In Ergänzung zu den Fallbeispielen, die sich jeweils mit einzelnen wirtschaftlichen Aktivitäten beschäftigen, werden die Zusammenhänge zwischen Erfolgsplan, Finanzplan und Planbilanz abschließend in einer umfassenden Fallstudie dargestellt. In der Fallstudie sollen einerseits die rechentechnischen Zusammenhänge zwischen Erfolgsplan, Finanzplan und Planbilanz dargestellt werden, andererseits soll durch die schrittweise Erarbeitung der Fallstudie die typische Vorgehensweise im Rahmen der Erstellung einer Planungsrechnung demonstriert werden.
Erfolgsplan | Finanzplan | Planbilanz
Erfolgsplan, Finanzplan und Planbilanz werden aufeinander aufbauend erstellt und ergeben gemeinsam den „Betriebswirtschaftlichen Gesamtzusammenhang“ im Rechnungswesen – das Big Picture:
Abbildung 1: Big Picture
Im Erfolgsplan werden ausgehend von den geplanten Umsätzen die geplanten variablen und fixen Kosten abgezogen und führen zum geplanten Ergebnis vor bzw. nach Ertragsteuern. Ergebnis des Erfolgsplans ist der geplante Gewinn bzw. Verlust des Unternehmens.
An die Erstellung des Erfolgsplans schließt der Finanzplan an. Im Finanzplan wird, ausgehend vom geplanten Ergebnis nach Steuern aus dem Erfolgsplan, die Liquidität oder Zahlungsfähigkeit des Unternehmens geplant. Ergebnis des Finanzplans ist der geplante Geldüberschuss oder Geldbedarf des Unternehmens.
Aufbauend auf dem Finanzplan wird im nächsten Schritt die Planbilanz des Unternehmens erstellt. Ausgangspunkt für die Erstellung der Planbilanz für das Ende des Planjahres ist die Anfangsbilanz des Planjahres (bzw. die Schlussbilanz des vorangegangenen Wirtschaftsjahres). Ausgehend von dieser Anfangsbilanz verändert jede einzelne Position des Finanzplans die Anfangsbilanz hin zur Planbilanz.
Erfolgsplan, Finanzplan und Planbilanz stellen die geplante zukünftige wirtschaftliche bzw. finanzielle Entwicklung eines Unternehmens dar.
In einer vergangenheitsorientierten Darstellung tritt an die Stelle des Erfolgsplans die Erfolgsrechnung oder Gewinn- und Verlustrechnung. An die Stelle des Finanzplans tritt die Kapitalflussrechnung; an die Stelle der Planbilanz tritt die Bilanz.
Erfolgsplan
Der Erfolgsplan, hier dargestellt basierend auf der Struktur einer Ergebnisrechnung bzw. Deckungsbeitragsrechnung, bildet in einer zukunftsorientierten Betrachtung die erwartete bzw. geplante Gewinnsituation eines Unternehmens ab.
Abbildung 2: Erfolgsplan
Inhaltlich bzw. bezogen auf das zu ermittelnde Resultat (Gewinn oder Verlust) entspricht der Erfolgsplan einer Erfolgsrechnung oder Gewinn- und Verlustrechnung, mit deren Hilfe die Gewinnsituation eines Unternehmens in vergangenheitsorientierter Sichtweise beurteilt wird.
Ergebnis beider Rechenschemata, sowohl des Erfolgsplans als auch der Gewinn- und Verlustrechnung, ist der (geplante) Gewinn bzw. Verlust des Unternehmens, für den, abhängig von der zugrundeliegenden Struktur, unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden (Unternehmensergebnis vor bzw. nach Steuern oder alternativ Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit bzw. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag).
In einer detaillierteren Darstellung lassen sich die Strukturen folgendermaßen vergleichen:
Abbildung 3: Erfolgsplan und Gewinn- und Verlustrechnung
Finanzplan
An die Erstellung des Erfolgsplans schließt der Finanzplan an. Im Finanzplan wird, ausgehend vom geplanten Ergebnis nach Steuern aus dem Erfolgsplan, die Entwicklung der Liquidität bzw. Zahlungsfähigkeit des Unternehmens geplant. Ergebnis des Finanzplans ist der geplante Geldüberschuss oder Geldbedarf des Unternehmens.
Abbildung 4: Finanzplan
Der geplante Gewinn aus dem Erfolgsplan wird im Finanzplan in Zahlungsströme umgerechnet.
Im Rahmen der Darstellung von Finanzplänen stehen einander zwei zentrale Schemata gegenüber, die in drei bzw. vier Teilbereiche untergliedert sind. Der Ausgangspunkt der beiden Schemata (das Ergebnis nach Steuern, das aus dem Erfolgsplan übernommen wird) ist identisch, ebenso das Resultat der beiden Schemata (der Geldüberschuss oder Geldbedarf); auch die in den Finanzplan einfließenden Positionen sowie die Reihenfolge der Darstellung der einzelnen Positionen entsprechen einander.
Die Unterschiede der beiden Schemata ergeben sich aus der Anzahl der dargestellten Teilbereiche sowie durch die damit zusammenhängenden Begriffe (Cash Flow aus der Betriebstätigkeit, Cash Flow aus der Investitionstätigkeit, Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit bzw. Cash Flow, Working Capital, Langfrist-Bereich und Gesellschafter-Bereich).
Abbildung 5: Finanzplan 3-stufiges Schema und Finanzplan 4-stufiges Schema
Die unterschiedliche Strukturierung bezieht sich lediglich auf die Darstellungsform bzw. Gliederung des Finanzplans und hat keinerlei Auswirkung auf das Resultat des Finanzplans bzw. auf die Zusammenhänge zwischen Erfolgsplan und Finanzplan bzw. Finanzplan und Planbilanz.
Erfolgsplan | Finanzplan
Erfolgsplan und Finanzplan sind in zwei Richtungen miteinander verknüpft. Es bestehen Verbindungen und Zusammenhänge vom Erfolgsplan zum Finanzplan, und auch vom Finanzplan wieder zurück zum Erfolgsplan.
Einerseits stellt das Ergebnis nach Steuern aus dem Erfolgsplan den Ausgangspunkt für den Finanzplan dar. Das Ergebnis des Finanzplans, der Liquiditätsüberschuss oder Liquiditätsbedarf, muss entweder finanziert oder kann veranlagt werden und hat über die daraus resultierende Verzinsung (Zinsaufwand oder Zinsertrag) wiederum Auswirkungen bzw. Rückwirkungen auf den Erfolgsplan.
Abbildung 6: Erfolgsplan und Finanzplan
Im Detail besteht ausgehend vom Erfolgsplan eine Vielzahl von Verbindungen hin zum Finanzplan.
So stellt das Ergebnis nach Steuern aus dem Erfolgsplan den Ausgangspunkt für den Finanzplan dar. Weitere Verbindungen zwischen Erfolgsplan und Finanzplan ergeben sich durch die im Erfolgsplan bereits berücksichtigten Abschreibungen und Rückstellungen, sowie gegebenenfalls auch durch Rücklagen und Aktivierte Eigenleistungen.
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