Jens R. Willmann - Schuldig!
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Wenn auch mit Mühe, schob er die Sackkarre durch den leicht aufgeweichten Boden näher an den Baum heran und löste die Gummibänder, mit denen er sein Opfer befestigt hatte. »Gar nicht so unpraktisch, diese elastischen Bänder.« Anschließend zog er ihn von der Karre, stieß diese mit einem Fußtritt an die Seite und griff blitzartig nach dem Seil. Nun war er gespannt, ob sich die täglichen Übungen in die Praxis umsetzen ließen. Kurzerhand zog er das Seilende durch die Schlaufe der gefesselten Handgelenke und weiter zum Halsbereich. Dann knotete er seitlich eine Schlinge, die er zwar fest, aber nicht zu fest anzog. Schade, dass sein Opfer sich kaum noch wehrte und sich offensichtlich seinem Schicksal ergeben hatte. Die Nachwirkungen der K.-o.-Tropfen waren wohl noch sehr stark, vielleicht hätte er doch eine kleinere Dosis wählen sollen. Nun noch ein Stück Klebeband auf den Mund und die Prozedur konnte ihren Lauf nehmen.
Als Nächstes zog er das Foto von dem Jungen aus der Jackentasche und zeigte es ihm. »Dies soll deine Erinnerungen ein wenig auffrischen.« Mit der Taschenlampe leuchtete er auf das Bild. Er wusste, dass er damit seinem Opfer die Augen öffnete, seinen getrübten Sinnen einen Tritt gab. »Wusstest du, dass dieser Junge dort drüben im alten Bahnhof mit seinen Eltern eine glückliche Kindheit genoss? Wahrscheinlich nicht, sie endete ja abrupt, als du aufgetaucht bist. Ach ja, und hier habe ich noch etwas.« Aus seiner Tasche holte er einen verknitterten Zeitungsausschnitt und hielt ihm diesen direkt vor die Augen. »Sieh dir an, was dort steht! Er sah keinen Sinn mehr in seinem Leben, genau wie ich keinen mehr in deinem sehe. Heute, mein Lieber, wirst du merken, wie sich das anfühlt, keinen Ausweg mehr zu haben.«
Mit schmerzverzerrtem Gesicht bewegten sich die Augen langsam entlang der Schlagzeile, die durch das Licht der Taschenlampe zynischerweise wie Leuchtreklame auf ihn wirkte. Erst nach einigen Minuten, als sein Peiniger davon überzeugt war, dass er den ganzen Artikel gelesen hatte, faltete dieser das Blatt wieder zusammen und steckte es ein.
»Es könnte jetzt ein wenig unangenehm werden, aber wenn du Glück hast, wird es nicht lange dauern.« Seine Stimme klang rau, wenn auch ruhig und besonnen, während sich das Seil langsam spannte, wurden gleichzeitig die auf dem Rücken zusammengebundenen Arme allmählich aufwärtsgezogen. Durch den Lappen, den er im Mund hatte, und das Klebeband, das auf der Höhe seines vollgestopften Mundes in mehreren Schichten fest um seinen Kopf gewickelt war, war es ihm unmöglich, zu schreien. Nur ein leises Stöhnen war zu hören, was sich aber eher wie der Ruf einer Eule anhörte. Im Mondschein waren nur die weit aufgerissenen Augen, umrahmt vom schmerzverzehrten Gesicht, deutlich zu erkennen. Der Körper war noch zu schwach, um sich genügend zu wehren. Selbst wenn er es versuchen würde – es gab kein Entrinnen mehr.
Nun verloren die Füße jeglichen Kontakt mit dem Waldboden. »Nur noch ein kleines Stück, dann ist es geschafft.«
Auf Basis seiner Berechnungen hatte er eine Stelle am Seil mit einem weißen Isolierband markiert. Er zog den von ihm zum Tode Verurteilten bis zu dieser Stelle hoch. Und wieder hatte er ein hämisches Grinsen auf den Lippen, denn es passte. Der Abstand zwischen Boden und Füßen betrug knapp einen Meter. Jetzt nur schnell das Seil am Stamm des Baumes befestigen! Und es begann die Zeit des Wartens. Eigentlich war er sich sicher, dass dies nicht allzu lang dauern dürfte. Dafür war sein Opfer körperlich nicht mehr in der Lage.
Also trat er ein paar Schritte zurück, stellte sich die Sackkarre so hin, dass er darauf sitzen konnte, und ließ sich nieder. Aus seinem Rucksack holte er eine kleine Thermoskanne und schenkte sich einen heißen Schwarztee ein. Und während er einen Schluck zu sich nahm, überlegte er, nachzuhelfen, zog es dann aber doch vor, zuzusehen, bis es von allein vollbracht war. Außerdem war er ja noch nicht ganz fertig.
2
Hauptkommissar Marc Hartmann, der im Moment nur mit einfachen Bagatelldelikten zu tun hatte, saß in seinem Büro am Schreibtisch und schien angestrengt in einer Akte zu lesen.
