Elsa Merten - Mora und...was bleibt.

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Mora und...was bleibt.: краткое содержание, описание и аннотация

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Der Roman schildert das prallgefüllte Leben der Protagonistin Mora, das so nur deshalb stattfinden konnte, weil ihr etwas erspart geblieben ist.
Rückblickend bewegt sie sich noch ein einziges Mal mit ihrer Tochter von den ungewöhnlichen Anfängen ihres Lebens, dem Jahr 1926 an, bis hin zum Jahr 1992.
Das Auf- und Ab zwischenmenschlicher Beziehungen, das die Leidenschaft ebenso wenig zu kurz kommen lässt, wie die Vergänglichkeit politischer Abläufe und die Probleme aus der Zugehörigkeit zu verschiedenen Religionsgemeinschaften, verweist latent und offen auf bestehende, gelebte wie auch auf verborgene Ängste.
Mora erkennt letztendlich, dass es nicht hilfreich ist, wenn sie sich ihrer Herkunft verweigert. So nimmt sie die Herausforderung des Romans an und fordert dazu auf, die jüdische Zugehörigkeit in der Familie nicht der Angst zu überlassen.
Gleichzeitig tut man sich jedoch noch schwer mit der abramitischen Klammer, die Christen, Juden und Moslems auf gleicher Höhe vereinnahmen möchte.

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Draußen setzte die Dunkelheit ein. Hinter mir war Moras kleine Leselampe. Sollte ich jetzt nicht doch meine Erinnerungen und die gedanklichen Zwiegespräche mit Mora für heute abbrechen? Sollte ich mir ihr nicht einfaches Schicksal und das Schreckliche der Jahre nach 1933 noch vor Augen führen oder mich lieber unter die lärmenden Trauernden mischen?

Aber dann meinte ich die Kraft ihres auffordernden Blickes zu spüren, der mich zu ihren Lebzeiten fast immer in ihre Spur gebracht hatte. „Na gut, hast gewonnen,“ hörte ich mich leise. Dann bewegte ich meine Füße in Richtung Küche. Die nun von draußen eingedrungene Dunkelheit ließ ich zu, ich empfand sie meiner Stimmung entsprechend und vermied es deshalb, den Lichtschalter zu drücken. Gleichzeitig war ich froh darüber, dass durch die Straßenlaterne von der Straße her, etwas Licht in die Küche einsickern konnte um eine eindeutige Finsternis zu verhindern. Vorsichtig füllte ich den Kaffeebecher erneut mit dem heißen Gebräu und murmelte: „Ist gut, so wie es ist, warum nicht weiterhin den Erinnerungen Platz machen, warum ihnen nicht Zeit geben, ehe sie von der Vergänglichkeit eingeholt werden und bis zur Unkenntlichkeit verblassen?“

Da saß ich nun wieder im Polsterstuhl und griff nach hinten um die kleine Leselampe anzuknipsen, dabei meinte ich einen Wimpernschlag lang, den Mora eigenen warmen Hautgeruch zu spüren. Weit öffnete ich nun das Zeitfenster einer Vergangenheit, durch das hindurch ich Mora eine Weile zusehen und zuhören wollte. Darin sah ich auch jene Zeitspanne, in der Hitler das rosa Kaninchen von Judith Kerr gestohlen hatte.

3. Kapitel: Kinder- und Jugendzeit.

Tief beugte ich mich über das Foto, das Mora in einem geblümten Kleidchen und mit einem Schulranzen auf dem Rücken zeigte und aus weiter Ferne hörte ich ihre leise Stimme erzählen: „ Ich bin gerne zur Schule gegangen. In dieser Zeit war ich befreit von den Haus- und Feldarbeiten und vor allem dem Geschrei der Geschwister und dem Meckern der Geißen. In den Sommermonaten freute ich mich besonders auf den Schulweg. Dieser Weg zu unserer kleinen Dorfschule war zuerst nur ein schmaler, von uns und den Tieren ausgetretener, Fußweg, der sich entlang schlängelte an graubraunen Feldern und dunkelgrünen Wiesen, dabei heranführte an den Hohlweg mit dicht bewachsenen Büschen, hohen Gräsern und würzig riechenden Kräutern bis hin zur steinigen Landstraße, die sich bald danach durch das Dorf windete und letztendlich an der Volksschule vorbei schlich um die umliegenden Dörfer miteinander zu verbandeln. Leise murmelte ich: „Bereits zwei Jahre nach Deiner Einschulung begannen junge Männer damit, die inzwischen zu einem Arbeitsdienst verpflichtet worden waren, dieser Landstraße und auch anderen Straßen im Land, ihr harmloses Gesicht zu nehmen. Und dies habt Ihr zu spät gemerkt.“

Weil ich das kleine und magere Mädchen auf dem Foto noch nicht verlassen wollte, hielten sich meine Gedanken eine Weile an Moras Gesichtsausdruck fest.

Etwas schrägstehende graublaue Augen sahen mich mit forschem Blick aus einem mit Sommersprossen übersäten Gesichtchen an, das von zwei dünnen, rotblonden Zöpfen umrahmt wurde.

