Ekkehard Wolf - Die Uhr meines Vaters

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Stellen Sie sich einmal vor, Sie seien das letzte lebende Kind eines Mannes, der 1885 geboren wurde und eines Tages im Februar vor Ihren Augen gestorben ist. Wie fühlen Sie sich dann? Ich hatte bis zu diesem Tag immer wieder fürchterliche Albträume gehabt. Dabei ging es immer wieder um die gleiche Sache. Alle Träume hatten das gleiche Ende, mein Vater war tot. Ich hatte Angst vor diesen Träumen, da ich Angst davor hatte, dass Vater sterben könnte. Dass diese Furcht nicht so ganz unbegründet war, lag auf der Hand. Immerhin war mein Vater bereits 77 Jahre alt. Anders, als alle anderen Väter im Dorf war er hier nicht aufgewachsen. Meine Mutter übrigens auch nicht. Beide hatte es hierher aufgrund familiärer Unbilden verschlagen, die auch geprägt waren von der Nachkriegswirren. Vielleicht lag es daran, dass meine Eltern nicht Mama und Papa hießen, sondern Vater und Mutti. Aber jetzt war das nicht mehr so wichtig.

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Ein etwas anderes Kaliber war da schon das, was sich da so unter uns Jungen abgespielt hat. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der – ich nenne ihn mal - „Franz“. „Franz“ war schon älter. Ich denke mal, der dürfte so 15 oder 16 gewesen sein. Der hatte seinen Spaß daran, kleinen Jungen zu zeigen, wie „ficken“ geht. Dass das etwas ganz Verbotenes war, habe ich daraus entnommen, dass es immer ganz, ganz heimlich gemacht wurde. Oben, auf dem Boden von der Scheune, im Heu.

Aber das war natürlich kein Grund, es nicht zu machen. Eher im Gegenteil, auch wenn es ein bisschen weh tat.

Sex hat in Armsen damals wohl ohnehin eine ziemlich große Rolle gespielt, nicht nur bei uns Kindern. Die Männer im Dorf hatten zum Beispiel angeblich die Angewohnheit, dann, wenn sie besoffen waren, beim Schützenfest oder dem Erntefest, ich weiß das nicht so genau, ob nur im Suff oder auch bei anderen Gelegenheiten, ihre „Schwänze“ zu vergleichen. Die Männer haben sich dann angeblich nebeneinander gestellt, die Hosen heruntergelassen, ihre edelsten Teile auf den Tisch gelegt und gemessen, wer den Längsten hatte. Der war dann irgendwie der King und konnte sich wohl eine aussuchen. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Jedenfalls haben mir das meine Freunde erzählt. Von denen habe ich auch das Lied von der Banane und der Zitrone kennen gelernt und erfahren, warum die Mädchen die Beine breit machen sollten. Kapiert habe ich das damals natürlich alles noch nicht so richtig, aber vielleicht ist ja gerade das der Grund dafür, dass ich mir das so gut gemerkt habe.

Dorferziehung

Das alles mag jetzt sehr negativ klingen, aus heutiger Sicht war das wohl auch so. Natürlich gab es Regeln, die man besser nicht durchbrach. Klauen war so eine Sache, die man besser sein ließ. Aber ansonsten war man gegenüber uns Kindern recht nachsichtig. Die goldene Regel hieß natürlich: „sich nicht erwischen lassen“. Wenn doch, dann setzte es gern schon mal einen Satz „heiße Ohren“. Aber insgesamt wurde uns Kindern vieles nachgesehen. Damit hatten wir die Freiheit, eigene Erfahrungen zu sammeln, die durchaus auch schmerzhaft ausfallen konnten. Die fette Narbe am linken Zeigefinger erinnert mich bis heute nachdrücklich an eine solche Erfahrung. Auf dem Rückweg vom Wald war mir das nagelneue Messer ausgerutscht, das ich zum siebten Geburtstag bekommen hatte. Normalerweise gingen unsere Abenteuer jedoch glimpflich aus. Ich erinnere mich an den Wald oberhalb des Dorfes, wo wir unsere Erdhöhlen gebaut haben, die natürlich dann und wann auch mal eingesackt sind. Ich erinnere mich an die wilden Schlittenfahrten von dem kleinen Hügel herab, der sich neben dem Laden von Hellmut Seemann, direkt gegenüber dem kleinen Eichenwald befand und unmittelbar auf die Straße führte. Nicht nur ich habe mir da gelegentlich eine Beule geholt. Ich erinnere mich an die Höhlen in den Heuhaufen oder war es Stroh (?) am Rande des kleinen Eichenwäldchens, in denen wir nicht nur Nadeln versteckt haben, und ich erinnere mich an die Wolken am Himmel über der Wiese mit den Blumen und die Entdeckung von Freundschaften. Das war vielleicht sogar die tollste aller Erfahrungen.

Da war zum Beispiel der Karl-Heinz. Der wohnte im Haus nebenan, das damals ein Kindererholungsheim beherbergt hat. Karl-Heinz spielte leidenschaftlich gern Fußball. Wir waren die Nachwehen der Fußball WM in Ungarn. Er war immer Rahn und ich Fritz Walter. In seinem Fall war das zudem weit weniger anmaßend, als bei mir. Irgendwann haben wir das wohl beide erkannt und daraus unsere jeweils eigenen Rückschlüsse gezogen. Soweit ich weiß blieb er dem Fußball zeitlebens eng verbunden, ich dagegen nicht so sehr. Diese Erfahrung trennte uns später dauerhaft.

