Anno Dazumal - Du und die Anderen

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Satirische Abhandlung über eine Gruppe von Leuten, die versuchen etwas zu verändern und dann letzten Endes genauso scheitern wie ihre Vorgänger. Viele Dialoge sorgen neben einer grotesken Handlung für gute Unterhaltung.

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„Wenn Du jetzt schon so redest, dann will ich erst gar nicht wissen, was Du von Dir gibst, wenn Du besoffen bist“, gabst Du zu. „Meine Magensäfte“, lautete seine Antwort. Das war ehrlich sowie direkt und imponierte Dir, doch andererseits konntest und wolltest Du nicht vergessen, wes Geistes Kind der Typ war. „Jetzt mal ehrlich: So Kunden wie Du, die würden doch, wenn es hart auf hart käme, sogar ihre Großmutter verkaufen“, provoziertest Du ihn, doch er reagierte ganz ruhig und besonnen: „Meine Großmutter habe ich an ein Heimarbeitsunternehmen verkauft, als ich acht Jahre alt war, meine Mutter habe ich auf den Strich geschickt und meinen Vater habe ich in meiner Firma ausgebeutet“, erinnerte er sich mit einem Glänzen in den Augen. Du wandtest Dich angewidert ab, doch irgendwie ließ Dich jene Person nicht los, was daran lag, daß er Dich bereits an den Barhocker angekettet hatte. „Das Leben als solches gehört zu den Mysterien, die ich irgendwie nie begreifen werde. Nicht nur, daß es keinen einzigen vernünftigen Grund dafür gibt, daß wir auf der Welt sind, nein, wir verhalten uns auch noch wie die allergößten Ignoranten“, lamentierte der Mann. „Äh, was? Tut mir Leid, aber ich habe Dir gerade nicht zugehört“, gestandst Du verlegen. Auf einmal fixierte Dich der Wirt und starrte Dich mit seinem Glasauge an. „Wer hat Dich überhaupt hier hereingelassen?“ forschte er mit einem finsteren Blick, der zu der Vermutung Anlaß gab, daß in seinem Leben relativ wenig Sonnenschein existierte. „Edgar“, antwortetest Du. Er nickte befriedigt und widmete sich wieder seiner Aufgabe, die darin bestand, das Flaschenbier in Gläser zu füllen und dabei war jede Konzentration erforderlich. „Wer ist Edgar?“ wollte der Mc Lindsay-Typ wissen. „Edgar ist der Buchtürsteher.“ „Und warum kenne ich den nicht?“ „Vermutlich, weil Du von Anfang an in der Geschichte dringewesen bist. Ich bin erst reingekommen.“ „Ich verstehe. Du, nur mal so unter uns: Dieser Autor hier hat echt von nichts einen Schimmer.“ „Das mag sein, aber das solltest Du wohl lieber für Dich behalten.“ „Warum?“ „Was ist, wenn der das liest?“ „Na, wenn er die Wahrheit nicht verkraftet, dann kann ich ihm auch nicht weiterhelfen.“ „Auch wieder wahr. Jedenfalls war es schön und obszön, Dich kennengelernt zu haben“, gabst Du ihm zu verstehen. Er schaute Dich überrascht und betroffen an. „Wie meinst Du das? Ich dachte, wir bleiben noch für ein paar Seiten zusammen.“ „Wozu?“ „Na ja, da gibt es schon noch so einige Sachen, über die wir reden könnten.“ „Es lebe der Konjunktiv. Hätte, wenn und aber, es bleibt der Küchenschaber.“ Nach jenen Worten verschwandest Du aus dem Leben des jungen Mannes, den Du zunächst für einen buddhistischen Missionar und später für einen neoliberalen Wirtschaftsfuzzi gehalten hattest. „Was es doch für merkwürdige, interessante Menschen gibt, die es tatsächlich würdig sind, daß man sie sich merkt“, sinniertest Du und begabst Dich in eine kleine Pension. Zu Deinem Glück fandst Du in Deiner Tasche etwas Geld, mit dem Du bezahlen konntest. Jener Autor war wenigstens nicht völlig weltfremd, allerdings träumtest Du von verlorenen Dinosaurierknochen und hattest am nächsten Tag keine Lust auf einen Dino-Burger, den sie beim Bürgermeister (also beim Burger King) anboten. Ich dagegen überlegte fieberhaft, wohin ich Dich als Nächstes schicken sollte.

