NF Stumpenhausen - Der Zynist im Ballsaal

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Warum singen alle Vögel Lieder der Carpenters?
Was wurde aus «Jolene»?
Welcher Song steckt hinter der Nummer 666 in der Musikbox?
Diese Geschichte kann man nicht nur lesen – man kann sie sogar hören!
Zudem erzählt ein Frosch seine Lebensgeschichte, schlechte Eigenschaften gleichen sich wie ein Ei dem anderen und Gemälde berühmter Maler erstrahlen in neuen Zusammenhängen.
Zu Beginn ist der Protagonist Müller ein 11jähriger Junge, der gemeinsam mit seinem Vater anfangs der 1970er-Jahre mit dem Auto durch die Stadt fährt. Der Vater hat wie stets «etwas zu erledigen». Was immer das bedeutet, Müller weiß es nicht, er wartet im Auto. An jenem verhängnisvollen heißen Sommertag beginnt der Junge vor Langeweile mit dem im Auto liegenden Vierfarbkugelschreiber des Vaters zu spielen. Die Federn lösen sich, die Farben geraten durcheinander – und mit ihnen Müllers gesamte Lebensgeschichte
Viele Jahre später ist aus dem zum Dösen neigenden Jungen ist ein zynischer Lebensoptimierer geworden. Schließlich landet er auf dem Flur des Lebens, begegnet dort dem Teufel, blickt auf Stationen seines Lebens zurück, muss ungewöhnliche Prüfungen bestehen und kämpft um die Liebe seines Lebens.
Die ersten Kapitel dieser Geschichte sollen zum Lesen und zum Austausch einladen. Weitere Kapitel folgen in Kürze.

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Alles stand still, die Stadt hielt den Atem an und die Sonne stoppte ihre Bahn, die Motoren der Autos erstarben, Flugzeuge blieben wie festgenagelt am Himmel, Blätter unterbrachen ihr sanftes Rauschen, weil auch der aufkommende Wind erkannt hatte, dass es besser war, diesen Moment wirken zu lassen, um ihn für immer festzuhalten – und dann begannen die Vögel zu singen:

Every sha-la-la-la

Every wo-o-wo-o, still shines

Every shing-a-ling-a-ling

That they´re startin to sing´s so fine.“

Müller konnte nicht reagieren, nur starren. Er war nicht in der Lage, an die Scheibe zu klopfen, die Kurbel zu bedienen, die Tür zu öffnen, zu rufen oder ein Zeichen des Wiedererkennens zu geben. Dazu fehlte ihm der Mut.

Die Mutter zog das Kind hinter sich her in den Eingang des Altbaus, die Tür schloss sich und Müller blieb mit traurigem Blick und pochendem Herzen zurück.

Nun war ihm noch heißer geworden. Sein himmelblauer Nicki-Pullover, seine kurze Lederhose, die Ringelsocken, die Sandalen – er hätte am liebsten alles ausgezogen und Abkühlung in einem Schwimmbecken gesucht.

Ob er dieses engelsgleiche Gesicht jemals wiedersehen würde?

Müller wendete sich wieder den Dingen im Auto zu. Sein Blick streifte den mittig auf dem breiten Armaturenbrett aufgeklebten Dackelwackelhund, den gigantischen Aschenbecher, die Anzeigen, Tank, Temp, das Tachometer, das eine Geschwindigkeit bis 220 km/h vorgab, die sein Vater allerdings noch nie erreicht hatte. Zumeist stoppte Müllers Mutter solche Versuche frühzeitig, in dem sie ihren Körper sichtbar versteifte, ihre rechte Hand in der oberen Haltegriffschlaufe strangulierte, demonstrativ lauter atmete und anschließend mit den Füßen das Bodenblech im Fußraum der Beifahrerseite zu bearbeiten begann. Als nächste Maßnahme folgte ein Blick nach links auf das Tachometer. Sie bewegte zunächst nur leicht ihren Kopf. Beim zweiten Blick beugte sie sich bereits wenige Zentimeter hinüber. Sein Vater ignorierte und richtete seinen Blick stur geradeaus. Natürlich bekam er das mit, es war ja stets das gleiche Schauspiel. Beim dritten Blick beugte sich Müllers Mutter weit auf die Fahrerseite, starrte übertrieben lange auf die für sie unfassbare Geschwindigkeit, schüttelte verständnislos den Kopf, rückte sich wieder gerade in ihren Sitz. Ihre rechte Hand war mittlerweile kreideweiß, blutleer vor Anstrengung.

Der Motor heulte hochtourig auf, sein Vater hatte längst begonnen zu schwitzen und hielt das Lenkrad ebenso verkrampft, die Tachonadel zitterte sich über die 140. Dann holte Müllers Mutter zum finalen Schlag aus:

„Du denkst an den JungEN?“ Mehr sagte sie nie in solchen Momenten. Tat dies jedoch mit strenger Betonung der letzten Silbe und einem rätselhaften Unterton, der Müllers Vater augenblicklich in die Gegenwart zurückrief, ihn geradezu wachrüttelte, seine rebellische Albernheit zerbrach, so wie eiskalter Frost dürre Äste knacken lässt. Der Ford trollte sich dann mit knapp 100 zurück auf die rechte Spur.

Müller beobachtete diese wiederkehrenden Szenen stumm von der Rückbank aus und empfand seinen Vater mutlos, wünschte sich, dass dieser sich gegen die Mutter durchsetzen, das Gaspedal durchdrücken und mit dem Auto abheben würde. Mitten hinein in ein Abenteuer, hoch oben über den Wolken, die dicht und dunkel über der Landschaft lagen.