Doch so recht konnte er sich nicht konzentrieren. Der Geruch von frischer Wandfarbe weckte Erinnerungen an seinen letzten Fall, der erst ein paar Monate zurücklag. Sein Blick wanderte hinüber zu der nämlichen Stelle. Wo die Frau, die nicht nur ihre Kinder auf dem Gewissen hatte, sondern auch ihren Mann erschoss, sich vor ein paar Monaten eine Kugel in den Kopf jagte.
Auch die immer wiederkehrenden Bilder der drei toten Kinder wollten nicht verblassen. Nachts war es ganz besonders schlimm. Er wachte schweißgebadet auf und irrte dann ziellos im Haus umher. Zwar hatte ihm sein Chef, Dr. Vogel, nahegelegt, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, doch auch hier konnte Hartmann noch keine Besserung feststellen, sodass er es erst einmal dabei beließ. So recht wollte er auch nicht daran glauben, dass er mit seinen Problemen nicht auch selbst fertig würde.
Er wollte auch nicht nur an sich denken, sondern für seine Frau da sein, die zu dem Zeitpunkt gerade schwanger war. Die ganze Schwangerschaft lief so problematisch ab, dass bis zum Schluss nicht feststand, ob alles gut gehen würde. Die ständigen Schmerzen seiner Frau und auch die unregelmäßigen Herztöne seiner inzwischen geborenen Tochter Nadine bereiteten ihm und den Ärzten ziemliche Sorgen. Zwischenzeitlich war sogar von einem Abbruch die Rede. Aber es ging alles gut.
Plötzlich musste Hartmann lächeln, als er sich daran erinnerte, wie ihn seine Frau vor der Geburt anrief, um ihm mitzuteilen, dass sie wieder in die Klinik müsse. Ohne weiter nachzufragen, hatte er einfach aufgelegt und war zum Bethesta Krankenhaus geeilt. Dort in der Neugeborenenabteilung angekommen, fragte er nach seiner Frau. Doch die Schwester konnte ihm nicht weiterhelfen. »Ihre Frau ist nicht hier«, hatte sie ihm geantwortet. Doch er ließ nicht locker. »Wie, sie ist nicht hier? Wir haben eben telefoniert, und sie sagte mir, dass sie wieder in die Klinik müsse.« Doch die Krankenschwester schüttelte nur den Kopf. »Es tut mir leid, ich kann ihnen nicht sagen, wo Ihre Frau ist, aber hier jedenfalls nicht.« Hartmann wurde daraufhin sauer und ärgerte sich über sich selber, weil er wohl wie so oft zu früh aufgelegt hatte. Eilig suchte er nach seinem Handy und rief seine Frau an. Nach dem zweiten Läuten meldete sie sich. »Wo bist du?«, fragte er immer noch völlig aufgelöst. Chantal lachte, wenn es sich auch etwas gequält anhörte. Es dauerte, bis sie antworten konnte. Dann erklärte sie ihm, dass sie erst am nächsten Tag in die Klinik müsste. Hartmann schlug sich mit der Hand an die Stirn und fluchte, nachdem er wieder sehr schnell aufgelegt hatte, über seine Blödheit. Beschämt erklärte er die Situation der Krankenschwester, die sich freundlich lächelnd von ihm abwandte.
Hartmann sah auf die Uhr, die an der frisch gestrichenen Wand in seinem Büro hing, halb neun. Heute schien die Zeit besonders langsam zu vergehen. Er nahm einen Schluck von dem kalt gewordenen Kaffee. Das Fenster stand offen. Der Sommer neigte sich nun endgültig dem Ende zu. Nachts ging das Thermometer schon mal unter die zehn Grad, was er besonders zu spüren bekam, wenn er zum Rauchen auf die Terrasse ging, weil er wieder nicht schlafen konnte. Früher hatte er ja noch sein Raucherzimmer, aber das musste er für die kleine Nadine räumen. Manchmal schritt er auch hinüber zu der großen alten Eiche, die sich im hinteren Teil seines Gartens befand, und setzte sich auf die schon in die Jahre gekommene alte, morsche Holzbank, nur bekleidet mit einem Bademantel. Jedes Jahr nahm er sich vor, dieser alten Bank einen neuen Anstrich zu verpassen, doch auch dieses Jahr würde es wohl nichts mehr werden. Und wenn er dann dort so saß und auf die Morgendämmerung wartete, grübelte er über sein Leben, seine Familie, aber auch ganz besonders über seinen Beruf nach. Natürlich hatte er viel erreicht. Als kleiner Verkehrspolizist hatte er mal angefangen, und nun war er Hauptkommissar. Viele Fälle konnte er mit seiner ganz eigenen, außergewöhnlichen Art lösen. Doch es wurde ihm mehr bewusst, dass gerade die letzten drei Fälle seine Psyche angegriffen hatten und der letzte machte ihm immer noch schwer zu schaffen.
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