Anja Gust - Nur eine Petitesse

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Von Schleswig-Holstein ins schweizerische Engadin –
die Geschichte der Sina Brodersen geht weiter.
Von wegen Kleinigkeit!
Der für den Tod ihres Liebsten Verantwortliche befindet sich noch immer auf freiem Fuß, die Justiz zeigt sich weiterhin passiv. Kein Wunder, dass Sina zur Selbstjustiz greift. Sie will Gerechtigkeit und dazu scheint ihr jedes Mittel recht. Nach dem Motto: «Friss oder stirb» setzt sie alles auf eine Karte. Dann aber trifft sie eine fatale Entscheidung.
Dunkle Geheimnisse und seelische Abgründe in einer Welt von Macht und Gewalt – ein Thriller über das Netzwerk der Mafia.

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„Nudelverkäufer? Oha!“

„Ja, in der Tat. Und er hatte sich den Aufenthalt hier mühsam erspart. Dann lebte er endlich einmal seinen Traum und machte dazu einen auf ‚dicken Max‘, wie man auf Deutsch sagt. Aber das Gefühl, jemand zu sein, war ihm wichtiger als die Realität. Irre, oder?“

„Allerdings“, stimmte ihm Sina zu. „Ich hoffe nur, dass Sie mich nicht für eine Nudelverkäuferin halten!“

Maurice lachte. „Dafür sind Sie ein ganz anderer Typ.“

„Was für ein Typ bin ich denn?“

„Ein sympathischer.“ Er räusperte sich. „Jedenfalls wollen Sie bestimmt nicht mit ‚Contessa‘ angeredet werden“, setzte er schnell hinzu, nachdem er ihre rollenden Augen bemerkt hatte. „Ich glaube, dass Sie humorvoll sind und keineswegs jedes Wort auf die Goldwaage legen.“

„Sie scheinen sich ja auszukennen“, folgerte Sina amüsiert.

„Das kommt dabei heraus, wenn man Chauffeur in so einem Nobelschuppen ist“, gestand er augenzwinkernd. „Dennoch steht man als Fahrer auf der untersten Ebene. Selbst ein Portier ist besser dran. Dabei ist das der stumpfsinnigste Job, den ich kenne. Genau genommen handelt es sich lediglich um einen tradierten Repräsentanten, der für etwas bewundert wird, wofür er gar nichts kann. Oder haben Sie schon mal erlebt, dass ein Portier etwas Qualifiziertes von sich gibt? Wie sollte er auch? Das ist nicht seine Aufgabe. Er öffnet Türen und hält dafür die Hand auf. Einst kannte ich einen, der starrte den ganzen Tag vor sich hin, ohne eine Miene zu verziehen. Stellen Sie sich vor, er reagierte wie ein Automat: Lächeln auf Knopfdruck, gefolgt von einem stumpfsinnigen Glotzen. Als ich ihn fragte, ob das langweilig sei, zuckte er nichtssagend mit den Schultern.“

„Sie mögen keine Portiers?“, folgerte Sina.

„Sagen wir es mal so: Ich kann sie nicht verhindern. Sie gehören einfach zum Repertoire.“

Augenblicklich musste sie die Lippen zusammenpressen, um nicht laut loszulachen. Zu ihrer Verwunderung verspürte sie übel Lust, ihm das Haar zu wuscheln, diesem Lauser, der sich um Kopf und Kragen redete. Offenbar konnte er nur schwerlich sein loses Mundwerk halten.

„Ich bitte Sie, nicht alles so bierernst zu nehmen!“, schwächte er mit schelmischem Blick ab. „Es gehört zu unseren Aufgaben, die Gäste zu unterhalten, egal mit welchen Mitteln.“

„Keine Bange“, beruhigte sie ihn „aus dem Alter bin ich raus.“ Entspannt lehnte sie sich zurück und sah hinaus. Später, nachdem Maurice eine ganze Zeit lang ziellos drauflosgefahren war, fragte er, ob sie ein bestimmtes Ziel favorisiere.

„Irgendwohin, wo es schön ist“, entgegnete sie. „Sagen Sie, warum steckt ständig dieses Mikrofon in Ihrem Ohr?“ Damit spielte sie auf den kleinen Knopf an, der an einer gedrillten Schnur in seinem linken Ohr steckte.

„Ich muss erreichbar sein – jederzeit“, erklärte er überaus sachlich.

„Reicht kein Handy?“

„Nein.“

„Verstehe, die Variante ist abhörsicherer“, bemerkte sie trocken.

„Genau“, gab er unumwunden zu. „Mein Chef hat jederzeit die Kontrolle.“

„Wird er nicht verärgert sein, wenn er das hört?“

„Ach was“, winkte Maurice ab. Dann setzte er verschmitzt hinzu, dass sich das durch einen kleinen Zwischenschalter verhindern lässt.

„Alles andere hätte mich auch gewundert“, bekannte Sina. Dann sah sie zum Fenster hinaus.

„Entschuldigen Sie“, bemerkte er wenig später und räusperte sich. „Dürfte ich Sie etwas fragen, Frau Antonelli?“

„Ja bitte?“

„Nun …“ Er stockte.

