Anja Gust - Nur eine Petitesse

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Von Schleswig-Holstein ins schweizerische Engadin –
die Geschichte der Sina Brodersen geht weiter.
Von wegen Kleinigkeit!
Der für den Tod ihres Liebsten Verantwortliche befindet sich noch immer auf freiem Fuß, die Justiz zeigt sich weiterhin passiv. Kein Wunder, dass Sina zur Selbstjustiz greift. Sie will Gerechtigkeit und dazu scheint ihr jedes Mittel recht. Nach dem Motto: «Friss oder stirb» setzt sie alles auf eine Karte. Dann aber trifft sie eine fatale Entscheidung.
Dunkle Geheimnisse und seelische Abgründe in einer Welt von Macht und Gewalt – ein Thriller über das Netzwerk der Mafia.

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Aber offenbar tat das niemand, obgleich eine verdächtig helle Stelle an seinem linken Ringfinger auf eine vormalige Verbindung schließen ließ. Wenn er redete, sprudelten seine Worte wie ein Wasserfall. Zudem machte er einen sympathischen und vertrauenswürdigen Eindruck, wie jemand, mit dem man Pferde stehlen konnte, solange man ihn zu nehmen wusste. Kurzum, er wirkte wie ein Edelweiß, das die Bergziegen fürchtete. Festverankert und doch ungeschützt.

Bald darauf hielt Maurice auf einem Parkplatz am Fuß des Massivs. Von hier aus fuhren in regelmäßigen Abständen Seilbahnen hinauf aufs Hochplateau. Kaum angekommen, entschuldigte er sich, stieg aus und entledigte sich seines mausgrauen Jacketts und der Mütze. Nun sah er wie ein gewöhnlicher Tourist aus.

„Ich glaube, das ist Ihnen angenehmer“, erklärte er, nachdem er Sina aus dem Wagen geholfen hatte.

„Mich hätte es nicht gestört.“

„Ich will hoffen, Sie verraten mich nicht. Und jetzt nehmen Sie bitte meinen Arm.“

„Wie bitte?“

„Sie sollten sich lieber bei mir einhaken. Oder wollen Sie den Eindruck vermeiden, den ich damit erzeugen will?“

Sina fühlte sich von seiner Forschheit überrollt. Gleichzeitig wäre es in der Tat sonderbar, von einem Bediensteten begleitet zu werden, der wie ein Dackel in zwei Schritten Abstand hinter einem herlief. Damit nicht genug: Überhastet bestand er darauf, sie einzuladen. Das erinnerte sie an Volker Grimmel. Auch er war stets beleidigt, sobald sie bei einem Ausflug ihr Eis selbst bezahlte. Daher widersprach sie nicht.

Nach einer zwanzigminütigen Seilbahnfahrt, vorbei an Gletscherzungen und kargen Steinwänden, näherten sie sich der Hochebene. Je höher sie stiegen, umso heller wurde es. Bei 2500 Meter durchbrachen sie die Wolkendecke und wurden von einem strahlend blauen Himmel begrüßt. Den Glanzpunkt bildete die Bergkette des Diavolezza Massivs, die sich in Gestalt von schneebedeckten Hängen und Bergspitzen mehrerer Viertausender vor dem Betrachter auftürmte.

Während die gesamte linke Seite des Bergmassivs unter dem Schatten eines großen kupferfarbenen Wolkenfetzens lag, wurde dessen Mitte durch einen breiten Sonnenstrahl erhellt, der ein grelles Gleißen entfachte. Hoch über den Gipfeln, wo die schneebedeckten Spitzen in den blauen Himmel ragten, schien das Gebirge wie von Sonnenstaub umflort, was seine majestätische Anmut ins Unermessliche steigerte. Mit einem sanften Ruck hielt die Seilbahn auf dem Plateau an. Die Türen öffneten sich und die beiden stiegen aus. Dann gingen sie zu einer eigens dafür eingerichteten Aussichtsplattform eines nahegelegenen Restaurants.

Sina hielt angesichts der unbeschreiblichen Schönheit der Umgebung inne und betrachtete die majestätischen Berge. Als ihr Maurice erklärte, dass es abends noch viel grandioser sei, vor allem, wenn die schrägen Strahlen vom Westen die Wolken golden färbten, standen ihr plötzlich Tränen in den Augen. Innig vereinnahmte sie diese Schönheit gleichsam einer bezaubernden, zu Herzen gehenden Klaviersonate.

„Was ist? Habe ich etwas Falsches gesagt?“, erkundigte er sich erschrocken, als er ihre plötzliche Beklommenheit bemerkte.

„Im Gegenteil. Ich habe …“ Sina stockte und versuchte, die sie übermannende Erinnerung an Tom zu verdrängen, der ihr mal etwas Ähnliches gesagt hatte. „Wohin führt dieser Weg?“ Sie wies auf einen kleinen Schotterweg.

„Das ist der Wanderweg zur sogenannten Echoschlucht.“

„Worauf warten wir?“ Sogleich stürmte Sina los.