Wieder einmal hatte sich Joachim Selkendorst verfahren und so irrte er fluchend in seinem Taxi durch die Stadt. Die alte Frau in seinem Auto hatte schon wieder vergessen, wohin sie eigentlich wollte und so checkte sie überhaupt nicht, daß der Mann neben ihr genausowenig Ahnung hatte wie sie selbst. Im Grunde liebte Joachim jene alten, verkalkten Weiber, weil die einem fast immer glaubten und noch mal bezahlten, wenn man ihnen überzeugend genug eingeredet hatte, daß sie noch nicht gelöhnt hätten. Allerdings hatte sich das alles merkwürdigerweise ein wenig rumgesprochen und so hatten die örtlichen Taxifahrer einen ähnlich schlechten Ruf wie ihre Prager Kollegen, denen man nachsagte, daß sie beschissene Touristen gerne beschissen, zu verteidigen beziehungsweise zu verlieren. „Na, ist es denn wenigstens schön im Altenheim?“ versuchte er ein Gespräch in Gang zu bringen, damit ihm die alte Schachtel nicht noch während der Irrfahrt abkratzte. „Nein, heute gab es keinen Haferschleim, sondern Buchstabensuppe, aber ich bin mit dem Puzzle nicht fertig geworden“, krächzte die Alte. „Ja, Ihr alten Leute habt halt immer so wenig Zeit“, bemerkte Joachim, woraufhin ihm die Oma energisch widersprach: „Wie kommen Sie denn auf so einen hanebüchenen Unsinn? Ich langweile mich zu Tode, aber ich sterbe einfach nicht. Vielleicht hätten wir im Krieg verrecken sollen, denn der Hundling hat uns so zäh gemacht, daß wir unsere Treffen mit dem Sensenmann regelmäßig verpassen.“ „Apropos verpassen: Wir befinden uns gerade auf der Autobahn und haben soeben die Ausfahrt verpaßt“, vermeldete Joachim. „Ach ja, die guten alten Autobahnen, da muß ich doch gleich an unseren geliebten Führer denken. Der war halt noch ein echter, anständiger, deutscher Mann“, schwärmte die Alte. „Hitler war Österreicher.“ „Das ist doch praktisch dasselbe. Ach, waren das noch Zeiten, als die Minderheiten unterdrückt wurden und wir alle froh waren, nicht im KZ zu landen.“ „Mußten die Deutschen damals eigentlich eine Kfz- oder eine KZ-Steuer zahlen?“ „Das weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall war ich damals unsterblich in Adolf Hitler verliebt, habe jedoch nur so einen SS-Typen abgekriegt. Irgend so ein Dichter, glaube ich.“ Selkendorst hielt plötzlich und starrte die alte Frau verdutzt an. „Sie wollen mir jetzt aber nicht sagen, daß Sie mit dem krassen Günter zusammen waren?“ hakte er nach. „Doch, aber darauf bin ich nicht unbedingt stolz. Der war ja sowas von verblendet. Na ja, später wurde er klüger, jedoch leider auch häßlicher. Wirklich schade, daß die meisten äußerlich schönen Menschen dumm sind.“ „Gute Frau, wenn es danach ginge, dann müßten Sie ja eine richtige Intelligenzbestie sein.“ Nach jenen Worten stieg sie aus, denn sie dachte, sie wären am Ziel angekommen. „Moment, Sie haben vergessen zu bezahlen!“ schrie Joachim, was in ihrem Fall tatsächlich stimmte. „Mist, jetzt haben Sie mich tatsächlich erwischt. Schade, meistens funktioniert der Trick“, ärgerte sich die Frau. Der Taxifahrer staunte. Die alten Leute durfte man wirklich nicht unterschätzen, die waren mit allen Abwassern gewaschen. Deshalb verlangte er das Doppelte.

