes trachten („Benutze dein Geld, um dir Freunde für die Ewigkeit zu machen“ – Lukas 16,9; frei übersetzt);
3 Er soll Gottes Gebot gehorchen, seinen Reichtum mit anderen bedürftigen Christen zu teilen (1. Timotheus 6,17-19).
Wenn er diesen drei Schritten folgt, wird er nicht lange reich bleiben können. Aber er wird ein geistlicher Mensch werden, denn Gott belohnt uns geistlich genau gemäß unserer Treue in materiellen Dingen (Lukas 16,11). Viele sind geistlich arm, weil sie mit dem „Mammon der Ungerechtigkeit“, den Gott ihnen anvertraut und mit dem er sie geprüft hat, untreu gewesen sind.
Im Neuen Testament hat Gott uns keinen materiellen Reichtum verheißen. Aber er sagte der Gemeinde in Smyrna: „Du bist reich“ (Vers 9). Sie waren in Gottes Augen reich, weil sie in ihren Prüfungen treu gewesen waren und auf diese Weise Anteil an der göttlichen Natur erhalten hatten. Das ist der wahre, ewige Reichtum, den Gott uns im neuen Bund gibt.
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