Dann war da der Dieter. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, warum genau wir eigentlich so eng befreundet waren. Wir haben viel zusammen gespielt, Indianer zum Beispiel und nach meiner Erinnerung vor allem auch mit kleinen Plastikfiguren. Dieter ist der einzige frühere Freund, an den ich bis heute jedes Jahr denken muss, weil mir sein Geburtstag in Erinnerung geblieben ist.

Eine ganz andere Freundschaft verband hingegen die Gymnasiasten im Dorf. Die Cousins Gerhard und Ulli K. sowie den Sohn der Familie aus Ostpreußen oder dem Banat, der auch Gerhard hieß. Schließlich war da noch der Detlev, der allein bei seiner Mutter lebte.

Bis dahin war noch nicht oft jemand aus dem Dorf auf die Idee gekommen, aufs Gymnasium zu gehen, abgesehen von Adolph, dem Sohn der Lehrerin, aber der zählte nicht, weil er schon älter war und zudem erst im Dorf auftauchte, als seine Mutter dorthin als Lehrerin versetzt wurde und dem Heiner. Aber der stand wohl trotz der strengen Aufsicht seines Großvaters mit dem, was auf dem Gymnasium verlangt wurde, ein wenig auf Kriegsfuß.

Abgesehen von der Schule hat sich diese Freundschaft sogar im Jugendalter noch einmal aufgefrischt. Wir Gymnasiasten wurden alle Pfadfinder – eine Zeitlang jedenfalls. Gerhard K. wurde in dieser Zeit zu Opa und Gerhard B. habe ich lustigerweise zum letzten Mal getroffen, als er mit seiner damaligen Freundin die Pfadfinderhütte im Verdener Moor aufgesucht hat, die ich mit meiner damaligen Freundin gerade im Begriff war zu verlassen. Aber da waren wir dann schon achtzehn und dabei richtig zu erkunden, wie das funktioniert mit den Mädchen im Bett. Wir nannten das damals bumsen.

Viel früher, aber völlig anders war das mit den Rammes. Die hatten einen, ich glaube sogar den größten Bauernhof im Dorf. Sie hatten sogar einen Knecht namens Gerrit, der behindert war und sie gehörten zu einer Freikirche. Der Sohn hieß Hartwig und der hatte eine Schwester namens Christiane, in die ich mich unsterblich verliebt habe, natürlich ohne es mir anmerken zu lassen. Diese Freundschaft hatte für mich vor allem ganz praktische Konsequenzen. So habe ich zum Beispiel gelernt Rüben zu schreddern, Heu zu ernten und Kühe zu füttern und Milchkaffee zu trinken. Einmal durfte ich sogar Trecker fahren.

Am längsten gehalten hat interessanterweise die Freundschaft mit Fredi, der eigentlich Friedhelm heißt und im Obergeschoss des Hauses lebte, das am Ende der Straße liegt, die in Höhe des Hofes von Rammes links von der Straße nach Nedden abgeht. Fredis Vater war Schneider, hatte aber im Krieg eine Hand verloren, die ihm die Ausübung seines Berufes wohl ziemlich unmöglich gemacht hat. Seine Mutter hatte eine Gehörschädigung, war aber sehr darum bemüht, ihren Haushalt in Ordnung zu halten. Fredi hatte auch eine große Schwester, Marion, die ich aber nur selten zu Gesicht bekommen habe, weil sie nicht mehr in der elterlichen Wohnung lebte. Was mich damals besonders erstaunt hat, war aber, dass es in der Wohnung keine Toilette gab und wir Jungen unser kleines Bedürfnis in einen Eimer zu erledigen hatten. Wie es zu dieser Freundschaft kam, war an sich schon etwas seltsam. Fredi war so etwas wie der Anführer der Bande in seiner Gegend des Dorfes, so wie ich das in meinem Teil war. Selbstverständlich haben wir uns bis aufs Messer bekämpft und das nicht nur im übertragenden Sinne. In besonders lebhafter Erinnerung geblieben ist mir unsere letzte Schlacht. Ich weiß nicht mehr wer, aber einer von Fredis Jungs hatte sich zu diesem Gefecht einen echten Säbel verschafft, gegen den die Holzschwerter von uns anderen naturgemäß wenig Chancen hatten. Dass ich dabei mit einem blauen Auge davon gekommen bin, grenzt für mich ebenso an ein Wunder, wie das Erlebnis mit dem Pfeil, der mich ganz knapp unterhalb des Auges erwischt hat und daher nur eine kleine Narbe hinterließ. Meiner Freude am Bogenschießen hat das keinen Abbruch getan. Einigen Eltern ging das aber offensichtlich denn doch zu weit. Die Einsichtigen unter ihnen haben jedenfalls dafür gesorgt, dass ihre Kinder sich zukünftig von derartigen Auseinandersetzungen fern hielten. So blieben Fredi und ich übrig und beschlossen Frieden zu schließen. Von da an verlegten wir das Kriegshandwerk auf den Küchentisch.

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