Sieglinde war eine junge Frau und da es nun mal nur zwei Geschlechter gab und die Chancen 50:50 gestanden hatten, war sie damit relativ zufrieden. Daß ihr einige ihrer rechtsradikalen Bekannten „Sieglinde heil!“ hinterherriefen, störte sie nicht sonderlich, denn sie mochte die frechen Gören mit den bunten Haaren nicht und bezeichnete sich als unpolitisch, obwohl sie die Verkehrsregel „rechts vor links“ über alles liebte. Demzufolge überraschte es kaum, daß sie schlechten Geschlechtsverkehr eher mit den Rechten pflegte. Wieder einmal stand sie in einer Gruppe von Jungs mit pflegeleichten Haarschnitten und hörte denen bei ihren „politischen“ Diskussionen zu. „Wenn ich mir Babyöl auf die Glatze schmiere, dann glänzt sie wie neu“, verkündete ein Aufrechter strahlend. „Augenblick mal! Wenn wir aus unseren Babys Öl gewinnen können, dann verstehe ich nicht, warum der Bush den Irak angegriffen hat“, gestand sein rechter Nachbar. Plötzlich tauchte ihr Anführer in ihrer Mitte auf, hob den rechten Arm zum Gruß und meldete Folgendes: „Sieg heil und Sieglinde heil! Wir haben gesiegt! Das durchgestrichene Hakenkreuz wird nicht verboten.“ Seine Untertanen schauten ihn verständnislos an. „Und was bringt uns das?“ traute sich dann doch ein Rechter zu fragen. „Sehr viel, meine Dummians. Es ging ja bei dieser Klage um unsere Freunde vom anderen Ufer, also um die linken Zecken, mögen sie alle bald verrecken. Na ja und jetzt hat der Bundesgerichtshof klargemacht, daß Anti-Nazi-Symbole nicht verfassungswidrig sind.“ „Na und?“ wunderte sich Sieglinde. „Das heißt, daß unsere geliebten Nazisymbole verfassungswidrig sind. Ist das nicht großartig? Wir sind verfassungswidrig!“ frohlockte der Anführer. Die Begeisterung seiner Anhängerschar hielt sich in den Grenzen von 1925. „Ihr kapiert mal wieder gar nichts. Wenn uns dieses System als „verfassungswidrig“ einstuft, dann ist das so etwas wie ein Ritterschlag. Wir sind echt gut.“ „Hurra!“ riefen die Anderen. „Und warum haben wir damals gefeiert, als die NPD nicht verboten wurde?“ bohrte Sieglinde nach. „Das war wieder was ganz Anderes. Wenn die NPD verboten wird, dann haben wir niemanden, den wir wählen können“, erklärte er. „Und was ist mit der DVU und den Republikanern?“ „Mädel, schön langsam beginnst Du zu nerven. Das sind doch Altherrenparteien, viel zu bürgerlich und spießig.“ „Aber das mit der NPD habe ich immer noch nicht kapiert.“ „Egal, darum geht es auch überhaupt nicht. Wir brauchen doch nur einen Grund zum Saufen!“ rief ein gerechter Kamerad und holte den ersten Bierkasten herbei. Daraufhin begann das übliche Dauersaufen und Sieglinde überlegte sich, ob es noch länger Sinn machte, bei jenen Typen rumzuhängen, die gar keine Revolution, sondern nur niedrige Bierpreise wollten. Drei Hitlerbiographien hatte sie mit ihren 23 Jahren schon gelesen und der kleine Mann mit dem bösen Bart hatte sie so fasziniert, daß sie viele Stunden ihres Lebens mit seinen vermeintlichen Nachfolgern zugebracht hatte. Doch nun hatte sie eine Stalinbiographie durchgelesen und war zu der Überzeugung gelangt, daß Diktatoren größenwahnsinnige Spinner waren, die mehr Blut an den Händen hatten als ein Schlächter. So verließ Sieglinde ihre dauerberauschten Bekannten, die ihren Abschied im eigenen Vollrausch gar nicht mitbekamen.

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