Es waren die Momente, in denen Müller die Hoffnung hegte, seine Mutter wäre ein bisschen abgelenkter, mehr mit sich selbst beschäftigt, so wie Tante Ilse bei den gemeinsamen Ausflügen mit der Familie, die zu seinem Bedauern sonntags stattfanden, wenn in wenigstens einem der drei Fernsehprogramme mal etwas nach seinem Geschmack ausgestrahlt wurde. „Rauchende Colts“ mit Marshall Matt Dillon aus Dodge City, oder, noch besser, „Die Leute von der Shiloh Ranch“ mit Trampas und dem Virginian. Sonntag war der beste Fernsehtag, auch wenn im dritten Programm sämtliche Folgen von der „Einführung in die Experimentalphysik“ wiederholt wurden. Dabei ließ es sich wenigstens dösen.

Doch genau wie sein Vater mochte der kleine Müller am liebsten Western. Gern mit John Wayne, diesem kantigen Raubein und unerschütterlichen Kämpfer. Ein Monument, gemeißelt aus Prinzipien, Werten und Normen. An dem kam keiner vorbei. Wenn im ersten Fernsehprogramm ein Spielfilm mit John Wayne gezeigt wurde und es nicht zu spät war, dann durfte Müller mit seinem Vater zusammen bewundern, wie ihr Held den Westen rettete. In der Uniform der Nordstaaten, vorneweg, dem Kugelhagel der durchtriebenen Konföderierten ebenso trotzend wie den Pfeilen der listigen Sioux, Dakotas oder Cheyenne. Aufgeregt saßen sie beide im Wohnzimmer, der Vater mit schweißnassen Händen Reval in Kette rauchend, die Mutter hatte sich üblicherweise in die Küche verzogen, um eine Illustrierte zu lesen. Wurde ihrer Meinung nach zu viel geschossen, pflegte sie sich aus der Ferne einzumischen: „Du denkst an den JungEN?“. Müllers fröstelnder Vater entgegnete pflichtschuldig: „Der weiß doch, dass die alle wieder aufstehen.“

Nur ein einziges Mal führte das Einmischen seiner Mutter beinahe zum Abbruch des gemeinschaftlichen Filmgenusses. Es war in den Sommerferien ein Jahr zuvor. Auf der kleinen Nordseeinsel herrschte fürchterliches Wetter. Regen, Wind und Langeweile bestimmten die Tage. Im Inselkino liefen zwei Filme: „Küss mich, Dummkopf“ mit Dean Martin, was die Eltern erheiterte, und „Ein Fressen für die Geier“ mit Clint Eastwood. Müllers Zuneigung zu John Wayne begann in jenen Tagen ohnehin leicht zu bröckeln, nachdem er Bilder in den Illustrierten seiner Mutter von Clint Eastwood entdeckt hatte. Seitdem lieh er sich manchmal ihren Poncho.

Als es einige Tage später erneut unaufhörlich regnete, stand „Ein Fressen für die Geier“ auf dem Programm. Vater links, Sohn mittig, Mutter rechts. Es wurde geschossen, es flog Dynamit, es wurde geflucht und gespuckt. Rechts von sich nahm Müller die ausgestreckten Beine seiner Mutter auf der Suche nach einem Bodenblech wahr. Links starrte sein Vater mit glänzenden Augen auf die trübe Leinwand. Als Clint Eastwood von einem Indianerpfeil getroffen im Staub lag, murmelte die Mutter: „Das ist kein Blut. Das ist nur Ketchup.“

Nachdem sich im Laufe der Handlung herausstellte, dass Schwester Sara gar keine Nonne ist, sondern die Chefin eines Freudenhauses, lächelte der Vater kurz. Vor Müllers Augen wurde es plötzlich schwarz, seine Mutter hielt ihm die Hand vor das Gesicht, damit er die halbnackte Nonne nicht sehen konnte. Müller drehte sich nach links, die Hand folgte.

„Lass das, Mama!“

„Das ist nichts für dich!“

„Wieso. Denn. Nicht?“

Müller versuchte, der Zensur zu entkommen. Keine Chance.

„Was macht ihr denn da?“ brummte der Vater.

„Du musst auch mal an den Jungen denKEN“ zischte die Mutter.

„Das kann der ruhig sehen. Der weiß doch sowieso Bescheid“ meinte der Vater und Müller überlegte, worüber er erneut genau Bescheid wissen solle.

Für Müller war Filme schauen wie Autofahren. Man wusste nie so genau, wohin die Reise gehen und was man unterwegs erleben würde. Zog die Geschwindigkeit an, wurde es unter Garantie spannend. Kroch die Handlung dahin, konnte man sich den Landschaftsbildern widmen. Vielleicht war all dies ja auch ein Sinnbild fürs Leben? Müller nahm sich vor, eines Tages darüber zu entscheiden, ob er auf der Überholspur unterwegs sein, oder sich lieber schön in Ruhe mit den Dingen links und rechts am Rande beschäftigen wollte.

So wie er das auf den Sonntagsausflügen stets machte. Vorzugsweise hinten links, Blick aus dem Fenster, dösend die Tiefebene beobachtend. Wenn Onkel Hans seinen Fiat mit farbiger Geschwindigkeitsanzeige steuerte, die Hände gewissenhaft auf 10vor2, saß Tante Ilse mit ihrer Handtasche beschoßt daneben und plapperte munter mit Müllers Mutter oder Oma. Für die Geschwindigkeit interessierte sie sich überhaupt nicht. Ob Onkel Hans nun raste oder schlich war ihr einerlei. Hauptsache er fuhr nicht ruckartig an, weil ihr sonst der Hut verrutschen könnte.

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