„Nur zu“, ermunterte sie ihn, „fragen Sie.“

Wie aus der Pistole geschossen sagte er: „Sehen Sie Männer immer so an?“

Sina errötete. „Wie meinen?“

„Tschuldigung. Ich … Das war dumm … Sie sind mir jetzt böse?“

„Nein, nein.“ Sie schüttelte den Kopf und beugte sich ein wenig vor. „Herr Schönleitner, ich muss gestehen, Sie machen mich neugierig. Wie sehe ich Sie denn an?“

„Prüfend“, erklärte er, ohne den Blick von der Fahrbahn zu nehmen. „Nun gut. Was heißt schon prüfend. Genauer gesagt, Sie examinieren mich. Ich meine nicht wegen des Knopfes in meinem Ohr. Sie versuchen, mich zu ergründen. Dann wägen Sie ab, ob Sie richtig liegen. Noch sind Sie sich unsicher, wähnen sich aber kurz vor dem Ziel. Kann das sein?“

„Ist das nicht normal?“, entgegnete sie.

„Ja, sicher. Aber Sie machen das anders. Ich glaube, Sie inszenieren eine ganze Menge, um ein Bild von sich zu projizieren, das Sie nicht sind.“

„Wow! Woher nehmen Sie das alles?“

Unbeirrt fuhr er fort: „Sie lassen mich glauben, was Sie sein möchten. Das ist mir gestern bereits aufgefallen. Natürlich ist das für eine allein Reisende ein legitimer Selbstschutz. Doch bei Ihnen wirkt das anders. Sie versuchen, mich zu verunsichern, in der Absicht, etwas Bestimmtes zu erreichen.“

„Interessant“, folgerte Sina. „Leider muss ich Sie enttäuschen. Ich mache hier Urlaub – nichts weiter.“

„Sehen Sie? Und genau das glaube ich nicht.“

„Das steht Ihnen frei. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.“

„Komisch. Etwas anderes hatte ich auch nicht erwartet.“

„Warum fragen Sie denn?“

„Aus Neugier“, entgegnete Maurice und sah sie durch den Spiegel an.

„Und? Liegen Sie richtig?“

Er zuckte mit den Schultern.

„Dann habe ich ja offenbar alles richtig gemacht“, spöttelte Sina und zündete sich einen Zigarillo an. „Gestatten?“

„Der Gast ist bei uns König.“

„Mit anderen Worten, es passt Ihnen nicht, wenn Ihnen jemand hier die Luft verpestet.“

„Es geht nicht um mich. Es geht um Ihre Zufriedenheit.“

„Welch’ charmante Art der Maßregelung“. Sie drückte den Zigarillo wieder aus. „Im Übrigen weiß ich jetzt, wohin Sie mich fahren können. Ich möchte gerne zum Diavolezza Massiv.“

„Wieso gerade das? Es gibt andere schöne Orte.“

„Ich würde es aber gerne sehen.“

„In Ordnung!“ Maurice schaltete in den sechsten Gang. Jetzt flogen sie geradewegs über die Route 29 an Pontresina vorbei in Richtung Tirano. Unterwegs entblätterte sich vor ihr die Landschaft in atemberaubender Schönheit. Sina war berauscht von dem wild-bizarren Hochgebirge, in dem es nur geringe Vegetation gab. Ab und an wuchs am Straßenrand eine Mohnblume von lebhaftem Rot, ein bizarrer Farbfleck vor einer schiefergrauen Leinwand. Während der Fahrt erzählte ihr Maurice allerlei Geschichten von den Besonderheiten des Landstrichs, der Natur und den Menschen. Das machte deutlich, wie tief er mit dieser Gegend verwurzelt war.

Auch wenn er kaum von sich erzählte, genügte es, sich ein Bild von ihm zu machen. Hier geboren und auf einem der hiesigen Höfe aufgewachsen, war ihm die Schwere und Mühsal der ländlichen Arbeit nicht fremd. Bald meinte sie, gewisse Parallelen zum eigenen Lebenslauf zu empfinden.

Sicherlich war vieles von dem, was er erzählte, überzogen. Aber es kam von Herzen. Das spürte sie genau. Irgendwie hatte er etwas Besonderes. Aber konnte sie ihm trauen? Wiederholt beobachtete sie ihn aus dem Augenwinkel.

Er schien nur wenig älter als sie, war von mittlerer Größe und schlanker Statur. Seine klaren blauen Augen waren von klugem, bisweilen tiefem Ausdruck, wenngleich auch irgendwie unergründlich. Vor allem, wenn sein Blick nicht unbedingt zur vorgeschützten Lockerheit passte, ahnte man, dass er in Gedanken ganz woanders war. Das war irritierend und beunruhigend zugleich. Ebenso war sein dunkelblondes Haar von eigenartiger Fasson. Obwohl es straff nach rechts gekämmt war, fiel es ihm in unregelmäßigen Abständen über die Stirn und zwang ihn, es zurückzustreichen. Auf diese Weise bestimmte eine stete Unruhe seine Bewegungen, die ihn nervös erscheinen ließ. Zweifellos eine Marotte, die man ihm austreiben sollte.

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