Wolfgang Metz - Notwendige Unruhe - Über Kirche, Sexualität und Freiheit

Здесь есть возможность читать онлайн «Wolfgang Metz - Notwendige Unruhe - Über Kirche, Sexualität und Freiheit» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

"Ich bin es so leid, mir im Beichtstuhl private Dinge aus dem Bereich der Sexualität anzuhören und gleichzeitig miterleben zu müssen, wie sich Menschen dabei kasteien und schämen, und ich … davon überzeugt bin, dass Gott nichts Falsches daran sieht und sich diese Menschen ihr Leben nur schwermachen, weil wir (die Kirche) ihnen diesen Mist eingetrichtert haben, dass Sex vor der Ehe, Masturbation oder alles außer Heterosexualität böse ist."
Mit diesen Worten in den sozialen Netzwerken hat Wolfgang Metz begonnen, offen über Glaube, Kirche und seinen Dienst als katholischer Priester nachzudenken. Darüber, dass Menschen wichtiger sind als Regeln und Gott mehr ist als Vorschriften.
Manchmal kritisch doch mit einer wunderbaren Offenheit ermutigt er dazu, in Kirche und Gesellschaft unruhig zu bleiben, um selbst menschlicher, vertrauender und liebevoller zu werden.

Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Man könnte doch auch sagen: Zehn Gebote reichen.

Stimmt.

Die sind kompakt, man kann sie sich (vielleicht) merken, und sie regeln erst einmal das Nötigste.

Aber anscheinend haben sie Gott und / oder den Menschen doch nicht gereicht …

… und es kamen noch ein paar dazu.

Aber es sieht so aus, als hätten die 613 auch nicht so richtig gereicht, liest man die Evangelien von den Streitigkeiten um die Sabbatheilungen oder auch vom barmherzigen Samariter, bei dem der Priester und Levit dem Verprügelten nicht helfen, aber gebotsmäßig alles richtig machen, oder von der Ehebrecherin, die überlebte, obwohl es nach dem Gesetz völlig in Ordnung gewesen wäre, sie zu steinigen. Klar, Regeln sind wichtig.

Aber es scheint so, als seien wir manchmal schon ziemliche Gebotsjunkies, als sei das Bedürfnis nach absoluter Sicherheit und Richtigkeit tief in uns verankert.

Einer dieser Junkies begegnet uns im Markusevangelium (Mk 12,28b–34), als er zu Jesus kommt und ihn nach dem wichtigsten Gebot fragt.

Hallo?

Natürlich sind alle Gebote gleich wichtig!

Vielleicht auch nicht …

Nicht mal zehn bleiben übrig, sondern nur drei …

Liebe Gott und den anderen und dich!

Klingt einfach?

Ist es aber nicht.

Ist viel schwerer,

weil ich hier plötzlich auf all meine Beziehungen und meine Umwelt und meine Innenwelt achten muss. Vorher war alles so schön einfach und so schön einfach richtig oder falsch. Jetzt ist alles so schwammig und unklar …

… und fordert Mut.

Mut, mich den anderen, Gott und mir selbst zu stellen.

Ich mag ja das Wort »Gleichmut«.

Zu versuchen, immer gleich mutig zu sein.

Was wäre, wenn ich heute versuchen würde,

der/dem anderen gegenüber, Gott gegenüber und mir selbst gegenüber gleich mutig und gleich liebend und gleich verzeihend zu sein?

Nicht um im Endeffekt alles gleich zu machen, sondern um alle gleich ernst zu nehmen.

Über die Menschwerdung oder die ganz schön vielen Schubladen in meinem Kopf

Wenn ich auf meinen Freundeskreis schaue …

… da gibt es Frauen und Männer,

Akademiker:innen und Handwerker,

Priester und Nichtpriester:innen,

Leute, die in und (Gott sei Dank) auch außerhalb der Kirche arbeiten,

Menschen, die hetero, homo und trans sind,

Katholik:innen, Orthodoxe, Protestant:innen

und auch einige ohne Glaubenszuordnung,

die aber sicherlich nicht weniger glauben, hoffen und lieben,

Europäer:innen und ein paar von ganz woanders her,

einen, der sogar gar kein Deutsch spricht – wir uns aber

trotzdem verstehen –,

manche, die wunderbar einfach sind,

und manche, bei denen alles immer gleich schrecklich

kompliziert ist …

… und da gibt es noch jemanden,

der völlig anders war und ist

und der Mensch geworden ist.

Es ist, glaube ich, völlig egal,

ob dieser als Mann auf die Welt gekommen ist

oder als Akademiker:in oder Handwerker,

als hetero, homo oder trans,

als Jude oder einfach als Glaubender und Liebender,

als aramäisch sprechender Israelit

bzw. welche Sprache er überhaupt gesprochen hat,

ob er wunderbar einfach oder auch manchmal schrecklich kompliziert war …

… entscheidend ist und bleibt,

dass er (oder sie) Mensch geworden ist!