„Stopp!“ Maurice hielt sie an ihrer Jacke fest. „Dahinten gibt es einen besseren Ausblick.“ Er wies in entgegengesetzte Richtung. „Es gibt eine Abkürzung – wir müssen nur ein paar Meter über eine ungesicherte Strecke gehen.“

„Ist das nicht gefährlich? Vorn habe ich noch gelesen, man sollte so etwas unbedingt vermeiden!“

„Nicht, wenn man sich auskennt“, beruhigte er sie.

„In Ordnung. Führen Sie mich.“ Kurz darauf verließen sie die Piste. Maurice schritt leichtfüßig und trittsicher voran. Da Sina kaum Schritt halten konnte, verringerte er das Tempo. Es ging vorbei an schroffen Wänden und von Geröll überdeckten Flächen. Hin und wieder querten sprudelnde Bäche oder Rinnsale ihren Weg, durchbrochen von kleineren Gletscherzungen. Doch je weiter sie kamen, umso unwirklicher und bizarrer wurde die Landschaft.

Der Wind hatte die Wolken vom Gipfel vertrieben. Jetzt war es beinahe lautlos. Ab und an vernahm man den spitzen Schrei eines Bussards, der hoch oben seine Kreise zog. Sina konnte sich nicht sattsehen an den wundervollen Bergen.

„Der mittlere Berg mit der abgeflachten Spitze, das ist der Munt Pers“, erklärte er ihr abrupt innehaltend und schaute in die Ferne. „Ihn umgibt eine Sage, woraus sich der Name der Diavolezza ableitet. ‚La Diavolezza‘ – die schöne Teufelin. Dort soll einst eine wunderschöne Bergfee gehaust haben. Sie lebte in ihrer Felsenburg hoch oben zwischen Chapütschöl und Munt Pers. Man sagt, sie wurde mitunter von Jägern gesehen, wenn sie über die Felswände zum ‚Lej da la Diavolezza‘ hinüberwechselte, um in einem der kristallklaren Gebirgsseen zu baden. Bei ihrem Anblick war es um die Männer geschehen. Von ihrer wundervollen Schönheit befangen, folgte ihr einer nach dem anderen auf ihr Bergschloss und wurde nie wieder gesehen. Munt Pers bedeutet ‚verlorener Berg‘.“

„Eine romantische Geschichte“, räumte Sina ein und warf einen Blick in die vor ihr liegende Tiefe. Eine leichte Brise wehte von den zerklüfteten Felsformationen herüber. Vereinzelt kraxelten Bergziegen in dem unwegsamen Gelände herum. Abgesehen von einigen Sträuchern, Flechten und Moosen erblickte sie, soweit das Auge reichte, nur noch nacktes Schiefergestein. Ihr Herz raste. Trotz des geringen Tempos wurde sie jetzt sehr kurzatmig, was an der Höhenluft lag.

„Das passt wie die Faust aufs Auge“, stellte sie fest.

„Wie meinen Sie das?“ Fragend sah Maurice seine Begleiterin von der Seite an.

„Es liegt an der Natur. Hier oben gibt es keine Vegetation und somit kein Leben. Nur Schnee, Eis und Felsen. Dennoch ist diese Landschaft atemberaubend schön. Demnach müssen Schönheit und Tod kein Widerspruch sein. Ist das nicht komisch?“

„Es klingt, als wollten Sie dem Tod etwas Schönes abgewinnen“, bemerkte Maurice und wandte sich ihr vollends zu.

„Warum nicht?“, gestand sie. „Nur weil er am Ende des Lebens steht, muss er doch nicht hässlich sein. Ich jedenfalls stelle mir den Tod erhaben und großartig vor, vor allem, wenn er vor einer solchen Kulisse eintritt. Es wäre wie ein Feuerwerk, wenn man rücklings gegen einen Felsen gelehnt, noch einmal das abendliche Verglühen der Sonne am Horizont betrachten könnte.“

„Merkwürdig, wie Sie das sagen.“ Er maß sie von oben nach unten.

„Finden Sie?“

„Es klingt schon seltsam, vor allem, wenn das von jemandem kommt, der auf der Sonnenseite des Lebens steht. Da vergisst man schnell den Schatten … Vorsicht!“, schrie er.

Sina hatte sich unbemerkt einem linksseitig befindlichen Abhang genähert. Als sie instinktiv zurückweichen wollte, stieß sie rücklings gegen Maurice. Dieser war in diesem Moment an sie herangetreten, als wollte er genau das verhindern. Erschrocken fuhr sie um. Als sie dann aber sein starres Gesicht bemerkte, durchfuhr sie ein Riesenschreck. Was hatte er vor? Lag es an dem, was sie jetzt glauben musste? Schon wollte sie zur Pistole greifen. Doch blitzschnell packte er sie am Arm und hielt sie für einen Moment in einer sehr instabilen Lage. Dann aber zog er sie zurück.

„Sie sollten sich nicht so weit vorwagen. Die Kante könnte brüchig sein“, ermahnte er sie. „Seien Sie bitte vorsichtig.“

„Ja, ich … danke Ihnen, aber ich weiß auch nicht ...”

„Was ist mit Ihnen, Frau Antonelli? Sie zittern ja.“

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