Banalitäten, die das Foto u.a. erzählten, beschäftigten mich kurz. Ich fragte mich, ob der Schulranzen aus Leder oder Holz gefertigt worden war. Schuhe aus Leder waren für Kinder zur damaligen Zeit im Woid höchst selten. Im Sommer waren ihre flinken Füße überwiegend barfuß unterwegs. Mitunter trugen sie auch, wie die Erwachsenen, Holzschuhe und dies vor allem an Regentagen und auch zur Winterszeit, an ihren kleinen Füßen. Wärme und Schutz gaben die aus Schafwolle gestrickten Strümpfe, die mit Gummibändern o.ä. am jeweiligen Oberschenkel befestigt worden waren.

„Ihre in späteren Jahren gemachten Äußerungen über kratzende Schafwolle, hatte wohl hier ihren Ursprung“, sinnierte ich beiläufig lächelnd.

Während ich das üppig bewachsene Umfeld auf dem Foto näher in Augenschein nahm, vor allem den Wegrain, in dessen Gräser ihre Hand spielerisch hinein geglitten war, meinte ich erneut ihr noch dünnes Stimmchen zu vernehmen, das mich jedoch schon die tiefere Bedeutung ihres Woides ahnen ließ: „Manchmal, nachdem ich die von Mutter aufgetragenen Arbeiten erledigt hatte, gelang es mir, ihr zu entschlüpfen. Dann bin ich barfuß und leichtfüßig zum Hochwald hinauf, hab sein hörbares Atmen und sein weiches Rauschen in mich aufgenommen, hab ihm meine heimlichen Gedanken und Empfindungen preisgegeben und mich wiegen und beruhigen von ihm lassen.

Der Hochwald hat seine ganz besondere Bedeutung, musst wissen, die Winde aus allen Richtungen, selbst die Winde aus dem Osten, die sogenannten harschen Ostwinde, verfangen sich seit eh und je in den Ästen und Zweigen des Hochwaldes, der ihnen seinen Rhythmus aufzwingt, ihnen das Atmen erleichtert um sie dann loszulassen, damit sie zur sanften Brise für die auslaufenden Weiten werden können.“

Mora und der Woid waren irgendwie eins und in der Tiefe ihres Herzens hat sie das zeitlebens genossen, so wie sie es zeitlebens genossen hat, mit ihrem Mädchennamen, dem seit alters her von der Familie W. mit Stolz hochgehaltenen Familiennamen, im Woid ein Begriff zu sein.

Hier erinnerte ich mich daran, wie sie auch noch als Erwachsene wie unter Zwang mitunter in das Unterholz eines Jungwaldes kroch, dann zurück kam mit Spinnweben, Tannen- und Fichtennadeln im Haar und mit dem ihr eigenen Glitzern in den Augen, das zeitlebens ihre Augen überzog, wenn Wahrgenommenes mit der Erkenntnis darüber verschmolz. Es war ein Glitzern, einem geschliffenen Edelstein ähnlich, in dem sich die Vielfalt des Lichtes zu brechen schien. Oft, wenn es die jeweilige Jahreszeit zuließ, trug sie dabei den sanft-würzigen Geruch der dem Waldboden entwundenen Pilze mit sich, der dies Glitzern noch zu verstärken schien.

„Merk es Dir“, hörte ich sie raunen, „dort, wo die schönen, roten, aber giftigen Fliegenpilze wachsen, dort kannst auch den prallen und schmackhaften Steinpilz finden, musst die Augen nur richtig aufmachen. Ist halt genauso wie im wirklichen Leben.“

„Pilze…“, murmelte ich unvermittelt und gedankenverloren fuhr ich fort: „Wald-Pilze wissenschaftlich definiert, sind dies Organismen der Superlative, die sich im gegenseitigen fruchtbaren Austausch mit den Bäumen des Waldes inspirieren und am Leben erhalten…“

Ich war im Augenblick nicht dazu fähig, diesem Satz noch Gedanken oder Interpretationen hinzuzufügen oder ihn gar irgendwie weiterzuspinnen.

Ich blieb lieber träge und gedanklich wieder bei ihr untergehakt und unterwegs mit ihr, spürte erneut ihre vermeintliche Anwesenheit und meinte sie wispern zu hören in einer Sprache, die mit versteckten Lauten, so schien es mir, agierte und die ich noch nicht zu entschlüsseln vermochte.

Reglos hielt ich all den Gedanken stand, die überrumpelten und gleichwohl Aufmerksamkeit verlangten.

Fragen zum Leben der Familie W., die sich immer wieder an der politischen Entwicklung des Landes festmachten, wälzten sich förmlich an mich heran. Eine nicht definierbare Unruhe ließ mich aufstehen. War es Zufall, dass nun mein Blick direkt hinein fiel in das älteste der Fotos, die mir gegenüber an der Wand hingen und die alle für sich ihren Stellenwert besaßen. Ich nahm darauf einen alten Mann wahr, der, den Ellbogen auf der Tischkante aufgesetzt, den Kopf sorgenvoll und abgewandt mit der Hand stützte.

Der Anlass für das Foto war ein Familienfest. Bisher hatte ich noch nie über den, für ein Familienfest ungewöhnlichen Ausdruck im Gesicht, nachgedacht. Jetzt meinte ich, ihn als unbegreifliche Enttäuschung definieren zu müssen. Dieser Eindruck verstärkte sich beim näheren Hinsehen auf seine Frau mit Kopftuch neben ihm. Ihr Gesichtsausdruck signalisierte verbitterte Ratlosigkeit und zerfurchte Ergebenheit.

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