Diese eine Schublade reicht doch voll und ganz!

Wie wäre es, wenn ich … wenn wir, die ganzen restlichen Schubladen in unserem Leben, in unserer Gesellschaft und in der Kirche auch einfach mal lassen könnten und ausprobierten, was dann passieren würde?

Fasst mich doch an!

Jesus sagte nach seiner Auferstehung zu den ängstlichen und verblüfften Jüngern:

»Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht« (Lk 24,39).

Auferstehung ist keine vergeistigte Idee!

Der Glaube an die Auferstehung ist eine handfeste Hoffnung, die etwas von Gottesbeziehung und Menschwerdung, von Leben und Tod, von Körper und Geist erahnt und erzählt.

Vor ein paar Jahren bei einem Gespräch über Beerdigungsrituale: Ein über achtzigjähriger Mann sagte (in Anwesenheit seiner Frau, die dabei lächelnd neben ihm saß), dass er seine Frau bzw. ihren Körper nach ihrem Tod niemals verbrennen lassen könnte, weil er sie doch in und auch durch diesen Körper ein Leben lang geliebt habe.

Jenseits von Beerdigungsriten (dieses Diskussionsfass will ich jetzt aber ganz und gar nicht aufmachen) beeindruckt mich diese Aussage bis heute …

Wir sind nicht nur geistige, sondern auch körperliche Wesen.

Wir leben und lieben unsere Beziehungen nicht nur geistig, sondern auch körperlich.

(Gerade Corona lehrte und lehrt uns das durch notwendige Abstandsregeln schmerzhaft.)

Wir leben und lieben Gott nicht nur geistig, sondern auch körperlich und können sein beständiges Mitgehen in aller Vielfalt auch darin wahrnehmen.

(Es ist kein Zufall, dass viele Sakramente eine spürbare und nahbare Berührung beinhalten.)

Was wäre, wenn ich das ernst nehmen würde?

Wenn jede Umarmung und Berührung, jeder zarte Windhauch auf meiner Haut, jede körperliche Erregung, jeder Duft von frischem Brot, jede wundervolle Farbe, jedes genossene Glas Wein, jede an mein Ohr dringende Stimme und unfassbar viel mehr mich genauso mit Gott und mit dem Auferstandenen in Berührung brächte wie jedes andächtige Gebet?

Denn genau in und durch das alles lebe und glaube und liebe ich und stehe hoffentlich auch irgendwann einmal wieder auf!

Über die Zuneigung

Wir brauchen Zuneigung

zum Leben und Lieben und Glauben.

Zuneigung durch Menschen,

die durch uns und mit uns und in uns

leben und lieben und glauben.

Zuneigung durch Gott,

der durch uns und mit uns und in uns

lebt und liebt und glaubt.

Zuneigung gerade dann

in all den Augenblicken,

in denen uns diese fehlt.

Zuneigung in Fleisch und Blut,

in der uns Gott als Mensch berührt

und wäscht, umarmt und küsst.

Über das leidige Thema mit dem Sex und die Frage, über was geredet werden darf

»Nichts ist so schlimm, als dass man nicht darüber reden könnte …«

Eine kluge Frau hat mir das mal gesagt.

Sie sagte, dass sie das ihrem Sohn und ihren Enkeln beibringen und immer vorleben wollte.

Im Bereich der Sexualität haben wir als katholische Kirche leider über Jahrhunderte eine Atmosphäre kultiviert, wonach es sehr wohl Dinge gibt, die scheinbar so schlimm sind, dass man nicht darüber reden kann, und wenn, dann nur scham- und sündenbehaftet.

Wenn es in diesem Bereich nur alte Regeln gibt, die unreflektiert still und heimlich weitergetragen werden, und nicht offen darüber gesprochen und diskutiert werden darf, wenn Menschen dann darin mit ihrem Menschsein und ihrer Körperlichkeit still und moralinsauer alleinegelassen werden, kommt leider meistens nichts Gutes dabei raus.

Wenn Menschen dann z.B. denken, sie seien die Einzigen, die sich selbst befriedigen und dass das überhaupt etwas ganz Schlimmes sei …

Oder wenn Menschen z.B. denken, irgendetwas mit ihnen sei falsch, weil sie nicht hetero sind, und dass das etwas ganz Schlimmes sei …

(Ganz nebenbei zu beiden Beispielen: Sind sie nicht und ist es nicht!)

Ich weiß schon, manche sagen jetzt wieder:

Wie kann der nur – auch noch als Priester – so etwas sagen, denn die Bibel und die Kirche und Gott sagen, dass das alles schlimm und Sünde ist.

Denen sei gesagt: Noch schlimmer ist, dass wir mit diesen alten Regeln Menschen oft das Leben schwer oder sie sogar damit kaputt machen und uns dadurch sehenden Auges diesen Menschen und Gott gegenüber wirklich versündigen.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit»

Обсуждение, отзывы о книге «Notwendige Unruhe: Über Kirche, Sexualität und Freiheit» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x