»Ich frage dich das letzte Mal, das aller letzte Mal Cathy. Wo ist das Bild von André?«
Tränen fließen aus Cathys Seele nur so heraus.
Noahs Augen nah vor ihren, nehmen ihr die Luft zum Atmen. Stotternd, verzweifelt und in sich eingekehrt versucht sie sich krampfhaft zu erklären. Doch keine gescheite Silbe entweicht aus ihrer Seele, bis Noah erkennt, dass das Bild gegen den Fernseher geworfen wurde. Von Trauer und Wut gesteuert rutscht ihm daraufhin die Hand aus und verpasst Cathy knallhart eine Ohrfeige.
Von der Tatsache geschockt, wendet sich Noah von Cathy ab. Weinend hält sie sich ihre feuerrote Wange und starrt auf den Boden.
»Wieso gehst du immer, wenn du traurig bist? Ich habe dich noch nie trösten dürfen. Wieso?«, stottert Cathy leidend, ängstlich, völlig gedemütigt.
Noah will mit Tränen in den Augen wieder einmal die Nähe von Cathy verlassen, antwortet daraufhin auch nicht auf ihre Frage. Weshalb Cathy nur noch zusieht, wie ihr Ehemann das Haus verlässt.
Von der Mittagssonne angestrahlt, nimmt sich Cathy im Anschluss ihren einzigen tröstenden Freund aus der Einkaufstüte heraus. Mit zitternden Händen und aufgewühltem Ich, bleibt sie nicht nur bei einem Gläschen Wodka. Nein, sie braucht mehr von dem Zauberstoff, der sie betäubt und vergessen lässt – eben in einen Zustand bringt, der dieses Leben erträglicher macht.
Zu später Abendstunde wird angenehme Musik vom Plattenspieler abgespielt, während Hilde, Gerd und Sandy in einem schönen Esszimmer mit allen Speisen, die das Herz begehren, verköstigt werden. Umgeben von einer Aura des Wohlstands und den antiken Bildern an der Wand. Auch der Ausblick durch die zwei großen Fenster kann sich sehen lassen. Eine große Weide, dahinter die Abendsonne.
Mit ruhiger Stimmlage weiß Sandy bereits die Hierarchie dieses Essverhaltens und isst dementsprechend ohne Laute. Schließlich wünscht sich das Hilde, die mit streng beobachtenden Augen dies begutachtet. Gerd allerdings vergisst mit Absicht diese Manieren.
»Konntest du vergangene Nacht nochmal schön einschlafen Sandy?«
Mit einem kleinen Husten fordert Hilde das Schweigen am Tisch ein.
»Wir können noch genug schweigen, wenn wir im Grab liegen, Hilde. Also lass unsere Enkeltochter mir antworten.«
Gleich darauf stellt Hilde genervt ihren Teller von sich weg und zeigt somit, dass ihr der Hunger vergangen ist. Sandy jedoch hält das nicht auf, ihrem Opa die Frage zu beantworten, die er so nett gestellt hat.
»Ja Opilie, nach unserem Gespräch hat der Sternenmann wohl doch ein wenig Traumstaub für mich übriggehabt.«
Mit erhobenen Augenbrauen sieht Hilde zu Gerd.
»Tischt du deinen Enkelkindern nun auch diese Traumgeschichten auf, wie deinen eigenen Kindern?«
»Es sind keine Geschichten zum Auftischen, Hilde. Kümmere dich lieber um Dinge, die du besser kannst, anstatt mich zu rügen.«
Frech grinsend gibt Hilde Gerd einen Luftkuss als Abweisung und verlässt daraufhin den Esstisch.
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